DIE CHRONIKEN VON KUNDUZ (II): „…und die Nacht fiel auf eine andere Welt“
Teil I – Tiefer Staatsstreich in Berlin
Im Sommer 2009 vor der Bundestagswahl, angesichts desaströser Umfragen fĂŒr die Regierungskoalition mit dem RĂŒcken zur Wand, versuchten Regierung, MilitĂ€r, Geheimdienste und eingeweihte UnterstĂŒtzer aus dem MilitĂ€rausschuss durch eine geheime „Eskalationsstrategie“ mit Biegen und Brechen den Krieg offiziell durchzusetzen; einen Krieg, der nicht nur einen MilitĂ€reinsatz im ĂuĂeren, etwa in Afghanistan und Pakistan, sondern auch im Inneren beinhaltete, unter einem Kriegsrecht, welches die zivile Verfassung endgĂŒltig auĂer Kraft setzen sollte. Einen Verteidigungsfall ohne Verteidigungsfall, einen BĂŒndnisfall ohne BĂŒndnisfall, wĂ€hrend sich bereits die Truppen anderer Nato-Staaten aus den Kriegsgebieten Irak und Afghanistan zurĂŒckzogen. Doch das gezielte Bombardement einer Menschenmenge, mit ĂŒber 137 Toten, hatte nicht den erhofften Effekt. Schnell wurden LĂŒgen von Regierung, MilitĂ€r und Spionagediensten bekannt, u.a. durch Nachforschungen der Isaf/Nato-FĂŒhrung in Afghanistan selbst. Durch die anschlieĂende Kunduz-AffĂ€re wurde in Deutschland ein tiefer Staatsstreich öffentlich, dessen AufklĂ€rung bis heute durch eingeweihte Akteure in Parlament und Regierung verhindert wird. (DIE CHRONIKEN VON KUNDUZ: Tiefer Staatsstreich in Berlin, 18.Dezember 2009)
Nun versuchen die Akteure des Tiefen Staates in der Berliner Republik einen neuen Anlauf. Sie mĂŒssen – denn sie stehen unter Zugzwang. Die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 9.Mai wird aller Wahrscheinlichkeit nach einen Regierungswechsel in Berlin auslösen. Nun versucht man also abermals, mit einer Eskalationsstrategie vor einer entscheidenden Wahl Republik und Volk in den Krieg zu zwingen. Der Unterschied: diesmal wurden, anstelle von 137 Afghanen am 4.September 2009, pĂŒnktlich zum Karfreitag 2010 drei deutsche Soldaten auf dem Altar der Kriegsparteien geopfert. (18.Januar, Afghanistan: Neue âEskalationsstrategieâ vor NRW-Landtagswahl geplant?, 11.MĂ€rz, Ăber die drohende CDU-SPD-Koalition und die Kunduz-AffĂ€re, 18.MĂ€rz, NRW-Wahl wird zu neuer Bundesregierung fĂŒhren, 4.April, Die zweite Kunduz-AffĂ€re)
Aber durch wen wurden die vom am 2.April vom MilitĂ€r vermeldeten toten deutschen Soldaten umgebracht? Wer fĂŒhrte die Angreifer, wer die deutsche MilitĂ€reinheit? Welcher Zusammenhang besteht zur „versehentlichen“ Tötung von fĂŒnf afghanischen „Soldaten“ in Zivilfahrzeugen durch einen SchĂŒtzenpanzer der Bundeswehr? Woher wussten die Angreifer von den Einsatzrouten einer angeblich zur Minensuche angesetzten Einheit des deutschen MilitĂ€rs in unmittelbarer NĂ€he des deutschen MilitĂ€rstĂŒtzpunktes, woher hatten die Angreifer ihre Informationen? Woher stammten ihre Waffen, ihre Infrastruktur, ihre Kommunikationsmittel? Wer hörte diese ab? Und wenn niemand sie abhörte, warum nicht? Wer ist dafĂŒr zustĂ€ndig und damit fĂŒr den vermeldeten Tod von drei deutschen Soldaten verantwortlich? Wie bewegten sich die Angreifer, was waren ihre Transportmittel? Woher stammte deren Treibstoff? Wie konnten sich die Angreifer einfach wieder zurĂŒckziehen? Wo waren sĂ€mtliche Satelliten aller Nato-MilitĂ€rs und Spionagedienste und wo waren am „Schwarzen Karfreitag“ die bereits 2007 im Tornado-Mandat bewilligten Drohnen der Bundeswehr, wo doch am 4.September 2009 laut Aussage des damaligen Mitglieds im Verteidigungsausschusses Gert Winkelmeier die angeblich „entfĂŒhrten“ Tanklaster der Bundeswehr „stĂ€ndig unter Luftbeobachtung“ gewesen waren? (10.September 2009, Samstag Morgen: EntfĂŒhrung eines NYT-Reporters, 5 Kilometer vom deutschen ISAF-StĂŒtzpunkt entfernt)
Niemand fragt danach. Kein Widerspruch. Kein Mut, kein Willen, keine Moral, kein Anstand. Es herrscht gespenstische, angstvolle, feige Stille in Parteien, Ăffentlichkeit, Politik und Presse. Dabei wissen die parlamentarisch-politischen, militĂ€rischen und informellen Akteure in den neokonservativen Einheitsparteien CDU, SPD, FDP, BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen, CSU, sowie dem alten PDS-FlĂŒgel der Linken, alle verdammt genau, was hier vor sich geht. Die Mehrheit der Bevölkerung ahnt es, aber sie bleibt stumm, die Presse spielt wieder einmal Megafon der Kriegslisten und wieder bleibt es unabhĂ€ngigen Medien ĂŒberlassen, die Ăffentlichkeit zu informieren.
Dabei ist auch diesmal unsere Gegenwart ein Produkt der Vergangenheit. Ebenso wird unsere Zukunft ein Produkt unserer Gegenwart sein, wenn wir sie nicht Àndern.
DIE NEUE DENKORDNUNG
Was ist das Schöne, wenn man frei ist? Man ist frei. Das ist ja auch das Schöne am Atmen: man kann es einfach. Ebenso ist es mit Essen, Trinken und Denken.
