Imperialer Komplex: Rochade-Versuch von Heiko Maas
Iranabkommen, „Europe United“, „EuropĂ€ischer WĂ€hrungsfonds“, neues Banken-Zahlungssystem: eine Analyse zu Heiko Maas‘ Gastartikel im „Handelsblatt“.
Der AuĂenminister von Deutschland, Heiko Maas, Heiko Maas propagiert in einer quasi-RegierungserklĂ€rung im „Handelsblatt“ zum x-ten Male die zweiten Vereinigten Staaten auf dem Planeten, nĂ€mlich die ĂŒber den Kontinent Europa.
Um die „Vereinigten Staaten von Europa“ und damit den Selbstmord der europĂ€ischen Demokratien zu retten, der seit dem Auffliegen der Demokratie-Simulation in Deutschland erklĂ€rtes Endziel nicht nur der „S.P.D“, sondern aller Bundestagsparteien ist (mit Ausnahme der vernachlĂ€ssigbaren „C.S.U.“ und „A.f.D.“), versucht AuĂenminister Maas die Regierungskrise des bisher nie in Zweifel gezogenen GroĂen Bruders in Washington zu nutzen und aus der Not eine Offensive zu machen.
Er bringt dafĂŒr ein paar Geschenke mit:
- die AbsichtserklĂ€rung ein „unabhĂ€ngiges S.W.I.F.T.-Sytem“ und „unabhĂ€ngige ZahlungskanĂ€le“ aufzubauen. Das bisherige kapitalistischen Banken- und Zahlungssystem S.W.I.F.T., ĂŒber das praktisch jede Bank-Transaktion weltweit lĂ€uft, wird seit Kriegsbeginn in 2001 durch N.S.A. und C.I.A. ausspioniert, was seit 2006 bekannt ist und trotzdem bis heute andauert.
- den Erhalt vom internationalen Nuklearabkommen / Atomabkommen mit dem Iran (J.C.P.O.A.).
Was der „S.P.D.“-AuĂenminister darĂŒber hinaus verkĂŒndet, ist direkt oder indirekt Folgendes:
- den Versuch die derzeitige Weltordnung bzw den Imperialen Komplex und seine herrschenden Kasten, Gilden und Familien zu retten und auszuloten, „ob Donald Trump nicht ungewollt zum Geburtshelfer eines erneuerten Westens werden könne“
- eine Fortsetzung des mittlerweile siebzehnjĂ€hrigen weltweiten Terrorkrieges und einen Verbleib in der internationalen Kriegskoalition von Saudi-Arabien bis Singapur („ob als Partner in der Nato oder im Kampf gegen Terrorismus“)
- die Aufrechterhaltung des Nordatlantikpakts und dessen am 4. Oktober 2001 ausgerufenen und bis heute gĂŒltigen „kollektiven Verteidigungsfall“ bzw „BĂŒndnisfall“. Der genaue Beschlusstext dieses N.A.T.O.-Beschlusses wird bis heute geheim geheim gehalten. Laut Sonderermittler des EU-Europarates Dick Marty verfĂŒgte dieser Beschluss u.a., dass sĂ€mtliche „Sicherheitsbehörden“ der N.A.T.O.-Staaten in Sachen „TerrorbekĂ€mpfung“ der C.I.A. unterstellt wurden. Nun verkĂŒndet AuĂenminister Maas, „den europĂ€ischen Pfeiler des nordatlantischen BĂŒndnisses zu stĂ€rken“, was schlicht auf eine Verlagerung von Kriegskosten und eine (weitere) AufrĂŒstung in die E.U.-bzw N.A.T.O.-Mitgliedstaaten hinauslĂ€uft.
