Das Doomsday-Projekt und Tiefenereignisse: JFK, Watergate, Iran-Contra und 9/11

Teil I – Terroristen auf dem Schachbrett
Teil II – Der gefĂ€lschte Krieg gegen den Terror: Wie die USA einige ihrer Feinde schĂŒtzten
Teil III – Das wahre Große Schachbrett und die Profiteure des Kriegs

Peter Dale Scott bespricht in diesem Essay vier große und schlecht verstandene Ereignisse – und die gemeinsame Klammer hinter diesen Tiefenereignissen: die Notfallplanung des Doomsday-Projekts, „um das Weiße Haus und das Pentagon wĂ€hrend und nach einem Atomkrieg oder einer anderen großen Krise in Gang zu halten.“

Von Peter Dale Scott, Übersetzung Lars Schall

Die Übersetzung des nachfolgenden Essays, der im Original unter der Überschrift “The Doomsday Project and Deep Events: JFK, Watergate, Iran-Contra, and 9/11“ hier auf The Asia-Pacific Journal erschien, wurde von Peter Dale Scott ausdrĂŒcklich und persönlich fĂŒr LarsSchall.com autorisiert.

Peter Dale Scott, einer der scharfsinnigsten und provokantesten Denker unserer Zeit, ist ein ehemaliger kanadischer Diplomat und Professor fĂŒr Englisch an der University of California, Berkeley. Der Sohn des bekannten kanadischen Dichters und Verfassungsrechtlers F.R. Scott und der Malerin Marian Dale Scott, der in Montreal, Kanada am 11. Januar 1929 geboren wurde, zog im Laufe der letzten Jahrzehnte eine Menge Aufmerksamkeit fĂŒr seine politisch-historischen Schriften an.

Scott studierte an der McGill University, Montreal und am University College, Oxford. Seine Dissertation schrieb er zum Thema “Die sozialen und politischen Ideen von T.S. Eliot”. Er unterrichtete zunĂ€chst an der Sedbergh School und an der McGill University. Danach trat er in dem kanadischen Department of External Affairs (1957-1961) und der kanadischen Botschaft in Warschau, Polen (1959-1961) bei. Ins akademische Leben zurĂŒckkehrend, lehrte Peter Dale Scott 30 Jahre lang an der University of California, ehe er 1994 emeritierte.

Seine Prosa-BĂŒcher umfassen u. a.:

The War Conspiracy (1972)
Crime and Cover-Up: The CIA, the Mafia, and the Dallas-Watergate Connection (1977)
Einleitung zu Henrik Krugers The Great Heroin Coup: Drugs, Intelligence, & International Fascism (1980)
The Iran-Contra Connection (in Zusammenarbeit, 1987)
Cocaine Politics: Drugs, Armies, and the CIA in Central America (in Zusammenarbeit, 1991, 1998)
Deep Politics and the Death of JFK (1993, 1996)
Oswald, Mexico, and Deep Politics (1994, 2013)
Drugs, Oil and War (2003)
The Road to 9/11: Wealth, Empire and the Future of America (2007)
The War Conspiracy: JFK, 911, and the Deep Politics of War (2008 Neuauflage und Erweiterung der Ausgabe von 1972)
American War Machine: Deep Politics, the CIA Global Drug Connection, and the Road to Afghanistan (2010)

Seine wichtigsten GedichtbĂ€nde sind die drei BĂ€nde der Trilogie “Seculum”:

Coming to Jakarta: A Poem About Terror (1989)
Listening to the Candle: A Poem on Impulse (1992)
Minding the Darkness: A Poem for the Year 2000 (2000)

ZusÀtzlich hierzu veröffentlichte er:

Crossing Borders: Selected Shorter Poems (1994)
Mosaic Orpheus (2009)
Tilting Point (2011)

In seinen Prosa-BĂŒchern ist Scott besonders daran interessiert, die so genannte “Tiefenpolitik“ / “Deep Politics” zu untersuchen. Er definiert “Deep Politics” auf diese Weise: “All jene politischen Praktiken und Arrangements, absichtlich oder nicht, die im öffentlichen Diskurs eher verdrĂ€ngt, statt anerkannt werden.“ Damit verbunden sind “Tiefenereignisse” / “Deep Events”, die Scott als “die traumatischen und unerwarteten Episoden” definiert, “die in unserer Geschichte immer wieder vorkommen und sie grundlegend verĂ€ndern, allerdings immer zum Schlimmeren. Diese ‘Tiefenereignisse’ können niemals angemessen untersucht oder verstanden werden, weil sie eine geheimdienstliche Dimension aufweisen, die sowohl seitens der Regierung, als auch seitens der etablierten Medien zu einem gesellschaftlich auferlegten Mantel des Schweigens fĂŒhrt.”