Wenn sich nun jemand in den letzten achteinhalb Jahren seit der Invasion Afghanistans im Inneren einmal still gedacht hat, „Warum mussten unsere Soldaten eigentlich im 21.Jahrhundert plötzlich ein Land in Zentralasien erobern und dann dort achteinhalb Jahre bestĂ€ndig aufrĂŒsten?“, so wird er selbst am Besten wissen, wie die Antwort auf diese bohrende Frage gewesen ist. Wenn allerdings jemand in den letzten Jahren einmal laut und vernehmlich ĂŒber diese Frage nachgedacht hat, so war die unmittelbar darauf folgende Antwort einer quasi-religiös agierenden, Ă€usserst aggressiven, kleinen, aber immens einflussreichen Minderheit stets die gleiche:
„Du sollst nicht denken!“
Mit nichtssagenden, anti-historischen und im Zweifel stets fĂŒr Krieg und Diktatur nĂŒtzlichen Hypnosebegriffen wie „Verschwörungstheorien“, „prĂ€ventiv“, „Gefahrenabwehr“ und „Antiterror“ liess sich im Land der Dichter und Denker eine ganze Generation lĂ€hmen. Jede politische Organisation versagte, ob gesteuert oder durch bloĂe Apathie. Wie bei der Machtergreifung der faschistischen Diktatur 1933 spielten dabei die akademisch-bĂŒrgerlichen Kreise die ĂŒbelste Rolle: mit Haut und Haaren lieĂ man sich von den Parolen fressen und warf sich, wieder einmal, dem militĂ€risch-industriellen Komplex vor die FĂŒĂe und gleichzeitig Hunderte von Jahren Rechtsgeschichte und Verfassungslehre zum Fenster raus.
Auch und gerade das Bundesverfassungsgericht deckte dies und versagte in genau dem geschichtlich bedeutsamsten Moment, welchen die GrĂŒndungsvĂ€ter des westdeutschen Grundgesetzes nach dem Faschismus voraus gesehen und zu genau diesem Zweck das Bundesverfassungsgericht einmal geschaffen hatten.
Die Attentate des 11.September sind zu einer LebenslĂŒge dieser Generation geworden. Um auch nur darĂŒber nachdenken zu können, mĂŒsste diese Generation die eigene LebenslĂŒge und die darauf basierenden LebenslĂ€ufe in Frage stellen. Das verursacht Schmerzen, aber das gefĂ€hrdet auch handfeste Interessen, gerade bei den erwĂ€hnten, Ă€usserst aggressiven einflussreichen Minderheiten: den Kommandeuren, Operateuren und Profiteuren des weltweiten Krieges seit dem 11.September 2001.
WAS PASSIERT DA IN AFGHANISTAN?
Die meisten Kommentare, die wir hier auf unsere Artikel bekommen, entsprechen grob umfasst zwei Meinungen.
Meinung Nr.1 reprĂ€sentiert die Auffassung, dass es sich bei den VorgĂ€ngen in Afghanistan um einen Aufstand der Bevölkerung gegen eine Besatzung handelt, mithin einen Guerillakrieg, Ă€hnlich wie dem des Vietkong in SĂŒdvietnam wĂ€hrend des Vietnamkrieges (1965-1975). Entsprechend seien „die Taliban“ Guerillas, welche sich seit achteinhalb Jahren erfolgreich gegen die Besatzungstruppen des imperialistischen Nordatlantikpaktes Nato wehrten.Verluste der Nato-Truppen hĂ€tten diese sich entsprechend selbst zuzuschreiben.
Meinung Nr.2 reprĂ€sentiert die Auffassung, dass „die Taliban“ eine archaische Truppe religiöser Fanatiker und durch AuslĂ€nder nie zu besiegen sei. Afghanen könnten nur von Afghanen besiegt werden, das hĂ€tte schon der Afghanistan-Krieg der Sowjetunion (1979-1989) bewiesen (dieser endete nach neun Jahren bekanntlich mit einer desaströsen Niederlage der sowjetischen Truppen gegen die US-amerikanisch gefĂŒhrten, finanzierten und organisierten Milizen, welche damals unter dem Label „Mujaheddin“ operierten). Die Amerikaner hĂ€tten den Geist des Islamismus aus der Flasche geholt und könnten ihn nun nicht mehr kontrollieren. Deutschland mĂŒsse sich aus diesem Debakel sofort zurĂŒck ziehen, ein Zusammenbruch Afghanistans drohe, sowie ein unkontrollierter BĂŒrgerkrieg.
Beide Meinungsbilder beinhalten zumeist die Auffassung, dass die Attentate des 11.September 2001 unter anderem von der damaligen Bush-Regierung inszeniert worden sind, sowie die Forderung nach einem sofortigen RĂŒckzug der deutschen Soldaten aus Afghanistan.
Die EinschĂ€tzung bezĂŒglich der 9/11-Attentate, sowie die Forderungen nach einem sofortigen RĂŒckzug aller deutschen Truppen aus Afghanistan teilen wir – nicht jedoch die EinschĂ€tzung dessen, was dort in Afghanistan wirklich vor sich geht.
Hier also nun unsere Version der Ereignisse, nennen wir sie Aufasssung Nr.3. Diese lÀsst sich, vorsichtig und langsam erklÀrt, in drei Stufen umschreiben. Stufe 1 ist
DER ESEL UND DIE MĂHRE
Wir alle kennen dieses Bild: es wird einem Esel von einem huckepack befindlichen LeistungstrĂ€ger eine Möhre vorÂŽs Gesicht gehalten. Der Esel ist sich dessen nicht bewusst, dass sie ihm vorgehalten wird, weil, er ist ja ein Esel. Er will diese Möhre. Sie sieht lecker aus. Mensch, sieht die lecker aus. Er ist sich seiner Last oben druff nicht bewusst, weil die schon immer da war. Er hat einfach Hunger. Er will diese Möhre. Er guckt mal ein bisschen nach links, er guckt man ein bisschen nach rechts, aber nur, wenn die Möhre auch dort hĂ€ngt. Denn er will ja diese Möhre. Es ist grad keine andere da. Er hat schon lange keine mehr bekommen. Also muss er, um diese Möhre zu kriegen, sich in Bewegung setzen. Und weil er das muss, ja deshalb tut er das auch. Und weil das es tut, ist das vernĂŒnftig.
Diesen Esel nennt man wahlweise Gesellschaft, Partei, Arbeiter, Journalist, Mittelschicht, Endverbraucher, WĂ€hler, Bordellbesucher, MilitĂ€r, Geheimdienst, oder einfach Dummbolzen. Oben drauf sitzen als Reiter stets drei verschiedene, aber verbĂŒndete Akteure, welche entsprechende Bezeichnungen tragen: Kommandeur, Operateur und Profiteur. Der Kommandeur befiehlt dem Esel und hĂ€lt ihm die Möhre vor. Der Operateur tritt ihn den Esel, wenn er sich nicht bewegen will oder flĂŒstert ihm wahlweise irgendwelche Geschichten ins Ohr. Er hat einzig das Ziel, die Befehle des Kommandeurs umzusetzen und den Esel in Bewegung zu halten. Der Profiteur nutzt die Bewegungskraft des Esels, der meist irgendeinen Karren zieht, ohne es ihn zu merken.
