Was die „A.f.D.“ will: Mehr Krieg, mehr „Europa“, weniger Grundgesetz
Je mehr WĂ€hlerinnen und WĂ€hler sich die „Alternative fĂŒr Deutschland“ und ihre erklĂ€rten Vorhaben genau anschauen, desto weniger werden sie wĂ€hlen.
Am vorgestrigen Montag (21.) hielt die „Alternative fĂŒr Deutschland“ mit ihren Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl Alice Weidel und Alexander Gauland eine Pressekonferenz ab (hier der Mitschnitt), deren Inhalt allgemein offensichtlich nicht begriffen wurde.
Was ja nun auch nichts Neues ist. Aber Abhilfe ist möglich.
Thema mehr Krieg
Kandidatin Weidel ab 47.15 min, es gilt das gesprochene Wort (Links wurden zur Erhellung der Köpfchen hinzugefĂŒgt) :
„Ăhm, Libyen zu stabilisieren ist beispielsweise auch eine klassische Aufgabe der Vereinten Nationen. Wir fragen uns, wo bleiben da eigentlich die Blauhelme? Um ĂŒberhaupt Asylzentren, Ă€hm, schĂŒtzen zu können und mittel- bis langfristig, Ă€h, Schutzzentren aufzubauen, das ist ein klassischer Einsatz der Vereinten Nationen. Und, Ă€hm, da fragen wir uns auch, Ă€h, wo diese Institutionen eigentlich bei der Stabilisierung, Ă€h, von Libyen bleibt und bei der Durchsetzung, Ă€h, von Menschenrechten.“
Die PlĂ€ne der E.U. und der Bundesregierung in nordafrikanischen Staaten „Schutzzentren“ einzurichten sind, die damals noch „Auffanglager“ genannt wurden, sind Jahrzehnte alt. Einen entsprechenden VorstoĂ versuchte die Bundesregierung ĂŒber ihren damaligen Innenminister Otto Schily bereits in 2004. Das war drei Jahre nach Ausbruch des weltweiten Terrorkrieges und zwei Jahre, nachdem die U.S.-Regierung Libyen (neben Syrien und Kuba) auf ihre Zielliste mit „Schurkenstaaten“ gesetzt hatte („Achse des Bösen“).
DarĂŒber hinaus passt dieser Auftritt der „Alternative fĂŒr Deutschland“ haarscharf in das Raster des bereits zu Beginn von Operation Asyl im August 2015 von den „S.P.D.“-Kadern Steinmeier und Gabriel geĂ€uĂerten Vorhaben, die FlĂŒchtlings-Situation fĂŒr einen E.U.-Plan „zur Stabilisierung zerfallender Staaten“ zu benutzen.
Die E.U., Renzi (Premier von Italien) und Macron (PrĂ€sident von Frankreich) planen bereits konkret die nĂ€chste MilitĂ€rintervention in Libyen. Die Bundesregierung bzw die Bundestagsparteien warten damit wohl noch taktisch bis zur Wiederwahl der Ewigen Kanzlerin nach der Bundestagswahl im September. Die U.N., namentlich der Libyen-Experte des U.N.H.C.R., redet ĂŒber eine neue Libyen-Intervention hinaus bereits von
„gut ausgestatteten Aufnahmezentren in Algerien, Niger, dem Tschad, Sudan und Ăgypten“.
Der nach der Invasion in Libyen aufgestiegene KriegsfĂŒrst „General“ Chalifa Haftar möchte fĂŒr seine Kollaboration mit der „EuropĂ€ischen Union“ ĂŒbrigens den kleinen Obulus von 20 Milliarden Euro. Bis bei diesem schmutzigen Poker das Geld auf irgendeinem Konto eingetroffen ist, wird er wohl, wie Erdogan, von SouverĂ€nitĂ€t reden und Drohungen gegenĂŒber seinen „proeuropĂ€ischen“ Geldgebern ausstoĂen.
