Maas und Zarif: Um die Wette heucheln in Teheran
Anstatt die Sanktionen der U.S.-Regierung nach deren einseitiger AufkĂŒndigung des internationalen Atomabkommens (JCPOA) endlich effektiv zu umgehen, haben die Regierungen im Iran und in Deutschland die dafĂŒr notwendigen Finanzgesellschaften immer noch nicht umgesetzt.
Am 24. September letzten Jahres versprachen die Regierungen von Russland, China, GroĂbritannien, Frankreich, Deutschland, sowie die „EuropĂ€ische Union“, auf einem Treffen der AuĂenminister und der E.U.-AuĂenbeauftragten Federica Mogherini am 24. September in New York dem Iran die Aufsetzung einer Finanzgesellschaft („Special Purpose Vehicle“), welche die durch den Vertragsbruch der U.S.A. und deren einseitigen Sanktionen verursachten finanziellen Verluste fĂŒr Vertragspartner mit dem Iran (Importeure, Exporteure, Konzerne, etc, etc) auffangen solle.
Geschehen ist bis heute effektiv nichts. Die mittlerweile „INSTEX“ („Instrument in Support of Trade Exchange“) getaufte Finanzgesellschaft ist immer noch nicht arbeits-, also zahlungsfĂ€hig (wir berichteten bereits).
Heute nun stand AuĂenminister Heiko Maas schon wieder da, diesmal in Teheran, und redete sich heraus. Man arbeite „sehr intensiv an der Umsetzung“ von INSTEX, so Maas.
Das als völlige Inkompetenz aller beteiligten Behörden, Experten-Kolonnen und Fachidioten der Bundesregierung anzusehen (von allen anderen Regierungen der Vertragspartner des Atomabkommens ganz zu schweigen), wÀre naiv. So unfÀhig kann man gar nicht sein.
Womit wir zu Javad Zarif und der iranischen Regierung kommen. Zarifs Sprecher im iranischen AuĂenministerium erklĂ€rte bereits am Montag letzter Woche nach dem Besuch des deutschen Bankers Per Fischer – dem Chef von INSTEX – man habe ja schon alle Hoffnung darauf verloren, dass diese Finanzgesellschaft irgendwann einmal arbeitsfĂ€hig sein werde. Das habe doch alles keinen Zweck mehr.
Die Regierung im Iran hat das fĂŒr VertragsabschlĂŒsse notwendige GegenstĂŒck von INSTEX, die Finanzgesellschaft „Special Trade and Financing Instrument between Iran and Europe“ (STFI), erst im April aufgesetzt – also ĂŒber ein halbes Jahr nach der AbsichtserklĂ€rung von New York im September 2018. Und natĂŒrlich ist auch die STFI Finanzgesellschaft immer noch nicht arbeitsfĂ€hig.
Man werde „bald“ Memoranden mit den Anteilseignern von INSTEX abschlieĂen, hiess es am Wochenende aus dem iranischen Export-Fond. Der Chef von STFI, Ali Asqar Nuri, verkĂŒndete, seine Finanzgesellschaft sei „bereit“ einen Pilotversuch mit INSTEX zu unternehmen.
Auch das: bestenfalls lÀcherlich.
Anzunehmen ist vielmehr Folgendes: Jedes einzelne abgesonderte Wort aus beiden Regierungen, den beteiligten kapitalistischen Konsortien und Banken und aus dem internationalen Medienkomplex zur diesbezĂŒglichen Situation ist entweder wertlos, nebensĂ€chlich oder Geheuchel.
Objektiv spielen alle Beteiligten weiter auf Zeit, der internationalen Kriegslobby in die HÀnde, sabotieren den Frieden und bereiten einem völkerrechtswidrigen (und in Deutschland verfassungswidrigen) Angriffskrieg gegen den Iran den Boden.
Die Motive dafĂŒr sind ebenso belanglos wie irgendwelches Gerede. Es zĂ€hlt die Tat, sonst nichts.
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Artikel zum Thema:
14.05.2019 Wie auch der nÀchste Anlauf zum Krieg gegen den Iran in sich zusammenfÀllt
Geschehen ist nichts. Die mittlerweile „INSTEX“ (Instrument in Support of Trade Exchange“) getaufte Funanzgesellschaft ist immer noch nicht arbeits-, also zahlungsfĂ€hig. Gestern standen sie wieder da und redeten sich raus.
14.05.2018 Warum das Atomabkommen fĂŒr den Iran von Anfang an wertlos war
04.04.2015 Das Iran-Abkommen: Wende oder Hebel
Hinweis: in diesem Artikel wurden AbkĂŒrzungen wie JCPOA nicht als solche durch Punkte gekennzeichnet.
Eine Zeitangabe korrigiert.
