Das Euro-System ist gescheitert: Europa steht noch – keine gute Stimmung beim Kapital
Der Finanzkrieg gegen die souverĂ€nen Staaten und Völker Europas ist zum Stehen gekommen. Der „Euro-Rettungsfonds“ der luxemburgischen Aktiengesellschaft EFSF wird nicht weiter mit Staatsgeldern aufgestockt. Das schlĂ€gt den „FinanzmĂ€rkten“ auf die Stimmung.
In den Banken und auf ihren MarktplĂ€tzen, in der Zentrale der neuen kapitalistischen BrĂŒsseler Sowjetunion namens „EuropĂ€ische Union“, bei der „EuropĂ€ischen Zentralbank“ (EZB) und bei CDU und CSU mit ihrem Berliner Bundesfinanzminister Wolfgang SchĂ€uble bittet, bettelt, fleht und droht man was das Zeug hĂ€lt. Gift und Galle keift man, nach mehr, mehr, mehr, mehr Steuergeld der Deutschen fĂŒr die luxemburgische Aktiengesellschaft EFSF, die als „Rettungsschirm“ und „Rettungsfonds“ fĂŒr das Euro-System Verladebahnhof von staatlichen Steuergeldern fĂŒr die Banken spielt.
Doch siehe da – ausgerechnet die FDP hĂ€lt stand. GeneralsekretĂ€r Christian Lindner erklĂ€rte heute auf einer Pressekonferenz, dass es mit den Liberalen keine weitere Aufstockung des EFSF Fonds geben wird. Von grundsĂ€tzlicher Tragweite war aber die Absage Lindners an ein Konstrukt der „Vereinigten Staaten von Europa“, in Form einer am deutschen LĂ€nderfinanzausgleich angelehnten Transferunion.
Ob Lindner und die FDP sich dessen nun bewusst sind oder nicht: der Transfer von deutschen Steuergeldern an die EU oder das Euro-System endet niemals bei irgendeinem Taxifahrer in Dublin, Rom oder Athen. Die geforderte Transferunion der EU endet bei den Banken. Insofern hat ausgerechnet die Wirtschaftspartei FDP auch den ganz normalen StaatsbĂŒrgern den denkbar gröĂten Gefallen getan, vielleicht sogar ohne es zu wollen.
Dabei ist ganze Bedeutung der VorgĂ€nge, obgleich sie sich vor den Augen einer wie gelĂ€hmt erscheinenden Ăffentlichkeit abspielen, offensichtlich nicht nur von der Bevölkerung, sondern sogar von den meisten politischen Akteuren in Berlin immer noch nicht begriffen worden.
DIE EURO-PARTEI SPD
Zu einer weiteren Aufstockung des EFSF Fonds – dem am 21.Mai in einem Eilverfahren bereits insg. 148 Milliarden Euro Steuergelder als Garantien zur VerfĂŒgung gestellt wurden – ist die Einwilligung des deutschen Parlamentes nötig. NatĂŒrlich ist und wĂ€re die Euro-Partei SPD jederzeit willens, die eigene Republik zu opfern. Genau das hatten der FĂŒhrer ihrer Fraktion im Bundestag, Frank-Walter Steinmeier, sowie ihr alter Bundesfinanzminister Peer SteinbrĂŒck im Verbund mit Industrie, Banken und EU vor dem Gipfel des EU-Regierungsrates mit der Forderung nach einer Erhöhung des EFSF-Fonds, einer Installation transstaatlicher Euro-Bonds, einer diktatorischen Haushaltskontrolle und „politischen Integration“ der souverĂ€nen EU-Mitgliedsstaaten offen gefordert. (Staatsstreich des Euro-Systems, 15.Dezember 2010)
Den Gipfel der Frechheit hatte der ex-SPD-Kanzler Helmut Schmidt am 19.Dezember an den Tag gelegt (KEINE STIMME DER SPD! NIRGENDWO!). Ehemals Hitler-Offizier im faschistischen Eroberungskrieg erdreistete sich Schmidt die Deutschen des 21.Jahrhunderts aufzufordern, fĂŒr das von unabhĂ€ngigen Banken kontrollierte Euro-WĂ€hrungssystem ihre ganze Demokratie zu opfern. Wörtlich hiess es in der âZeitâ, deren Herausgeber ex-Kanzler Schmidt ist, die Deutschen hĂ€tten
âerheblich zum Unfrieden in Europa und in der Welt beigetragenâ
Deshalb, so der ex-Soldat der Wehrmacht im 2.Weltkrieg, mĂŒssten die Deutschen
âauf eine ganz andere Weise dazu beitragen, dass die Schrecken der Vergangenheit sich nicht wiederholen können. DafĂŒr sind weitere Opfer an SouverĂ€nitĂ€t und an Geld geboten.â
Doch der Staatsstreich scheiterte. (Staatsstreich des Euro-Systems gescheitert, 17.Dezember 2010)
Auch weiterhin vergeht nun kein Tag, an dem nicht irgendein Banker oder BrĂŒsseler Kommissar nach einer Kapitulation Deutschlands und der Unterwerfung unter BrĂŒsseler Kontrolle schreit. Doch das kann nur scheitern, zumindest solange das Grundgesetz nicht offiziell beerdigt wird. Zu offensichtlich wĂ€re der Hochverrat.
