9/11 in historischer Perspektive: Falsche Annahmen
Fortsetzung der Artikelreihe von Peter Dale Scott
Teil I â Terroristen auf dem Schachbrett
Teil II â Der gefĂ€lschte Krieg gegen den Terror: Wie die USA einige ihrer Feinde schĂŒtzten
Teil III â Das wahre GroĂe Schachbrett und die Profiteure des Kriegs
Teil IV – Das Doomsday-Projekt und Tiefenereignisse: JFK, Watergate, Iran-Contra und 9/11
Auf wenigen Seiten rekapituliert Peter Dale Scott einige Fakten ĂŒber die UrsprĂŒnge der al-Qaida-Bewegung. Mag es auch oftmals als âVerschwörungstheorieâ weggewischt werden: das, was mit dem Namen al-Qaida verbunden wird, ist immer und immer wieder bewusst in US-Geheimoperationen benutzt und stark gemacht worden.
Von Peter Dale Scott, Ăbersetzung Lars Schall
Die Ăbersetzung des nachfolgenden Artikels, der als Unterrichtung des US-Kongresses 2005 hier erschien, wurde von Peter Dale Scott ausdrĂŒcklich und persönlich fĂŒr LarsSchall.com autorisiert.
ZusĂ€tzlich zu diesem Artikel möchten wir empfehlen, auch den Essay âDer gefĂ€lschte Krieg gegen den Terror: Wie die USA einige ihrer Feinde schĂŒtztenâ von Peter Dale Scott zu lesen â und zwar hier.
Peter Dale Scott, einer der scharfsinnigsten und provokantesten Denker unserer Zeit, ist ein ehemaliger kanadischer Diplomat und Professor fĂŒr Englisch an der University of California, Berkeley. Der Sohn des bekannten kanadischen Dichters und Verfassungsrechtlers F.R. Scott und der Malerin Marian Dale Scott, der in Montreal, Kanada am 11. Januar 1929 geboren wurde, zog im Laufe der letzten Jahrzehnte eine Menge Aufmerksamkeit fĂŒr seine politisch-historischen Schriften an.
Scott studierte an der McGill University, Montreal und am University College, Oxford. Seine Dissertation schrieb er zum Thema âDie sozialen und politischen Ideen von T.S. Eliotâ. Er unterrichtete zunĂ€chst an der Sedbergh School und an der McGill University. Danach trat er in dem kanadischen Department of External Affairs (1957-1961) und der kanadischen Botschaft in Warschau, Polen (1959-1961) bei. Ins akademische Leben zurĂŒckkehrend, lehrte Peter Dale Scott 30 Jahre lang an der University of California, ehe er 1994 emeritierte.
Seine Prosa-BĂŒcher umfassen u. a.:
The War Conspiracy (1972)
Crime and Cover-Up: The CIA, the Mafia, and the Dallas-Watergate Connection (1977)
Einleitung zu Henrik Krugers The Great Heroin Coup: Drugs, Intelligence, & International Fascism (1980)
The Iran-Contra Connection (in Zusammenarbeit, 1987)
Cocaine Politics: Drugs, Armies, and the CIA in Central America (in Zusammenarbeit, 1991, 1998)
Deep Politics and the Death of JFK (1993, 1996)
Oswald, Mexico, and Deep Politics (1994, 2013)
Drugs, Oil and War (2003)
The Road to 9/11: Wealth, Empire and the Future of America (2007)
The War Conspiracy: JFK, 911, and the Deep Politics of War (2008 Neuauflage und Erweiterung der Ausgabe von 1972)
American War Machine: Deep Politics, the CIA Global Drug Connection, and the Road to Afghanistan (2010)
Seine wichtigsten GedichtbĂ€nde sind die drei BĂ€nde der Trilogie âSeculumâ:
Coming to Jakarta: A Poem About Terror (1989)
Listening to the Candle: A Poem on Impulse (1992)
Minding the Darkness: A Poem for the Year 2000 (2000)
ZusÀtzlich hierzu veröffentlichte er:
Crossing Borders: Selected Shorter Poems (1994)
Mosaic Orpheus (2009)
Tilting Point (2011)
In seinen Prosa-BĂŒchern ist Scott besonders daran interessiert, die so genannte âTiefenpolitikâ / âDeep Politicsâ zu untersuchen. Er definiert âDeep Politicsâ auf diese Weise: âAll jene politischen Praktiken und Arrangements, absichtlich oder nicht, die im öffentlichen Diskurs eher verdrĂ€ngt, statt anerkannt werden.â Damit verbunden sind âTiefenereignisseâ / âDeep Eventsâ, die Scott als âdie traumatischen und unerwarteten Episodenâ definiert, âdie in unserer Geschichte immer wieder vorkommen und sie grundlegend verĂ€ndern, allerdings immer zum Schlimmeren. Diese âTiefenereignisseâ können niemals angemessen untersucht oder verstanden werden, weil sie eine geheimdienstliche Dimension aufweisen, die sowohl seitens der Regierung, als auch seitens der etablierten Medien zu einem gesellschaftlich auferlegten Mantel des Schweigens fĂŒhrt.â
Scotts eigene Website findet sich unter: www.peterdalescott.net.