Scotts eigene Website findet sich unter: www.peterdalescott.net.

Das Doomsday-Projekt und Tiefenereignisse: JFK, Watergate, Iran-Contra und 9/11
von Peter Dale Scott

„Ich weiß, dass die FĂ€higkeit, um die Tyrannei in Amerika komplett zu machen, da ist, und wir mĂŒssen dafĂŒr sorgen, dass diese Behörde [die National Security Agency] und alle Behörden, die diese Technologie besitzen, im Rahmen des Gesetzes und unter Aufsicht operieren, so dass wir nie ĂŒber diesen Abgrund hinaus gehen. Das ist der Abgrund, von dem aus es keine RĂŒckkehr gibt.”

– Senator Frank Church (1975)

Ich möchte vier große und schlecht verstandene Ereignisse besprechen – das John-F.- Kennedy-Attentat, Watergate, Iran-Contra und 9/11. Ich werde diese Tiefenereignisse als Teil eines tieferen politischen Prozesses analysieren, der sie verbindet; ein Prozess, der dazu beigetragen hat, repressive Macht in Amerika auf Kosten der Demokratie aufzubauen.

In den letzten Jahren habe ich ĂŒber eine dunkle Kraft hinter diesen Ereignissen gesprochen – eine Kraft, die ich in Ermangelung eines besseren Begriffs unbeholfen als „tiefen Staat” bezeichnete –, welche sowohl innerhalb, als auch außerhalb des öffentlichen Staates operiert. Heute möchte ich erstmals einen Teil dieser dunklen Kraft identifizieren, ein Teil, der fĂŒr fĂŒnf Jahrzehnte oder mehr am Rande des öffentlichen Staates operierte. Dieser Teil der dunklen Kraft hat einen Namen, der nicht von mir erfunden wurde: das Doomsday-Projekt*, der Name des Pentagons fĂŒr die Notfallplanung, „um das Weiße Haus und das Pentagon wĂ€hrend und nach einem Atomkrieg oder einer anderen großen Krise in Gang zu halten.“ (1)

Mein Standpunkt ist ein einfacher und wichtiger: zu zeigen, dass das Doomsday-Projekt der 1980er Jahre und die frĂŒhere Notfallplanung, die sich in sie entwickelte, eine Rolle im Hintergrund aller Tiefenereignisse spielte, die ich diskutieren werde.

Noch bedeutsamer ist, dass es ein Faktor hinter allen drei störenden Ereignissen ist, die jetzt die amerikanische Demokratie bedrohen. Der erste dieser drei ist das, was man die Umstellung unserer Wirtschaft in eine Plutonomie genannt hat – mit der zunehmenden Trennung Amerikas in zwei Klassen, in die Besitzenden und die Besitzlosen, der eine Prozent und die 99 Prozent. Der zweite ist Amerikas zunehmende Militarisierung und vor allem die Neigung, die mehr und mehr zur Routine wird und vorhersehbar ist, in entlegenen Regionen der Welt Kriege zu fĂŒhren oder sie zu provozieren. Es ist klar, dass die Operationen der amerikanischen Kriegsmaschinerie dem einen Prozent gedient haben. (2)

Der dritte – mein Thema heute – ist der wichtige und zunehmend schĂ€dliche Einfluss struktureller Tiefenereignisse auf die amerikanische Geschichte: mysteriöse Ereignisse, wie die Ermordung von JFK, der Watergate-Einbruch oder 9 /11, die die amerikanische Sozialstruktur verletzen, einen großen Einfluss auf die amerikanische Gesellschaft haben, wiederholt Gesetzesbruch oder Gewalt beinhalten, und die in vielen FĂ€llen von einer unbekannten dunklen Kraft ausgehen.