DAS EURO-SYSTEM
Nach der Absage der FDP an eine weitere Aufstockung des EFSF Fonds wird die Partei des Euro-Systems SPD jetzt alles versuchen, um sich Merkel und SchĂ€uble endlich wieder in „Regierungsverantwortung“ anbiedern zu können. Dabei zielen die fĂŒhrenden FunktionĂ€re der Fantom-Sozialdemokratie auch auf die automatisch fĂ€lligen Posten in der RĂ€teregierung BrĂŒssels. Bundesminister in Deutschland werden nicht gewĂ€hlt. Sie werden ernannt und dann automatisch Teil der MinisterrĂ€te zu BrĂŒssel, deren Verordnungen bei uns Gesetz werden und deren Direktiven (Richtlinien), wie z.B. die Vorratsdatenspeicherung, in Form von eigenen Gesetzen der Mitgliedsstaaten umgesetzt werden mĂŒssen. (DER MOLOCH, 7.Februar 2010)
Die von den Allermeisten bis heute nicht verstandene Politik der etablierten Parteien in Deutschland in den letzten 20 Jahren, insbesondere der von SPD und BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen nach ihrer mit vielen Illusionen begleiteten RegierungsĂŒbernahme 1998, kann nur durch einen Bezug auf BrĂŒssel nachvollzogen werden.
Um diese Politik verstehen zu können, mĂŒssen sich die Deutschen, wie alle anderen Völker im EU-Machtbereich, einfach vor Augen fĂŒhren, welchen Effekt, welches konkrete Ergebnis das System der WĂ€hrung Euro fĂŒr die Staaten in seiner Zone seit 1999 gehabt hat. Es ist ĂŒberall dasselbe:
– Sozialabbau, schliesslich offener Sozialraub von oben
– zuerst Massenarbeitslosigkeit, dann Teilzeitarbeit ohne soziale Sicherungen bei abstĂŒrzendem Lohnniveau fĂŒr die Arbeitenden
– explodierender Reichtum einer winzigen Oberschicht
– sinkender Wohlstand der verblödeten Mittelschicht, die sich dafĂŒr nicht beim Kapital, sondern an den Arbeitenden und der Unterschicht schadlos hĂ€lt
Dazu kommen die politischen VerÀnderungen in den verschwindenden Staaten der Euro-Zone, aber auch im gesamten Machtbereich der EU:
– SchĂŒren von Angst, Hysterie und Unsicherheit durch permanente Spannung, die durch Spionagedienste, Polizei, MilitĂ€r und Regierungen ĂŒber Informationsindustrie und Staatsmedien mit der Drohung geschĂŒrt werden, bei einem Stopp des Demokratie- und Staatsabbaus leider nicht mehr ihre Arbeit zu machen und Attentate im Inland nicht mehr verhindern zu können
– Abbau der Gewaltenteilung, Verluste parlamentarischer Kontrolle, exzessiver Ausbau exekutiver Befugnisse und Vollmachten hin zu einem PrĂ€ventivstaat
– zunehmende Ăberwachung, Militarisierung, sowie EinschrĂ€nkungen, Umdefinierung und Beschneidungen von Verfassung und Grundrechten, schlieĂlich elektronischer Polizeistaat
Das ist die „EuropĂ€ische Union“, das ist das Euro-System: eine Gefahr fĂŒr Europa. Ein anti-europĂ€ischer Moloch, der – wie einst die Sowjetunion den Sozialismus – heute höhnisch die „EuropĂ€ische Idee“ fĂŒr die Erhaltung lĂ€ngst ĂŒberholter Privilegien einer winzigen feudalen Schicht und ihre imperialen PlĂ€ne benutzt.
