Wollt Ihr die Totale Weltordnung?

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ignoriert das Völkerrecht und bricht es. Gleichzeitig beruft er sich darauf und spielt sich als WeltpolitbĂŒro auf, das ĂŒber der Verfassung von souverĂ€nen Republiken wie der unseren steht.

Ein verzweifelter Versuch des Imperialismus, bereits seit geraumer Zeit auf der Flucht die Treppe hoch in der Welthierarchie, durch ein Ausweichen auf die höchste Ebene der Weltpolitik den sich anbahnenden fundamentalen Zusammenbruch seiner imperialen „Machtarchitektur“ und seines zu deren Sicherheit begonnenen dreizehnjĂ€hrigen Terrorkrieges noch aufzuhalten.

Der nĂ€chste Schritt wird der Versuch sein, ĂŒber „Freihandelsabkommen“ wie dem „Transatlantischen Freihandelsabkommen“ T.T.I.P. die Weltpolitik selbst aufzulösen, samt der Staaten und ihrer Rechtsordnungen auf dem Planeten.

Dabei spielt die „EuropĂ€ische Union“ eine SchlĂŒsselrolle. Und in ihrem Berliner Machtzentrum dessen schlecht getarnter SteigbĂŒgelhalter von Kapitalismus und Imperialismus: die sogenannte „Linke“.

Eine kleine Analyse.

Mr. Pink

Rund eine Woche nach ihrem Erlass durch die AtommĂ€chte im Sicherheitsrat der Organisation der Vereinten Nationen am 24. September beginnen in Deutschland die „Experten“ Interviews ĂŒber Resolution 2178 in Mr. Pink (Codename: „der Spiegel“) zu veröffentlichen.

Die nun in Mr. Pink umschriebene Dreistigkeit der AtommĂ€chte und der Organisation der Vereinten Nationen in Gesetzgebung souverĂ€ner Staaten auf dem Planeten herumpfuschen zu wollen, ist ein Aspekt bei diesem neuen imperialistischen Konsens der AtommĂ€chte, ĂŒbergreifend von den Vereinigten Staaten von Amerika, der Russischen Föderation, China, etc, etc. Ein anderer Aspekt ist der Versuch jeden Staat zu autorisieren dies in jedem anderen Staat zu tun, zynischerweise angeblich „um internationalen Frieden und Sicherheit zu erhalten oder wieder herzustellen”, wie es in Artikel 39, Kapitel VII, der am 26. Juni 1945 beschlossenen Charta der Vereinten Nationen wörtlich heisst.

Wie von Radio Utopie am 22. September beschrieben, reprĂ€sentiert Resolution 2178, wenn sie denn umgesetzt wĂŒrde, nichts anderes als ein Ende des Völkerrechts und einen Bruch mit der Weltordnung nach dem Zweiten Weltkrieg. Dementsprechend ist diese Resolution, mit der Stimme der Regierung dieser Republik beschlossen, nichts als eine Gefahr fĂŒr die Menschheit und von dieser nicht zu akzeptieren. Die Beteiligten sind nach deutscher Verfassungslage zu beurteilen.

Das gilt auch fĂŒr Mr. Red (Codename: Dr. Gregor Gysi).

Mr. Red

Am 11. September, dem 13. Jahrestag der Attentate in New York und Washington, deren Ablauf, Hergang und WidersprĂŒche bis heute 99 % der Bevölkerung nicht kennen, weil explizit die meisten ehemals sozialistischen, sozialdemokratischen, emanzipatorischen und linken Individuen und Gruppen weltweit ĂŒber sie Denkverbote ausgesprochen haben und sich selbst auch immer schön daran gehalten haben, forderte Mr. Red genau so eine Resolution des U.N.-Sicherheitsrates als „rechtliche Grundlage“, wie sie Resolution 2178 nun reprĂ€sentiert: den Anspruch einer Weltregierung und Weltpolizei, wie es Felix von Leitner gestern formulierte.

Dass Mr. Red alias Dr. Gysi dabei betonte, genau das alles nicht zu wollen, da das Völkerrecht „fĂŒr alle gelte“, ist guter alter Stil der 1946 installierten Partei, von der sich 1990 keiner vorstellen konnte, dass „diese Partei einmal die drittstĂ€rkste politische Kraft der Bundesrrrrrepublik DEUTSCHLAND WIRD!“.

