Das Memo
Einleitung:
Vorgestern, am 2. Februar 2018, veröffentlichte der Geheimdienste-Ausschuss des U.S. ReprĂ€sentantenhauses mit der Mehrheit der „Republikaner“ ein Memorandum ĂŒber geheimdienstliche MaĂnahmen des F.B.I. gegen das Team des spĂ€teren PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten von Amerika.
Veröffentlicht wurde das Memo, weil zum ersten Mal in der gesamten Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika dessen ReprĂ€sentantenhaus von seiner durch die U.S. Verfassung gegebenen Möglichkeit Gebrauch machte, die Ăffentlichkeit ĂŒber Machenschaften der „Nationalen Sicherheit AG“ wenigstens zu informieren: der „Regel X“. Diese besagt, dass das ReprĂ€sentantenhaus die Bevölkerung informieren darf, auch gegen den Willen des PrĂ€sidenten und auch wenn diese Informationen durch den Komplex als „geheim“ klassifiziert wurden.
Die Veröffentlichung markiert einen Wendepunkt in der real existierenden Machtarchitektur, der Hierarchie auf dem Planeten und eine historische Niederlage des internationalen geheimdienstlichen Komplexes. Methoden zur politischen Spionage und Manipulation der Demokratien weltweit, im Zusammenspiel von Polizei, Geheimdiensten, Konsortien und kommerziellen Spionen, treten nun zutage.
Vorgeschichte:
Washington, WeiĂes Haus, in der Woche zwischem dem 2. und 8. Januar 2017. Die vier mĂ€chtigsten Personen im Geheimdienste-Apparat, der Geheimdienste-Direktor D.N.I. James Clapper, C.I.A.-Chef John Brennan, N.S.A. Direktor Mike Rogers und F.B.I. Direktor James Comey in einem Briefing den gerade neu gewĂ€hlten, aber noch nicht im Amt befindlichen PrĂ€sidenten Donald Trump mit einer unbeschreiblich ekelhaften Geschichte, die ĂŒber ihn in Umlauf gebracht wurde.
Sie ĂŒberreichen Trump eine zweiseitige „Synopsis“. Eingestrickt in die : Moskau, Prostituierte, Urin („Golden Shower“) und allerlei Perverses.
Bezeichnenderweise sagen die GeheimdienstfunktionĂ€re nicht etwa, dass sie dem gerade neu gewĂ€hlten PrĂ€sidenten mal zeigen wollen, wer hier Herr im WeiĂen Hause ist.
Nein, die Herren Clapper, Brennan, Rogers und Comey sagen, die Russen hĂ€tten diese „Informationen“. Und die hĂ€tten vor den PrĂ€sidenten zu erpressen. Und darĂŒber wolle man den PrĂ€sidenten nur informieren. Zur Sicherheit.
Tage spĂ€ter, wohl weil der gerade gewĂ€hlte, aber noch nicht im Amt befindliche PrĂ€sident nicht die gewĂŒnschte Reaktion zeigt, veröffentlicht „CNN“ einen Bericht ĂŒber das Briefing und „Buzzfeed“ die zweiseitige „Synoposis“, kurz vor der ersten Pressekonferenz von Trump als gewĂ€hlter PrĂ€sidenten.
Bei dieser stehen allen Anwesenden der Schock ins Gesicht geschrieben. Trump selbst wirkt verwirrt und konstatiert nun erstmals, „die Russen“ könnten die U.S.-PrĂ€sidentenwahl zu seinen Gunsten beeinflusst haben und seien verantwortlich sei fĂŒr den angeblichen Hack gegen die Parteizentrale der „Demokraten“ („Democratic National Committee“, D.N.C.),
„Ich glaube, es war Russland“ („I believe, it was Russia“)
Vorher hatte der kurz vor der AmtseinfĂŒhrung stehende U.S. PrĂ€sident angesichts der ekelhaften Geschichte ĂŒber seine Person noch getwittert:
„(Die) Geheimdienste hĂ€tten niemals erlauben sollen, dass diese Fake News an die Ăffentlichkeit ÂŽgeleakedÂŽ werden. Ein letzter Schuss gegen mich. Leben wir in Nazi-Deutschland?“
Die ganze AffĂ€re ist bereits zu diesem Zeitpunkt prĂ€zedenzlos. (11. Januar 2017, Es sind natĂŒrlich die U.S.-Geheimdienste, die Trump erpressen (wollen))
Nun zum vorgestern durch den Geheimdienste-Ausschuss des U.S. ReprÀsentantenhauses veröffentlichten Memorandum.
Inhalt des Memorandums:
Wie das Memo beschreibt, geht am 21. Oktober 2016 die U.S. Bundespolizei zum Geheimgericht F.I.S.C. und beantragt eine elektronische Ăberwachung des Wahlkampfleiters von Donald Trump, Carter Page.
Der Wahlkampf ist zu diesem Zeitpunkt fast gelaufen. Weniger als drei Wochen spÀter wird Donald Trump zum PrÀsidenten gewÀhlt.
Grundlage dieses Antrags auf Genehmigung zur Inlandsspionage durch die Bundespolizei bei einem Geheimgericht, was die Ăberwachungsaktionen der nationalen Auslandsgeheimdienste regeln soll, in einem politisch hochbrisanten Fall, eingeschlossen wohl mittelbar auch die Spionage gegen einen angehenden PrĂ€sidenten:
angebliche Kontakte Carters nach Russland.