Die „A.f.D.“ trĂ€gt hier schlicht sich ĂŒber Dekaden erstreckende imperiale und neokoloniale PlĂ€ne mit, die in der internationalen Hierarchie von Washington herab ĂŒber die E.U., die einzelnen Regierungen bis herunter zu den Parteien in der Hegemonie delegiert werden, mit der einzigen Freiheit zur beliebigen Wahl der dafĂŒr notwendigen und ggf zu organisierenden Ausrede und Propaganda, wie fĂŒr / gegen / wegen FlĂŒchtlinge, Terror, Krieg, BĂŒrgerkrieg, Krieg gegen den Terror, Menschenrechte, Asylbewerber, Islamisten, Terroristen, Russen, Rechte, Linke, etc, etc, etc.
Geostrategischer Hintergrund ist, wir umschreiben es seit Jahren, die 2008 erschaffene Mittelmeerunion, als weitere Phase der Transformation der „EuropĂ€ischen Union“ hin zu einem trikontinentalen Konstrukt.
Thema „Mehr Europa“
Die einst als Honigtopf und Parteifalle fĂŒr nichtwillige E.U.-HĂ€ftlinge von rechts ausgelegte Partei „Alternative fĂŒr Deutschland“ ist genauso paneuropĂ€isch-ideologisch wie alle ihre vermeintlichen Konkurrenten von links bis rechts, ohne Ausnahme.
Auf die ausdrĂŒckliche Frage einer Journalistin, ob die „A.f.D.“ denn „mehr Europa“ wolle, wo sie frĂŒher doch „weniger Europa“ gewollt hĂ€tte, Ă€uĂert Kandidatin Weidel ab 38.46 min (es gilt das gesprochene Wort):
„Zum Thema Asylzentren, mehr Europa – genau richtig, ja. Ăh, dort vermissen wir eigentlich in diesem Bereich, und das haben wir immer schon gesagt, in dem Bereich der AuĂenpolitik, der Verteidigungspolitik und eben auch Grenzsicherung, also in den Bereichen, wo die EuropĂ€ische Union eigentlich einen Mehrwert haben mĂŒsste, hat sie aus unserer Sicht klĂ€glich versagt. Und, Ă€hm, das sehen sie auch daran, dass die EuropĂ€ische Union es auch ĂŒberhaupt gar nicht schafft, die einzelnen Nationalstaaten so zu koordinieren, dass es, Ă€h, endlich mal zu einem effektiven Grenzschutz kommt.“
Also mehr „Europa“ (dazu hier der Experte ĂŒber die heute „gröĂte Macht der Welt“), d.h. mehr Zentralgewalt, mehr Macht, mehr Befugnisse fĂŒr die jetzigen E.U.-RegierungsrĂ€te in BrĂŒssel, mit der Option das gesamte E.U.-Konstrukt weiter zu transformieren. Und Kritik ausgerechnet daran, dass einzelne, gerade der „A.f.D.“ nahestehende Regierungen gegen die „Koordination“ aus BrĂŒssel „meutern“.
Dieses „Europa“ zieht sich durch die gesamte Pressekonferenz.
Thema VerfassungsÀnderung
Auf Nachfrage, ob die „A.f.D.“ am Asylrecht im Grundgesetz festhalte, antwortete Kandidatin Weidel zunĂ€chst ausweichend (ab 38.20 min):
„Das Asylgesetz ist in der Tat aus unserer Sicht veraltet„.
Genauer wurde dann spĂ€ter GröSpaZ (gröĂter Spitzenkandidat aller Zeiten) Gauland. Er konstatierte zum Grundrecht auf Asyl fĂŒr politisch Verfolgte, dass es weltweit einmalig sei („Das gibt es in keinem anderen Land der Welt“) und wurde dann nicht nur hinsichtlich des Vorhabens einer VerfassungsĂ€nderung deutlich, sondern auch des eigenen historischen VerstĂ€ndnisses und damit stellvertretend fĂŒr die „A.f.D.“ insgesamt (1h 5.09 min):
„Ich wĂŒrde, da gibt es glaub ich in der Partei noch keine abgestimmte Meinung, sehr dafĂŒr plĂ€dieren, dass wir dahin zurĂŒckkehren, wo alle anderen europĂ€ischen Staaten, aber auch Australien, Neuseeland, die U.S.A., also alle demokratischen Staaten eigentlich schon immer sind. Das subjektive, Ă€h, Recht auf Asyl, Ă€h, ist, Ă€h, eine Ăberkompensation unserer, Ă€h, schwierigen Vergangenheit in den zwölf Jahren gewesen.“
Von der „schwierigen Vergangenheit“ mit dem bisschen Weltkrieg mal abgesehen: Bezeichnenderweise lĂ€uft hier die „A.f.D.“ wieder einmal wie ferngesteuert gegen die vier Jahre nach dem Faschismus in Kraft getretene Verfassung an – und das selbst dem eigenen, erklĂ€rten xenophischen Willen nach völlig sinnfrei und irrational. Denn wie bereits erwĂ€hnt, können bei schlichter Umsetzung des Grundgesetzes politisch Verfolgte praktisch nur dann Asyl in Deutschland beantragen, wenn sie darĂŒber mit dem Fallschirm abspringen.