Das Völkerrecht wird durch Resolution 2178 ignoriert und gebrochen, nicht umgesetzt

Was ich am 22. September in der Analyse zum Resolutionsentwurf umschrieb, war die Auswirkung im Beschlusstext („decides“) in Punkt 5, nĂ€mlich die Autorisierung von Staaten in anderen Staaten zu intervenieren, also diese anzugreifen. Im Beschlusstext fehlte der Rechtsbegriff „international law“: das Völkerrecht.

Wenn man wie ich davon ausgehen muss, das man (abgesehen von Radio Utopie) der Einzige unter 7 Milliarden Menschen ist der sich den ganzen Sch**ss durchliest ohne bei diesem zu kollaborieren, muss man alles ganz genau lesen.

Was ich am 22. September ĂŒbersah (ohne dass sich die EinschĂ€tzung Ă€ndern mĂŒsste, im Gegenteil): ein gut verstecktes „decides“ in Punkt 6 der Resolution (der Punkt geht an die Imperialisten, die den Text entsprechend entworfen hatten, damit man ihn ĂŒbersieht). In diesem weiteren Beschlusstext in Punkt 6, ebenfalls ohne Bezug auf das Völkerrecht („international law“), wird durch die AtommĂ€chte und den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ausdrĂŒcklich der Anspruch erhoben, das „domestic law“ zu bestimmen, also die Gesetzgebung (und damit die Verfassung) der souverĂ€nen Staaten auf dem Planeten.

Der Sicherheitsrat, in dem bekanntlich nur Regierungen vertreten sind, maßt sich also an, das Völkerrecht zu ignorieren und brechen und blĂ€st sich stattdessen als Weltregierung, besser: als Weltdiktator bwz WeltpolitbĂŒro auf.

Womit wir wieder zu Mr. Red kommen.

„Wir wollen das ganze Europa.“ – „da kann man doch nicht hergehen und sagen, das ist eine undemokratische, militaristische Macht“

Am 2. Oktober heuchelte der alte Kader Gregor Gysi, der erst kĂŒrzlich wieder Rechtsstaat mit Regierungsstaat verwechselte, wieder einmal bis zum Erbrechen. Gysi propagierte, objektiv auf Linie des Imperialismus und des Anspruchs auf Weltdiktatur durch den Sicherheitsrat der U.N.O.:

– „die Ersetzung der großen MilitĂ€rbĂŒndnisse durch ein gemeinsames System der kollektiven Sicherheit“

–  als „formales Organisationsprinzip“ diesbezĂŒglich „das Völkerrecht im Rahmen der UN-Charta“, also Kapitel VII, seit Jahren in maximalem Zynismus durch das Imperium der Vereinigten Staaten missbraucht fĂŒr Angriffskriege, u.a. fĂŒr die Invasion Libyens, mit Zustimmung des damaligen PrĂ€sidenten der Russischen Föderation, Dmitri Medwedew

– „Krisenvorbeugung, KrisenfrĂŒherkennung und KrisenbewĂ€ltigung„, mit „militĂ€rischer Gewalt, wenn schon nicht ausgeschlossen, so doch deutlich nachgeordnet“. Im Klartext: prĂ€ventive Angriffskriege, zum Beispiel gegen erfundene Atomwaffen in asiatischen Kirchenstaaten die einem nicht passen, gefĂŒhrt mit Atomwaffen in den HĂ€nden faschistischer Regime in anderen asiatischen Kirchenstaaten, oder Vorbeugen hi und da gegen allerlei „Überbevölkerung“ und „Klimawandel“ durch skrupellos „Kippakinder“ (Zitat von Kopftuchbankern der iranischen Zentralbank, nein doch nicht) und CO2-Emittenten gebĂ€rende GefĂ€hrdermĂŒtter, och, da fĂ€llt einem vieles ein.

– Gysi am 2. Oktober des Weiteren: „Der Krieg ist nach Europa zurĂŒckgekehrt, zuerst im einstigen Jugoslawien, zuletzt in der Ukraine“. „Ich kann Russland den Vorwurf einer Völkerrechtsverletzung nicht ersparen.“

Mr. Red auf dem Hamburger Parteitag der „pro-europĂ€ischen“ Partei „Die Linke“ am 15. Februar, also vier Tage vor der entscheidenden Phase des blutigen Putsches vom Westblock in Kiew (Chronologie und Quellen hier):

„Europa, das schließt auch Osteuropa ein, das schließt auch Russland ein. Wir wollen das ganze Europa.“

Und kennt jemand noch diese Frage:

„Meinen Sie das wirklich ernst? Wir haben eine Friedensphase die solange anhĂ€lt wie noch keine zuvor in diesem Europa..da kann man doch nicht hergehen und sagen, das ist eine undemokratische, militaristische Macht“?