Es gibt eine Reihe von Analysen des aktuellen Zerfalls Amerikas in Bezug auf Einkommens- und Vermögensunterschiede, auch in Bezug auf Amerikas zunehmende Militarisierung und seinen Kriegszustand. Was ich heute tun werde, ist neu, denke ich: zu argumentieren, dass sowohl die Einkommensunterschiede – oder was unsere Plutonomie genannt wurde –, als auch die Kriegslust durch Tiefenereignisse erheblich gefördert worden sind.

Wir mĂŒssen verstehen, dass die Einkommensunterschiede der aktuellen US-Wirtschaft nicht das Ergebnis von MarktkrĂ€ften waren, die unabhĂ€ngig von politischen Interventionen arbeiten. Zum großen Teil ist sie durch einen systematischen und bewusst fortfahrenden politischen Prozess hervorgetreten, der zu den Ängsten der sehr Wohlhabenden in den 1960er und 1970er Jahren zurĂŒckgeht, dass ihnen die Kontrolle des Landes entglitt.

Dies war die Zeit, in der der zukĂŒnftige Richter am Obersten Gerichtshof Lewis Powell in einem Memorandum aus dem Jahre 1971 davor warnte, dass das Überleben des freien Unternehmertums von „sorgfĂ€ltiger langfristiger Planung und Umsetzung” einer gut finanzierten Reaktion auf die Bedrohungen der Linken abhing. (3) Diese Warnung wurde von einer anhaltenden Offensive der Rechten beantwortet, von Think Tanks aufwĂ€ndig koordiniert und von einer kleinen Gruppe von Familienstiftungen finanziert. (4) Wir sollten uns daran erinnern, dass all dies eine Reaktion auf schwere Unruhen in Newark, Detroit und anderswo war, und dass von der Linken zunehmend Aufrufe zur Revolution kamen (in Europa und auch in Amerika). Ich werde den Schwerpunkt heute auf die Reaktion der Rechten auf diese Herausforderung und auf die Rolle der Tiefenereignisse bei der Förderung ihrer Reaktion legen.

Was an dem Powell-Memorandum wichtig war, war weniger das Dokument selbst als die Tatsache, dass es von der Handelskammer der Vereinigten Staaten in Auftrag gegeben worden war, einer der einflussreichsten und am wenigsten diskutierten Lobbygruppen in Amerika. Und das Memorandum war nur eines von vielen Zeichen fĂŒr den sich entwickelnden Klassenkrieg in den 1970er Jahren, ein grĂ¶ĂŸerer Prozess, der sowohl innerhalb wie auch außerhalb der Regierung arbeitete (einschließlich dessen, was Irving Kristol eine „geistige Konterrevolution” nannte), der direkt zur sogenannten „Reagan-Revolution” fĂŒhrte. (5)

Es ist klar, dass dieser grĂ¶ĂŸere Prozess seit fast fĂŒnf Jahrzehnten durchgefĂŒhrt wird und Milliarden Dollar aus rechten Kreisen in den amerikanischen politischen Prozess pumpt. Was ich heute zeigen möchte, ist, dass Tiefenereignisse integraler Bestandteil dieser rechtsgerichteten Bestrebungen waren – von der Ermordung John F. Kennedys 1963 bis hin zu 9/11. 9/11 resultierte in der Anwendung der sogenannten „Planungen zur GewĂ€hrleistung der KontinuitĂ€t der Regierungsarbeit“ (Continuity of Government, COG), die bei den Anhörungen im Iran-Contra-Ausschuss 1987 noch als „Planungen zur Aussetzung der amerikanischen Verfassung“ bezeichnet wurden. Diese COG-PlĂ€ne, die auf frĂŒhere COG-Planungen aufbauten, waren seit 1982 sorgfĂ€ltig im sogenannten Doomsday-Projekt von einer geheimen Gruppe, die von Reagan ernannt worden war, entwickelt worden. Die Gruppe wurde von privaten und öffentlichen Persönlichkeiten, darunter Donald Rumsfeld und Dick Cheney, zusammengesetzt.

Ich werde versuchen, heute zu zeigen, dass 9/11 in dieser Hinsicht nur der Höhepunkt einer Folge von Tiefenereignissen war, die bis zurĂŒck zur Kennedy-Ermordung reichen, wenn nicht frĂŒher, und dass die Keime des Doomsday-Projekts hinter allen von ihnen festgestellt werden können.