9/11 in historischer Perspektive: Falsche Annahmen
Tiefenpolitik: Drogen, Ăl, verdeckte Operationen und Terrorismus â ein Briefing fĂŒr die Mitarbeiter des US-Kongresses
von Peter Dale Scott
Die Amerikaner sind ĂŒber die UrsprĂŒnge der al-Qaida-Bewegung, die fĂŒr die 9/11-Angriffe verantwortlich gemacht wird, ernsthaft irregefĂŒhrt worden, so wie sie ernsthaft ĂŒber die GrĂŒnde fĂŒr Amerikas Invasion des Irak in die Irre gefĂŒhrt worden sind.
Die Wahrheit ist, dass die Vereinigten Staaten sich mindestens zwei Jahrzehnte lang in energischen verdeckten Programmen engagiert haben, um die US-Kontrolle ĂŒber den Persischen Golf zu sichern, und auch, um Zentralasien fĂŒr die Entwicklung durch US-Ălunternehmen zu öffnen. Die Amerikaner waren bestrebt, Zugang zu den Erdölreserven im Kaspischen Becken zu erlangen, die zu dieser Zeit noch immer als âdie gröĂten bekannten Reserven ungenutzten Kraftstoffs in der Weltâ eingeschĂ€tzt wurden. [1]
Zu diesem Zweck haben US-Geheimoperationen in der Region immer und immer wieder sogenannte âarabische Afghanenâ-Krieger als Assets verwendet; die Dschihadisten, die wir lose mit dem Namen und der FĂŒhrung von al-Qaida verbinden. [2] In einem Land nach dem anderen waren diesen âarabischen Afghanenâ am Handel afghanischen Heroins beteiligt.
Amerikas Sponsoring von mit Drogen handelnden muslimischen Kriegern, einschlieĂlich denen, die jetzt in al-Qaida sind, reicht zum Afghanistan-Krieg von 1979 bis 1989 zurĂŒck, teilweise durch die Verbindungen der CIA zur drogengeldwaschenden Bank of Credit und Commerce International (BCCI ) gefördert. [3] Dies war Teil der Strategie von CIA-Direktor Casey, um verdeckte Operationen ĂŒber und oberhalb der von einem demokratisch-kontrollierten Kongress genehmigten und finanzierten Operationen zu starten.