KAPITAL, KAPITAL ĂBER ALLES? VON DER WIDERSPENSTIGEN ZĂHMUNG
Es gibt nur eine einzige Lösung fĂŒr ein Ende der sogenannten „Finanzkrise“ des Kapitalismus, die letzlich einer permanenten Erpressung souverĂ€ner Staaten durch Banken, Ratingagenturen und Finanzkonglomerate gleichkommt:
den Bewegungen, Operationen und vor allem der Selbstvermehrung des Kapitals muss durch gewĂ€hlte, demokratische Gremien Grenzen gesetzt werden. Das Geldschöpfungsmonopol der Banken muss gebrochen werden,um endlich wieder staatliche WĂ€hrungen zu schaffen, also die Möglichkeit des Staates selbst an seine BĂŒrger Kredite zu vergeben und dabei die Wegelagerer der Wirtschaft – die Banken – endgĂŒltig zu umgehen.
Der Staat, der dies tut, wird jeden ökonomischen Wettbewerb gewinnen. Genau deshalb gewinnt China: weil EU und USA – fest im Griff ihrer abgetakelten und bis auf die Knochen inzestiösen und blamierten Geld- und Machteliten – lieber abschmieren und untergehen als einen einzigen richtigen Schritt, im wahrsten Sinne des Wortes einen Fortschritt zu unternehmen.
DAS PROGRAMM VON „EU“ UND „EURO“
Wenn der EU tatsĂ€chlich irgendetwas am Wohlergehen von 500 Millionen Menschen in ihrem Machtraum gelegen wĂ€re – oder am Wohlergehen von insg. 500 Millionen Menschen in der Euro-Zone Europas, sowie in WĂ€hrungs(Kolonien) in Asien und Afrika – dann mĂŒsste sie zu allererst die EZB entmachten, dem EU-Parlament ein Veto-Recht zur Geldpolitik einrĂ€umen und sich selbst demokratisieren.
Das wird die EU aber nicht tun. Weil es ihr System einfach nicht vorsieht. Weil dieses System, seine Plutokratie und seine Organe einem seit Jahrzehnten ablaufendem Programm entsprungen sind, welches nicht das BlĂŒhen und die ProsperitĂ€t der Staaten, Völker und Kulturen Europas zu Ziel hat, sondern die Gewinnung der Kontrolle ĂŒber eben diese.
Doch wie erlangt man die Kontrolle ĂŒber etwas? Man beseitigt alles, was einem dabei im Weg ist. So denken RevolutionĂ€re. Und so denken die Strategen, welche die „EuropĂ€ischen Union“ nach dem Zerfall der Sowjetunion mit den Maastricht-VertrĂ€gen 1992 ĂŒberhaupt erst geschaffen haben.
Der Untergang aller Staaten innerhalb der Euro-Zone und innerhalb der sogenannten „EuropĂ€ischen Union“ ist in ihrem System einprogrammiert. EU und Euro-System sind das Ergebnis eines bis heute ablaufenden Zerstörungs-Programms, das eine alte Ordnung beseitigen soll, um Platz fĂŒr eine Neue Ordnung zu schaffen. So etwas nennt man entweder eine Revolution oder einen Staatsstreich. Das Ergebnis ist das Gleiche.
Jeder Staat, jede Gesellschaft, jede Wirtschaft (und ganz nebenbei auch jede Kultur), die sich diesem Programm von EU und Euro-System unterwirft, wird untergehen. Nur wer dieses Programm und seine AusfĂŒhrenden ĂŒberwindet, niederringt und aus felsenfester Ăberzeugung in den Staub tritt, wird ĂŒberleben.
