Analyse: Der Libyen-Krieg bricht politisch zusammen
Offensichtlich herrscht nicht nur in der deutschen Ăffentlichkeit einige Verwirrung darĂŒber, was zur Zeit in Libyen eigentlich vor sich geht. Hier eine kurze, subjektive Zusammenfassung.
Die „New York Times“ (1) berichtet, dass US-PrĂ€sident Barack Obama bereits „vor einigen Wochen“ offenbar durch einen Exekutiv-Befehl (Exekutive Order) die Bewaffnung und „andere UnterstĂŒtzung“ der AufstĂ€ndischen bzw Putschisten in Libyen durch die CIA genehmigte. Die Quelle dieses Berichtes waren anonyme „US Officials“. Nahe liegt, dass es sich dabei nicht um US-Regierungsbeamte, sondern Kongressabgeordnete wie den im Bericht zitierten Vorsitzenden des permanenten Geheimdienste-Ausschusses Mike J. Rogers (Republikaner) handelt. Rogers war zusammen mit anderen Parlamentariern durch den PrĂ€sidenten, AuĂenministerin Hillary Clint0n, den Leiter der Vereinigten GeneralstĂ€be des US-MilitĂ€rs (âChairman of the Joint Chiefs of Staffâ) Michael Mullen, den Nationalen Sicherheitsberater Tom Donilon, sowie dem Leiter des US-Afrikakommandos (Africom) in Stuttgart, General Carter Ham, erst am Freitag (25.MĂ€rz) ĂŒber den laufenden Libyen-Krieg unter Beteiligung der US-StreitkrĂ€fte infomiert worden.
Einen Tag zuvor hatte sich der Sprecher des Hauses John Boehner, zweithöchster ReprĂ€sentant der Vereinigten Staaten von Amerika, in einem sehr ungewöhnlichen Schritt per offenen Brief an PrĂ€sident Obama ĂŒber die ausgebliebene Einholung der Zustimmung, sowie fehlende Informierung des Kongresses zum Eintritt in den Libyen-Krieg beschwert. Nach Angaben von ReprĂ€sentantenhaus-Sprecher Boehner war er erst am 21.MĂ€rz durch Obama in einem Brief ĂŒber den Libyen-Krieg informiert worden – vier Tage nach Annahme der UNO Resolution 1973 (einer umfassenden Kriegsvollmacht gegen Libyen) im UNO Sicherheitsrat und zwei Tage nach Beginn des offenen Angriffs auf Libyen durch die regulĂ€ren StreitkrĂ€fte der USA. Ein klarer Verfassungsbruch durch Obama – nur der Kongress darf fĂŒr die Vereinigten Staaten den Krieg erklĂ€ren, nicht der PrĂ€sident. (Imperator Obama hat da ein Problem, 27.MĂ€rz)
Bereits zum Zeitpunkt des durch den Kongress erzwungenen Briefings durch die Exekutive – was offensichtlich unzureichend war und nur in einer Telefon- und Videokonferenz durchgefĂŒhrt wurde – hatte das US-Parlament Anhörungen fĂŒr die US-Regierungszentrale („Weisses Haus“) angesetzt. Diese Anhörungen, bei denen sich die Obama-Administration sehr peinlichen Befragungen unterziehen lassen muss, werden diese Woche durchgefĂŒhrt.
Dass nun heute auch die britische Regierung ĂŒber die „Times“ den Einsatz des britischen MI6 im libyschen BĂŒrgerkrieg bekannt gab (21), ist sekundĂ€r und kann als Entlastungsversuch fĂŒr die Obama-Administration gewertet werden. Bereits vor Wochen wurde unter den ĂŒblichen unsinnigen Ausreden bekannt gegeben, dass die Rebellen in Ost-Libyen mit Sprengstoff, Laptops, Satellitentelephonen, satellit-gestĂŒtzten Internetverbindungen, GPS-GerĂ€ten, mit Sonnenenergie betriebene Infrastruktur, Landkarten, Kreditkarten und jeder Menge falscher PĂ€sse aus GroĂbritannien ausgerĂŒstet sind, welche die britischen SAS und MI6 angeblich bei ihrem offiziellen Besuch in Benghazi vor ein paar Wochen „verloren“. Sogar Passwörter, Codes, etc, sollen die Spezialeinheiten irgendwo versehentlich liegen gelassen haben – samt einem Zugang zum weltweiten Kommunikationssystem des britischen MilitĂ€rs (22). Nun, wer das glaubt, will Idiot sein.