Das auffĂ€lligste Beispiel fĂŒr diese Allianz mit DrogenhĂ€ndlern in den 1980er Jahren war die Contra-UnterstĂŒtzungs-Operation. Hier fĂŒllten abermals auslĂ€ndische Gelder und Drogen-Gewinne die LĂŒcke, nachdem der Kongress durch die sogenannten Boland-Ănderungen Finanzmittel verweigert hatte; in diesem Fall wurden staatliche Mittel verwendet, um das amerikanische Volk ĂŒber die Contras anzulĂŒgen. [4] Dem folgte eine massive Vertuschung, bei der der damalige Kongressabgeordnete Lee Hamilton, der spĂ€ter in der 9/11-Kommission saĂ, eine dubiose Rolle spielte. [5]
Das LĂŒgen geht weiter. Der 9/11-Kommissionsbericht versichert den Amerikanern, dass: âBin Ladin und seine Kameraden hatten ihre eigenen Quellen der UnterstĂŒtzung und Ausbildung, und sie erhielten wenig oder gar keine Hilfe von den Vereinigten Staatenâ. [6] Diese irrefĂŒhrende Aussage berĂŒcksichtigt nicht, dass:
1) Al-Qaida-Elemente betrĂ€chtliche indirekte US-Regierungs-UnterstĂŒtzung erhielten, zuerst in Afghanistan bis 1992, und danach in anderen LĂ€ndern wie Aserbaidschan (1992-95). Vor 1992 organisierte und bewirtete zum Beispiel der afghanische FĂŒhrer Haqqani Jallaladin die arabischen Afghanen-Freiwilligen, die spĂ€ter als al-Qaida bekannt wurden; und Haqqani âerhielt jeden Monat Taschen mit Geld von der [CIA-] Station in Islamabadâ. [7] Die arabischen Afghanen wurden auch in stĂ€dtischem Terrorismus trainiert, darunter Autobomben, und zwar von pakistanischen ISI-Agenten, die wiederum von der CIA ausgebildet worden waren. [8]
2) Wichtigen Mitgliedern des Netzwerks, das zu al-Qaida wurde, wie Scheich Omar Abdel Rahman, Ali Mohamed, Mohamed Jamal Khalifa und dem Hijacker-AnfĂŒhrer Mohammed Atta wurden Visa zur Einreise in die Vereinigten Staaten gewĂ€hrt, obwohl sie des Terrorismus verdĂ€chtigt wurden. [9] FuĂsoldaten von al-Qaida wurden ebenfalls fĂŒr die Ausbildung im Rahmen eines Sonder-Visa-Programms in die Vereinigten Staaten gelassen. [10]
3) In Fort Belvoir, Virginia, wurde einem al-Qaida-FunktionĂ€r eine Liste muslimischer Kandidaten fĂŒr al-Qaidas Dschihad gegeben. [11]
4) Als al-Qaida-Personal in den Vereinigten Staaten durch einen wichtigen al-Qaida-FunktionÀr trainiert wurde, Sergeant Ali Mohamed von den US Army Special Forces, stand Mohamed noch immer auf der Gehaltsliste der US-Armee. [12]
5) Wiederholt wurden al-Qaida-Terroristen von FBI-Beamten vor Ermittlungen und der Strafverfolgung geschĂŒtzt. [13]
Zum Teil geschah Amerikas begrenzte verdeckte UnterstĂŒtzung der al-Qaida nach 1989, um nicht die zwei HauptunterstĂŒtzer al-Qaidas gegen sich aufzubringen, die Amerika als VerbĂŒndete benötigte: die Geheimdienstnetzwerke von Saudi-Arabien und Pakistan. Aber zweifelsohne wurde der Einstieg von US-Ălgesellschaften im ölreichen Aserbaidschan durch die Hilfe eines US-organisierten verdeckten Programms erreicht, das âarabische Afghanenâ-Agenten benutzte, die mit bin Laden assoziiert waren. Ăl war die treibende Kraft des US-Engagements in Zentral- und SĂŒdasien, und Ăl fĂŒhrte zur US-Koexistenz sowohl mit al-Qaida, als auch mit dem weltbeherrschenden afghanischen Heroinhandel.
Dies bringt uns zu einer weiteren auĂergewöhnlichen Verzerrung im 9/11-Report:
âWĂ€hrend der Drogenhandel eine Einkommensquelle fĂŒr die Taliban war, diente er nicht dem gleichen Zweck fĂŒr al-Qaida, und es gibt keine zuverlĂ€ssigen Beweise, dass bin Laden am Drogenhandel beteiligt war oder sein Geld dadurch verdiente.â [14]
Dass der Drogenhandel mit al-Qaida verbundene Operationen unterstĂŒtzt, wurde von den Regierungen von GroĂbritannien und vielen anderen europĂ€ischen LĂ€ndern sowie vom Chef der US Congressional Task Force on Terrorism energisch geltend gemacht. Der Heroinhandel ist insbesondere fĂŒr die mit al-Qaida verbundenen Krieger in Tadschikistan, Usbekistan, Aserbaidschan, Tschetschenien und Kosovo eine Einnahmequelle gewesen. Vor kurzem hat er TerroranschlĂ€ge in den Niederlanden und Spanien unterstĂŒtzt.
Die US-UnterstĂŒtzung fĂŒr al-Qaida-Elemente, insbesondere in Aserbaidschan und im Kosovo, hat den Strom von Heroin nach Westeuropa und in die Vereinigten Staaten dramatisch erhöht.
