« | Home | »

RINGEN UM LIBYEN (I): EU aktiviert Interventions-Mechanismus

Von Daniel Neun | 24.Februar 2011

Erster Teil einer Artikel-Reihe zum Aufstand in Libyen und den damit einhergehenden Interessenskonflikten der Industrie-Mächte.

Der Aufstand in der an Erdöl-Vorkommen reichen “Sozialistisch-Arabischen Volksrepublik” Libyen ist der Aufstand gegen eine brutale Diktatur. Es ist der Aufstand gegen einen seit 42 Jahren amtierenden surrealen Diktator Muammar el Gaddafi, der zwölf Jahre länger Zeit hatte seine Gesellschaft zu ruinieren als der 30 Jahre über Ägypten herrschende Diktator Husni Mubarak. Der Aufstand in Libyen ist auch der Versuch eines großen Teils der Bevölkerung, die eigene Freiheit und die ihrer Landsleute zu erreichen.

Der Aufstand in Libyen ist aber auch ein Putsch. Ein Putsch, der offensichtlich von Teilen des Militärs mitgetragen wurde. Ein Putsch, der durch Exilgruppen mitiniitiert worden ist, die von britischen und amerikanischen Geheimdiensten schon vor Jahrzehnten als Attentats-Armeen und Proxy-Milizen finanziert und aufgebaut wurden. Und es ist ein Putsch, dessen Ablauf in großen Teilen mit einem Plan des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 für einen Militärputsch im März 1996 übereinstimmt, der im Zuge eines Angriffs auf Militäranlagen in Tarhuna, von orchestrierten Protesten in den Städten Benghazi, Misratah und Tripolis, einem durch Militärs unter der Flagge von “Islamisten” durchgeführten Attentat auf Gaddafi und der Installation einer Übergangsregierung vor Verhandlungen mit den Stammesführern erfolgen sollte. (dazu in Teil II)

Während Großbritannien und den USA offensichtlich an einem raschen Sturz Gaddafis gelegen ist, deckt die Mehrheit der Mitgliedsländer der  “Europäische Union” (EU) – darunter Deutschland, Frankreich, Österreich, Luxemburg und vor allem die ehemalige Kolonialmacht Italien – den Diktator Gaddafi und benutzt die durch dessen (zumindest teilweisen) Verbleib an der Macht entstehende regionale Krise zur Aktivierung ihres inneren und äußeren Interventions-Mechanismus. Diese Aktivierung erfolgte gestern Nachmittag, in aller Stille, neben allerlei leerem Rauschen hohler Erklärungen.

Der Präsident des Obersten EU-Regierungsrates Herman Van Rompuy, sowie die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton, aktivierten in Brüssel den 2001 zu Beginn des weltweiten Krieges “gegen den Terror” geschaffenen “European Civil Protection Mechanism” (Europäischen Zivilschutz-Mechanismus) und damit dessen ständige Zentrale, das “Monitoring and Information Centre” (MIC) unter Leitung der Brüsseler Kommissare. Aufgabe: die Koordination von

Unterstützungs-Interventionen innerhalb und außerhalb der Europäischen Union” (1)

Welchen Umfang dieser nur knapp einen Monat nach dem Attentaten des 11.Septembers 2001 aus dem Hut gezogene und angeblich dem Schutz vor Katastrophen dienende “Zivilschutz-Mechanismus” hat, erschließt sich aus dieser Mitteilung (2) der Kommission an den Obersten Regierungsrat der Union vom 20.Oktober 2004. Unter “Abwehrbereitschaft und Folgenbewältigung bei der Terrorismusbekämpfung” versteht man in Brüssel neben “Schulungen und Simulationsübungen” der Dienste in den Mitgliedsstaaten selbstverständlich auch die obligatorische Datenbank – zur “Verstärkung der Zivilschutzfähigkeiten der EU”, sowie zur “besseren Planung und Abwehrbereitschaft”.

“Im Jahr 2003 wurde der Eu-Militärausschuss beauftragt, eine Datenbank der militärischen Mittel und Fähigkeiten zum Schutz der Zivilbevölkerung vor den Folgen von Terroranschlägen einschließlich chemischer, biologischer, radiologischer und nuklearer Anschläge einzurichten. Im Jahr 2004 wurde der Inhalt der militärischen Datenbank für den Gemeinschaftsmechanismus verfügbar gemacht, um dessen Gesamtreaktionsfähigkeit zu steigern.”