Kommen wir nun zu Stufe 2:
DER ESEL UND DIE TERROR-TALIBAN-MĂHRE
Kaum jemand kann sich noch an den 10.September 2001 erinnern. Könnte es jemand, dann wĂŒsste er, dass er nie im Leben geglaubt hĂ€tte, dass 4 Monate spĂ€ter deutsche Truppen in Zentralasien einfallen wĂŒrden, geschweige denn, dass man ihnen noch neun Jahre spĂ€ter dort eine Möhre vorhalten wĂŒrde.
Nach unserer Auffassung gibt es seit der Invasion durch die US-gefĂŒhrten Milizen der „Nordallianz“ im Jahre 2001, bei der die Taliban zerschlagen wurden, keine durchgĂ€ngig existierende Organisation, Herrschaftsstruktur oder gar Armee von „Taliban“. Und wir fĂŒhren da zwei Zeugen auf, die – wenn auch nicht fĂŒr uns – so doch fĂŒr die BefĂŒrworter der seit ĂŒber acht Jahren andauernden Besatzung in Afghanistan glaubwĂŒrdig erscheinen mĂŒssen: Hamid Karzai und die US-Regierung.
Am 26.Februar 2004 stand, zusammen mit dem damaligen US-Pentagon-Chef Donald Rumsfeld, der damals wie heute amtierende Hamid Karzai im PrĂ€sidentenpalast von Kabul vor der Presse und erklĂ€rte âdie Talibanâ fĂŒr nicht mehr existent (1):
âAlles was in Afghanistan geschieht, hat keinen Bezug zu Terroristen. Zeiten von fehlender Sicherheit haben nichts mit Taliban oder Terroristen zu tun. Es gibt auch Banditentum, es gibt auch Diebstahl. Es gibt auch bewaffnete RaubĂŒberfĂ€lle. Nun, nicht jede Tat die mit einer Kalashnikow verĂŒbt wird, ist eine Tat die entweder von den Taliban oder al Qaeda begangen wird. Manchmal ist es Diebstahl. Manchmal ist es institutionelle SchwĂ€che. Viele Male haben wir Unrecht bemerkt, welches von Leuten begangen wurde, die fĂŒr die Regierung arbeiten. Also, in Afghanistan, was Terrorismus angeht, was die Taliban angeht, glauben wir fest, mit Beweisen, dass sie besiegt sind. Sie sind verschwunden. (âThey are gone.)
..wir sehen kein Wiedererstarken der Taliban. Die Taliban-Bewegung existiert nicht mehr. (â..we donât see a resurgence of the Taliban. The Taliban as a movement does not exist any more.â)
Das plötzliche Auftauchen des PhĂ€nomens von „SelbstmordattentĂ€tern“, was man bis dahin nie in Afghanistan gesehen hatte, das ebenso plötzliche Auftauchen der nicht mehr existenten „Taliban“ aus dem Nichts heraus, all die spĂ€tere stetig steigende TruppenstĂ€rke, das AufrĂŒsten, auch die Verluste von US-Truppen, sowie deren VerbĂŒndeten, wie den deutschen MilitĂ€rs, die gesamte Arie von „Terrordrohungen“ aus dem von den Spionagediensten viel zitierten „afghanisch-pakistanischem Grenzgebiet“ möchten wir nun in Auffassung Nr. Stufe 3 zusammen fassen:
DAS IST EIN GANZ NORMALER WELTKRIEG, ESEL
Was hier seit dem 11.September 2001 passiert, ist ein ganz normaler Weltkrieg, der einem geostrategischen Kontext der letzten 20 Jahre nach dem Zusammenbruch des Ostblocks folgt. Zwei LĂ€nder Asiens sind von Truppen des ehemaligen Westblocks, der USA und ihrer VerbĂŒndeten, besetzt worden – mit einem Minimum an eigenen Verlusten. Es handelt sich um die effektivste und erfolgreichste KriegfĂŒhrung, welche die Menschheit bisher je gesehen hat – jedenfalls aus Sicht der „westlichen“ Kriegspartei und ihrer entsprechenden Interessengruppen huckepack.
Die allermeisten im Krieg eingesetzten einfachen Soldaten des US-Einflussbereichs sind der Ăberzeugung in diesen Krieg ohne eigenes Verschulden geraten und auf der Seite des Guten zu sein. Und aus ihrer Sicht stimmt das auch, ohne individuelle Handlungen und Verantwortungen damit zu rechtfertigen. Dabei sind allein im Irak seit der Invasion 2003 ĂŒber eine Million Menschen gestorben.
Dass in Afghanistan unter den Augen der Nato/Isaf seit Jahren Todesschwadronen operieren, die sich aus US-Sondereinheiten, Spionen und von diesen angefĂŒhrten afghanischen MilizionĂ€ren, „Soldaten“ und „Polizisten“ zusammen setzen die in in US-MilitĂ€rbasen trainiert werden, konnte jeder in den letzten Monaten nachlesen, der es wollte. (UN-Ermittler: Geheimdienste steuern Massaker in Afghanistan, ISAF sieht zu, 17.Mai 2008, US-Spezialeinheiten bilden offiziell âAnti-Talibanâ in Afghanistan aus, 23.November 2009) (NYT: Karzais Bruder organisiert als CIA-Agent Todesschwadronen aus altem âTalibanâ-Hauptquartier, 28.10.2009).