Das Beispiel Aserbaidschan
In der ehemaligen Sowjetrepublik Aserbaidschan haben arabische Afghanen bei den BemĂŒhungen der US-Ălunternehmen, die Region zu durchdringen, deutlich geholfen. 1991-92 tauchten Richard Secord, Heinie Aderholt und Ed Dearborn, drei Veteranen der US-Operationen in Laos und in Iran-Contra, in Baku unter dem Deckmantel einer Ălgesellschaft, MEGA Oil, auf. [15] MEGA fand niemals Ăl, hat aber wesentlich zur Entfernung Aserbaidschans aus der post-sowjetischen Einfluss-SphĂ€re Russlands beigetragen.
Als MEGA-FunktionĂ€re in Aserbaidschan engagierten sich Secord, Aderholt, Dearborn und ihre MĂ€nner in der militĂ€rischen Ausbildung, gaben âbraune Taschen, die mit Bargeld gefĂŒllt warenâ, an Mitglieder der Regierung weiter, und vor allem entwickelten sie eine Fluggesellschaft nach dem Modell von Air America, die bald Hunderte von Mudschaheddin-Söldner in Afghanistan abholte. [16] (Secord und Aderholt behaupten, Baku verlassen zu haben, ehe die Mudschaheddin angekommen waren.) In der Zwischenzeit wurde der Mudschaheddin-FĂŒhrer Gulbuddin Hekmatyar, der zu der Zeit noch mit bin Laden verbĂŒndet war, in Afghanistan âbeim Rekrutieren von afghanischen Söldnern [d.h. arabischen Afghanen] beobachtet, um in Aserbaidschan gegen Armenien und seine russischen VerbĂŒndeten zu kĂ€mpfen.â [17] Zu dieser Zeit flutete Heroin aus Afghanistan durch Baku nach Tschetschenien, Russland, und sogar Nordamerika. [18] Es fĂ€llt schwer, daran zu glauben, dass MEGAs Fluggesellschaft (Ă€hnlich wie Air America) nicht daran beteiligt war. [19]
Die Dreifach-Muster von Drogen, Ăl und al-Qaida wurde abermals im Kosovo 1998 gesehen, wo die von al-Qaida gestĂŒtzten islamistischen Dschihadisten der Kosovo-Befreiungsarmee (Kosovo Liberation Army, KLA) offene amerikanische UnterstĂŒtzung von der US-Regierung erhielten. [20] Obwohl in den Mainstream-BĂŒchern ĂŒber den Krieg unerwĂ€hnt, werden sowohl die al-Qaida-, als auch die Drogen-HintergrĂŒnde der KLA von Experten anerkannt und wurden meines Wissens nach noch nie von ihnen bestritten. [21]
Obwohl die UrsprĂŒnge der Tragödie im Kosovo in lokalen Feindschaften verwurzelt waren, waren Ăl und Drogen wichtig fĂŒr das Ergebnis. Zu der Zeit erhoben Kritiker den Vorwurf, dass US-Ăl-Interessen daran interessiert waren, eine Trans-Balkan-Pipeline mit dem Schutz der US-Army zu bauen; obwohl diese Kritiker zunĂ€chst lĂ€cherlich gemacht wurden, wurde schlieĂlich erwiesen, dass sie richtig gelegen hatten. [22] BBC News verkĂŒndete im Dezember 2004, dass die Regierungen von Albanien, Bulgarien und Mazedonien einer Pipeline im Wert von $ 1.2 Milliarden Dollar sĂŒdlich einer riesigen neuen US-MilitĂ€rbasis im Kosovo grĂŒnes Licht gaben. [23] Bis zum Jahr 2000 machte unterdes nach DEA-Statistiken afghanisches Heroin fast 20 Prozent des Heroins aus, das in den Vereinigten Staaten beschlagnahmt wurde â beinah das Doppelte des Prozentsatzes vier Jahre zuvor. Viel davon wird von Kosovo-Albanern vertrieben. [24]
Stabsunteroffizier Ali Mohamed und die US-Geheimdienst-Verbindungen zur Al-Qaida-FĂŒhrung