Wer hĂ€tte vor einem Jahr damit gerechnet, dass Drohnen des MilitĂ€rs von Deutschland – ich sage bewusst nicht „deutsches MilitĂ€r“ – in den neutralen Staat Ukraine entsandt werden sollen, um nach einem blutigen Putsch des Westblocks mit faschistischen Fußtruppen im dortigen BĂŒrgerkrieg zu operieren und dass nach zwei Weltkriegen Deutschland wieder vor einer Konfrontation mit Russland steht?

Übrigens wurde ĂŒber die Entsendung der Bundeswehr-Drohnen am gestrigen Freitag auch Dr. Alexander Neu als Obmann der „Linksfraktion“ im Bundestag in Kenntnis gesetzt wurde. Eigentlich mal wieder Zeit fĂŒr noch ein Interview. Wo der Bundestag doch gerade mal wieder im Urlaub ist, wie an 30 von 52 Wochen im Jahr.

Die Berliner Republik ist einer der einflussreichsten Staaten der Welt und ganz sicher der mĂ€chtigste Staat auf dem Kontinent. Das begreift der Imperialismus und seine KrĂ€fte. Das begreifen nicht die Dummköpfe, die sich einer paneuropĂ€ischen imperialistischen Ideologie vor die FĂŒĂŸe geworfen haben, die nach dem Nein von Deutschland und Frankreich in 2003 zur Irak-Invasion auf die renitenten Demokratien in Europa zu deren Zerstörung angesetzt wurde, explizit aus den Vereinigten Staaten von Amerika heraus. Faktisch alle ehemals sozialdemokratischen, sozialistischen, emanzipatorisch-fortschrittlichen bzw linken Organisationen auf dem Kontinent haben ihre ehemaligen politischen Inhalte dieser vermeintlich „alternativlosen“ Version der europĂ€ischen Idee untergeordnet und damit beides verraten, ihre ehemaligen Inhalte und die europĂ€ische Idee. Abermillionen in Verelendung, Armut, Auswanderung oder gar Selbstmord getriebene Opfer eines in dieser Form (in Friedenszeiten und staatenĂŒbergreifend) prĂ€zedenzlosen totalen Kapitalismus, sind Zeuge dieser Anklage gegen die „EuropĂ€ische Union“, deren Rolle als Ableger und ausfĂŒhrender Akteur des U.S.-Imperiums genau die einer „imperialistischen Mißgeburt“ ist, welche Rosa Luxemburg vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs umschrieb.

Macht ist Macht. Und „Supermacht“?

FrĂŒher wurden „SupermĂ€chte“ noch Imperien genannt. Seit dem Zusammenbruch des konkurrierenden Imperiums Sowjetunion und seines Ostblock genannten Einflussbereichs nach dem Fall der Berliner Mauer vor bald 25 Jahren, hat sich das verbliebene Imperium der Vereinigten Staaten von Amerika immer weiter ausgedehnt und seinen „Limes“ nach Osten vorgeschoben, in Asien, in Afrika und in Europa. Die Vordenker und Strategen der im und durch den U.S.-Einflussbereich gewachsenen imperialen KrĂ€fte planen ĂŒber Jahrzehnte hinweg und verfolgen diese PlĂ€ne entsprechend (1, 2). Auffallen tut dies offenkundig den Wenigsten.

Was die Entwicklung auf der höchsten Ebene der Weltpolitik nun so entscheidend macht, ist, dass sich offensichtlich auch die vermeintlichen Konkurrenten Russland und China mit dem U.S.-Imperium und seinem Einflussbereich in einem imperialistischen Konsens auf den Eintritt in ein Orwellsches Zeitalter des Ewigen Krieges sich (und deren ökonomischen Systeme) gegenseitig stabilisierender autoritÀrer Blöcke geeinigt haben. Die Invasion Syriens identifiziere ich Teil dieses Konsens, nicht erst seit heute.