Ebenso war bereits 2007/2008 in allgemein als seriös eingeschĂ€tzten englischsprachigen Zeitungen höchst Erstaunliches zu lesen, was allerdings dem mental unterforderten deutschsprachigem Publikum nur durch die ĂŒblichen verdĂ€chtigen Dissidenten zum Lesen empfohlen wurde. (EU-Vize in Afghanistan „beriet“ als MI6-Agent „Taliban“-Terroristen, 26.Dezember 2007) („Independent“: EU finanzierte Taliban-Camps in Afghanistan, 8.Februar 2008)
Angesichts der letztes Jahr endlich bekannt gewordenen geheimen Schattenarmee Dick Cheneys, dem geheimen CIA-Attentatsprogramm unter seiner direkten FĂŒhrung, sowie der Verwicklung von Söldnertruppen wie Blackwater (CIA und Blackwater: Puzzleteile Dick Cheneys geheimer Attentats-Armee, 24.August 2009), dem Attentat auf die CIA-Basis Chapman inmitten einer US-MilitĂ€rbasis fĂŒr Sondereinheiten am 30.Dezember 2009 (Flug 253 Chronologie: Akt IV â Attentate, CIA und PrivatsphĂ€re, 13.Januar), nachdem zuvor die CIA-Residenz in Kabul ein verdecktes und illegal finanziertes Spionagenetzwerk des US-MilitĂ€rs in einem Bericht an das Pentagon auffliegen liess (Gelder fĂŒr illegales Spionage-Netzwerk von US-MilitĂ€r abgezweigt, 15.MĂ€rz), nachdem bekannt geworden ist, dass die Nato/Isaf-BesatzungsmĂ€chte seit Jahren Milliarden von Euro an „Taliban“-Milizen ihrer regionalen afghanischen KriegsfĂŒrsten bezahlen und US-Sondereinheiten sogenannte „Anti-Taliban“ ausbilden und finanzieren (US-Spezialeinheiten bilden offiziell âAnti-Talibanâ in Afghanistan aus, 23.November 2009) ist aus unserer Sicht nunmehr folgendes nicht mehr nur denkbar, sondern offensichtlich: Sondereinheiten aus MilitĂ€rs, Spionen und Söldnern mehrerer Staaten des US-Einflussbereiches markieren, am gröĂtenteils ahnungslosen regulĂ€ren MilitĂ€r- und Sicherheitsapparat vorbei, selbst die Eckpunkte einer blutigen Spur, deren von Thinks Tanks drehbuchartige in die knallbunte Videowelt gesetzten Legenden um vermeintliche Verursacher zusammen die effektivste Möhre fĂŒr den Esel des US-Einflussraumes ergeben, welcher seit achteinhalb Jahren Krieg in Zentralasien fĂŒhrt, ohne die selbst gesteckten Ziele auch nur annĂ€hernd zu erreichen: „Taliban“ und „Al Kaida“
In Richtung „Al Kaida“ bewegen die Regierungen in Washington, Berlin, London, Paris und Rom seit den Attentaten vom 11.September 2001 in New York und Washington ihre regulĂ€ren Armeen, oder besser – dorthin, wo sie und ihre Spione jeweils behaupten, dass die „Al Kaida“ sich jeweils aufhalte oder ausbreite – Afghanistan, Irak, Pakistan, Somalia, Sudan oder den Jemen.
Mit den militĂ€rischen Bewegungen bewegt sich auch der ehemalige „Westen“, der heute fast weltweite ausgedehnte Einflussbereich des Imperiums USA: in Richtung Krieg und Schrecken (lateinisch:“ terror“). Getrieben wird er von einer Politik, die auf Furcht basiert. Die Freiheit wird nicht verteidigt, sie wird angegriffen, durch genau diejenigen, welche vorgeben zu ihrer Verteidigung unsere Soldaten in den Krieg nach Asien und Afrika zu kommandieren. WĂ€hrend man die regulĂ€ren Soldaten (welche nicht den Kopf, sondern vor allem physisch trainieren) in gutem Glauben auf eine Mission schickt, sorgt man dafĂŒr, diese durch die eigenen, direkt aus den Regierungszentralen gesteuerten verdeckten Einheiten, stĂ€ndig unter Spannung gehalten werden – und damit immer im Krieg.
Wenn plötzlich irgendwo der Frieden ausbrĂ€che, könnte man dort nicht aufrĂŒsten, im Gegenteil – die Truppen wĂŒrden nach Hause wollen und zuhause wĂŒrde man auch endlich dafĂŒr sorgen. WĂŒrde der groĂe Feind hingegen geschnappt, es mĂŒsste eine neue Möhre her – oder der Krieg brĂ€che ebenfalls in sich zusammen.
Bereits 2004 erschien die weltweit viel- und in Deutschland nicht beachtete BBC-Dokumentation „The Power of Nightmares – The Rise of Politics of Fear“, deren ersten beiden Teile wir bisher mĂŒhsam ĂŒbersetzt haben. (DIE MACHT DER ALBTRĂUME â Der Aufstieg der Politik der Furcht).
„In der Vergangenheit versprachen Politiker, eine bessere Welt zu erschaffen. Sie bedienten sich diverser Methoden um dies zu erreichen. Aber ihre Macht und AutoritĂ€t resultierten aus den optimistischen Visionen, die sie ihrem Volk darboten. Jene TrĂ€ume scheiterten jedoch. Und heute hat die Bevölkerung zunehmend den Glauben an Ideologien verloren â Politiker werden einfach nur noch als Organisatoren des öffentlichen Lebens angesehen. Doch nun haben sie eine neue Rolle entdeckt, die ihre Macht und AutoritĂ€t wieder herstellt. Anstelle des Lieferns von TrĂ€umen versprechen sie nunmehr, uns vor AlbtrĂ€umen zu beschĂŒtzen. Sie sagen, dass sie uns vor entsetzlichen Gefahren retten werden, die wir weder erkennen noch verstehen könnten. Und die allergröĂte Gefahr von allen sei der internationale Terrorismus. Ein machtvolles und finsteres Netzwerk, mit SchlĂ€ferzellen, die sich ĂŒber die gesamte Welt erstrecken. Eine Bedrohung, die durch einen Krieg ĂŒber Terror (âwar on terrorâ) bekĂ€mpft werden mĂŒsse.