Genauer gesagt werde ich versuchen, ĂŒber diese Tiefenereignisse aufzuzeigen, dass:

1) vorangegangenes bĂŒrokratisches Fehlverhalten seitens der CIA und Ă€hnlicher Behörden dazu beitrug, die Kennedy-Ermordung und 9/11 geschehen zu lassen;

2) die Folgen jedes dieser Tiefenereignisse eine Zunahme der UnterdrĂŒckungsmöglichkeiten fĂŒr dieselben Behörden umfasste, auf Kosten ĂŒberzeugender demokratischer Macht; (6)

3) es symptomatische Überschneidungen des Personals zwischen den TĂ€tern jedes dieser Tiefenereignisse und dem darauffolgenden gibt;

4) man in jedem Fall die Einbeziehung von Elementen des internationalen Drogenhandels sieht – was darauf hindeutet, dass unsere aktuelle Plutonomie zu einem gewissen Grad auch eine Narkonomie ist;

5) man im Hintergrund der jeweiligen Tiefenereignisse (und eine zunehmend wichtige Rolle spielend) das Doomsday-Projekt sieht – die parallele Notfallplanungsstruktur mit ihren eigenen Kommunikationsnetzwerken, die als ein Schattennetzwerk außerhalb der normalen RegierungskanĂ€le tĂ€tig ist.

Behördliches Fehlverhalten als ein Faktor sowohl der Kennedy-Ermordung, wie auch von 9/11

Sowohl das JFK-Attentat, als auch 9/11 wurden auf eine Weise inszeniert, die der Art entspricht, wie die CIA und das FBI ihre Akten ĂŒber die angeblichen HaupttĂ€ter dieser Ereignisse manipulierten (Lee Harvey Oswald im Falle dessen, was ich JFK nennen werde, und die angeblichen FlugzeugentfĂŒhrer Kahlid al-Mihdhar und Nawaf al-Hazmi im Falle von 9/11). Teil dieser BegĂŒnstigung war die Entscheidung eines FBI-Agenten, Martin Gheesling, am 9. Oktober 1963, Oswald von der Liste der Personen zu nehmen, die vom FBI ĂŒberwacht wurden. Dies war kurz nach Oswalds Verhaftung in New Orleans im August und seiner berichteten Reise nach Mexiko im September. Normalerweise hĂ€tten diese Entwicklungen Oswald zu einem Kandidaten fĂŒr eine verschĂ€rfte Überwachung machen mĂŒssen. (7)

Dieses Fehlverhalten ist paradigmatisch fĂŒr das Verhalten anderer Behörden, insbesondere der CIA, sowohl im Zusammenhang mit JFK, als auch mit 9/11. TatsĂ€chlich passt Gheeslings Verhalten nahtlos zum strĂ€flichen ZurĂŒckhalten von Informationen seitens der CIA gegenĂŒber dem FBI im selben Monat Oktober, denen zufolge sich Oswald in Mexiko-Stadt angeblich mit dem mutmaßlichen KGB-Agenten Walerij Kostikow getroffen hatte. (8) Dies half sicherzustellen, dass Oswald nicht unter Beobachtung gestellt wurde. TatsĂ€chlich beklagte sich der frĂŒhere FBI-Direktor Clarence Kelley in seinen Memoiren spĂ€terhin, diese Nichtweitergabe der Informationen sei der Hauptgrund dafĂŒr gewesen, warum Oswald am 22. November 1963 nicht unter Beobachtung gestanden habe. (9)

Eine noch unheilvollere Provokation im Jahre 1963 kam von der Army Intelligence, von der eine Einheit in Dallas nicht einfach Informationen ĂŒber Lee Harvey Oswald zurĂŒckhielt, sondern falsche Geheimdiensterkenntnisse herstellte, die entworfen schienen, um Vergeltungsmaßnahmen gegen Kuba zu provozieren. Ich nenne solche Provokationen Geschichten der Phase Eins; BemĂŒhungen, um Oswald als kommunistischen Verschwörer darzustellen (im Gegensatz zu den spĂ€teren Geschichten der Phase Zwei, ebenso falsch, die ihn als einen unzufriedenen EinzelgĂ€nger portraitierten). Ein auffĂ€lliges Beispiel fĂŒr eine solche Geschichte der Phase Eins ist ein Kabel vom Kommando der Vierten Armee in Texas, das einen Tipp eines Dallas-Polizisten meldete, der auch in einer Reserveeinheit des Armee-Geheimdienstes war:

„Der Stellvertretende Leiter Don Stringfellow, Geheimdienstabteilung, Polizeibehörde Dallas, teilte der 112. INTC [Geheimdienst-] Gruppe mit, dass Informationen, die man von Oswald erhielt, enthĂŒllten, dass er 1959 nach Kuba desertierte und eingetragenes Mitglied der Kommunistischen Partei ist.“ (10)

Dieses Kabel wurde am 22. November direkt an das US-Einsatzkommando in Fort MacDill in Florida, die fĂŒr einen möglichen Vergeltungsschlag gegen Kuba bestimmte Basis, weitergereicht. (11)

Das Kabel war kein vereinzelter Ausreißer. Es wurde von anderen falschen Phase-Eins-Geschichten aus Dallas ĂŒber Oswalds angebliches Gewehr unterstĂŒtzt, und speziell durch verknĂŒpfte falsche Übersetzungen von Marina Oswalds Zeugenaussage, um nahezulegen, dass Oswalds Gewehr in Dallas eines war, das er in Russland besessen habe. (12)

Diese letzten falschen Berichte, scheinbar unzusammenhĂ€ngend, lassen sich ebenfalls auf Don Stringfellows 448. Reserveeinheit des MilitĂ€rgeheimdienstes zurĂŒckverfolgen. (13) Der Dolmetscher, der als Erster die falsche Übersetzung der Äußerungen von Marina lieferte, Ilja Mamantov, wurde vom Erdölunternehmer Jack Crichton aus Dallas und dem stellvertretenden Polizeichef von Dallas, George Lumpkin, ausgewĂ€hlt. (14) Crichton und Lumpkin waren zugleich Chef beziehungsweise Stellvertreter der 448. Reserveeinheit des MilitĂ€rgeheimdienstes. (15) Chrichton war auch ein Rechtsextremist im Lager der Erdölunternehmer in Dallas: Er war TreuhĂ€nder der H.-L.-Hunt-Stiftung und Mitglied der American Friends of the Katanga Freedom Fighters, eine Gruppe, die gegrĂŒndet worden war, um Kennedys Politik im Kongo Widerstand zu leisten.

Wir mĂŒssen bedenken, dass einige der Stabschefs der US-Armee ĂŒber den Verlauf der Kuba-Krise 1962 sehr verĂ€rgert waren. Sie hatten gehofft, sie wĂŒrde zu einer Invasion Kubas fĂŒhren. Unter seinem neuen Vorsitzenden General Maxwell Taylor war der Generalstab noch im Mai 1963 der festen Überzeugung, dass „eine militĂ€rische Intervention in Kuba notwendig ist“. (16) Diese Haltung herrschte vor, obwohl Kennedy vor gerade einmal sechs Monaten Nikita Chruschtschow im Rahmen der Lösung der Kuba-Krise ausdrĂŒcklich (wenn auch sehr eingeschrĂ€nkt) zugesichert hatte, dass die USA nicht in Kuba einmarschieren wĂŒrden. (17) Das hielt die Abteilung J-5 des Generalstabes (die Abteilung fĂŒr Planungen und Politik) nicht davon ab, eine Übersicht „fabrizierter Provokationen“ hervorzubringen, „um ein militĂ€risches Eingreifen zu rechtfertigen.“ (18) (Ein vorgeschlagenes Beispiel “fabrizierter Provokationen” sah den „Einsatz von MIG-Typ-Flugzeugen durch US-Piloten zum 
 Angreifen von Versorgungsschiffen oder US-MilitĂ€r” vor. (19))

Die TĂ€uschungen ĂŒber Oswald, die aus Dallas kamen, setzten unmittelbar nach der Ermordung Kennedys ein; deshalb etablieren sie noch nicht, dass die Ermordung selbst eine Verschwörung nach dem Muster Provokation-TĂ€uschung war. Sie enthĂŒllen jedoch genug von der Anti-Castro-Geisteshaltung der 488. Reserveeinheit des MilitĂ€rgeheimdienstes in Dallas, um zu bestĂ€tigen, dass sie eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit der Geisteshaltung der J-5 im vorangegangenen Monat Mai aufweist – die Geisteshaltung, die ein MenĂŒ „fabrizierter Provokationen“ hervorbrachte, um Kuba anzugreifen. (Nach Angaben von Crichton gehörten „etwa 100 Personen zur [488. Reserveeinheit des MilitĂ€rgeheimdienstes], und etwa 40 oder 50 von ihnen arbeiteten in der Polizeibehörde von Dallas.“ (20))