Wie gesagt – das war vor sieben Jahren. Wenn man sich nun vor Augen hält, mit welcher Kaltschnäuzigkeit und wechselnden Ausreden seitdem die EU-Plutokratie und ihre Konstrukteure in den Regierungszentralen der Mitgliedsländer ihre Machtbefugnisse gegen die passiven und lethargischen Bevölkerungen in Europa ausgebaut hat, kann man sich vorstellen, welches Ausmaß die MIC-Datenbanken mittlerweile haben.

Natürlich umfasst der “Zivilschutz”-Mechanismus und die Kompentenzen der MIC-Zentrale auch Europol, sowie die seit Tagen wegen angeblichen “Flüchlings-Katastrophen” auf Lampedusa herumlungernden EU-Grenztruppen von Frontex, mitsamt Luft- und Marineeinheiten und “Experten” diverser Dienste aus den EU-Mitgliedsländern, welche laut der EU-Kommission “zur Sicherung der Grenze Italiens” am 21. Februar entsendet wurden (3). Darunter mutmaßlich auch ein paar dienstbare Herrschaften aus Deutschland, die sich schon bestens in Libyen auskennen. (Die neue Libyen-Affäre, 20.Februar)

Dabei hatte man bei den Sittenwächtern von Rom noch am 14.Januar ganz unschuldig mit dem Finger gewedelt, als es um Hilfe gegen die (heute bereits biblischen) Flüchtlingströme von Revolutionsmigranten ging, die man aber zum damaligen Zeitpunkt noch (plötzlicherweise) aus dem postrevolutionären Tunesien vermeldete. Der Sprecher von Italiens Innenminister Roberto Maroni zeigte sich entrüstet über ein Statement der EU-Kommission; die hatte sich verwundert darüber gezeigt, dass Italien weder um Hilfe bei der Hilfe für/gegen Immigranten aus Nordafrika, noch um den Einsatz von Frontex gebeten hatte. (4)

“Es ist nicht wahr, dass Italien das Angebot der EU-Kommission ausgeschlagen hat, hinsichtlich der einströmenden Immigranten aus Tunesien zu helfen.”

Dass man offensichtlich schon zum damaligen Zeitpunkt in Rom, und wahrscheinlich auch in anderen Regierungszentralen der EU, ganz andere Überlegungen hatte als eine Krise zu lösen, sondern vielmehr mit der exekutiv-amtsbewehrten Methode des Nichtstuns und der Selbstsabotage eine vorzutäuschen, fiel sogar den Siebenschläfern der staatlichen ARD auf. Die “Tagesschau” (5) berichtete schon am 13.Januar von Beschwerden des UN-Flüchtlingskommissariats an die Berlusconi-Regierung: man verstehe nicht, warum das gut aufgerüstete Erstaufnahmelager auf Lampedusa angesichts einer vermeintlichen Notlage nicht geöffnet werde.

“Ungeachtet der Massenflucht übers Meer bleibt das einsatzbereite Lager auf Lampedusa auf Weisung des rechtspopulistischen Innenministers Roberto Maroni weiter geschlossen – auch wenn das Personal jederzeit den Betrieb aufnehmen und bis zu 2000 Menschen anständig versorgen könnte. Stattdessen werden die Bootsflüchtlinge notdürftig auf Gemeindezentren, die Inselpfarrei und den Flughafen verteilt – und heute Morgen wurden rund 1000 von ihnen auf den Fußballplatz von Lampedusa gebracht. Sie hatten die Nacht bei kühlen Temperaturen auf der Hafenmole im Freien verbracht.”

Der Vorsitzende des Menschenrechtsvereins borderline-europe, Elias Bierdel, in einem “Tagesschau”-Interview am 14.Februar, verortete die Motivation von Italiens Regierung hinter der künstlich geschaffenen Situation auf Lampedusa wie folgt (6):

Auf Lampedusa herrscht zurzeit Chaos, was auch politisch gewollt ist seitens der italienischen Regierung. Sonst hätte sie umgehend die dort bereitstehenden Einrichtungen öffnen können. Es gibt hier eine Strategie der Abschreckung. Man versucht, Menschen in eine unwürdige Situation hineinlaufen zu lassen, um andere davon abzuhalten, es ihnen gleichzutun. Das ist nur ein Teil der Abwehrstrategien Europas, aber ein besonders schauerlicher.”