Aber viel von dieser Bedrohung ist eine Fantasie, welche von Politikern ĂŒbertrieben und verzerrt dargestellt worden ist. Es ist eine dĂŒstere Illusion, die, ohne hinterfragt zu werden, sich durch Regierungen, Sicherheitsdienste und die internationalen Medien verbreitete. Hier ist also eine Reihe von Filmen, die darĂŒber Aufschluss geben sollen, wie und warum diese Fantasie geschaffen wurde und wem sie nĂŒtzt. Im Kern der Geschichte geht es um zwei Gruppen: Die amerikanischen Neokonservativen und die radikalen Islamisten. Beide waren Idealisten, die aus dem Scheitern des liberalen Traums geboren wurden, eine bessere Welt zu erschaffen. Und beide hatten eine sehr Ă€hnliche ErklĂ€rung dafĂŒr, was die Ursache fĂŒr dieses Scheitern war. Diese beiden Gruppen haben die Welt verĂ€ndert. Aber nicht in der Art und Weise, wie sie diese jeweils anstrebten. Zusammen erschufen sie die heutige Albtraumvision eines geheimen, organisierten Bösen, daĂ die Welt bedroht. Eine Fantasie, von der Politiker dann feststellten, dass diese ihre Macht und AutoritĂ€t in einem desillusioniertem Zeitalter wiederherstellte. Und die mit den dĂŒstersten BefĂŒrchtungen wurden die MĂ€chtigsten.“
DIE LETZTEN 20 JAHRE
Nach dem Ende der Sowjetunion 1990/1991 setzten sich aus wirtschaftlichen und geostrategischen GrĂŒnden neokonservative und verbĂŒndete Interessengruppen in den USA und ihrem Einflussbereich zusammen. Dieser Einflussbereich reichte damals von Australien, SĂŒdkorea und Japan, den arabischen Monarchien, Israel, dem gerade im Wiedervereinigungs-Prozess befindlichen Deutschland, bis in den auseinander brechenden Einflussbereich der ehemaligen Sowjetunion. China befand sich noch am Anfang einer wirtschaftlichen Entwicklung, die erst Ende der 90er an Fahrt zunehmen sollte.
Es gab keinen handlungsfĂ€higen geostrategischen Gegner mehr. DafĂŒr ĂŒberschlugen sich an der ehemaligen Nahtstelle der SupermĂ€chte – in Deutschland – die Ereignisse. In der damaligen DDR fanden die ersten und letzten freien Wahlen dieses Staates statt; der Wahlsieg der im Blitztempo an die West-CDU angedockte SED-Blockpartei CDU ermöglichte den ebenfalls im atemberaubenden Tempo vonstatten gehenden Anschluss der DDR an die BRD. Die D-Mark wurde in der DDR eingefĂŒhrt, es gab merkwĂŒrdige Attentate auf den SPD-Kanzlerkandidaten Oskar Lafontaine, sowie den potentiellen Nachfolger Helmut Kohls als CDU-Kanzler, Wolfgang SchĂ€uble. Dieser hatte als westdeutscher Innenminister den Anschluss der DDR an die BRD organisiert. Die verfassungsgemÀà zwingend vorgeschriebene Volksabstimmung ĂŒber das Grundgesetz fand niemals statt.
Bereits damals wurde der erste Grundstein aus dem GefĂŒge der nun entstehenden Berliner Republik gerissen, welche bewusst nie als Neuanfang definiert wurde, sondern ebenfalls – ohne irgendeine Dikussion – an die Nato und ihre neue Expansionspolitik angedockt wurde.
Im selben Jahr, noch bevor die westdeutsche Elite die DDR in den eigenen Macht- und Profitbereich beförderte, beförderte 1990 das Vorspiel des Ersten Irakkrieges fast eine halbe Million US-Soldaten unter dem Kommando von US-PrĂ€sident George Bush Senior an den Persischen Golf. Noch wenige Monate zuvor wĂ€re irgend etwas derartiges völlig undenkbar gewesen; doch ein (mutmaĂlich ehemaliger) enger VerbĂŒndeter der USA namens Saddam Hussein hatte am 2.August 1990 mit seinem Einmarsch in Kuwait die Möhre geliefert.
Nach dem 1.Irakkrieg gaben die US-gefĂŒhrten Invasionstruppen zwar Kuwait seinem rechtmĂ€ssigem Scheich zurĂŒck; dennoch stĂŒrzten sie nicht etwa den irakischen Diktator Saddam Hussein. Sie verblieben zu Zehntausenden in der Region, u.a. in Saudi-Arabien, mit der BegrĂŒndung, diese Staaten gegen den irakischen Diktator Saddam Hussein zu beschĂŒtzen. WĂ€re dieser gestĂŒrzt worden, hĂ€tte es keinen Verbleib fĂŒr die US-Truppen in der Region gegeben. Und schwerlich hĂ€tte man im Jahre 1991 vor der Weltöffentlichkeit eine Ă€hnlich folgenschwere Besetzung des Iraks rechtfertigen können, wie man es spĂ€ter ab dem Jahre 2003 tat.
Als sich nun 1991 im laufenden PrÀsidentschaftswahlkampf die Niederlage PrÀsident Bushs gegen einen bis dahin unterschÀtzen Hillybilly aus dem Deppenreservoir der Vereinigten Staaten Arkansas abzeichnete, schwenkten Weisses Haus und Pentagon die Möhre und rannten in Somalia ein.
Nur zur Erinnerung: Am frĂŒhen Morgen des 17. Januar 1991 begannen die Alliierten den ersten Irakkrieg mit einem massiven Luftschlag. Am 26.Januar 1991 musste der durch die USA fallen gelassene Diktator Somalias Siad Barre aus der Hauptstadt Mogadishu fliehen. (Nach Irakkrieg II jetzt Somaliakrieg II: kleine Chronologie fĂŒr den BimbesbĂŒrger, 11.Dezember 2008)
Das war der Beginn des Zerfalls Somalias und der Schaffung eines weiteren gigantischen TruppenĂŒbungsplatzes und Experimentierlabors, welches heute immerhin als Piraten-Möhre fĂŒr strategisch gĂŒnstig zusammen gezogene FlottenverbĂ€nde der USA und (den im Zuge der letzten 20 Jahre fast verschmolzenen) EU-Mitgliedsstaaten dient. Falls der Westen, nachdem er schon nicht die Atommöhre Saddam Husseins zu Fressen bekam, nun Hunger nach der Atommöhre Iran bekĂ€me, kĂ€men die Flotten z.B. fĂŒr eine Seeblockade des Iran wie gerufen.(Iran Situation: EU-Seemanöver in der Ostsee trainiert âEmbargomassnahmenâ, 16.Oktober 2009)
Die acht Jahre PrÀsidentschaft Bill Clintons von 1992 bis 2000 wirken im Nachhinein wie eine Zeitverzögerung, in der sich das Kriegsgeschehen nach Europa und den Balkan verlagerte. Dennoch hielt in all den 20 Jahren seit dem Ende der Sowjetunion die Kriegsmaschinerie der leitenden US-Strategen niemals wirklich an, zu keinem Zeitpunkt. Sie legte Pausen ein. Und wechselte die Möhren.