- eine weitere BeschrĂ€nkung der Presse- und Meinungsfreiheit im E.U.-Machtbereich, wegen „Fake News“,
- die Installation eines bereits nach Inkrafttreten des Lissabon-Vertrages und der danach so plötzlich ausbrechenden „Eurokrise“ ins Auge gefassten „EuropĂ€ischen WĂ€hrungsfonds“ (E.W.F.“), von dem wir bereits vor acht Jahren schrieben, dass durch eine weiteren Ănderung der E.U.-VertrĂ€ge durchgezwungen werden soll. Ende 2017 erneuerten die BrĂŒsseler Kommissare den alten Plan und sprachen von einer Installation in 2019. Der E.W.F. soll sogar „der Einflussnahme des E.U.-Parlamentes und der E.U.-Kommission“ entzogen (!) werden, was seinem VorlĂ€ufer und Transformationsmodell „EuropĂ€ischer Stabilisierungsmechanismus“ (E.S.M.) entspricht, der als „internationale Finanzinstitution“ bereits auĂerhalb jedweden staatlichen Rechts steht, auch des E.U.-Rechts.
- entsprechend „der Bau eines souverĂ€nen, starken Europas“, also eines Zentralstaates auf dem Gebiet der existierenden souverĂ€nen europĂ€ischen Demokratien, was unleugbar und unausweichlich deren Beseitigung erfordert.
Heiko Maas im „Handelsblatt“ weiter:
„âEurope Unitedâ bedeutet: Wir bĂŒndeln SouverĂ€nitĂ€t dort, wo die Nationalstaaten nicht mehr annĂ€hernd die Kraft aufbringen, die ein einiges Europa entfaltet. Wir schaffen keine Wagenburg gegen den Rest der Welt, wir fordern nicht Gefolgschaft ein. Europa baut auf die StĂ€rke des Rechts, auf Respekt vor dem SchwĂ€cheren und auf die Erfahrung, dass internationale Zusammenarbeit kein Nullsummenspiel ist.“
Ein FunktionĂ€r der „S.P.D.“ wagt es, von „StĂ€rke des Rechts“ von, „Respekt vor dem SchwĂ€cheren“ zu reden?
Es war diese Regierung, mit der Partei namens „Sozialdemokratische Partei Deutschlands“, die die Seit an Seit mit dem Kapital skrupellos jedes schwĂ€chere Land auf dem Kontinent und in ihrem Machtbereich (vorneweg Griechenland) ĂŒberfallen, ausgeplĂŒndert und teilweise zu VerfassungsĂ€nderungen gezwungen hat (in Spanien 2011 erfolgreich, in Italien 2016 durch eine Volksabstimmung verhindert). Wie Radio Utopie von Anfang an behauptete, diente dieser PlĂŒnderungsfeldzug gegen die SchwĂ€cheren auf dem Kontinent dazu, die betroffenen europĂ€ischen Demokratien im Kern zu schwĂ€chen und fĂŒr die MachtĂŒbernahme eines paneuropĂ€ischen Zentralstaates sturmreif zu schieĂen.
NĂ€chster Punkt.
Dieses Land ist zu einer elektronischen Kolonie gerade der Vereinigten Staaten von Amerika erklĂ€rt und einem elektronischen Polizeistaat ausgesetzt worden, dessen Spitzel, dessen MĂŒcken versuchen jeden zu identifizieren, der „relevant“ ist fĂŒr die Entwicklung der Ăffentliche Meinung. AnschlieĂend sollen diese „Relevanten“ – und das sind nur die UnabhĂ€ngigen – dann entweder korrumpiert, manipuliert, desorientiert oder zerstört werden, um das uniliterale Geschwafel und GelĂŒge der in den Hierarchien steckenden abhĂ€ngigen Journalismus-Simulationen nicht auffliegen zu lassen.
Was macht also Maas, als Justizminister der Absegner vom Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG), vom „Gesetz zur effektiveren und praxistauglicheren Ausgestaltung des Strafverfahrens“ und damit dem dem „Staatstrojaner“ alias „Quellen-TelekommunikationsĂŒberwachung“ / „Quellen-T.K.Ă.“, was alles eins zu eins von „Talking Points“ alias „Formulierungshilfe“ seiner ominösen „Berater“ ĂŒbernommen wurde?