Wie schauerlich nun andere Teile der Strategien nicht Europas, sondern der Brüsseler Räteunion werden, das wird sich noch herausstellen. Italiens Regierung jedenfalls forderte schließlich am 14. Februar angesichts der “Flüchtlingskrise” auf Lampedusa Frontex an. Nebebei hielt man noch die Hand auf – 100 Millionen Euro aus Brüssel wolle man haben, quasi als Belohnung für die organisierte Einladung, die jetzt im Zuge deswegen Libyen aktivierten Interventions-Mechanismus so unerwartet verlängert wird.

In der Erklärung der EU-Kommissare zur Aktivierung des “Zivilschutzes” wurde nicht nur die Aktivierung des Interventions-Mechanismus verkündet. Es wurde auch ein konkretes Einsatzgebiet der EU-Einheiten benannt. Die MIC-Einsatzzentrale, so die Kommissare, solle dabei helfen, Mittel bereit zu stellen für “Evakuierungen, auch über See”. Konzentrieren wolle man sich dabei auf

“Benghazi und andere Teile Libyens”

Teil II erscheint demnächst

Quellen:
(1) http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/11/222&format=HTML&aged=0&language=EN&guiLanguage=en
(2) http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2004:0701:FIN:DE:PDF
(3) http://www.bbc.co.uk/news/world-europe-12525155
(4) http://www.agi.it/english-version/italy/elenco-notizie/201102141355-cro-ren1048-immigrants_maroni_italy_did_not_turn_down_eu_s_help
(5) http://www.tagesschau.de/ausland/lampedusa192.html
(6) http://www.tagesschau.de/ausland/interviewbierdel100.html

Empfehlt diesen Artikel:
  • Twitter
  • Google Bookmarks
  • Google Buzz
  • del.icio.us
  • Digg
  • Yigg
  • MisterWong.DE
  • LinkArena
  • Blogosphere
  • Add to favorites
  • LinkedIn
  • FriendFeed
  • MySpace
  • RSS
  • PDF
  • Print

Topics: Aktuelle Nachrichten, Hintergrund und Analyse | 14 Kommentare »

* * */

14 Kommentare to “RINGEN UM LIBYEN (I): EU aktiviert Interventions-Mechanismus”

  1. Juri meint:
    24.Februar 2011 at 13:55

    Gegen die Konterrevolution in Libyen!

    Gaddafi ist Sozialevolutionär.(1) Die Umstürzler sind eine Mischung aus Monarchisten und Islamisten.(2) Es geht dort lediglich um die Machtinteressen von einigen kriminellen Stämmen, die gegenüber dem früheren Königreich Libyen am loyalsten waren.(3) Sieht man ja auch an der Fahne, die die Umstürzler verwenden.(4) Die Umstürzler wollen Libyen destabilisieren, was sehr im Interesse der NATO ist.(5) Sie haben schon vor Tagen einige Geiseln genohmen gehabt und Gastarbeiter u.a. aus Bangladesch mit Messerstichen verletzt.(6) Zudem wurden von ihnen bereits nicht nur Regierungsgebäude, sondern auch normale Häuser in Brand gesetz und es gingen von den Umstürzlern einige Lynchmorde aus.(7) Von den Gegnern Gaddafis wurden auch schon viele Polizeireviere okkupiert und die dortigen Waffen geplündert, weswegen die libysche Führung einige Munitionslager bombardieren musste.(8) Im Westen sagt man aber, dass Demonstranten bombardiert wurden. Jedem wird klar sein, dass man im Westen aus ideologischen Gründen versucht die Lage in Libyen verfälscht darzustellen. Die Rede ist von einem Volksaufstand, obwohl die meisten Libyer hinter Gaddafi stehen und es sich lediglich um einen Konflikt gegen einige Stämme handelt.(9)(10) Der Westen macht zwar mit Gaddafi Geschäfte, aber sein Gesellschaftsmodell ist dem Westen ein Dorn im Auge. Gaddafi hat im Gegensatz zu den pro-westlichen Machthabern Ben Ali und Mubarak gute Sozialpolitik gemacht.(11) Das politische System in Libyen ist eine Art Basis-Demokratie.(12) Das libysche System ist sehr fortschrittlich für die dortigen Regionen. In Ägypten wurden fast 400 friedliche Demonstranten erschossen, die für ein demokratisches System gekämpft haben. In Libyen gab es zwar mehr Tote, aber die Proteste dort kann man nur militärisch bewerten. Es ist nunmal ledigim einige Hundert Kriegstreiber unschädlich zu machen, um einen Bürgerkrieg zu verhindert, durch welchen mehrere 100.000 Leute sterben würden. Deswegen sollte aus linker Sicht die reaktionäre Konterrevolution in Libyen möglichst bald niedergeschlagen werden.