Der Bericht beschreibt Ali Mohamed als âeinen ehemaligen Ă€gyptischen Armeeoffizier, der in der Mitte der 1980er Jahre in die USA gezogen war, in die US-Armee eintrat, und ein Lehrer in Fort Bragg wurdeâ â und auch, dass er bei der Planung des Bombenanschlags auf die US-Botschaft in Kenia half. TatsĂ€chlich war Ali Mohamed ein wichtiger al-Qaida-Agent, der, wie der 9/11- Kommission gesagt wurde, âdie meisten in der FĂŒhrungsspitze al-Qaidas trainierteâ, darunter âPersonen, die spĂ€ter die World Trade Center-Bombardierung 1993 durchfĂŒhren solltenâ. [25] Aber die Person, die der 9/11-Kommission dieses mitteilte, US-Staatsanwalt Patrick J. Fitzgerald, stellte Ali Mohameds Beziehung zum FBI falsch dar. Er erklĂ€rte der Kommission, dass: âVon 1994 bis zu seiner Verhaftung 1998 lebte [Mohamed] als amerikanischer StaatsbĂŒrger in Kalifornien, der sich fĂŒr Jobs als FBI-Ăbersetzer bewarb und als Wachmann fĂŒr ein RĂŒstungsunternehmen arbeitete.â [26]
Ali Mohamed war nicht nur ein FBI-Job-Bewerber. Zweifellos war er ein FBI-Informant, mindestens von 1993 an, und vielleicht von 1989 an. [27] Und fast sicher war er etwas mehr. Als ein Veteran der von der CIA ausgebildeten LeibwĂ€chter des Ă€gyptischen PrĂ€sidenten Anwar Sadat war er in der Lage, obwohl er sich auf einer Beobachtungsliste des State Department befand, 1984 nach Amerika zu kommen, und zwar durch das, was ein FBI-Berater âein Visa-Programm, das von der CIA gesteuert wurdeâ, bezeichnet hat, und er erhielt einen Job, zunĂ€chst als Sicherheitsoffizier, dann bei den US Special Forces. [28] 1988 nahm er einen langen Urlaub von der US-Armee und ging zum Kampf nach Afghanistan, wo er sich mit Ayman al-Zawahiri (spĂ€terhin bin Ladens stellvertretender Chef in al-Qaida) und der FĂŒhrung der âafghanischen Araberâ traf. [29] Trotzdem war er in der Lage, ein Jahr spĂ€ter eine ehrenhafte Entlassung zu erhalten, wonach er engen Kontakt mit bin Laden in Afghanistan aufnahm.
Ali Mohamed kam sichtlich in den Genuss von US-Schutz: 1993, als er von der RCMP in Kanada festgenommen wurde, sicherte ein einziger Anruf in die USA seine Freilassung. Dies ermöglichte ihm, im gleichen Jahr eine Rolle bei der Planung der Bombardierung der US-Botschaft in Kenia im Jahre 1998 zu spielen. [30]
Der Kongress sollte die wahre Beziehung der US-Regierung zu Ali Mohamed klĂ€ren, der bin Laden und vor allem Zawahiri, der der âHauptakteurâ in 9/11 genannt wurde, nahe gestanden hatte. [31] (Al Zawahiri wird oftmals als der raffiniertere Mentor des jĂŒngeren bin Laden beschrieben.) [32] Insbesondere sollte der Kongress ermitteln, warum Patrick Fitzgerald sich dazu entschied, das amerikanische Volk ĂŒber Mohameds FBI-Status irrezufĂŒhren.
Kurz gesagt, wurde das al-Qaida-Terrornetzwerk, das der 9/11-Angriffe bezichtigt wird, durch US-Geheimdienstprogramme und verdeckte Operationen wĂ€hrend und nach dem sowjetischen Afghanistan-Krieg unterstĂŒtzt und vergröĂert. Der Kongress sollte seine Entscheidung ĂŒberdenken, den Behörden noch mehr Befugnisse und Budget zu gewĂ€hren, die fĂŒr die Förderung dieses Feindes ĂŒberhaupt verantwortlich sind.
VernĂŒnftige Stimmen aus der muslimischen Welt machen geltend, dass die beste Antwort auf Terrorismus kein Krieg ist, sondern Gerechtigkeit. Wir sollten auf sie hören. Durch den Einsatz ihrer Energien, um die Ungerechtigkeiten zu reduzieren, die den Islam quĂ€len, werden die Vereinigten Staaten mehr tun, um den Terrorismus zu verringern, als durch die Schaffung einer beliebigen Anzahl von neuen Direktoraten in Washington.
Quellenangaben:
[1] Michael Griffin, Reaping the Whirlwind: The Taliban Movement in Afghanistan (London: Pluto Press, 2001), 115. Exploration in the 1990s has considerably downgraded these estimates.