Der aktuelle Hintergrund fĂŒr die Ăffentlichmachung des Geheimbefehls von Obama und die direkte UnterstĂŒtzung und Bewaffnung der AufstĂ€ndischen in Libyen durch die CIA ist der Versuch eine öffentlichen Kampagne zwecks offizieller Bewaffnung der AufstĂ€ndischen zu starten. Auf der gestrigen, durch die Regierungen von Frankreich und GroĂbritannien einberufenen Londoner Konferenz (hier die offizielle Teilnehmerliste), hatten unter allerlei GewĂ€sch die Regierungen von Nicolas Sarkozy und David Cameron zusammen mit Clinton fĂŒr eine offizielle Bewaffnung der libyschen AufstĂ€ndischen durch auslĂ€ndische MilitĂ€rmĂ€chte ausgesprochen. Wie sich der britische Aussenminister William Hague Ă€uĂerte, beinhalte Resolution 1973 die ErmĂ€chtigung
„Menschen Hilfe zu geben, sich unter bestimmten UmstĂ€nden selbst zu verteidigen“.
Clinton zum selben Thema im gleichen Pressekonferenzraum, nur 15 Minuten nach ihrem britischen Amtskollegen Hague:
„Es ist unsere Interpretation, dass 1973 das absolute Verbot fĂŒr Waffenlieferungen an jeden in Libyen ergĂ€nzt oder aufgehoben hat, so dass es einen legitimen Transfer an Waffen geben könnte, wenn sich ein Land dazu entschliessen sollte.“ (2)
Clinton folgte damit dem Imperator mit neuen Kleidern, Barack Obama. Dieser hatte bereits letzten Freitag, am Tage des vom Kongress erzwungenen Briefings, einen kleinen Verzweiflungsballon aufgeblasen. Ziel war es, das lÀngst Reale dem Offiziellen anzupassen: die Bewaffnung der lybischen Putschisten durch die USA.
Gummipuppe Jay Carney gab wirklich alles: UNO Resolution 1973 sei „flexibel“ genug dies zu gestatten. „Wenn wir denken wĂŒrden, das sei der richtige Weg“, so der Sprecher Obamas, sei die Bewaffnung der AufstĂ€ndischen eine „Möglichkeit“. (3)
Wie Radio Utopie bereits einen Tag nach Annahme von Resolution 1973 im Sicherheitsrat ausfĂŒhrlich darstellte, beinhaltet UNO Resolution 1973 in der Tat auch eine Ănderung von Paragraf 11 der am 26.Februar im New Yorker Sicherheitsrat beschlossenen UNO Resolution 1970, dem sogenannten „Waffenembargo“ gegen Libyen. Der Ersatz von Paragraf 11, Resolution 1970, durch einen neuen ErmĂ€chtigungstext in Res.1973 hebt u.a. fĂŒr die Angreiferstaaten bzw deren an See-, Luft- und Landblockaden teilnehmenden MilitĂ€rs die Verpflichtung auf, sich an die eigenen Gesetze oder internationales Recht zu halten. (Analyse zur UN-Resolution: Eine umfassende Kriegsvollmacht gegen Libyen, 18.MĂ€rz)
Dennoch war Clintons und Obamas gestriger VorstoĂ, in Koordination mit den Regierungen Sarkozy und Cameron, schon bei seiner PrĂ€sentation am Mittwoch nach der Londoner Konferenz politisch mausetot.
Bereits am Abend vorher hatte Nato-GeneralsekretÀr Anders Fogh Rasmussen, spÀter Teilnehmer der Londoner Konferenz am Mittwoch, in einem Interview mit dem britischen Sender Sky News erklÀrt, dass die Nato eine Bewaffnung der libyschen AufstÀndischen ablehne. Rasmussen wörtlich (4):
„Unsere Aufgabe ist es, Menschen zu schĂŒtzen, nicht, sie zu bewaffnen“
Und schon am Sonntag hatte der Nordatlantikpakt nach seiner Konferenz auffĂ€llig unauffĂ€llig erklĂ€rt, im libyschen BĂŒrgerkrieg „unparteiisch“ („impartial“) zu sein. (5)
Dabei bekundete die Nato die Absicht, vollstĂ€ndig die Kontrolle ĂŒber die militĂ€rischen Angriffe und Operationen in und gegen Libyen zu ĂŒbernehmen. Wann dies geschehen solle, wurde aber nicht gesagt. Man werde die Ăbergabe des Kommandos von der „Koalition“ – also der selbst zusammengesetzten und willkĂŒrlich entstandenen Kriegsallianz – „sorgfĂ€ltig koordinieren“, hiess es da so schön, um eine „vollstĂ€ndige militĂ€rische Deckung“ zu gewĂ€hrleisten.
Das war die ĂŒbliche, verbrĂ€mte Zusage – mithin ein KompromiĂ zwischen den Nato-Staaten – dass man den bereits laufenden, willkĂŒrlichen Bodenoperationen der Spezialeinheiten und Agenten aus der Kriegsallianz nicht in die Quere kommen, sondern diesen einen geordneten RĂŒckzug ermöglichen wĂŒrde.