„BĂNDNISFALL“ IN EINE ANDERE WELT
Am 11.September 2001 schockierten Attentate in New York und Washington die Welt. Die meisten haben inzwischen vergessen, was in den Tagen danach passierte: nichts. Weder gab es Kommandoaktionen gegen mutmaĂliche Terroristen-Nester, noch Versuche, mutmaĂliche AnfĂŒhrer zu schnappen. DafĂŒr erklĂ€rte der Nato-Rat (Nordatlantikrat) bereits am 12.September, dass die Attentate als ein BĂŒndnisfall der Nato nach Artikel 5 des Nato-Vertrages zu betrachten seien – wenn die USA „von Ăbersee aus angegriffen worden“ sein sollten (2).
An dieser einen Frage der damaligen dramatischen Gegenwart entschied sich nun das Schicksal der Zukunft, wie sie heute ist.
Nach den Attentaten vergingen volle neun Tage, bevor der PrĂ€sident der USA am 20.September 2001 vor den Kongress tat und sich das erste Mal zu den HintergrĂŒnden von Attentaten Ă€usserte. Deren Verhinderung wĂ€re seine Verantwortung gewesen, ebenso die seines gigantischen MilitĂ€r- und Spionageapparates.
Doch Bush ĂŒbernahm diese Verantwortung nicht. Er trat nicht etwa zurĂŒck; auch entlieĂ er keine einzige der Vielzahl von Personen aus ihren Ămtern, welche fĂŒr den Tod von 3000 Amerikanern verantwortlich waren. Er startete vielmehr eine Legende, die heute fundamentaler Bestandteil der LebenslĂŒge der gegenwĂ€rtigen Kriegsgeneration ist. Seit diesem Tage gilt eine Neue Denkordnung, welche die Ortung, Ăberwachung, Durchleuchtung und letztlich die Kontrolle von Finanzierung, TĂ€tigkeit, Besitzstand, Tagesablauf, Wohnort, LebensumstĂ€nde, Kommunikation, politischen AktivitĂ€ten, Kontakten, Psychologie, DNA, sowie den IdentitĂ€tsmerkmalen jedes einzelnen StaatsbĂŒrgers im US-Machtbereich, vom MillionĂ€r bis zum Obdachlosen, bedingungslos akzeptiert und im gleichen Atemzug Antworten auf Fragen nach dem gĂ€nzlich unauffindbaren, anonymen, allmĂ€chtigen und allgegenwĂ€rtigen Feind und dessen magischer achtjĂ€hriger Selbstversorgung mit Finanzmitteln, Waffen und High-Tech-AusrĂŒstung (wie Filmstudios), Informations- und Kommunikationsmitteln, Basen und Standorten, samt unbegrenzt verfĂŒgbarer Selbstmörder konsequent verweigert.
Dabei hatte jemand eine Menge Fragen bereits an eben jenem 20.September 2001 vor den Augen und Ohren der Welt beantwortet: George Walker Bush. (3)
Man musste die andere Welt einfach mit anderen Augen sehen.
„Heute Nacht sind wir ein Land, erwacht gegen Gefahr und berufen die Freiheit zu verteidigen. Unsere Trauer hat sich in Wut verwandelt und Wut in Entschlossenheit. Ob wir unsere Feinde der Gerechtigkeit zufĂŒhren, oder Gerechtigkeit zu unseren Feinden bringen, der Gerechtigkeit wird genĂŒge getan werden. (Applaus)
Und im Namen des Amerikanischen Volkes danke ich der Welt fĂŒr ihre ĂŒberwĂ€ltigende UnterstĂŒtzung. Amerika wird nie die KlĂ€nge unsere Nationalhymne im Buckingham Palace, auf den StraĂen von Paris oder bei Berlins Brandenburger Tor vergessen.
Am 11.September begingen die Feinde der Freiheit einen Akt des Krieges gegen unser Land. Amerika hat Kriege gekannt — aber wĂ€hrend der letzten 136 Jahre waren es Kriege auf auslĂ€ndischem Boden, mit Ausnahme eines Sonntags in 1941 (Anm.: Pearl Harbor). Die Amerikaner haben die Todesopfer des Krieges gekannt — aber nicht im Zentrum einer groĂartigen Stadt an einem friedlichen Morgen. Die Amerikaner haben Ăberraschungsangriffe gekannt — aber niemals zuvor auf Tausende von Zivilisten. All dies kam ĂŒber uns an einem einzigen Tag — und die Nacht fiel auf eine andere Welt, eine Welt, in der die Freiheit selbst unter Angriff steht.
Die Amerikaner haben heute Nacht viele Fragen. Die Amerikaner fragen: Wer hat unser Land angegriffen? Die Hinweise, die wir gesammelt haben, deuten alle in Richtung einer Ansammlung lose miteinander verbundener terroristischer Organisationen, bekannt als „Al Qaeda“. Sie sind dieselben Mörder, welche der Bombardierung der Amerikanischen Botschaften in Tansania und Kenia beschuldigt werden und verantwortlich fĂŒr die Bombardierung der USS Cole.
Al Qaeda ist fĂŒr den Terror das, was die Mafia fĂŒr das Verbrechen ist. Aber ihr Ziel ist es nicht, Geld zu machen; ihr Ziel ist es, die Welt zu erneuern —Â und ihren radikalen Glauben den Menschen ĂŒberall aufzuzwingen.
Die Terroristen praktizieren eine Randerscheinung des Islamistischen Extremismus, welche von MuslimschĂŒlern und der ĂŒberwĂ€ltigenden Mehrheit der muslimischen Kleriker abgelehnt wird. Die Direktiven der Terroristen befiehlt diesen, Christen und Juden zu töten, alle Amerikaner zu töten und keinen Unterschied zwischen MilitĂ€r und Zivilisten zu machen, eingeschlossen Frauen und Kinder.
Diese Gruppe und ihren FĂŒhrer — eine Person bekannt als Osama bin Laden — ist vernetzt mit vielen anderen Organisationen in verschiedenen LĂ€ndern, eingeschlossen dem Ă€gyptischen Islamischen Jihad und der islamischen Bewegung von Usbekistan. Es gibt Tausende von diesen Terroristen in mehr als 60 Staaten. Sie sind von ihren eigenen Nationen und Wohnorten aus rekrutiert und in Camps gebracht worden, an Orten wie Afghanistan, wo sie in den Taktiken des Terrors trainiert werden. Sie sind in ihr Zuhause zurĂŒck geschickt oder ausgesandt worden, um sich in LĂ€ndern rund um die Welt zu verbergen, um sich fĂŒr Böses und Zerstörung zu verschwören.
Die FĂŒhrung von Al Qaeada hat groĂen EinfluĂ in Afghanistan und unterstĂŒtzt das Taliban Regime darin, den GroĂteil des Landes zu kontrollieren. In Afghanistan sehen wir Al Qaedas Vision der Welt..