    (1) Gadhafis Errungenschaft ist sicherlich die Schaffung eines Wohlfahrtstaates, er ließ viel Geld in Bildung, Gesundheit und Wohnungsbau stecken, finanziert aus dem Verkauf von Gas und Öl. Allein die Analphabetenrate konnte er von 80 auf unter 20 Prozent senken. Zudem gehörte Gadhafi zu den ersten Autokraten Arabiens, die die Rolle der Frauen in der Gesellschaft aufwerteten.
    http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-02/libyen-revolutionskomitees

    (2) Eine Reporterin und ein Fotograf des Magazins GEO haben noch bis Freitag als letzte westliche Journalisten in Libyen gearbeitet. Ihre Analyse: Der Aufstand ist im Kern keine Demokratiebewegung – sondern er wurzelt in lange unterdrückten Clan-Konflikten.
    http://www.geo.de/GEO/kultur/gesellschaft/67453.html

    (3) Die Stämme im Osten kennen solche Drohungen schon. Die Region wurde vernachlässigt, seit der „Bund der freien Offiziere“ unter der Führung Gaddafis 1969 den greisen König Idris I. in einem unblutigen Putsch absetzte, weil die dort ansässigen Stämme den Monarchen unterstützt hatten. Viele wandten sich in der Folge den oppositionellen Islamisten zu.
    http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~E39EB5E9F05784CFAA9B7FE6B4DA8F42D~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    (4) Gebäude in Brand gesetzt. Flagge des Königreichs Libyen: http://de.rian.ru/images/25840/55/258405505.jpg

    (5) Bislang wurden zwei Mal von der UN mandatierte Flugverbotszonen eingerichtet und auch durchgesetzt: 1991 über dem Nordirak (Operation Provide Comfort) und 1993 über Bosnien und Herzegowina. Beide Einsätze mündeten letztlich – wenn auch mit unterschiedlichen Zeitabständen – in den Einsatz von Bodentruppen und die anschließende militärische Besatzung. Am Vormittag des 22.2.2011 forderte der ehemalige britische Außenminister Lord David Owen gegenüber Aljazeera eine außerordentliche Sitzung des UN-Sicherheitsrats, in der die Situation in Libyen als „Gefährdung des Weltfriedens“ deklariert wird und nach Kapitel VII der UN-Charta, das militärische Zwangsmaßnahmen zulässt, eine Flugverbotszone über Libyen eingerichtet wird.
    http://imi-online.de/2011.php?id=2253

    (6) Das Gebäude des staatlichen Fernsehens wurde nach Angaben von Demonstranten geplündert. Nahe der Hauptstadt stürmten Hunderte Menschen eine von einer südkoreanischen Firma geführte Baustelle. Dabei seien 15 Bauarbeiter aus Bangladesch sowie drei Südkoreaner verletzt worden, teilte das südkoreanische Außenministerium mit. Zwei der Arbeiter aus Bangladesch hätten schwere Stichverletzungen davongetragen.
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,746717,00.html

    (7) France24 veröffentlichte auf seiner Website grausame Videos, auf denen Lynchmorde an Schwarzafrikanern zu sehen sind. Es soll sich im Milizionäre handeln, die in Städten an der östlichen Mittelmeerküste den Aufständischen in die Hände gefallen sind.
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,747121,00.html