Heute erklĂ€rte nun die Nato, sie habe das „alleinige Kommando“ ĂŒber die MaĂnahmen zum „Schutze von Zivilisten“, das „Waffenembargo“ (also die Luft-, See- und Landblockade Libyens), sowie ĂŒber den Luftkrieg zur Durchsetzung des Flugverbotes ĂŒbernommen. (6)
Von Bodenkrieg, Spezialeinheiten, Agenten, Söldner-Truppen, etc, pp, ist zwar keine Rede. Dennoch setzten dem gegenĂŒber die Staaten der Kriegs-Allianz bisher in Libyen willkĂŒrlich alle KrĂ€fte ein, um den Putsch gegen Gaddafi voran zu bringen und den AufstĂ€ndischen einen militĂ€rischen Vormarsch zu ermöglichen. Alibi war stets der „Schutz von Zivilisten“, fĂŒr dessen vermeintlichen Zeck UNO Resolution 1973 – eine umfassende Kriegsvollmacht – „alle notwendigen MaĂnahmen“ legitimiert hatte.
Ein Beispiel: am Samstag (26.MĂ€rz) rĂŒckten Einheiten der AufstĂ€ndischen – von denen wir heute durch offizielle Verlautbarungen wissen, dass die CIA eine von US-PrĂ€sident Obama erteilte Genehmigung hatte diese zu bewaffnen und zu unterstĂŒtzen – in Ajdabiya ein. Vorher hatten britische Tornado-Kampfbomber vier Panzer der Regime-KrĂ€fte von Diktator Muammar el Gaddafi in einem Luftschlag vernichtet. AnschlieĂend bequemte sich der Verteidigungsminister ihrer MajestĂ€t vor die königliche Presse und erklĂ€rte, die Panzer hĂ€tten „Zivilisten bedroht“. (7)
Als dann die Nato auf ihrer Konferenz am 27. den Schalter umlegte und sich „unparteiisch“ zu positionieren, liess man in der britischen Regierung dann schlieĂlich alle falschen Hemmungen fallen. Londons MilitĂ€rminister Liam Fox erklĂ€rte unverblĂŒmt, er habe ĂŒberhaupt „keinen Zweifel“, dass die Angriffe seiner StreitkrĂ€fte den libyschen AufstĂ€ndischen helfen wĂŒrden. (8)
Auf „Sky News“ machte man das – in Deutschland oft miĂverstandene – KĂŒrzel RAF von „Royal Air Force“ gleich zu „RebelÂŽs Air Force“ (9) und Ă€uĂerte sich immer kritischer zu den VorgĂ€ngen im Libyen-Krieg, sowie der Rolle der obskuren Rebellen, die man da unterstĂŒtze. Ăberhaupt fragten sich nun immer mehr Beobachter, ob sie eigentlich Beobachter oder lediglich Vollidioten mit Schlips sind.
Die Kriegs-Allianz bzw „Koalition“ der Angreiferstaaten auf Libyen besteht faktisch aus einer Liste von Regierungen und Regimen, die mit einer einfachen Notiz an UNO GeneralsekretĂ€r Ban Ki Moon die Erlaubnis zur KriegfĂŒhrung nach eigenem GutdĂŒnken in einem anderen souverĂ€nen Staat einholten. Dies waren die Regime, Machthaber und Regierungen der Vereinigten Staaten von Amerika, vom Vereinigten Königreich (GroĂbritannien), von Frankreich, der Monarchien Spanien, Belgien und DĂ€nemark, vom Emirat Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, sowie von Italien, Norwegen und Kanada.
Das Emirat Katar, namentlich dessen „Premier- und Aussenminister“ in Personalunion, Hamad Bin Jassim Bin Jabr Al-Thani, hatte bereits am 20.Februar „das Schweigen der internationalen Gemeinschaft“ im entstehenden libyschen BĂŒrgerkrieg kritisiert und eine Intervention des Auslands gefordert. Zu diesem Zeitpunkt war abzusehen, dass das Gaddafi-Regime in Tripolis nicht wie angepeilt kollabieren wĂŒrde, sondern dabei war, effektive GegenmaĂnahmen einzuleiten. Al-Thani beschwerte sich beim Haus- und Hofsender Al Jazeera (der seinen Sitz in Katar hat) und vereinbarte mit Amr Moussa eine Sondersitzung der Arabischen Liga bereits am 21.Februar. (11)
SpĂ€ter gehörte Katar zu den treibenden KrĂ€ften des Eingreifens auf Seiten der AufstĂ€ndischen in Libyen, deren FĂŒhrung in entscheidenden SchlĂŒsselpositionen von Anfang an Putschisten aus dem Gaddafi-Regime selbst inne hatten. Die Stellung dieser Putschfraktion innerhalb des libyschen Aufstands, in dessen Wasser sie sich wie die Pressefische bewegten, wurde durch entsprechende MaĂnahmen wie der Anerkennung der obskuren Gegenregierung von Benghazi durch auslĂ€ndische MilitĂ€rmĂ€chte wie Frankreich noch verstĂ€rkt. Eine in Benghazi sitzende Gegenregierung war durch einen Teil der AufstĂ€ndischen immer abgelehnt worden, da er eine Teilung des Landes zur Folge haben könnte. Genau vor dieser Teilung steht Libyen zur Zeit.