[2] Western governments and media apply the term âal Qaedaâ to the whole ânetwork of co-opted groupsâ who have at some point accepted leadership, training and financing from bin Laden (Jason Burke, Al-Qaeda: The True Story of Radical Islam [London: I.B. Tauris, 2004], 7-8). From a Muslim perceptive, the term âAl Qaedaâ is clumsy, and has led to the targeting of a number of Islamist groups opposed to bin Ladenâs tactics. See Montasser al-Zayyat, The Road to Al-Qaeda: The Story of Bin LÄdenâs Right-Hand Man [London: Pluto Press, 2004], 100, etc.).
[3] Peter Truell and Larry Gurwin, False Profits: The Inside Story of BCCI, the Worldâs Most Corrupt Financial Empire (Boston: Houghton Mifflin, 1992), 132; Peter Dale Scott, Drugs, Oil, and War (Lanham, MD: Rowman & Littlefield, 2003), 42.
[4] Robert Parry, Secrecy & Privilege: Rise of the Bush Dynasty from Watergate to Iraq (Arlington, VA: Media Consortium, 2004), 213-28, 235-39, 245-47.
[5] For Hamiltonâs role on the conspiratorial whitewashing of contra drug activities, see Jonathan Marshall, Peter Dale Scott, and Jane Hunter, The Iran-Contra Connection: Secret Teams and Covert Operations in the Reagan Era (Boston: South End Press, 1987), 179-81. At least eight men in the current Bush Administration were criticized for their roles in Iran-Contra, including two (Poindexter and Abrams)who were convicted.
[6] 9/11 Commission Report, 56.
[7] Steve Coll, Ghost Wars: The Secret History of the CIA, Afghanistan, and Bin Laden, from the Soviet Invasion to September 10, 2001 (New York: Penguin Press, 2004), 157 (hosted); George Crile, Charlie Wilsonâs War: The Extraordinary Story of the Largest Covert Operation in History (New York: Atlantic Monthly Press, 2003), 521 (bags).
[8] George Crile, Charlie Wilsonâs War (New York: Atlantic Monthly Press, 2003), 335 (car bombings); Steve Coll, Washington Post, 7/19/92 (ISI/CIA).
[9] Rahman was issued two visas, one of them âby a CIA officer working undercover in the consular section of the American embassy in Sudanâ (Peter L. Bergen, Holy War, Inc.: Inside the Secret World of Osama bin Laden [New York: Free Press, 2001], 67; cf. 218 (Khalifa). FBI consultant Paul Williams writes that Mohamed âsettled in America on a visa program controlled by the CIAâ ((Paul L. Williams, Al Qaeda: Brotherhood of Terror [[Upper Saddle River, NJ]: Alpha/ Pearson Education, 2002], 117). Others allegedly admitted despite being on the State Department watch list include Mohammed Atta and possibly Ayman al-Zawahiri (Nafeez Mosaddeq Ahmed, The War on Truth: 9/11, Disinformation, and the Anatomy of Terrorism [Northampton, MA: Olive Branch Press, 2005], 205, 46).
[10] Former State Department officer Michael Springmann, BBC 2, 11/6/01; Ahmed, War on Truth, 10.
[11] US v.. Sheikh Omar Abdel Rahman et al, Federal Court, SDNY, Testimony of Rodney Hampton-El, 8/3/95.
[12] Peter Lance, Cover Up: What the Government Is Still Hiding about the War on Terror [New York: Regan Books/ HarperCollins, 2004], 25); Andrew Marshall, Independent, 11/1/98, http://billstclair.com/911timeline/1990s/independent110198.html: âMr. Mohamed, it is clear from his record, was working for the U.S. government at the time he provided the training: he was a Green Beret, part of Americaâs Special ForcesâŠ. A confidential CIA internal survey concluded that it was âpartly culpableâ for the World Trade Centre bomb, according to reports at the time.â Williams writes that Mohamedâs âprimary task as a U.S. soldier was to train Muslims to fight the Soviets in Afghanistanâ (Williams, Al Qaeda: Brotherhood of Terror. 117). Cf. 9/11 Commission Report, 68.
[13] The most prominent example was the blocking by David Frasca at FBI HQ of the investigation of Zacarias Moussaoui under the Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA). Frasca also failed to act on the July 2001 request from the Phoenix FBI office urging a systematic review of Muslim students at U.S. flight schools (Ahmed, War on Truth, 251-57).