Der Heiko sitzt da und redet von „Fake News“. Und wie man diese „entlarvt“ und „richtigstellt“.
Das passt zu Maas‘ Versuch, seine „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“-PlĂ€ne von Regierungs-Speech bereits der gesamten „EuropĂ€ischen Union“ aufzudrĂŒcken, was ĂŒbrigens gescheitert ist.
Die geliebten „europĂ€ischen“ Spitzel und Repressionsorgane, Europol und Konsorten, sollen auch diesbezĂŒglich nichts Anderes tun als die Kontrolle und die Rolle der U.S.-Dienste ersetzen. Seit Beginn der Snowden-AffĂ€re warnten wir davor. (24.06.2013, Snowden-AffĂ€re: âEuropĂ€ische Institutionen mĂŒssen die Kontrolle der Dateninfrastruktur ĂŒbernehmenâ)
Alles in Allem ist die von Maas nun ins „Handelsblatt“ getragene Formulierungshilfe auch diesbezĂŒglich eine abermalige und schlecht versteckte Wunschvorstellung, dem elektronischen Polizeistaat und dessen internationalem Pendant in der E.U. nach der TotalĂŒberwachung auch eine „Löschfunktion“ gegen missliebige Inhalte, Nachrichten und Informationen oder deren Verschwinden in den Suchmaschinen zu ermöglichen; zum Beispiel durch Zensurmaschinen bei Google, die auf Zuruf irgendwelcher Konsortien wie „Symphonic Distribution“ diese verschwinden lassen, ohne deren Behauptungen auf z.B. „Urheberrechtsverletzung“ zu ĂŒberprĂŒfen.
Und das alles ist im Kontext einer internationalen Kriegskoalition gegen das World Wide Web insgesamt zu sehen, die sich bereits vor dem G20-Gipfel in Hamburg mit den Regierungen Merkel, May und Macron herausbildete und deren BeschlĂŒsse, mit allen spĂ€teren Folgen, dann in der Selbstzerstörung der real existierenden Linken wĂ€hrend des G20-Gipfels unterging.
Ein weiterer Punkt in Maas‘ „Gastartikel“ lĂ€sst fast schmunzeln, aber nur fast: das mit der „Allianz fĂŒr den Multilateralismus“.
„ein Netzwerk von Partnern, die wie wir auf verbindliche Regeln und fairen Wettbewerb setzen. Erste Verabredungen habe ich mit Japan, Kanada und SĂŒdkorea getroffen; weitere sollen folgen. „
Mit praktisch jedem neue Handelsabkommen abschlieĂen zu mĂŒssen, um dem Kapital den Rachen vollzustopfen und die eigene Demokratie endlich entstaatlichen zu können, weil T.T.I.P. gescheitert ist, das ist das Eine.
Das AufblĂŒhen vom pazifischen Asien – ermöglicht durch einen von den berĂŒhmten „VernĂŒnftigen“ fĂŒr unmöglich gehaltenen Frieden in Korea, zu dem auch der vermeintliche „Geburtshelfer eines erneuerten Westens“ Donald Trump einen Beitrag leistete – geradezu panisch zu beobachten und sich jetzt, wie diese abscheulichen Monarchien Saudi-Arabien und Katar, dem liberalen, progressiven PrĂ€sidenten Moon Jae-in an den Hals zu schmeiĂen, um auch irgendwie dabei zu sein, um sich an irgendwas dranzuhĂ€ngen was die Menschen nicht verabscheuen, nur um es genauso zu versauen wie alles Andere was sie nur anfassen, das ist das Andere.
Epilog
Die von AuĂenminister Heiko Maas nun ĂŒber das „Handelsblatt“ gestreute RegierungserklĂ€rung, wenn er sie denn vollstĂ€ndig selbst verfasst hat, ist letzten Endes ein Zeichen von Verfall und Hilflosigkeit derjenigen KrĂ€fte, die sich anmaĂten diese Welt zu kontrollieren und nach eigenem GutdĂŒnken zu transformieren.