Zur Rolle von Al Jazeera ist noch hinzuzufĂŒgen, dass nach der geglĂŒckten Revolution der Ăgypter dieses Medium zu einem bizarren interventionistischen und bellizistischem Medium mutierte, das im Rahmen des unmittelbar folgenden Putsches bzw Aufstands in Libyen rein zweckdienlich dem Krieg und nicht mehr der Informierung der Weltöffentlichkeit zuarbeitete.
In den letzten 48 Stunden gab es nun, surpise, surprise, keinen Luftangriff der Kriegs-Allianz auf die Gaddafi-Truppen mehr. Der von der Nato am Sonntagt (27.MĂ€rz) angekĂŒndigte Ăbergang zur eigenen KommandoĂŒbernahme, mit der Festellung der eigenen „Unparteilichkeit“ im libyschen BĂŒrgerkrieg, zeigte seine Wirkung. Dementsprechend fragte man sich auf Al Jazeera (11.18 a.m.), angesichts des prompt einsetzenden Vormarsches der regimetreuen Truppen Gaddafis, wo denn nun die Luftangriffe zugunsten der Rebellen blieben:
„Die Frage ist nun, wo die Luftangriffe der internationalen Koalition auf Gaddafis Truppen bleiben, wĂ€hrend diese von Nawfaliya nach Bin Jawad und Ras Lanuf (Ras Lanouf) vorrĂŒcken. Gehorchen sie dem Wortlaut von Resolution 1973, wie der „Christian Science Monitor“-Autor Dan Murphy auf Twitter nahelegt, oder geht da etwas anderes vor sich?“ (12)
Die aus den USA nun offiziell bestĂ€tigte direkte Verwicklung der CIA in den libyschen BĂŒrgerkrieg lĂ€sst so manch deutschen Reporter verlassen in der bellizistischen Schweinebucht stehen. (Ein kleines bisschen Schweinebucht, 3.MĂ€rz).
Dietrich Alexander legte am 23.Februar in der ganz eigenen „Welt“ des Axel-Springer-Verlages vor und vergriff sich als offenbarungs-eidlich geborener SchuldsĂŒnder im Pluralis Majestatis:
„Wir sind den Libyern einen MilitĂ€reinsatz schuldig“. (13)
Alexander hob völlig ab und redete verzĂŒckt mit sich selbst:
„Gaddafi entlarvte sich als fanatischer, der Welt entrĂŒckter Egomane, dem es in seiner Parallelwelt an jeglicher RealitĂ€tsnĂ€he fehlt. Der paranoide Beduinensohn ist, wer wollte das jetzt noch bestreiten, ein Fall fĂŒr den Psychoanalytiker…Er wĂ€hnt sich in seiner grotesken Wahnwelt im Recht, geradezu von einer messianischen Mission erfĂŒllt.“
Das ist der Reporter, in seinem Wahn.
„die Vereinten Nationen sollten mögliche Sanktionen ĂŒberspringen und sich auf ein Mandat, einen Blauhelm- und Kampfeinsatz vorbereiten, jetzt! Welche Veto-Macht im UN-Sicherheitsrat wollte wohl einen völkerrechtlich gestĂŒtzten Einsatz internationaler Truppen gegen das Terrorregime von Gaddafi verhindern? In Somalia 1992 war das doch auch möglich.“
Welch interessante BegrĂŒndung. Immerhin 19 Jahre spĂ€ter so eine geglĂŒcktes Vorbild an die Wand zu malen und dann auf die zahlenden Besucher zu warten.