Es kann kaum ein Zufall sein, dass wir dieses bĂŒrokratische Fehlverhalten vom FBI, der CIA und dem MilitĂ€r sehen, den drei Behörden, mit denen Kennedy ernste Meinungsverschiedenheiten in seiner verkĂŒrzten PrĂ€sidentschaft hatte. (21) SpĂ€ter werde ich in diesem Essay den Erdölunternehmer Jack Crichton aus Dallas mit den Notfallplanungen 1963 in Verbindung bringen, aus denen das Doomsday-Projekt wurde.

Analoges bĂŒrokratisches Fehlverhalten im Fall von 9/11

Vor 9/11 hielt die CIA in den Jahren 2000-2001 vor dem FBI abermals schamlos entscheidende Hinweise zurĂŒck; Hinweise, die, wenn sie geteilt worden wĂ€ren, dazu gefĂŒhrt hĂ€tten, dass das FBI zwei der angeblichen EntfĂŒhrer, Khalid al-Mihdhar und Nawaz al-Hazmi, ĂŒberwacht hĂ€tte. Dieses anhaltende ZurĂŒckhalten von Hinweisen provozierte einen FBI-Agenten dazu, im August 2001 zutreffend vorherzusagen, “eines Tages wird jemand sterben.“ (22) Nach 9/11 sagte ein anderer FBI-Agent: „Sie [die CIA] wollten nicht, dass sich das Bureau in ihre Angelegenheiten einmischte – deshalb sagten sie dem FBI nichts. 
 Und deshalb passierte der 11. September. Das ist es, warum es passiert ist. 
 Sie haben Blut an ihren HĂ€nden. Sie haben drei tausend Tote an ihren HĂ€nden.” (23) Der Einbehaltung relevanter Hinweise durch die CIA vor 9/11 (die sich nach ihren eigenen Regeln bereitzustellen verpflichtet war), zeigte sich die NSA in diesem Fall ebenbĂŒrtig. (24)

Ohne dieses ZurĂŒckhalten hĂ€tten sich weder das Kennedy-Attentat, noch 9/11 in der Art, wie sie es taten, entwickeln können. Wie ich in American War Machine schrieb, scheint es, dass Oswald (und spĂ€ter al-Mihdhar) zu einem gewissen frĂŒheren Zeitpunkt als vorbestimmte Zielpersonen fĂŒr eine Operation ausgewĂ€hlt worden war. Dies wĂŒrde zunĂ€chst nicht fĂŒr die Begehung eines Verbrechens gegen das amerikanische Gemeinwesen geschehen sein: im Gegenteil, wahrscheinlich wurden Schritte zur Vorbereitung unternommen, um Oswald in Verbindung mit einer Operation gegen Kuba und al-Mihdhar [vermute ich] fĂŒr eine Operation gegen al-Qaida vorzubereiten. Aber indem sich [nutzbare] Legenden um beide Figuren zu akkumulieren begannen, wurde es fĂŒr einige Leute möglich, die sanktionierte Operation in einen Mordplan umzuwandeln, der spĂ€ter vertuscht werden wĂŒrde. Ab diesem Zeitpunkt war Oswald (und analog dazu al-Mihdhar) nicht mehr lĂ€nger nur eine vorbestimmte Zielperson, sondern jetzt auch ein vorbestimmter TĂ€ter. (25)

Kevin Fenton ist in seinem erschöpfenden Buch Disconnecting the Dots zum gleichen Ergebnis bezĂŒglich von 9/11 gekommen: dass „der Zweck der Auskunftsverweigerung im Sommer 2001 der geworden war, die Angriffe voranschreiten zu lassen.“ (26) Er hat auch die Person, die vor allem fĂŒr das Fehlverhalten verantwortlich war, identifiziert: den CIA-Beamten Richard Blee, Chef der Bin Laden-Einheit der CIA. Blee war, wĂ€hrend Clinton noch PrĂ€sident war, einer von einer Fraktion innerhalb der CIA gewesen, die auf eine kriegerische CIA-Beteiligung in Afghanistan in Verbindung mit der afghanischen Nord-Allianz drĂ€ngten. (27) Dies geschah dann sofort nach 9/ 11, und Blee selbst wurde zum neuen Chief of Station in Kabul befördert. (28)