Die Vereinigten Staaten von Amerika respektieren das Volk von Afghanistan — trotz alledem sind wir zur Zeit seine gröĂte Quelle von humanitĂ€rer Hilfe — aber wir verdammen das Taliban Regime. (Applaus)
Es unterdrĂŒckt nicht nur seine eigenen Leute, es bedroht die Menschen ĂŒberall durch Sponsoring, Beherbergen und UnterstĂŒtzen von Terroristen. Durch Hilfe und Anstiftung zum Mord, begeht das Taliban Regime Mord. Und heute Nacht stellen die Vereinigten Staaten von Amerika den Taliban folgende Forderungen:
Liefern Sie den Behörden der Vereinigten Staaten alle FĂŒhrer von al Qaeda aus, die sich in ihrem Land verbergen. (Applaus)
Entlassen Sie alle AuslĂ€nder, eingeschlossen amerikanische StaatsbĂŒrger, die sie ungerechtfertigt eingesperrt haben. BeschĂŒtzen Sie auslĂ€ndische Journalisten, Diplomaten und humanitĂ€re Helfer in Ihrem Land. Schliessen Sie sofort und auf Dauer jedes Terroristen-Trainingscamp in Afghanistan und ĂŒbergeben Sie jeden Terroristen, und jede Person in ihrer UnterstĂŒtzer-Struktur, angemessenen AutoritĂ€ten. (Applaus)
Geben Sie den Vereinigten Staaten vollen Zugang zu den Terroristen-Trainingscamps, so dass wir sicherstellen können, dass sie nicht lÀnger operieren.
Unser Krieg gegen den Terror (Anm.: andere Ăbersetzungsmöglichkeit; Krieg ĂŒber Terror) beginnt mit Al Qaeda, aber er endet nicht damit. Er wird nicht enden, bis jede terroristische Gruppe globaler Reichweite gefunden, gestoppt und besiegt ist. (Applaus)
Die Amerikaner fragen: warum hassen die uns? Sie hassen das, was wir genau hier in dieser Parlamentskammer sehen — eine demokratisch gewĂ€hlte Regierung. Ihre FĂŒhrer sind selbsternannt. Sie hassen unsere Freiheiten — unsere Religionsfreiheit, unsere Redefreiheit unsere Wahlfreiheit und die, sich zu versammeln und sich nicht einig zu sein. Sie wollen existierende Regierungen in vielen muslimischen LĂ€ndern stĂŒrzen, wie Ăgypten, Saudi Arabien und Jordanien. Sie wollen Israel aus dem Mittleren Osten hinaus drĂ€ngen. Sie wollen Christen und Juden aus weitreichenden Gebieten von Asien und Afrika vertreiben.
Diese Terroristen töten nicht einfach nur um Leben zu beenden, sondern um einen Lebensstil zu zerstören und zu beenden. Mit jeder Greueltat hoffen sie, dass Amerika Ă€ngstlich wird, sich aus der Welt zurĂŒckzieht und unsere Freunde im Stich lĂ€sst.
Sie stehen gegen uns, weil wir ihnen im Weg stehen.
Wir sind nicht getĂ€uscht von ihrer Vorspiegelung von Frömmigkeit. Wir haben ihre Art schon vorher gesehen. Sie sind die Erben aller mörderischen Ideologien des 20.Jahrhunderts. Durch das Opfern menschlichen Lebens, welches ihren radikalen Visionen dient — durch das Aufgeben jedes Wertes ausser dem Willen zur Macht — folgen sie den FuĂstapfen von Faschismus, Nazismus und Totalitarismus. Und sie werden diesen Pfad die ganze Strecke gehen, bis dorthin, wo er endet: im namenlosen Grab der Geschichte fĂŒr ausrangierte LĂŒgen.
Dieser Krieg wird nicht wie der Krieg gegen den Irak vor einer Dekade sein, mit einer entschlossenen Befreiung von Territorium und einem raschen Abschluss. Er wird nicht wie der Luftkrieg ĂŒber dem Kosovo vor zwei Jahren sein, in welchem keine Bodentruppen benutzt wurden und kein einziger Amerikaner sein Leben in der Schlacht verlor. Unsere Antwort beinhaltet viel mehr als sofortige Vergeltung und isolierte SchlĂ€ge. Die Amerikaner sollte nicht eine einzelne Schlacht erwarten, sondern eine lang anhaltende Kampagne, anders als jede andere, die wir zuvor gesehen haben.
Sie beinhaltet vielleicht dramatische SchlÀge, sichtbar auf dem Fernsehschirm, und verdeckte Operationen, geheim sogar in ihrem Erfolg. Wir werden die Terrroristen finanziell austrocknen, gegen einander ausspielen, sie von einem Ort zum nÀchsten jagen, bis es keine Zuflucht oder keine Ruhe mehr gibt..
Jede Nation, in jeder Region, hat nun eine Entscheidung zu treffen: entweder seid Ihr auf unserer Seite, oder auf der Seite der Terroristen. (Applaus) ..
Dennoch, dies ist nicht nur Amerikas Kampf. Und was auf dem Spiel steht, ist nicht nur Amerikas Freiheit. Dies ist der Kampf der Welt. Dies ist der Kampf der Zivilisation. Dies ist der Kampf von allen, die an Fortschritt und Pluralismus, Toleranz und Freiheit glauben.
Wir fordern jede Nation auf, sich uns anzuschliessen. Wir werden anfragen, und wir werden brauchen, die Hilfe von PolizeikrÀften, Geheimdiensten und Banksystemen rund um die Welt..Vielleicht reflektiert die Nato-Charta am besten die Einstellung der Welt: ein Angriff auf uns ist ein Angriff auf alle.
Die zivilisierte Welt sammelt sich an der Seite Amerikas. Sie verstehen, dass, wenn dieser Terror ungestraft bleibt, ihre eigenen StĂ€dte, ihre eigenen BĂŒrger vielleicht die nĂ€chsten sein werden. Terror, unbeantwortet, kann nicht nur GebĂ€ude zum Einsturz bringen, er kann die StabilitĂ€t von gewĂ€hlten Regierungen bedrohen.
Und wissen Sie was — wir werden es nicht durchgehen lassen. (Applaus) ..
Nach all dem, was gerade passiert ist — alle die Leben, die genommen wurden, und all den Möglichkeiten und Hoffnungen, die mit ihnen gestorben sind — ist es natĂŒrlich, sich zu fragen, ob Amerikas Zukunft die der Angst ist.