Wolfram Lacher von der „Stiftung Wissenschaft und Politik“ hielt gut mit. Am 26.Februar machte er seinem Name im willigen „Tagesspiegel“ (14) alle Ehre,indem er einen Angriffskrieg gegen Libyen mit dem Ziel eines Umsturzes forderte. Dabei fand Lacher durchaus interessante Argumente:
„Eine entschiedene Intervention gegen Gaddafis MilitĂ€rapparat steht nicht im Widerspruch auch zu handfesten Interessen der EuropĂ€ischen Union in Libyen. Ein sofortiges Eingreifen wĂŒrde das Risiko verringern, dass Libyen fĂŒr lĂ€ngere Zeit unregierbar wird. Je lĂ€nger Gaddafis Truppen im Westen und SĂŒden des Landes weiter agieren und je lĂ€nger es keine Nachfolgeregierung in Tripolis gibt, umso stĂ€rker werden sich lokale und regionale Strukturen und Milizen bilden, um den Schutz der Bevölkerung vor den regimetreuen Truppen sicherzustellen. Dies ist bereits in den Ostprovinzen der Fall. Je stĂ€rker sich diese Strukturen konsolidieren, desto schwieriger wird es fĂŒr eine Regierung nach Gaddafi werden, die Kontrolle ĂŒber das gesamte Staatsgebiet zurĂŒckzugewinnen. Auch die Erdölindustrie wird erst wieder betriebsfĂ€hig sein, wenn eine neue Regierung in Tripolis die AmtsgeschĂ€fte ĂŒbernimmt.“
In dieser Bettelei der selbsternannten „gröĂte Denkfabrik Europas“ und (bisher) erfolgreicher Durchreiche von imperialen Strategien fĂŒr Bundestag und Bundesregierung drĂŒckt sich offensichtlich nicht nur der Zeitdruck angesichts eines bereits gescheiterten Putsches in Libyen, sondern offensichtlich auch die Sorge vor einem echten Aufstand gegen Gaddafi aus, der nicht mehr durch auslĂ€ndische Strippenzieher, sondern lokale Strukturen kontrolliert wird.
Die aktive Verwicklung der CIA in den libyschen BĂŒrgerkrieg wirft auch die Frage nach einer aktiven Verwicklung der Parteien SPD, BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen und die Linke auf. Gerade deren FĂŒhrungsfunktionĂ€re hatten sich fĂŒr eine Beteiligung Deutschlands am Angriffskrieg der Allianz internationaler MilitĂ€rmĂ€chte gegen Libyen und einer Parteinahme im libyschen BĂŒrgerkrieg ausgesprochen.
FĂŒr die Partei Die Linke stimmte der ex-Vorsitzende Lothar Bisky bereits am 18.MĂ€rz im EU-Parlament fĂŒr eine Intervention im libyschen BĂŒrgerkrieg. Die „Linke Zeitung“ (16) listete auf:
„Von der EuropĂ€ischen Linkspartei hatten Lothar Bisky (Linkspartei, Deutschland), Marie-Christine Vergiat (Front de Gauche, Frankreich) und Miguel Portas (Bloco de Esquerda, Portugal) die Resolution mit eingebracht. Bisky ist der Fraktionsvorsitzende der gemeinsamen Fraktion der Partei der EuropĂ€ischen Linken und der Nordisch grĂŒn-linken Allianz im EuropĂ€ischen Parlament (GUE/NGL). Er war noch bis zum Mai letzten Jahres an der Seite von Oskar Lafontaine Vorsitzender der deutschen Linkspartei und bis zum Dezember ebenfalls Vorsitzender der Partei der EuropĂ€ischen Linken. Marie-Christine Vergiat ist Schatzmeisterin der GUE/NGL und die Chefin ihrer französischen Delegation.“
Vom surrealen Joschka Fischer (den niemand mehr ernst nimmt) einmal abgesehen, waren es wieder einmal die interventionistischen Berliner (Bundes)GrĂŒnen, die am lautesten nach einem neuen Krieg schrien. Dennoch wagte man nur zusammen mit den wohlbekannten Kompagnons aus der Berliner SPD-Zentrale in einer gemeinsamen Interview-Welle den Kopf aus dem SchĂŒtzengraben vor dem Bundestag heraus zu strecken.
Start der Kampagne war der 22.MĂ€rz. Man hatte fĂŒnf Tage lang die Reaktion der Ăffentlichkeit in Deutschland auf die Enthaltung der Regierung im UNO Sicherheitsrat abgewartet, analysiert und gesehen, dass die FDP am Wahlsonntag in Sachsen-Anhalt offensichtlich nicht von der Entscheidung und der Haltung von Aussenminister Guido Westerwelle profitiert hatte. Nun legte man los – aber ganz vorsichtig. Man wollte nicht zu offensichtlich seinen Job machen.
Der Fraktionsvorsitzende der GrĂŒnen im Bundestag, JĂŒrgen Trittin, verlautbarte in seinem Interview, dass die Regierung mit ihrer Enthaltung im Sicherheitsrat den Eindruck erweckt habe, „als sei die UnterstĂŒtzung der Opposition in Libyen kein ernsthaftes Anliegen deutscher Politik“. Man hĂ€tte sich im Sicherheitsrat nicht enthalten mĂŒssen, so Trittin. Denn man hĂ€tte sich ja dem Krieg enthalten können, dem man vorher zugestimmt habe.