Wie das ZurĂŒckhalten von Hinweisen durch CIA und NSA im Zweiten Tonkin-Zwischenfall zum Krieg mit Nord-Vietnam beitrug

Ich erspare Ihnen die Details dieses ZurĂŒckhaltens, die in meinem Buch American War Machine auf den Seiten 200-02 gefunden werden können. Aber der Golf von Tonkin-Zwischenfall ist vergleichbar mit dem Kennedy-Attentat und 9/ 11, und zwar indem die Manipulation von Beweisen half, Amerika – in diesem Fall sehr schnell – in den Krieg zu fĂŒhren.

Historiker wie Fredrik Logevall haben mit der Bewertung des ehemaligen UnterstaatssekretĂ€rs George Ball ĂŒbereingestimmt, dass die US-Zerstörer-Mission im Golf von Tonkin, die in den Golf von Tonkin-ZwischenfĂ€llen mĂŒndete, „in erster Linie zur Provokation da war.” (29) Die Planung fĂŒr diese provokative Mission kam von der J-5 der Joint Chiefs of Staff, der gleichen Einheit, die 1963 bezĂŒglich Kuba berichtete, dass „(d)ie Planung einer Reihe von Provokationen, um eine militĂ€rische Intervention zu rechtfertigen, machbar (ist) und mit den verfĂŒgbaren Ressourcen erreicht werden (könnte).” (30)

Die UnterdrĂŒckung der Wahrheit durch NSA und CIA am 4. August stand im Kontext einer hochrangigen (aber umstrittenen) Entschlossenheit, Nord-Vietnam anzugreifen. In dieser Hinsicht ist der Tonkin-Zwischenfall bemerkenswert Ă€hnlich zur UnterdrĂŒckung der Wahrheit durch CIA und NSA, die zu 9/11 fĂŒhrte, als es wieder eine hochrangige (aber umstrittene) Entschlossenheit gab, in den Krieg zu ziehen.

Steigerungen repressiver Macht nach Tiefenereignissen

Alle oben besprochenen Tiefenereignisse haben zum kumulativen Anstieg von Washingtons repressiver Macht beigetragen. Es ist zum Beispiel klar, dass die Warren-Kommission das JFK-Attentat nutzte, um die Überwachung der Amerikaner durch die CIA zu erhöhen. Wie ich in Deep Politics schrieb, war dies das Ergebnis der

„umstrittenen Empfehlungen der Warren-Kommission, dass die inlĂ€ndischen Überwachungsaufgaben des Secret Service erhöht wĂŒrden (WR 25-26). Etwas unlogisch schloss der Warren-Bericht, dass Oswald allein gehandelt habe (WR 22) 
 und auch, dass der Secret Service, das FBI und die CIA die Überwachung von organisierten Gruppen enger koordinieren sollten (WR 463). Insbesondere empfahl er, dass der Secret Service eine computergestĂŒtzte Datenbank erwerben sollte, die mit der bereits von der CIA entwickelten kompatibel sein sollte.“ (31)

Dieses Muster sollte sich vier Jahre spĂ€ter mit der Ermordung von Robert Kennedy wiederholen. In den 24 Stunden zwischen den SchĂŒssen auf Bobby und seinem Tod, verabschiedete der Kongress hastig ein Gesetz – weit im Voraus ausgearbeitet (wie die Tonkin-Resolution von 1964 und der Patriot Act von 2001) –, das die geheimen MĂ€chte, die dem Secret Service im Namen des Schutzes von PrĂ€sidentschaftskandidaten gegeben waren, noch weiter vergrĂ¶ĂŸerten. (32)

Das war keine triviale oder harmlose VerĂ€nderung: aus diesem schnell berĂŒcksichtigten Gesetz, das unter Johnson verabschiedet wurde, flossen einige der schlimmsten AuswĂŒchse der Nixon-PrĂ€sidentschaft. (33)

Die VerĂ€nderung trug auch zum Chaos und der Gewalt bei der Democratic Convention von 1968 in Chicago bei. Agenten der geheimdienstlichen Überwachung der Armee, denen vom Secret Service geholfen wurde, waren in und außerhalb der Kongresshalle anwesend. Einige von ihnen hatten die sogenannten „Legion of Justice-SchlĂ€ger“ ausgestattet, „die vom Chicago Red Squad auf lokale Anti-Kriegsgruppen losgelassen wurden.” (34)

Auf diese Weise trugen die zusÀtzlichen geheimen MÀchte, die nach der Ermordung von Robert F. Kennedy verliehen wurden, zu den verheerenden Unruhen in Chicago bei, die die alte Demokratische Partei, welche die Gewerkschaften reprÀsentierte, effektiv zerstörten: die drei demokratischen PrÀsidenten, die seither gewÀhlt wurden, waren allesamt deutlich konservativer.