    (8) Der Sohn des libyschen Staatschefs, Saif al- Islam Gadafi, der am Sonntagabend in einer TV- Ansprache mit einem Bürgerkrieg gedroht hatte, wies am Montagabend Berichte über eine Bombardierung von Städten zurück. Die Streitkräfte hätten Munitionslager bombardiert, die weit außerhalb bewohnter Stadtgebiete lägen, zitierte das staatliche Fernsehen am Montagabend aus einer Erklärung von Saif al- Islam Gadafi. Die Berichte über Angriffe auf Tripolis und die zweitgrößte Stadt Bengasi seien falsch.
    http://www.krone.at/Welt/Regime_setzt_Kampfflugzeuge_gegen_Buerger_ein-Aufstand_in_Libyen-Story-247113

    (9) “Hinter mir stehen Millionen. Wir werden ganz Libyen Haus um Haus säubern, wenn sie sich nicht ergeben sollten“, sagte al-Gaddafi am Dienstag in einer Ansprache an die Nation, die er sichtlich erregt vor seiner halb zerstörten Residenz in Tripolis hielt. Die gewaltsamen Proteste der vergangenen Tage bezeichnete er als „bewaffnete Rebellion“. „Und die Rebellionen werden weltweit mit Gewalt niedergeschlagen”, sagte al-Gaddafi. Hinter den Unruhen steckten ihm zufolge kleine Gruppen von unter Drogen stehenden Jugendlichen, die die Polizeiwachen attackieren und Waffen stehlen.
    http://de.rian.ru/politics/20110222/258412946.html

    (10) Gaddafi-Anhänger: http://www.youtube.com/watch?v=NSJx27BKbRM

    (11) Libyen hat eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen des afrikanischen Kontinents. Die Sozialversicherung der Einwohner umfasst die kostenlose medizinische Versorgung, sowie Witwen-, Waisen- und Altersrenten. Allgemeine Schulpflicht bei kostenlosem Unterricht besteht für Sechs- bis Fünfzehnjährige.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Libyen#Sozialsystem

    (12) Dschamahiriyya ist eine neue Substantivbildung, die ausschließlich für Libyen verwendet wird und „Herrschaft der Massen“ bedeutet, sinngemäß mit Volksrepublik oder Volksmassenrepublik zu übersetzen, wobei das politische System als Form einer Direktdemokratie verstanden wird.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Dschamahiriyya

    Interessante Debatte. Was denken Sie? Daumen hoch 21 Daumen runter 12

  2. RINGEN UM LIBYEN (I): EU aktiviert Interventions-Mechanismus - yoice.net meint:
    24.Februar 2011 at 15:21

    [...] und Dank an: Daniel Neun – Radio Utopie Sorgen Sie für die Verbreitung dieses Artikels und speichern Sie diesen unter folgenden [...]

    Wie bewerten Sie den Kommentar? Daumen hoch 1 Daumen runter 1

  3. Daniel Neun meint:
    24.Februar 2011 at 21:16

    Juri, wenn unter 1000 Schlafmützen – mit vielleicht etwas weniger Verständnis für seit 42 Jahren an der Macht befindliche regenschirm-schwingende Diktatoren – sich nur EINER genauso viel Mühe machen würde wie Du mit seinem Kommentar, wären wir schon einen großen Schritt weiter weg vom geistigen Abgrund. Auch in dieser Bananenrepublik.

    Ist ja nicht zu fassen.

  4. Uhu meint:
    24.Februar 2011 at 21:21

    Sei es es wie es sei,
    Juri ist der Beweis: es lesen auch echte Linke hier.
    Und ich dachte schon.

    Wie bewerten Sie den Kommentar? Daumen hoch 4 Daumen runter 5

  5. saiova meint:
    24.Februar 2011 at 22:38

    Zitat Juri:”Deswegen sollte aus linker Sicht die reaktionäre Konterrevolution in Libyen möglichst bald niedergeschlagen werden.”