SPD-Fraktionsvize Gernot Erler wiederum sprach in seinem Interview davon, dass die Regierung mit ihrer Enthaltung zu Resolution 1973 ein „Desaster“ verursacht habe, dass „Europa“ fĂŒr lĂ€ngere Zeit schwĂ€chen werde. (15)
Mal abgesehen davon, dass der Kontinent Europa nicht aus ein paar abwĂ€hlbaren Regierungen besteht – das sagen Politiker und SPD und BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen, deren rot-grĂŒne Regierung (1998-2005) an der seit den 70er Jahren laufenden regelmĂ€Ăigen Ausbildung von Gaddafis MilitĂ€r und Sondereinheiten durch deutsches MilitĂ€r und Sondereinheiten aktiv beteiligt war und versuchte die Libyen-AffĂ€re zu vertuschen. (Die neue Libyen-AffĂ€re, 20.02.2011).
Das sagt ein Politiker der SPD, die mit der Staatspartei von Tunesiens Diktator Ben Ali zusammen in der „Sozialistischen Internationalen“ war, aus der die RCD erst am 17.Januar ausgeschlossen wurde (Die feinen Antennen auf dem MĂŒllhaufen der Geschichte).
Das sagt ein Politiker der SPD, die auch mit der Staatspartei von Ăgyptens Diktator Husni Mubarak zusammen in der „Sozialistischen Internationalen“ war, aus der die NDP erst am 31.Januar ausgeschlossen wurde. Auch zum Regime von Diktator Mubarak hatten die deutschen Polizeibehörden, wie die Geheimpolizei Bundeskriminalamt, noch kurz vor seinem Sturz allerbeste Kontakte (Ăgypten Ticker: Volksaufstand Tag 16). Eigentlich ein Wunder, dass man nicht gleich einmarschieren wollte. Oder war man schon da?
All die bellizistischen KrĂ€fte, die fĂŒr einen neuen internationalen Krieg an der Berliner Republik herum rissen, werden sich nun erklĂ€ren mĂŒssen. Sie mĂŒssen auch erklĂ€ren, wieso der Milizen-Chef Abdel-Hakim al-Hasidi auf Seiten der CIA-gestĂŒtzten Gegenregierung in Benghazi in einem Interview selbst erklĂ€rt, in seinen Reihen seien Libyer, die zuvor im Irak als „gute Patrioten und Muslime “ gegen die Besatzungstruppen der USA gekĂ€mpft hĂ€tten – genauso wie die KĂ€mpfer der „Al Kaida“. Der MilitĂ€rkommandeur der von der internationalen Kriegskoalition und der CIA gestĂŒtzten Rebellen in Libyen in seinem Interviel mit der italienischen Il Sole 24 wörtlich (17):
„Mitglieder der Al Kaida sind ebenfalls gute Muslime und kĂ€mpfen gegen die Invasoren“
Sie mĂŒssen das erklĂ€ren. Nicht wir.
Sie, die gescheiterten Kriegstreiber mĂŒssen das erklĂ€ren, wie z.B. der französische Philosoph ohne Philosophie und Intellektuelle ohne Intellekt Bernard Levy, der als AktionĂ€r und Kriegsreporter der französischen Zeitung „Liberation“ in Benghazi am Satellitentelefon den vor der Abwahl in 2012 stehenden französischen PrĂ€sidenten Nicolas Sarkozy zur Anerkennung der Gegenregierung der CIA-gestĂŒtzten Rebellen ĂŒberredete.
Nach der Enthaltung der deutschen Regierung im UNO Sicherheitsrat schnaubte der betrogene BetrĂŒger Levy im Interview mit dem willigen „Spiegel“ (19), Deutschland werde diese Enthaltung noch „bitter bezahlen“. Heute musste Levy, angesichts des politischen Zusammenbruchs des internationalen Libyen-Krieges, in vergangener „Zeit“ (20) noch einmal nachlegen. Es wurde nicht besser. Er auch nicht.
Es war eine wahre Augenweide. Levy wetterte nicht nur gegen den neu entdeckten deutschen „PopulĂ€rpazifismus“, nicht nur gegen Aussenminister Westerwelle, sondern trauerte allen Ernstes (und wahrlich passend) seinem Kollegen von Ehrendoktor, ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hinterher. Der hĂ€tte es ja vielleicht alles ins Lot bringen können.
Doch wo nun den verdammten neuen internationalen Krieg anzetteln? Wo nur? Wo nur..?
„ZEIT: …vielleicht in Syrien, wo ein libysches Szenario möglich ist?