Manche sprechen von einem Zeitalter des Terrors. Ich weiss, es liegen KĂ€mpfe vor uns und es gibt Gefahren zu bestehen. Aber dieses Land wird unsere Zeiten bestimmen und nicht von ihnen bestimmt werden.
Solange die Vereinigten Staaten von Amerika bestimmt und stark sind, wird dies kein Zeitalter des Terrors sein; dies wird ein Zeitalter der Freiheit sein, hier und ĂŒber die Welt. (Applaus)
GroĂes Leid ist uns angetan worden. Wir haben einen groĂen Verlust erlitten. Aber in unserer Trauer und Wut haben wir unsere Mission und unseren Moment gefunden.
Freiheit und Angst sind im Krieg. Der Vormarsch der menschlichen Freiheit — die groĂe Errungenschaft unserer Zeit, und die groĂe Hoffnung jeder Zeit — hĂ€ngt nun von uns ab. Unsere Nation — unsere Generation — wird eine dunkle Bedrohung der Gewalt von unseren Leuten und unserer Zukunft heben. Wir werden durch unsere BemĂŒhungen, unseren Mut, die Welt fĂŒr diese Sache gewinnen. Wir werden nicht ermĂŒden, wir werden nicht schwanken, und wir werden nicht versagen. (Applaus) ..
Der Verlauf („course“) dieses Konfliktes ist nicht bekannt, doch ist es sein Ausgang. Freiheit und Angst, Gerechtigkeit und Grausamkeit, sind immer im Krieg mit einander gewesen und wir wissen, dass Gott nicht neutral zwischen ihnen ist.“
Erst weitere 12 Tage spĂ€ter, am 2.Oktober, legte die US-Regierung laut Angaben der Nato dann Belege fĂŒr die von Bush am 20.September im Kongress gemachten Angaben vor. Am 4.Oktober beschloss der Nato-Rat schlieĂlich, gegen anfĂ€nglichen Widerstand der Vertreter der Niederlande, Belgiens und Portugals, nach Artikel 5 des Nato-Vertrages den „BĂŒndnisfall“ des Nordatlantikpaktes. Die „parlamentarische Versammlung“ der Nato erklĂ€rte spĂ€ter dazu (4):
„Wir unterstĂŒtzen auĂerdem die Ăbereinkunft des Nordatlantik-Rates vom 2.Oktober, auf der Basis klarer und zwingender Hinweise, dass die Angriffe des 11.Septembers von dem terroristischen Netzwerk Al-Qaidas gesteuert wurden, welches von Osama Bin Laden und seinen entscheidenden Leutnants angefĂŒhrt und vom Taliban Regime beschĂŒtzt wird.“
US-PrĂ€sident Bush hatte in seiner Rede am 20.September vor dem US-Kongress noch von Al Qaeda als „einer Ansammlung lose miteinander verbundener terroristischer Organisationen“ gesprochen. Nun sprach die Nato also von einem terroristischem Netzwerk, welches die Angriffe auf dem Boden der USA gesteuert habe, deren AnfĂŒhrer Osama Bin Laden sei und der wiederum vom Taliban Regime in Afghanistan beschĂŒtzt werde.
Diese „klaren und zwingenden Hinweise“, welche nach Angaben der Nato die Bush-Regierung am 2.Oktober im BrĂŒsseler Nato-Hauptquartier vorlegte, hat die Welt ĂŒbrigens nie gesehen. Kein Gericht ĂŒberprĂŒfte sie, auch keine Nichtregierungsorganisation oder Kontrollbehörde. Niemand kennt bis heute die damals durch die US-Regierung unter George Bush abgegebene BegrĂŒndung fĂŒr einen „BĂŒndnisfall“ des Nordatlantikpaktes gegen Afghanistan.
Doch selbst der öffentlich gemachten Version der Geschehnisse um die Attentate des 11.Septembers 2001 wurde bereits durch eine Seite widersprochen, deren GlaubwĂŒrdigkeit die KriegsbefĂŒrworter schwerlich in Zweifel ziehen können: das Bundeskriminalamt (BKA)
In einem Protokoll des deutschen Bundestages (5) ist die Zeugenaussage des BKA-Beamten Paul Kröschel vom 8.November 2007 im Geheimdienste-Untersuchungsausschuss zu lesen. Dort steht,
âdass aus Sicht des BKA bereits 1999 in Hamburg eine in die Anschlagsplanungen von New York involvierte âTerrorzelleâ existierte. Damit widersprach Kröschel einer vom FDP-Abgeordneten Max Stadler zitierten EinschĂ€tzung des Verfassungsschutz-PrĂ€sidenten Heinz Fromm, wonach die Attentate vom 11. September 2001 in Afghanistan geplant worden seien.â
Dazu muss man wissen, dass die deutschen Spionagedienste und Polizeibehörden nach dem 11.September 2001 zugeben mussten, die Bewohner der „Terrorzelle“ in der Hamburger Marienstrasse vor den Attentaten jahrelang ĂŒberwacht zu haben. Bis heute behaupten sie, diese Ăberwachung kurz vor den Attentaten eingestellt zu haben.
Eins jedenfalls muss die deutsche Ăffentlichkeit nach achteinhalb Jahren Krieg, LĂŒgen und „Terrorvideos“ endlich thematisieren: Sowohl die im Jahre 2001 unter Beteiligung deutscher Truppen gefĂŒhrte Invasion Afghanistans, als auch die seitdem andauernde Besetzung mit ungezĂ€hlten durch Nato- und US-MilitĂ€rs getöteten Zivilisten, beruhen einzig und allein auf einem willkĂŒrlich als endlos definierten „BĂŒndnisfall“ des MilitĂ€rpaktes Nato, welcher sich auf Dokumente der Bush-Regierung aus 2001 beruft, die nie jemand gesehen hat und deren angeblich „zwingende und klare Hinweise“ selbst Vertreter deutscher Geheimdienst- bzw Polizeibehörden bereits vor Jahren öffentlich widersprochen haben.
(…)
Wie schÀtzen Sie die Situation ein? Schreiben Sie Ihre Ansichten und Hinweise zum Thema im Forum von Radio Utopie und diskutieren Sie mit.
Quellen:
(1) http://www.defenselink.mil/transcripts/transcript.aspx?transcriptid=2205
(2) http://www.nato.int/docu/pr/2001/p01-124e.htm
(3) http://georgewbush-whitehouse.archives.gov/news/releases/2001/09/20010920-8.html
(4) http://www.nato-pa.int/Default.asp?SHORTCUT=331
(5) http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2007/1ua_kw45/index.html