    Problematisch, die “Linke Sicht” so zu pauschalisieren. Es gibt auch eine Linke Sicht, die meint, dass man vor allem – wenn es dann eine Konterrevolution ist – sie ent-tarnen sollte und ihre Beweggründe bzw. versteckten Motive der Öffentlichkeit präsentiert. Nur die Wahrheit kann ich als Waffe akzeptieren. Die Aussage – man würde 100 unschädlich machen um 100.000 zu retten ist keinesfalls belegt sondern eine bloße Vermutung und stellt viel von dem Videomaterial im Netz auf den Kopf. Und der Zweck heiligt keinesfalls die Mittel.

    Die Geo-Reporterin die da schrieb ” ich habe niemanden von Demokratie reden hören” hat wenig aussagekraft – sie wurde ständig nach eigenen Angaben von Regimetreuen begleitet. Es gibt immer das arme Volk das einfach Gerechtigkeit in der Verteilung wünscht!! ( Demokratie ist ein großes Wort!)Clan – Interessen werden versuchen ein Machtvakuum für sich zu nutzen – das ist überall so. Jeder versucht für sich den größten Vorteil zu sichern. Das sich für die eigentlich Notleidenden etwas ändert ist nicht zu erwarten.

    Wie bewerten Sie den Kommentar? Daumen hoch 4 Daumen runter 2

  6. Off Topic meint:
    24.Februar 2011 at 22:57

    Speziell für müde Leser, die wieder hellwach sein wollen und nicht die Bunte abboniert haben:

    Sarrazins Sohn ist Hartz-IV-Empfänger:

    http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/berlin/337818.html

    Interessante Debatte. Was denken Sie? Daumen hoch 7 Daumen runter 4

  7. Taniba meint:
    25.Februar 2011 at 10:14

    Eigentlich muss man nicht echte Linke zu sein, um zu sehen,etwas faules am Werk ist.Gaddafi ist kein reine Demokrat genau so wie Ahmadinedschad aber die sind auch nicht wie Mubarak,Ben Ali und andere Marionette der Neokonservativen.Wie haben Westliche Mächte in einzelner Fälle reagiert? In Ägypten und Tunesien musste schnell die Figuren getauscht werden,weil je länger Aufstand des Volkes dauert, umso werden Menschen radikaler und Gefahr der Machtwechseln wird größer und das wollen Obama und Co. nicht.Ich als gebürtiger Iraner frage mich immer wieder was ist besser für das Volk unter Ahmadinedschad zu leiden
    oder Demokratie-Helfer aus Westen zu beantragen wie Irak und Afghanistan und bald Libyen.

    Wie bewerten Sie den Kommentar? Daumen hoch 5 Daumen runter 3

  8. R2D2 meint:
    25.Februar 2011 at 10:15

    lieber juri,

    dein name lässt erahnen, das du unter einer kommunistischen zwangsherrschaft aufgewachsen ein musst oder mit ihr symphatisiert hast.
    somit habe ich ja noch verständnis für deine sicht der dinge. ein trauma kann ein leben lang das denken und handeln beeinflussen.

    ich möchte nicht auf jeden punkt eingehen und in einigen dingen stimme ich dir zu.
    ich sehe da aber nicht nur ein paar hundert kriegstreiber, die eine rebellion vom zaun brechen. ich sehe da zig tausende von menschen, die gegen die diktatur demonstrieren.
    neben den botschaftern hat sich auch der justizminister von gaddafi verabschiedet.

    es gibt nicht nur ein paar hundert tote, es sind tausende, die von der armee getötet wurden.

    das interview mit der geo-journalistin ist ein witz. wenn sie sich hätte frei in dem land bewegen können, wäre es ja noch glaubwürdig, was sie da faselt.

    letzendlich komme ich zu dem schluss, dass gaddafi ein geisteskranker, seniler massenmürder ist. sein auftritt im tv hat diese sichtweise in mir nur gefestigt.

    Interessante Debatte. Was denken Sie? Daumen hoch 8 Daumen runter 9

  9. Taniba meint:
    25.Februar 2011 at 10:18

    Ich meine Demokratie-Helfer aus Westen zu beauftragen.

    Wie bewerten Sie den Kommentar? Daumen hoch 1 Daumen runter 6

  10. [Arabrev] Aktuelle Links & News zu Libyen 24.-25.2.2011 « ECOlogIST meint:
    25.Februar 2011 at 11:07

    [...] einem substanzhaltigen Kommentar, veröffentlicht u.a. auf dem Blog von Radio Utopie, argumentiert „Juri“ unter dem Titel „Gegen die Konterrevolu… gegen die Charakterisierung der Ereignisse in Libyen als Volksaufstand. Die in den [...]