CHINAS INTERVENTION DER SCHLECHTEN STIMMUNG
Das jetzt ein Jahr nach Inkrafttreten des Lissabon-Vertrages, an dessen lĂ€cherliche Heilsversprechen sich keiner seiner Fans mehr erinnern will, das Ausbluten der Berliner Republik (und hinter deren Schutzwall auch die ökonomisch und finanziell schwĂ€cheren Mitgliedsstaaten) gestoppt worden ist, liegt zum ersten an der Intervention Chinas an den MarktplĂ€tzen (Börsen) der Banken. Erst der Kauf von Staatsanleihen der vom Bankrott bedrohten Staaten innerhalb der Euro-Zone, wie Portugal, Griechenland, Spanien und Italien, hat diese Staaten nicht nur vor den Banken, sondern vor der Assimilation der „eigenen“ EU und deren Euro-System gerettet. (Rettet Chinas Intervention den souverĂ€nen Staat Portugal vor dem âRettungsschirmâ des Euro-Systems?, 11.Januar)
Die ErklĂ€rung dafĂŒr, dass die EU-Kommission nun scheinbar irrational trotzdem eine Erhöhung des EFSF Fonds fordert, ist simpel: die EU folgt eben ihrem Programm. Sie will ihre Mitgliedsstaaten assimilieren. Das ist alles was die EU will. Das ist alles was jeder Apparat will, der sich verselbststĂ€ndigt hat. Das ist auch alles was jedes Raubtier will: fressen.
Bei ausbleibendem Futter schlĂ€gt das natĂŒrlich auf die Stimmung.
„Es wird immer deutlicher, dass Deutschland keine Erhöhung des Rettungsfonds will, und das lastet auf der Stimmung“ (2),
so ein Devisenexperte der UBS Bank in ZĂŒrich. Eine Runde Mitleid bitte fĂŒr das Kapital. Es hat schlechte Stimmung.
Nun, so kann es weitergehen.
(…)
Weitere Artikel:
11.01.2011 Rettet Chinas Intervention den souverĂ€nen Staat Portugal vor dem âRettungsschirmâ des Euro-Systems?
27.12.2010 âDeutsche Bankâ: Neuer Anlauf zum finanziellen Staatstreich
17.12.2010 Staatsstreich des Euro-Systems gescheitert
15.12.2010 Staatsstreich des Euro-Systems
13.12.2010 VertragsÀnderung bei Euro-Fonds EFSF: Staatsanleihen-Ankauf und Kredite geplant
13.12.2010 Krisen-Banken und Reiche aus Deutschland wollen 388 Mrd Euro aus Zonen-LĂ€ndern
10.12.2010 âEin StĂŒckchen SouverĂ€nitĂ€t aufgebenâ fĂŒr BrĂŒssel und den Euro?
10.12.2010 Studenten-Proteste in London: âNEINâ zur Finanzmonarchie GroĂbritannien
16.11.2010 Die Banken fressen die Staaten Europas
19.10.2010 Frankreich: Generalstreik gegen die neue kapitalistische Sowjetunion
05.07.2010 StaatsaffĂ€re um âRettungsschirmâ fĂŒr Eurozone: Konservative Denkfabrik schĂ€tzt 148 Mrd Euro-Tribut als verfassungswidrig ein
08.06.2010 Autorin von Radio Utopie VerfassungsklÀgerin gegen 148 Mrd Euro-Zweckgesellschaft
20.05.2010 SPD vor Zustimmung zu 148 Milliarden Euro-Blankoscheck an unklare Zweckgesellschaft
19.05.2010 Trittin: Vertrag ĂŒber Zweckgesellschaft liegt Bundestag nicht vor
07.05.2010 DIE GRIECHENLAND-KRISE (IV): Machtergreifung einer neuen kapitalistischen Sowjetunion
aus 2009:
31.07.2009 Die HRE-StaatsaffÀre: Chronologie eines Staatsstreichs
aus 2008:
07.10.2008 Der finanzielle Reichstagsbrand: Chronologie eines kalten Staatsstreichs durch eine inszenierte Krise
Quellen:
(1) http://www.welt.de/politik/deutschland/article12204122/FDP-droht-der-Union-mit-dem-Bruch-der-Koalition.html
(2) http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE70G0F020110117