Was alle autoritÀren Systeme gemeinsam haben ist das essentielle Streben nach Kontrolle. Ohne Kontrolle keine AutoritÀt, jedenfalls keine auf Macht basierende AutoritÀt. Macht bedeutet auch Macht durch Eigentum, Besitz oder Kapital. Es bedeutet absolute Macht, wenn die Macht durch Eigentum nicht durch Rechtsvorschriften und -systeme eingeschrÀnkt wird.

Genau das reprĂ€sentieren diese sogenannten „Freihandelsabkommen“ des U.S.-Imperiums, welches bei deren Umsetzung auf den Ableger „EuropĂ€ische Union“ angewiesen ist. Kein einzelner souverĂ€ner Staat, der auch nur ĂŒber eine rudimentĂ€re parlamentarische Demokratie und eine Verfassung verfĂŒgt – was z.B. bei den Monarchien Vereinigtes Königreich und Niederland leider nicht der Fall ist – wĂ€re so wahnsinnig sich selbst internationalen Konsortien zu unterwerfen. Bei Regierungen dieser Staaten sieht das natĂŒrlich ganz anders aus. Deren paar Staatsschauspieler lassen sich leicht „casten“, oder erpressen, und in SchlĂŒsselpositionen bringen. Deshalb auch der verzweifelte Versuch nur ja kein Parlament ĂŒber solche UnterwerfungserklĂ€rungen wie C.E.T.A. oder T.T.I.P. abstimmen lassen, sondern das „EuropĂ€ische Parlament“, was genauso wenig ein Parlament ist wie die Volkskammer der D.D.R. und ihrer damaligen C.D.U. der heutigen Kanzlerin Merkel.

Das Lex Mercatoria: Seit zweitausend Jahren „systemrelevant“

Neunundzwanzig in Jahrzehnten bzw Jahrhunderten mit Kapitalismus und Imperialismus gewachsene internationale Banken sind durch alle im G-20-Bund vertretenen Regierungen und Zentralbanken am 4. November 2011 fĂŒr „systemisch wichtig“ / „systemrelevant“ erklĂ€rt worden, mit den Stimmen von PrĂ€sident und Zentralbank-Chef der Russischen Föderation, mit der Stimmen von PrĂ€sident / Staatspartei und Zentralbank-Chef der Volksrepublik China.

Bis heute wagt es keine einzige etablierte Organisation, ob Partei oder nicht, laut und deutlich zu fragen welches „System“ damit eigentlich gemeint ist.

Die Welt, wie sie jetzt ist, sowie ihre realen MachtverhÀltnisse, definiert sich auf drei elementaren Grundlagen europÀischer Kultur: dem lateinischen Alphabet, der monotheistischen christlichen Religion (die das Römische Imperium im 4. Jahrhundert zur Staatsreligion machte) und ihrer entsprechenden Zeitrechnung.

Die MĂ€chte, welche sich auf (mindestens zwei, zumeist aber drei) dieser elementaren kulturellen Grundlagen entwickelt haben, reprĂ€sentieren seit Jahrhunderten die fĂŒhrenden WeltmĂ€chte (ich umschrieb dies in Juli 2010 im zweiten Teil der Artikelreihe WELTFINANZKRIEG bezĂŒglich der Zuordnung der vier Zonen der Ökonomie).

Soll heißen: „Machtarchitektur“ und BesitzstĂ€nde auf dem Planeten, im beginnenden 21. Jahrhundert nach westlicher Zeitrechnung, leiten sich vom Römischen Imperium ab.

Radio Utopie erwĂ€hnte bereits öfter das Lex Mercatoria. Dieses „Gesetz“ (lat.: lex) ist kein Gesetz, sondern ein im Römischen Imperium entstandener Konsens feudaler und imperialer Herrscher, Sklaventreiber und EigentĂŒmer, die sich untereinander auf bestimmte Mechanismen einigten, wie dass VertrĂ€ge eingehalten werden mĂŒssen, Lieferungen bezahlt, etc, pp.

Dieses Lex Mercatoria entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte weiter und ist bereits heute verschwiegener, wenn auch inoffizieller Teil des modernen Kapitalismus, der RealitÀt in der wir leben.