Worauf beruft sich das F.B.I.? Auf ein Dossier des ehemaligen Agenten des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6, Christopher Steele. Beweise fĂŒr die darin enthaltenen AnwĂŒrfe enthĂ€lt es nicht.
Was das F.B.I. dem Geheimgericht nicht sagt:
Steele, der dieses „Dossier“ im Juni 2016 an einen F.B.I.-Mann in Rom gesandt hatte, arbeitet zu diesem Zeitpunkt nicht nur als Informant fĂŒr das F.B.I., sondern ĂŒber Umwege – das Konsortium Fusion GPS und die Anwaltsfirma Perkins Coie – auch fĂŒr die Parteizentrale der „Demokraten“ („Democratic National Committee“, D.N.C.) und damit fĂŒr die Kampagne der PrĂ€sidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Der ex-MI6 und F.B.I.-Mann Steele hat fĂŒr dieses „Dossier“ Geld sowohl vom F.B.I., als auch vom Clinton Lager bekommen.
Auch begrĂŒndet das F.B.I. seinen Antrag auf politische Spionage mit einem Artikel von „Yahoo News“. Dieser berichtete ĂŒber den Besuch von Trumps Wahlkampfleiter Carter Page im Juli 2016, unter Berufung auf Insider- informationen, welche das Steele Dossier inhaltlich unterstĂŒtzen. Diese „Insider-Informationen“ an „Yahoo News“ kamen von Steele selbst.
Am 21. Oktober 2016 bekommt das F.B.I. vom F.I.S.C. die Genehmigung das Trump Lager „elektronisch zu ĂŒberwachen“. Und die immer noch im Amt befindliche U.S.-Justizministerin und GeneralstaatsanwĂ€ltin Loretta Lynch, von der F.B.I.-Direktor Comey spĂ€ter selbst aussagen wird, sie habe versucht Untersuchungen gegen Hillary Clinton zu behindern, genehmigt diese politische Spionage.
Zusammenfassung:
Das „Dossier“, mit dem die Bundespolizei sich im Oktober 2016 vor einem Geheimgericht eine politische Inlandsspionage gegen das Team eines angehenden PrĂ€sidenten genehmigen lĂ€sst und die „Synopsis“, mit dem die vier Geheimdienste-Chefs vom O.D.N.I., C.I.A., F.B.I. und N.S.A im Januar 2017 den gerade gewĂ€hlten PrĂ€sidenten vor seiner AmtseinfĂŒhrung offenkundig versuchen zu erpressen, sind im Kern ein- und dasselbe. Beide wurden durch einen kommerziellen Spion, F.B.I.-Informanten und ehemaligen Spion des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 erstellt und mutmaĂlich schlicht erfunden.
Kommentar:
Die Demokratie-Simulation in unserem Land ist nicht die einzige, die der Menschheit vorgeheuchelt wird. Im Leitimperium Vereinigte Staaten von Amerika aber gab es immerhin eine tatsĂ€chliche Wahl, eine „peaceful transition power“, wenn auch zwischen schlimm und noch schlimmer (Reihenfolge nach Wahl).
Die gegen Donald Trump angewandten Methoden, irgendetwas zu erfinden, sei es z.B. auch von bezahlten Kriminellen und damit dann zu Geheimgerichten zu rennen, sich das Schandmaul zu zerreiĂen und Personen zu „ĂŒberwachen“, von denen man sich politisch belĂ€stigt fĂŒhlt, ist meiner bescheidenen EinschĂ€tzung nach gĂ€ngige Praxis in der U.S. Hegemonie; natĂŒrlich auch durch die entsprechenden Prostituierten im geheimdienstlichen Komplex in Deutschland, die zusammen mit der von ihm kontrollierten „politischen Klasse“ und assoziierter Presse das Sekret der Gesellschaft reprĂ€sentieren, wie ĂŒberall.
Dass das Parlament der faktisch Ă€ltesten (und mit innerer Sicherheit mĂ€chtigsten) Republik des Planeten satte 228 nach Inkrafttreten der Verfassung es nun ein einziges Mal hinbekommt, die Ăffentlichkeit wenigstens ĂŒber Machenschaften des geheimdienstlichen Komplexes gegen den eigenen PrĂ€sidenten zu informieren, ist keines Lobes wert. Eher muss und wird auch dort noch hinterher getreten werden, um die ganze Bande von „Volksvertretern“ am Laufen zu halten.
Nichtsdestotrotz ist die Bekanntgabe dieser bislang unter Verschluss gehaltenen und vor der Bevölkerung verborgenen Machenschaften ein Anfang, ein fundamentaler Bruch mit der bislang weltweit herrschenden real existierenden Hierarchie. Diese endete bislang – oben – in irgendwelchen Hinterzimmern hinterm Vorhang, aber nicht bei demokratischen Institutionen und verfassungsmĂ€Ăig gewĂ€hlten ReprĂ€sentanten, ob sie einem nun gefallen oder nicht.
Man könnte nun, gewissermaĂen, von einem Downside-Up-Effekt sprechen.
Entsprechend sind die derzeitigen Presseversuche der Nomenklatura, sich die AffĂ€re vom nahe dem Erdboden befindlichen Hals zu reden, vom Kopf auf die FĂŒĂe und dann hinten auf den MĂŒllhaufen der Geschichte zu schmeissen.
Weiteres folgt.
(…)
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