Foto-Beweis: Polizei aus anderen EU-Staaten bei Castor-Transport eingesetzt
Wendland, Berlin: Französische Polizisten der Sondereinheit CRS haben während des AtommĂĽll-Transportes nach Gorleben in Deutschland auf politische Demonstranten eingeprĂĽgelt. Ebenso fĂĽhrten sie laut mehrerer Zeugen zusammen mit BFE-Einheiten der deutschen Bundespolizei Festnahmen und Personenidentifikationen durch. Ebenfalls wurden durch Zeugen Polizisten aus weiteren Staaten der sogenannten „Europäischen Union“ (EU) beobachtet, u.a. aus Polen und Kroatien. Dies hatte bereits am 7. November Radio Freies Wendland gemeldet, Radio Utopie berichtete. (Ticker und Ăśberblick zum Castor Transport).
Die Partei Die Guten hatten dazu am 8.November eine Stellungnahme der für den Einsatz zuständigen Personen verlangt. (Krieg gegen die eigenen Bürger – Der Castor rollt über unsere Grundrechte)
Nun drangen im Laufe der letzten Tage eindeutige Beweise an die Öffentlichkeit; allerdings nicht von den eingebetteten Reportern und Filmteams der Informationsindustrie und Staatssender, welche die Schlägertrupps der beiden Staatsregierungen begleitet hatten, sondern durch Fotos, die der unabhängige Fotograf Christian Jäger ins Netz stellte.
Auf diesem Foto ist das CRS Emblem an der Vorderseite eines mit Schusswaffen ausgerĂĽsteten Sonder-Polizisten aus Frankreich eindeutig zu erkennen. Der Polizist ist mit gezĂĽcktem Schlagstock neben einem deutschen Bundespolizisten im Einsatz. Auf diesem Foto sieht man einen CRS Beamten Frankreichs (mit der Aufschrift „Police“ auf der RĂĽckseite der Uniform, wie er auf deutschem Boden einen Demonstranten wĂĽrgt, der hilflos auf den Gleisen liegt. Weitere Beamte der französischen Sonderpolizei CRS wenden zusammen mit Beamten der deutschen Bundespolizei ebenfalls Gewalt gegen am Boden liegende Sitzblockierer an.
Radio Utopie veröffentlichte heute diesbezüglich eine Fotogalerie vom Polizeieinsatz im Wendland.
Dazu Wolfgang Ehmke, Pressesprecher der BĂĽrgerinitiative LĂĽchow-Dannenberg, gegenĂĽber Radio Utopie:
„Das ist eine ungeheuerliche Entwicklung, sie deutet auf die Internationalierung des Konflikts um die AtommĂĽlllagerung. Es handelt sich eindeutig um die Bahnstrecke LĂĽneburg- Dannenberg, und zwar um den Bereich Göhrde, den ich aus eigem Augenschein kenne, also nicht um den deutsch- französischen Grenzbereich.“
Christian Ströbele (Bündnis 90/Die Grünen) in einer Radio Utopie vorliegenden Erklärung:
„Ich verlange von der niedersächsischen Landesregierung und der Bundesregierung unverzĂĽglich rĂĽckhaltlose Auskunft ĂĽber die Bundeswehr-Beteiligung und ĂĽber den aktiven Einsatz ausländischer Polizisten gegen die Castor-Demonstranten am vergangenen Wochenende. Ausländische Polizisten haben in Deutschland keinerlei Eingriffsbefugnisse. Schreiten sie gleichwohl – und gar gewaltsam – hierzulande gegen Grundrechtsträger ein wie offenbar am vergangenen Wochenende zusammen mit Bundespolizisten, so ist dies als AmtsanmaĂźung und VerstoĂź gegen das Waffengesetz augenscheinlich rechtswidrig. AuĂźerdem dĂĽrfen Bundespolizisten derlei nicht sehenden Auges zulassen, sondern mĂĽssen dies unterbinden.“
Bereits Anfang Mai 2010 hatte die französische Polizei-Sondereinheit CRS („Compagnies Republicaines de Securite“) zusammen mit Bereitschaftspolizei der Landespolizeidirektion Saarland ein Manöver in Toul-Rosières abgehalten. Simuliert wurde der Einsatz beiderseits der Staatsgrenze im Rahmen einer Grossdemonstration. (Polizei: bestehendes Rechtssystem muss aus dem Weg geräumt werden)
Im Juni fand dann im Rahmen des „European Union Police Forces Training“ (EUPFT 2010) in Deutschland mit dreihundertzwanzig Polizisten aus Polizei-Sondereinheiten von mindestens sechzehn EU-Staaten eine zweiwöchige ManöverĂĽbung der deutschen Bundespolizei auf dem TruppenĂĽbungsplatz BrĂĽck/Lehnin statt. Dabei probten die Sondereinheiten aus den Staaten der 1992 gegrĂĽndeten „Europäische Union“ den Ernstfall gegen die Völker ihrer Staaten und prĂĽgelten zur Ăśbung auf Zivilisten-Statisten ein. (Europäisches Grossmanöver “European Union Police Forces Training” zur Aufstandsbekämpfung – Polizei als Sandsäcke vom Staat missbraucht)
Zeitgleich hatte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, in teil-weiser Voraussicht einer Presseerklärung geschrieben:
“Die aktuelle Krise hat..deutlich vor Augen gefĂĽhrt, wohin ein Abbau des Staates zugunsten unkontrollierten Finanz- und Wirtschaftsgebarens fĂĽhrt. Wer jetzt neue Regeln zur Bändigung von Zockerei und Spekulation diskutiert und gleichzeitig die staatlichen Kontrollinstanzen personell aushungern will, straft sich selbst LĂĽgen.„
Wer nun die Strafverfolgung dieser sich selbst strafenden Lügen übernehmen soll, konnte auch Freiberg wieder einmal nicht erklären. Ebenso wie man mit legalen Mitteln eine Regierung am Ausverkauf des eigenen Staates hindern soll, wenn auch das Parlament und das Bundesverfassungsgericht aus Hochverrätern an Republik und Verfassung besteht.