1976 initiierte das Mitglied von „Internationaler Handelskammer“ (gegrĂŒndet 1919) und „Konferenz der Vereinten Nationen fĂŒr Handel und Entwicklung“ Ole Lando eine „Kommission fĂŒr europĂ€isches Vertragsgesetz“ („Commission on European Contract Law“). Ebenfalls arbeitete die SchlĂŒsselfigur Lando im 1926 durch Völkerbund-Beschluss gegrĂŒndeten Organisation „Unidroit“, ĂŒber deren nach jahrzehntelanger Lobbyarbeit entstandenen „Grundregeln fĂŒr internationale Handelsregeln“ es heute im deutschsprachigen Wikipedia vielsagend heisst:

„Vor staatlichen Gerichten ist noch nicht abschließend geklĂ€rt ob die Grundregeln wirksam als Recht gewĂ€hlt werden können. In den meisten Schiedsgerichtsordnungen sind sie jedoch als wĂ€hlbares Recht anerkannt. Auch wird eine Anwendung ohne explizite Erlaubnis der Parteien nicht als Grund gesehen, Anerkennung bzw. VollstreckbarkeitserklĂ€rung solcher SchiedssprĂŒche durch staatliche Gerichte zu verweigern.“

NatĂŒrlich ist diese Formulierung ein klassischer Bluff der ĂŒblichen neokonservativen bezahlten Wikipedia-Schreiber. Zumindest noch. Noch gilt eben nicht Regierungs- und / oder Konzernrecht, auch wenn das diesem Staat definitiv recht wĂ€re.

FĂŒr Ole Lando galt seine Arbeit bei der Handelslobby „Unidroit“, der U.N.-Handelskonferenz, sowie in der „Commission on European Contract Law“ als ein großes Ganzes: als

„einem entstehenden jus commune, den Gospels fĂŒr ein zukĂŒnftiges Weltvertragsgesetz“

„an emerging jus commune, the gospels for the future world law of contract“

wie es Lando selbst in seinem Buch „Comparative Law and Lawmaking“ formulierte.

Dazu der Hinweis: das englische „law“ heißt nicht „Recht“, sondern „Gesetz“. Wer den Unterschied zwischen Rechtsstaaten und Regierungsstaaten kennt, kennt auch den Unterschied zwischen Recht und Gesetz.

Nun ist die Frage: Was ist die „EuropĂ€ische Union“? Deren Ende 2009 mit viel Tamtam mit dem Lissabon-Vertrag schließlich in Kraft beschlossenen „Grundrechte“ gelten nicht als unmittelbar wirkendes Recht. Nach Art.52 Abs.5. „können“ sie lediglich “umgesetzt” werden, aber nicht etwa gegen die RĂ€te eingeklagt.

Die „Grundrechte“ der „EuropĂ€ischen Union“ sind ein Vorbild fĂŒr alle BetrĂŒger und Marktextremisten: rechtliche Folklore.

Die 1976 von Ole Lando initiierte „Kommission fĂŒr europĂ€isches Vertragsgesetz“ („Commission on European Contract Law“) nutzte die 1992 gegrĂŒndete „EuropĂ€ische Union“, die zumindest hinsichtlich der osteuropĂ€ischen Staaten explizit als Auffangbecken des Einflussbereichs der untergegangenen Sowjetunion konzipiert worden war, um ihre „Grundregeln des europĂ€ischen Vertragsgesetzes“ (falsch ĂŒbersetzt mit „Grundregeln des europĂ€ischen Vertragsrechts“) zum „allgemeinen Kern des europĂ€ischen Systems“ zu machen, wie es Lando auch noch selbst in entsprechenden Buchveröffentlichungen anpries, was wiederum durch Wikipedia adaptiert wurde.

Noch ist das alles nicht unumkehrbar. Doch sind die „VorschlĂ€ge“ der Lando-Kommission bereits heute in das Rechtssystem aller E.U.-Mitgliedsstaaten eingesickert, u.a. in das BĂŒrgerliche Gesetzbuch BGB in Deutschland unter der Regierung Schröder-Fischer in 2002.

Sowohl die oben erwĂ€hnten „Grundregeln fĂŒr internationale Handelsregeln“ der „Unidroit“-Lobby, die „Konvention der Vereinten Nationen ĂŒber VertrĂ€ge fĂŒr den internationalen Verkauf von GĂŒtern“, die bisher 83 Staaten unterschrieben haben, als auch die heutigen „Grundregeln des europĂ€ischen Vertragsgesetzes sindTeil des Lex Mercatoria“. 

