Es ist Republikparteitag
Der heutige GrĂŒĂaugust in Bellevue, BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier, ist nach dem Zusammenbruch der scheinbar alternativlosen Machtarchitektur seiner Ewigen Kanzlerin genau in der Situation, in der ich ihn schon seit Jahrzehnten sehen wollte. Verzweifelt wendet er sich nun, bitte, bitte, an deren Ewige Partei, ohne sie allerdings beim Namen zu nennen: die immer noch unter dem Label „Sozialdemokratische Partei Deutschlands“ agierende GmbH, mit ihrem derzeitigen GeschĂ€ftsfĂŒhrer: Martin Schulz. Doch, irgendwie, eine „groĂe Koalition“! Bitte, bitte!
Ebenso wendet sich Steinmeier an seinen alten Bruder in der Ehrenloge, Wolfgang SchÀuble, heute BundestagsprÀsident. Und an den Mann, den seine Partei zum PrÀsidenten vom Bundesverfassungsgericht gemacht hat, Andreas Vosskuhle.
Frank-Walter Steinmeier soeben im Schloss Bellevue, am Schlawittchen einer Verfassung, die ihn nun einholt wie das Kind Herodes:
„Die Parteien haben sich in der Wahl am 24. September um die Verantwortung fĂŒr Deutschland beworben. Eine Verantwortung, die man, auch nach der Vorstellung des Grundgesetzes, nicht einfach an die WĂ€hlerinnen und WĂ€hler zurĂŒckgeben kann“.
Was uns Frank-Walter damit sagen will, ist, was Radio Utopie den lieben Liliputanerinnen und Liliputanern bereits erklÀrt hat:
Er kann keine Neuwahlen ausrufen. Er kann es nicht.
Wie hĂ€lt dieser arme Mann das nur aus? Etwas mit den Deutschen, ihrer Demokratie, mit der Republik, mit ĂŒberhaupt allem nicht alles machen zu können. Das ist doch unwĂŒrdig! SchĂ€m Dich! Bist gar kein AbendlĂ€nder! Was sollen denn die Nachbarn, Europaaaa, die N.A.T.O., der Westen, die Vereinigten MarsmĂ€nnchen von Dir denken?!
Steinmeier weiter:
„Diese Verantwortung geht weit ĂŒber die eigenen Interessen hinaus und gilt insbesondere nicht nur gegenĂŒber den WĂ€hlern der jeweils eigenen Partei. Das ist der Moment, in dem alle Beteiligten noch einmal innehalten und ihre Haltung ĂŒberdenken sollten. Alle in den Bundestag gewĂ€hlten politischen Parteien sind dem Gemeinwohl verpflichtet, sie dienen unserem Land.
Ach dem? Du Nationalist! Du Populist! Du Versager! „Gemeinwohl“.. pfffff! Was ist denn mit dem Staatswohl? Wie konntest Du Dich nur so erniedrigen vor dieser „Etappe“, diesem „Provisorium“ von Republik! Du fliegst noch aus der Ehrenloge runter auf die billigen PlĂ€tze!
Steinmeier:
Ich erwarte von allen GesprĂ€chsbereitschaft, um eine Regierungsbildung in absehbarer Zeit möglich zu machen. Wer sich in Wahlen um politische Verantwortung bewirbt, der darf sich nicht drĂŒcken, wenn man sie in den HĂ€nden hĂ€lt. Ich werde in den kommenden Tagen mit den Vorsitzenden aller an den bisherigen Sondierungen beteiligten Parteien fĂŒhren, aber auch mit den Vorsitzenden von Parteien, bei denen programmatische Schnittmengen eine Regierungsbildung nicht ausschlieĂen. Auch werde ich mich mit den Spitzen der anderen Verfassungsorgane austauschen, so mit dem PrĂ€sidenten des Bundestages und dem PrĂ€sidenten des Bundesrates. Mit dem PrĂ€sidenten des Bundesverfassungsgerichtes sind ebenfalls politische GesprĂ€che, sind ebenfalls GesprĂ€che vereinbart.“
Fazit
BundesprĂ€sident Steinmeiner kann den Bundestag nicht auflösen, ohne Angela Merkel die Schande einer offiziellen Wahlniederlage im Bundestag bzw einer dort fehlenden Mehrheit zu ersparen. Das verbietet ihm das Grundgesetz. Nun sucht Steinmeier Hilfe bei den Staatsorganen, die sonst alles tun was sie wollen, nur nicht so als seien sie Verfassungsorgane, und versucht Martin Schulz davon zu ĂŒberzeugen wie von (Trans)Atlantikern aus dem Raumschiff vorhergesehen gefĂ€lligst genauso Selbstmord zu begehen wie seine Partei und die Republik. FĂŒr den Westen! FĂŒr die Familie! FĂŒr „Europa“…
Die Republik nimmt sich etwas Popcorn, nickt den LiliputanerInnen auf den billigen PlÀtzen freundlich zu, und schaut sich weiter die Vorstellung des Grundgesetzes an.
Das fĂŒhrt nĂ€mlich die Regie.
