Luftangriff: U.S.-Imperium nimmt Einladung Russlands und Syriens dankend an

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Heute Nacht griffen nach Angaben des Pentagon die StreitkrĂ€fte der Vereinigten Staaten von Amerika mit 59 Marschflugkörpern den syrischen LuftwaffenstĂŒtzpunkt Al-Shayrat an. Nach Angaben des syrischen MilitĂ€rs kamen dort sechs Personen ums Leben. Den Befehl zum Angriff erteilte der gestern auf Kriegskurs gegangene U.S.-PrĂ€sident Donald Trump nach einer Sitzung des ebenfalls gestern umstrukturierten Nationalen Sicherheitsrates in der Trump Villa Mar-a-Lago in Florida, wĂ€hrend der dortigen Bewirtung des zu Besuch weilenden PrĂ€sidenten von China, Xi Jinping.

Vor und von dem Angriff auf die syrischen StreitkrĂ€fte informierte das Pentagon nach unwidersprochenen Angaben das russische MilitĂ€r ĂŒber vorhandene KommunikationskanĂ€le. Die russischen MilitĂ€rs wiederum informierten die syrische Seite offensichtlich nicht. Auch wurden die U.S.-Marschflugkörper durch die russischen Luftverteidigungssysteme wie die in Syrien stationierten S-400 Systeme nicht abgeschossen. Das lĂ€uft auf eine Opferung syrischer Soldaten durch die russische Seite hinaus, und, im Falle einer Weitergabe der Informationen an die syrische Regierung oder das syrische MilitĂ€rs, auch durch die informierten syrischen Stellen selbst. Die Reaktion des russischen Außenministeriums auf den U.S.-Angriff: „unĂŒberlegte Problematisierung“. Reaktion des Kreml: eine zeitweilige  „Aussetzung“ der Kooperation zwischen der russischen und u.s.-amerikanischen Luftwaffe in Syrien.

Seitens der StaatsfĂŒhrung Chinas ist selbst von einer lauen Beschwerde bei ihrem noblen Gastgeber in Florida nichts zu sehen. Auf der Webseite des chinesischen Außenministeriums: keine Reaktion. Frankreichs Regierung, die ihr Land seit anderthalb Jahren im Ausnahmezustand hĂ€lt, gab an vor dem Angriff ebenfalls informiert worden zu sein. Der Außenminister von Deutschland, Sigmar Gabriel („Sozialdemokratische Partei Deutschlands“), nannte den Akt des Angriffskrieges durch die U.S.A. „verstĂ€ndlich“, seine Kanzlerin gab dem syrischen PrĂ€sidenten dafĂŒr die „alleinige Verantwortung“.

Am 4. April hatte jemand in der syrischen Stadt Khan Sheikhoun (ážȘān Ć ayឫƫn, Chan Schaichun) den Invasoren Syriens, wieder einmal, den denkbar grĂ¶ĂŸten Gefallen zum fĂŒr diese gĂŒnstigsten Zeitpunkt getan. Was genau dort passierte, konnte bislang von keinem unabhĂ€ngigen Beobachter geklĂ€rt werden, das Gebiet steht unter Kontrolle von „Rebellen“, also Milizen der InvasionsmĂ€chte. Meldungen und Berichte sprechen von einem Giftgas-Angriff bzw einem Einsatz von Chemiewaffen. Sowohl die syrische, als auch die russische Seite schwiegen zunĂ€chst 24 Stunden lang, ließen die Propagandamaschine der Invasoren in aller Ruhe anlaufen und bestĂ€tigten dann sowohl einen Angriff von syrischen LuftstreitkrĂ€ften auf Khan Sheikhoun, als auch den Einsatz chemischer Kampfstoffe. Der russische Generalstab sprach von einem unbeabsichtigten Schlag gegen ein Chemiewaffen-Labor der „Rebellen“ genau zu diesem Zeitpunkt.

Seit sechs Jahren dauert der Krieg in Syrien an. Und wieder sind es sowohl die syrische Regierung und / oder ihre MilitĂ€rs und Geheimdienste, als auch die entsprechenden russischen Stellen, die dem vermeintlichen Gegner direkt in die HĂ€nde spielen, sich dumm oder tot stellen, mit windelweichen und hanebĂŒchenden Ausreden daher kommen und ihre eigenen Soldaten und Zivilisten opfern. Schon vor Jahren Ă€ußerten wir diesbezĂŒglich die Auffassung, dass das syrische Regime von Kollaborateuren durchsetzt ist und die russische Regierung bei der Invasion und Zerschlagung Syriens durch Proxy-Armeen einfallender MilitĂ€rmĂ€chte – namentlich der TĂŒrkei, Frankreich, U.S.A., Großbritannien, sowie diverser asiatischer Kirchenstaaten und Monarchien – aktiv oder passiv kollaboriert.

Zu keinem Zeitpunkt haben die Russische Föderation und China dem nunmehr bald sechzehnjĂ€hrigen weltweiten Terrorkrieg („global war on terror“) der U.S.A. irgendetwas entgegengesetzt. Im Gegenteil: sie haben dessen Konzepte, dessen Strategie der Transformation sogar adaptiert und fĂŒr Repression im eigenen Machtbereich eingesetzt. Ebenso haben sich alle Regierungen, „Parteien“, etablierte Organisationen oder Regierungen im „Westen“, innerhalb der Hegemonie des U.S.-Imperiums wie Deutschland, als bedeutungslos erwiesen, da sie lediglich gehorchen und ebenfalls bedingungslos dem Terrorkrieg und seiner Logik folgen.

Die „GroßmĂ€chte“ Russland und China mĂŒssen sich nun entscheiden: Wollen sie dem abschreckenden Beispiel „Westen“ folgen, schlicht kapitulieren, von der BildflĂ€che der Weltpolitik verschwinden und das nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte Völkerrecht gleich mitnehmen? Falls nicht, mĂŒssen sie jetzt beweisen, dass wenigstens sie ĂŒber eine eigenstĂ€ndige Politik, Haltung, Bedeutung und Regierung und, wenn es sein muss, Streitmacht verfĂŒgen.

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