Wie der erneute Aufstieg und Einsickern des römisch-imperialen Lex Mercatoria in das Rechtswesen der „westlichen Demokratien“ Ende des 20. Jahrhunderts, maßgeblich im Zuge der „controlled demolition“ der klassischen Sozialdemokratie und Linken im U.S.-Einflussbereich, ĂŒber die BĂŒhne ging und wie weit die Zersetzung des klassischen Rechtsstaates bereits zu Anfang des Terrorkrieges fortgeschritten war, kann man in diesen drei finanzextremistischen Quellen verfolgen (1, 2, 3).

Aus den 1999 von der „EuropĂ€ischen Gemeinschaft“ adaptierten „Principles of European Contract Law“,(wie beschrieben falsch ĂŒbersetzt mit „Grundregeln des europĂ€ischen Vertragsrechts“):

„Artikel 1:101: Anwendung der Grundregeln

(1) Diese Grundregeln sind dazu gedacht, als allgemeine Regeln des Vertragsrechts in der EuropÀischen Union angewendet zu werden.

(2) Diese Grundregeln werden angewendet, wenn die Parteien sich darauf geeinigt haben, sie in ihren Vertrag aufzunehmen oder daß ihr Vertrag diesen Grundregeln unterliegen soll.

(3) Diese Grundregeln können angewendet werden, wenn die Parteien
(a) vereinbart haben, daß ihr Vertrag „allgemeinen RechtsgrundsĂ€tzen“, der „lex mercatoria“ oder Ă€hnlichen Regeln unterliegen soll; oder
(b) keine Rechtsordnung oder keine Rechtsregeln fĂŒr ihren Vertrag gewĂ€hlt haben.“

Das gesamte weltweite Interbankensystem, Libor („London Interbank Offered Rate“), Euribor („Euro Interbank Offered Rate“), etc, pp, ist ein von gesetz- und staatenlosen Raubrittern selbst geschaffenes eigenes System. Bei Streitigkeiten ziehen diese Raubritter keineswegs vor staatliche Gerichte. Sie ziehen vor eigene Schiedsgerichte und entscheiden nach eigenen Regeln, wie der „International Swaps and Derivatives Association“.

Das ist das „System“, welches mit „systemrelevant“ gemeint ist. Ein altes imperiales Modell der Ausbeutung des Menschen durch eine verschwindend kleine Gruppe von Menschen: ein Paradoxon, dass sich auflöst, wenn es bewusst wird.

 Wir sind SouverÀn

Berlin ist nicht Weimar. Wir sind souverĂ€n und entscheiden ĂŒber unsere Gesetze selber, bzw die Jammerlappen und Nichtsnutze, die „wir“ so dumm waren in ein Parlament zu wĂ€hlen, was rund 7 Monate im Jahr Urlaub macht. Unsere Verfassung steht ĂŒber jedem Beschluss auch dieses Parlaments und auch ĂŒber jedem Beschluss der Berliner Bundesregierung. Und es steht auch ĂŒber jedem Wahnsinn den unsere Regierung unterschreibt, ob in irgendwelchen RĂ€ten der U.N.O. in New York, der „EuropĂ€ischen Union“ in BrĂŒssel oder bei irgendwelchen Treffen der G-200 auf dem Mars.

Das ist das Wesen einer Republik. Gerade die Deutschen, nach drei Diktaturen und zwei Weltkriegen, sollten wissen, wozu das gut ist.

Zitat aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Lissabon-Vertrag vom 30. Juni 2009:

Weder die gleichberechtigte Integration in die EuropĂ€ische Union noch die EinfĂŒgung in friedenserhaltende Systeme wie die Vereinten Nationen bedeuten eine Unterwerfung unter fremde MĂ€chte. Es handelt sich vielmehr um freiwillige, gegenseitige und gleichberechtigte Bindung, die den Frieden sichert und die politischen Gestaltungsmöglichkeiten durch gemeinsames koordiniertes Handeln stĂ€rkt. Das Grundgesetz schĂŒtzt individuelle Freiheit – als Selbstbestimmung des Einzelnen – nicht mit dem Ziel, bindungslose Selbstherrlichkeit und rĂŒcksichtslose Interessendurchsetzung zu fördern. Gleiches gilt fĂŒr das souverĂ€ne Selbstbestimmungsrecht der politischen Gemeinschaft.“

Und damit Schluss.