update 15 Uhr
Die bürgerrechtliche Mohikanerin der Linksfraktion des Bundestages, Ulla Jelpke, hat im Laufe des Nachmittags dazu in einer Pressemitteilung erklärt (1):
„Bewaffnete französische Polizeibeamte haben beim Castor-Transport mitgeprĂĽgelt. Film- und Fotoaufnahmen zeigen, wie Angehörige der französischen Bereitschaftspolizei CRS die Gleise von Demonstranten räumten. Die CRS ist seit langem berĂĽchtigt fĂĽr ihr brutales Vorgehen gegen Demonstranten und streikende Gewerkschafter in Frankreich. Dass ausgerechnet diese Truppe zur UnterstĂĽtzung der deutschen Polizei herangezogen wird, zeugt vom Eskalationswillen der Bundesregierung.
Sollten die französischen Beamten – wie inzwischen vom Bundespolizeipräsidium in Potsdam eingeräumt – lediglich als ‚Beobachter’ vor Ort gewesen sein, hätten sie keinerlei Vollmacht gehabt, Waffen zu tragen und einzusetzen. Auch wenn ein solcher ‚robuster’ Einsatz ausländischer Polizeikräfte aufgrund des Vertrags von PrĂĽm ĂĽber grenzĂĽberschreitende Zusammenarbeit der Sicherheitskräfte in Ausnahmefällen möglich ist, muss es zuvor ein deutsches Amtshilfeersuchen gegeben haben. Doch davon ist bislang nichts bekannt.“
update 15.10 Uhr
In einer soeben über die neokonservative Kampfpresse (2) veröffentlichten Reaktion hat das Bundesinnenministerium den Einsatz französischer Polizei gegen deutsche Staatsbürger im Wendland zugegeben.
Ausrede fĂĽr das nicht erfolgte offizielle Amtshilfeersuchen: es habe sich um „Nothilfe„ (!) fĂĽr die auf die Demonstranten einschlagende deutsche Bundespolizei gehandelt. Rechtliche Grundlage dafĂĽr sei Artikel 28 des PrĂĽmer Vertrages.
Im Ăśbrigen bestehe diese „Kooperation“ zwischen den Polizeibehörden der Republiken Frankreich und Deutschland seit Jahren….
(…)
Artikel zum Thema:
27.05.2010 DIE GRIECHENLAND-KRISE (IV): Machtergreifung einer neuen kapitalistischen Sowjetunion
Auf dem Gipfel der Brüsseler Räte am 16.Februar war es dann soweit: die “Europäische Union” übernahm, 18 Jahre nach ihrer Gründung, die vollständige finanzielle Kontrolle über einen Mitgliedsland und stellte Griechenlands Haushalt unter Zwangsverwaltung. Der “sozialistischen” Pasok-Regierung, die ab diesem Zeitpunkt nur noch die Rolle einer ausführenden Chunta von Brüssel und Berlin spielte, wurde eine Frist gestellt: bis zum 16.März solle die Pasok darlegen, wie sie ihre Bürger erwürgen wolle, ohne dass diese revoltierten.
15.06.2009 Bundestag: Polizei aus EU-Staaten soll Schusswaffengebrauch in Deutschland erlaubt werden
Am Freitag trifft das Berliner Bundesparlament, unter Stillschweigen sämtlicher Parteien sowie der etablierten Presse, eine ganze Reihe umfangreicher Beschlüsse zum weiterem Abbau unserer staatlichen Souveränität, faktischen Ausserkraftsetzung der Gewaltenteilung, Missachtung der Verfassung, Implementierung von EU-Vollmachten, sowie einer forcierterten Durchleuchtung der Bevölkerung.
Quellen:
(1) http://www.ulla-jelpke.de/news_detail.php?newsid=1747
(2) http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,728572,00.html