LĂ©vy: Gehen Sie noch einen Schritt weiter, und Sie sind bei: »Da wir nicht ĂŒberall sein können, sind wir besser nirgendwo.« HĂŒten wir uns vor dieser Falle! Derzeit gibt es eine Operation in Libyen. Die muss zum Erfolg fĂŒhren. Was den Rest betrifft, speziell Syrien: Wenn wir in Libyen Erfolg haben, dann haben die anderen Diktaturen Grund zum Nachdenken, angefangen mit Baschar al-Assad. Scheitern wir aber und Gadhafi hĂ€lt sich, dann spĂŒren die anderen Dreckskerle Aufwind. Die Intervention in Libyen ist praktisch auch eine in Syrien.“
Ich wiederhole mich ungern. Aber hier meine Analyse vom 3. MĂ€rz (Ein kleines bisschen Schweinebucht):
„Wer immer noch nicht begriffen hat, was da in Libyen vor sich geht: es handelt sich hier meiner Meinung nach um einen Putsch, der als Plan A den sofortigen Sturz Gaddafis und als Plan B die Intervention beinhaltete. Die USA sind an einem Sturz Gaddafis interessiert, dessen Diktatur Mitglied des EU-Ablegers Mittelmeerunion ist. Man kann also von einem Putschversuch (mit entsprechenden US-Proxy-Einheiten) gegen einen EU-Diktator sprechen, der ganz offensichtlich Hilfe aus dem EU-Raum erhĂ€lt. (Der GroĂe Diktator ĂŒber Libyen)
Der Plan zum Sturz Gaddafis war miserabel, er war von noch schlechteren Menschen entworfen und schloss wieder einmal von sich selbst auf alle anderen. Statt auf basisdemokratische, ehrliche und moralisch einwandfreie Aktivisten, Persönlichkeiten und Gruppen zu setzen, die in Ăgypten und Tunesien die Diktatoren stĂŒrzten, setzte man auf schmierige WendehĂ€lse im Gaddafi-Regime selbst, auf korrupte StammeshĂ€uptlinge und die eigenen Agenten und Operateure. Diese verbrieten in den Medien eine aus den (authentischen) Revolutionen in Tunesien und Ăgypten schlecht zusammen kopierte Doktorarbeit ĂŒber die angebliche libysche Freiheitsbewegung, betrogen die naiven Libyer die sich bereits dem Putsch angeschlossen hatten ĂŒber die eigene StĂ€rke und sind zur Zeit dabei den Sturz Gaddafis gegen die Wand zu fahren. Gleichzeitig gibt man nun den arabischen Diktatoren und Monarchen die ölige Gelegenheit, dem eigenen Volk klar zu machen, was es von einer Demokratie- oder Freiheitsbewegung im eigenen Land haben könnte: eine (offene) Intervention bzw. einen Einmarsch auslĂ€ndischer MilitĂ€rmĂ€chte.“
Der internationale Libyen-Krieg, Plan B, ist nach Plan A ebenfalls mit Saus und Braus in sich zusammen gefallen.
Nun werden sich eine Menge politischer Akteure erklĂ€ren mĂŒssen. Das geht am Besten, wenn alles ruhig ist. Da kann man ihnen besser zuhören. Ein sofortiger, bedingungsloser Waffenstillstand wĂ€re fĂŒr die bereits abgeschlossenen Ăl-Deals mit den AufstĂ€ndischen in Ost-Libyen sicherlich schmerzlich.
Aber mal ehrlich – mĂŒssen wir nicht alle Opfer bringen?
(…)
Artikel zum Thema:
06.03.2011 Britische Soldaten und âDiplomatenâ in Benghazi
Das Vereinigte Königreich GroĂbritannien interveniert völkerrechtlich illegal in Libyen. Das passt zu den Versuchen von Nordatlantikpakt (Nato), USA, sowie den Staaten der âEuropĂ€ischen Unionâ irgendwie eine Invasion oder eine militĂ€rische Intervention in Libyen durch Propaganda und Manipulation der Weltöffentlichkeit vorzubereiten. Dabei pflegt die imperiale Oberschicht GroĂbritanniens selbst beste Beziehungen zu den Kollegen in Libyen.
04.03.2011 Deutsche Kriegsschiffe vor Libyen: Staatsparteien, MilitÀr und Informationsindustrie decken Vorbereitung zum Angriffskrieg
Der Staat Deutschland begeht, 69 Jahre nach dem RĂŒckzug seiner faschistischen Truppen aus Libyen, wieder einen kriegerischen Akt in Nordafrika. Bereits seit Wochen sind deutsche Luftlande-Einheiten in Libyen aktiv. Deutsche Kriegsschiffe liefen bereits vor Ausbruch des Aufstands in Libyen aus. Alle Staatsparteien â CDU, CSU, SPD, FDP, BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen, Die Linke â lĂŒgen, kollaborieren oder verschweigen die Wahrheit vor der Ăffentlichkeit. Aus Staatsmedien und Informationsindustrie strömt MilitĂ€r-Propaganda.