Der im Zuge von rechtsextremistischen Ausschreitungen wie denen vor genau 25 Jahren in Rostock, exzessiven weiteren VerfassungsĂ€nderungen (s. hier) und der Erschaffung der „EuropĂ€ischen Union“ durch den Maastricht-Vertrag (unterschrieben am 7. Februar 1992, Inkrafttreten am 1. Januar 1993) am 28. Juni 1993 durch das „Gesetz zur Ănderung des Grundgesetzes (Artikel 16 und 18)“ geschaffene Artikel 16a Grundgesetz im Wortlaut:
(1) Politisch Verfolgte genieĂen Asylrecht.
(2) Auf Absatz 1 kann sich nicht berufen, wer aus einem Mitgliedstaat der EuropĂ€ischen Gemeinschaften oder aus einem anderen Drittstaat einreist, in dem die Anwendung des Abkommens ĂŒber die Rechtsstellung der FlĂŒchtlinge und der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten sichergestellt ist.
Anm.: in ihrem sowohl ferngesteuert wirkenden, wie lĂ€cherlichen Anrennen gegen das Grundgesetz gleicht die „A.f.D“ der Partei „die Linke“.
„Die Linke“ wollte das Grundgesetz bereits Ă€ndern
- fĂŒr die Versammlungsfreiheit z.B. fĂŒr Ku-Klux-Klan, Front National und nicht einmal verbotene „Al Kaida“-Milizen in Deutschland. Vorgeheuchelter Zweck: statt „Deutsche“ sollte „Menschen“ im Verfassungstext des Grundgesetzes stehen, weil das einfach menschlicher sei. Man kann annehmen, dass selbst JuristInnen wissen was sie tun. Gerade denn, wenn sie vorher Spion bei der Staatssicherheit waren und heute Justiziar der Linksfraktion sind.
- „fĂŒr die Homo-Ehe“, also die Ăbernahme der „C.D.U.“-Definition von Familie, um die gleichgeschlechtliche Ehe nur ja nicht in ordentlicher Gesetzgebung zu ermöglichen, welche bekanntlich spĂ€ter unter viel Gejubel genau der Genösschen erfolgte, die vorher versucht hatten genau das zu sabotieren
- fĂŒr eine Putsch-Infrastruktur, unter dem vermeintlich urdemokratischen Mantel „Volksentscheide“ (also Volksabstimmungen) zu ermöglichen, die nach Artikel 20 Grundgesetz („Wahlen und Abstimmungen„) ebenfalls durch einfache ausfĂŒhrende Gesetzgebung bereits jederzeit möglich wĂ€ren; diese in den Bundestag eingebrachte Putsch-Infrastruktur andererseits hĂ€tte es ermöglicht, die gesamte Republik mit der einfachen Mehrheit in einer einzigen Volksabstimmung zu stĂŒrzen – z.B. fĂŒr / gegen / wegen FlĂŒchtlinge (sic!).
Fazit
Es scheint tatsĂ€chlich so, als wolle die sogenannte „Alternative fĂŒr Deutschland“ (A.f.D.) mit ihren „Spitzenkandidaten“ Alice Weidel und Alexander Gauland, unserer Aktion Vierkommanichts, dem Scheitern dieser Partei an der FĂŒnf-Prozent-HĂŒrde bei der Bundestagswahl 2017, akkurat zuarbeiten. Diese Gelegenheit konnten wir uns bei Radio Utopie nicht entgehen lassen.
Liebe Leserinnen und Leser, wir bitten um Ihr VerstÀndnis. -.-