    Wie bewerten Sie den Kommentar? Daumen hoch 1 Daumen runter 1

  11. Daniel Neun meint:
    25.Februar 2011 at 12:19

    Ich glaube, ich muss das hier noch einmal deutlich machen: Gaddafi ist ein 100prozentiger Irrer, ein skrupelloser Diktator und ein Menschenschinder. Dass in Libyen ebenfalls massiv von außen interveniert worden ist, bereits zu Beginn des Aufstands bzw Putsches (in den gerade die nicht minder bedenklichen Exilgruppen verwickelt sind), steht auf einem anderen Blatt und ändert nichts an der Einschätzung Gaddafis. Jeder, der Gaddafi als “Sozialrevolutionär” bezeichnet, oder solche Aussagen auch noch unterstützt, hat sie nicht alle beisammen. Dass solche Kunden auch noch wagen den Begriff “links” noch weiter in den Dreck zu fahren, als es Millionen von Schwachmaten und geistig-moralischen Versagern seit Kriegsausbruch 2001 sowieso schon getan haben, erfüllt mich mit Abscheu und Entsetzen.

    Ich erwarte von allen Lesern, dass sie solche Aussagen als negativ kennzeichen und die Abstimmungen über Kommentare nicht allein den organisierten und gut alimentierten Neokonservativen überlassen, den dieses Portal jeden Tag ein schmerzendes Licht im Auge ist und die nichts anderes wollen als Radio Utopie und alle demokratischen Linken, Pazifisten und Bürgerrechtler zu zersetzen und zu diffamieren.

    Passive Nichtstuer sind Unterstützer von Diktatur und Krieg. Das war schon immer so.

  12. Uhu meint:
    25.Februar 2011 at 12:25

    Vielleicht sollte man sich als komischer Vogel nicht mit allzu viel Ironie schmücken. Nur ein ein bisschen Tand umgehängt, schon bekommt man (offensichtlich gekonnt verkleidet) auf der Theaterbühne der Öffentlichkeit als akkurater Dummbatz vom besoffenen Pöbel rauschenden, wenngleich ungewollten Beifall. Deshalb vielleicht noch einmal in Slow Motion, wie man am Film zu sagen pflegt:

    Liebe Menschlein: Wer Gaddafi allen Ernstes als links bezeichnet, der tut das von ganz weit rechts oben hinten und echt ist daran nur die Unfähigkeit pseudopolitischer und pseudolinker Barbaren einen einzigen Funken Moral und Verstand zu entwickeln.

    Wie bewerten Sie den Kommentar? Daumen hoch 2 Daumen runter 2

  13. R2D2 meint:
    25.Februar 2011 at 13:11

    und noch was lieber juri!!!!!!

    diese anhänger gaddafis sind überwiegend eine ältere generation, die vom materiellen wohlstand profitiert hat. denen konnte der geisteskranke mit ein paar sozialen programmen noch ein gefühl von freiheit verkaufen.

    die, die da auf die strasse gehen, sind junge menschen, die für eine andere freiheit kämpfen. die lassen sich nicht mit ein paar dollars abspeisen. es sind auch nicht nur die ärmsten dieses landes, die da auf die strassen gehen!

    dieses geschwätz von irgendwelchen echten linken hier, ist so was von dummblöd!!!

    ECHTE LINKE haben MITGEFÜHL!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    sollten es haben!!

    Wie bewerten Sie den Kommentar? Daumen hoch 8 Daumen runter 0

  14. Rasmussen: NATO-Intervention in Libyen “sollte mit UN-Mandat erfolgen” « 911info's Blog meint:
    25.Februar 2011 at 16:32

    [...] RINGEN UM LIBYEN (I): EU aktiviert Interventions-Mechanismus 20.02.2011 Die neue Libyen-Affäre 18.02.2011 Erscheinungsformen Vernetzter Sicherheit: [...]

    Wie bewerten Sie den Kommentar? Daumen hoch 0 Daumen runter 0