25.02.2011 Der GroĂe Diktator ĂŒber Libyen
Italien will Truppen nach Libyen entsenden. Der UNO Sicherheitsrat tagt heute in einer Dringlichkeitssitzung. Der Nato-GeneralsekretĂ€r Ă€uĂert gestern, dass eine Nato-Intervention âmit einem UNO-Mandat erfolgen sollteâ. In Budapest tagen die MilitĂ€rminister bzw. Oberbefehlshaber der EU-MitgliedslĂ€nder, darunter Ehrendoktor Karl-Theodor zu Guttenberg. Libyens Diktator Muammar El Gaddafi, der seit 42 Jahren ĂŒber das Land herrscht, ist der Meinung, âAl Kaidaâ und Osama Bin Laden stecke hinter dem Aufstand. Etablierte Journalisten, Politiker, Spione, MilitĂ€rs und Analysten reden den ganzen Tag nur Dreck.
Zeit fĂŒr eine Analyse von Radio Utopie zur Situation in Libyen.
24.02.2011 RINGEN UM LIBYEN (I): EU aktiviert Interventions-Mechanismus
Der Aufstand in Libyen ist (..) auch ein Putsch. Ein Putsch, der offensichtlich von Teilen des MilitĂ€rs mitgetragen wurde. Ein Putsch, der durch Exilgruppen mitiniitiert worden ist, die von britischen und amerikanischen Geheimdiensten schon vor Jahrzehnten als Attentats-Armeen und Proxy-Milizen finanziert und aufgebaut wurden. Und es ist ein Putsch, dessen Ablauf in groĂen Teilen mit einem Plan des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 fĂŒr einen MilitĂ€rputsch im MĂ€rz 1996 ĂŒbereinstimmt, der im Zuge eines Angriffs auf MilitĂ€ranlagen in Tarhuna, von orchestrierten Protesten in den StĂ€dten Benghazi, Misratah und Tripolis, einem durch MilitĂ€rs unter der Flagge von âIslamistenâ durchgefĂŒhrten Attentat auf Gaddafi und der Installation einer Ăbergangsregierung vor Verhandlungen mit den StammesfĂŒhrern erfolgen sollte. (dazu in Teil II)
Quellen:
(1) http://www.nytimes.com/2011/03/31/world/africa/31intel.html
(2) http://www.guardian.co.uk/world/2011/mar/29/london-libya-conference-leaves-gaddafi-fate-undecided
(3) http://www.washingtonpost.com/world/us-allies-ponder-arming-libyan-rebels/2011/03/25/AFJP9mYB_story.html
(4) http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/645821/NatoChef_Menschen-beschuetzen-nicht-bewaffnen?direct=634545&_vl_backlink=/home/politik/index.do&selChannel=103
(5) http://www.nato.int/cps/en/natolive/topics_71652.htm
(6) http://www.nato.int/cps/en/SID-E8FD9879-37197E33/natolive/news_71867.htm
(7) http://www.dailymail.co.uk/news/article-1370098/Libyan-rebels-regain-Ajdabiya-RAF-Tornado-jets-wreak-havoc-Gaddafis-heavy-units.html
(8) news.sky.com
(9) http://blogs.news.sky.com/eurovision/Post:c93c71fc-2f6c-4781-bd3d-474611d8ab92
(10) http://www.un.org/apps/news/infocus/sgspeeches/statments_full.asp?statID=1124
(11) http://blogs.aljazeera.net/middle-east/2011/02/17/live-blog-libya#feb17
(12) http://blogs.aljazeera.net/live/africa/libya-live-blog-march-30
(13) http://www.tagesspiegel.de/politik/gaddafi-mit-intervention-drohen/3886680.html
(14) http://www.welt.de/debatte/kommentare/article12623653/Wir-sind-den-Libyern-einen-Militaereinsatz-schuldig.html
(15) http://www.tagesschau.de/inland/reaktionenlibyen122.html
(16) http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=10702&Itemid=1
(17) http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/africaandindianocean/libya/8407047/Libyan-rebel-commander-admits-his-fighters-have-al-Qaeda-links.html
(18) http://www.tt.com/csp/cms/sites/tt/Nachrichten/NachrichtenTicker/2468683-53/sarkozys-libyen-politik-von-philosoph-levy-beeinflusst.csp
(19) http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,753404,00.html
(20) http://www.zeit.de/2011/14/Philosoph-Levy-Interview
(21) http://swampland.blogs.time.com/2011/03/30/white-house-offers-no-comment-or-denial-on-reports-of-cia-support-for-libyan-rebels/
(22) http://www.news.com.au/world/soldiers-leave-secret-codes-in-libya/story-fn6sb9br-1226020831526