Die Suche nach irgendwelchen neuen VerbĂŒndeten sollen die Herrschaften des Hohen Staates und Ersatz-FĂŒhrerInnen des „Westens“ mal ruhig versuchen.
Dass auch die Russische Föderation, ihr ewiger PrĂ€sident und Doppelagent Wladimir Putin und die „Eurasische Union“ die souverĂ€nen europĂ€ischen Demokratien loswerden wollen, zwecks „gemeinsamer Wirtschaftszone von Wladiwostok bis Lissabon“ bzw gleich „von Vancouver bis Wladiwostok“. haben wir bereits mehrfach umschrieben.
Generell gilt fĂŒr den gesamten imperialen Komplex, der sich (fast ausschlieĂlich auf der Nordhalbkugel des Planeten) manifestiert hat: die europĂ€ischen Demokratien und vor allem deren mit Verfassungen ausgestatteten Republiken sind dessen Angriffsziel, nicht weniger als die militĂ€rischen Kriegsgebiete in Asien und Afrika.
Geostrategischer Hintergrund dabei ist, auch das erklÀrten wir mehrfach
- die 2008 gegrĂŒndete Mittelmeerunion, die designierte weitere Transformation des Molochs „Europa“ aka „Vereinigte Staaten von Europa“ hin zu einem trikontinentalen orwellschen Block.
- der siebzehnjĂ€hrige weltweite, ungewinnbare und auf Endlosigkeit programmierte Terrorkrieg („global war on terror“), dessen Strategie unserer Analyse nach schlicht ist diejenigen zu transformieren die ihn fĂŒhren.
Um das Ganze Dilemma von Heiko Maas und seiner derzeitigen noch 16-Prozent-Partei zu verdeutlichen (von der ganzen Bundesregierung, ihrer Ewigen Kanzlerin und ihrer „C.D.U.“ mal ganz zu schweigen):
Man stelle sich einmal Maas vor, wie er als „S.P.D.“-Kanzlerkandidat in 2021 irgendwie versucht ĂŒber 15 Prozent zu landen und dann vor der Wahl „fordert“:
„Abzug der deutschen Truppen aus Afghanistan, die wir 2001 dorthin geschickt haben!“
„Abzug der deutschen Truppen aus dem Irak, die wir 2014 dorthin geschickt haben!“
„Abzug der deutschen StreitkrĂ€fte aus dem Syrien-Krieg, die wir 2015 dorthin geschickt haben!“
„Austritt Deutschlands aus der Internationalen Kriegskoalition, der unsere Regierung in 2014 beigetreten ist!“
Verstehen Sie jetzt, in welcher Bredouille der Heiko sitzt?
Ăbrigens: von einer Sympathie-ErklĂ€rung von Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht bzw „Aufstehen“ fĂŒr Heiko Maas und seine im „Handelsblatt“ verkĂŒndeten PlĂ€ne kann ausgegangen werden. Auch dies wĂŒrde wieder nur der Umsetzung der bereits auf dem RĂŒckzug befindlichen paneuropĂ€ischen Ideologie und aller anderen hier umschriebenen Aspekte und WinkelzĂŒge dienen.
Was nun den Erhalt des Atomabkommens mit dem Iran und dessen Regierung, die auch nicht besser ist als irgendeine andere, angeht: lobenswert, weitermachen. Ein Krieg im Kriege seit 2001 bleibt damit ausgelassen.
Das war‘s dann aber auch schon.
Ansonsten hat diese ganze Mischpoke von „Möchtegern-Weltenwandler par Orde du Mufti“ vom untersten Ende ihrer „Nahrungskette“, wie sie selbst die Hierarchien der kapitalistischen Gesellschaften so zynisch und menschenverachtend nennen, nur eines zu erwarten:
Ihren Sturz. Und das Ende ihrer Macht, PlĂ€ne und der „Nahrungskette“ selbst.