[14] 9/11 Commission Report, 171. This statement is one-sided and misleading. But so is the opposite claim of Yossef Bodansky: âThe annual income of the Taliban from the drug trade is estimated at $8 billion. Bin Laden administers and manages these funds â laundering them through the Russian mafiaâŠâ (Bodansky, Bin Laden, 315).
[15] Thomas Goltz, Azerbaijan Diary: A Rogue Reporterâs Adventures in an Oil-Rich, War-Torn, Post-Soviet Republic (Armonk, NY: M. E. Sharpe, 1999), 272-75. A fourth operative in MEGA Oil, Gary Best, was also a veteran of Northâs Contra support effort. For more on General Secordâs and Major Aderholtâs role as part of Ted Shackleyâs team of off-loaded CIA assets and capabilities, see Marshall, Scott, and Hunter, The Iran-Contra Connection, 26-30, 36-42, 197-98.
[16] Goltz, Azerbaijan Diary, 272-75; Peter Dale Scott, Drugs, Oil, and War (Lanham, MD: Rowman & Littlefield, 2003), 7. As part of the airline operation, Azeri pilots were trained in Texas. Dearborn had previously helped Secord advise and train the fledgling Contra air force (Marshall, Scott, and Hunter, The Iran-Contra Connection, 197). Richard Secord was allegedly attempting also to sell Israeli arms, with the assistance of Israeli agent David Kimche, another associate of Oliver North. See Scott, Drugs, Oil, and War, 7, 8, 20. Whether the Americans were aware of it or not, the al Qaeda presence in Baku soon expanded to include assistance for moving jihadis onwards into Dagestan and Chechnya.
[17] Cooley, Unholy Wars, 180; Scott, Drugs, Oil, and War, 7. These important developments were barely noticed in the U.S. press, but a Washington Post article did belatedly note that a group of American men who wore âbig cowboy hats and big cowboy bootsâ had arrived in Azerbaijan as military trainers for its army, followed in 1993 by âmore than 1,000 guerrilla fighters from Afghanistanâs radical prime minister, Gulbuddin Hekmatyar.â (Washington Post, 4/21/94). The Azeri âAfghan Brigadeâ was formally dissolved in 1994, after which it focused more on sabotage and terrorism (Cooley, Unholy Wars, 181).
[18] Cooley, Unholy Wars, 176.
[19] As the 9/11Commission Report notes (58), the bin Laden organization established an NGO in Baku, which became a base for terrorism elsewhere. It also became a transshipment point for Afghan heroin to the Chechen mafia, whose branches âextended not only to the London arms market, but also throughout continental Europe and North America (Cooley, Unholy Wars, 176).
[20] See Lewis Mackenzie (former UN commander in Bosnia), âWe Bombed the Wrong Side?â National Post, 4/6/04: âThose of us who warned that the West was being sucked in on the side of an extremist, militant, Kosovo-Albanian independence movement were dismissed as appeasers. The fact that the lead organization spearheading the fight for independence, the Kosovo Liberation Army (KLA), was universally designated a terrorist organization and known to be receiving support from Osama bin Ladenâs al-Qaeda was conveniently ignoredâŠ.The Kosovar Albanians played us like a Stradivarius violin. We have subsidized and indirectly supported their violent campaign for an ethnically pure Kosovo. We have never blamed them for being the perpetrators of the violence in the early 1990s, and we continue to portray them as the designated victim today, in spite of evidence to the contrary. When they achieve independence with the help of our tax dollars combined with those of bin Laden and al-Qaeda, just consider the message of encouragement this sends to other terrorist-supported independence movements around the world.â Cf. John Pilger, New Statesman, 12/13/04.
[21] ââMany members of the Kosovo Liberation Army were sent for training in terrorist camps in Afghanistan,â said James Bissett, former Canadian ambassador to Yugoslavia and an expert on the Balkans. `Milosevic is right. There is no question of their participation in conflicts in the Balkans. It is very well documentedâ (National Post, 3/15/02, http://www.nationalpost.com/news/world/story.html?f=/stories/20020315/344843.html) (Anm.d.Red.: Dokumentation des Artikels auf Global Research). Cf. Frank Ciluffo of the Globalized Organized Crime Program, in testimony presented to the House of Representatives Judicial Committee (12/13/00): âWhat was largely hidden from public view was the fact that the KLA raise part of their funds from the sale of narcotics.â Contrast e.g. Michael Ignatieff, Virtual War : Kosovo and Beyond (New York: Metropolitan/ Henry Holt, 2000), 13: âthe KLA, at first a small band of poorly trained and amateurish gunmen.â For the al Qaeda background to the UCK and its involvement in heroin-trafficking, see also Marcia Christoff Kurop, âAl QaedaÂŽs Balkan Links,â Wall Street Journal Europe, 11/1/01. âAccording to Michel Koutouzis, the DEAâs website once contained a section detailing Kosovar trafficking, but a week before the U.S.-led bombings began, the section disappearedâ (Peter Klebnikov, âHeroin Heroes,â Mother Jones, January/February 2000, http://www.motherjones.com/news/feature/2000/01/heroin.html).
[22] George Monbiot, Guardian, 2/15/01.
[23] BBC News, 12/28/04. Those who charged that such a pipeline was projected were initially mocked but gradually vindicated (Guardian, 2/15/01; Scott, Drugs, Oil, and War, 34). See also Marjorie Cohn, âNato Bombing of Kosovo: Humanitarian Intervention or Crime against Humanity?â International Journal for the Semiotics of Law, March 2002, 79-106.
[24] Klebnikov, âHeroin Heroes,â Mother Jones, January/February 2000.
[25] Cf. 9/11 Commission Report, 68.
[26] Patrick Fitzgerald, Testimony before 9/11 Commission, June 16, 2004, http://www.9-11commission.gov/hearings/hearing12.htm, emphasis added.
[27] Fitzgerald must have known he was dissembling. Even the mainstream account by Daniel Benjamin and Steven Simon (The Age of Sacred Terror [New York: Random House, 2002], 236) records that âWhen Mohamed was summoned back from Africa in 1993 [sic, Mohamed in his confession says 1994] to be interviewed by the FBI in connection with the case against Sheikh Rahman and his coconspirators, he convinced the agents that he could be useful to them as an informant.â Cf. Lawrence Wright, New Yorker, 9/16/02: âIn 1989âŠMohamed talked to an F.B.I. agent in California and provided American intelligence with its first inside look at Al Qaeda.â Larry C. Johnson, a former State Department and CIA official, faulted the FBI publicly for using Mohamed as an informant, when it should have recognized that the man was a high-ranking terrorist plotting against the United States. In Johnsonâs words, âItâs possible that the FBI thought they had control of him and were trying to use him, but whatâs clear is that they did not have controlâ (San Francisco Chronicle, 11/04/01).
[28] Lance, 1000 Years, 30 (Watch List); Williams, Al Qaeda: Brotherhood of Terror, 117 (visa program); Bergen, Holy War, Inc., 128 (security officer).
[29] Yossef Bodansky, Bin Laden: The Man Who Declared War on America (New York: Random House/Prima, 2001), 106; cf. Richard H. Shultz, Jr. and Ruth Margolies Beitler, Middle East Review of International Affairs, June 2004, http://meria.idc.ac.il/journal/2004/issue2/jv8n2a6.html. In 1995 Mohamed accompanied Ayman al-Zawahiri of Islamic Jihad, already effectively merged with al-Qaeda, on a secret fund-raising trip through America (Bodansky, Bin Laden, 105; Peter L. Bergen, Holy War, Inc. [New York: Free Press, 2001], 201).
[30] Cf. 9/11 Commission Report, 68. The Globe and Mail later concluded that Mohamed âwas working with U.S. counter-terrorist agents, playing a double or triple game, when he was questioned in 1993â (Globe and Mail, 11/22/01, http://www.mail-archive.com/hydro@topica.com/msg00224.html).
[31] al-Zayyat, The Road to Al-Qaeda, 98: âI am convinced that [Zawahiri] and not bin Laden is the main player in these events.â In contrast the 9/11 Commission Report (151) assigns no role to Zawahiri in the 9/11 plot. Was Mohamed in touch with Zawahiri at this time? The San Francisco Chronicle has written that âuntil his arrest in 1998 [by which time the 9/11 plot was already under way], Mohamed shuttled between California, Afghanistan, Kenya, Somalia and at least a dozen other countriesâ (San Francisco Chronicle, 10/21/01).
[32] Burke, Al-Qaeda, 150.
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Dieser Artikel erschien bereits auf LarsSchall.com. Die Veröffentlichung erfolgte mit ausdrĂŒcklicher Genehmigung von Lars Schall.