Sich auf Watergate und Iran-Contra konzentrierend, waren diese beiden Ereignisse auf einer Ebene RĂŒckschlĂ€ge fĂŒr die repressiven KrĂ€fte, die von Richard Nixon und dem Weißen Haus unter Reagan ausgeĂŒbt wurden, und nicht Erweiterungen von ihnen. Auf der oberflĂ€chlichen Ebene ist dies der Fall: beide Ereignisse fĂŒhrten zu Gesetzesreformen, die meiner These der erweiterten Repression zu widersprechen scheinen.

Wir mĂŒssen hier jedoch zwischen den zwei Jahren der Watergate-Krise und dem anfĂ€nglichem Watergate-Einbruch unterscheiden. Die Watergate Krise sah einen PrĂ€sidenten, der durch eine Reihe von KrĂ€ften zum RĂŒcktritt gezwungen wurde, die sowohl Liberale wie Konservative umfassten. Aber die SchlĂŒsselfiguren im anfĂ€nglichen Watergate-Einbruch selbst – Hunt, McCord, G. Gordon Liddy und ihren kubanischen VerbĂŒndeten –, standen alle weit rechts von Nixon und Kissinger. Und das Ergebnis ihrer Machenschaften wurde erst im so genannten Halloween-Massaker von 1975 abgeschlossen, als Kissinger als Nationaler Sicherheitsberater verdrĂ€ngt wurde und VizeprĂ€sident Nelson Rockefeller mitgeteilt bekam, dass er aus dem republikanischen Ticket fĂŒr 1976 herausfiel. Dieses große SesselrĂŒcken wurde von zwei anderen Rechten entwickelt: Donald Rumsfeld und Dick Cheney im Weißen Haus unter Gerald Ford. (35)

Dieser Tag im Jahre 1975 sah die dauerhafte Niederlage der sogenannten liberalen Rockefeller-Fraktion innerhalb der Republikanischen Partei. Sie wurde von der konservativen Goldwater-Casey-Fraktion ersetzt, die bald die Nominierung und die PrÀsidentschaft von Ronald Reagan gewann. (36) Diese wenig beachtete Palastrevolution trug zusammen mit anderen verwandten Intrigen in der Mitte der 1970er Jahre dazu bei, die Umwandlung Amerikas von einer kapitalistischen Wohlfahrtswirtschaft mit einer schrittweisen Senkung der Einkommens- und Vermögensungleichheit in eine finanzialisierte Plutonomie zu erreichen, in der diese Trends umgekehrt wurden. (37)

Auch bei Iran-Contra sehen wir eine tiefere Akkumulation repressiver Macht unterhalb der OberflĂ€che liberaler Reformen. Zu der Zeit feierte nicht nur die Presse, sondern feierten auch Akademiker wie ich die Beendigung der Hilfe fĂŒr die Contras in Nicaragua und den Sieg des Contadora-Friedensprozesses. Zu der Zeit wurde die Tatsache nicht generell bemerkt, dass zwar Oliver North aus dem Doomsday-Projekt entfernt wurde, dass die PlĂ€ne dieses Projekts fĂŒr die Überwachung, Inhaftierung und Militarisierung in den Vereinigten Staaten aber nach seinem Abgang weiterhin anwuchsen. (38)

Auch fiel nicht die Tatsache auf, dass der US-Kongress zwar die Hilfe fĂŒr eine kleine durch Drogen finanzierte Stellvertreterarmee der CIA kĂŒrzte, aber gleichzeitig die UnterstĂŒtzung der USA fĂŒr eine viel grĂ¶ĂŸere Koalition von Drogen finanzierten Stellvertreterarmeen in Afghanistan steigerte. (39) WĂ€hrend Iran-Contra die $ 32 Millionen bloßstellte, die Saudi-Arabien den Contras auf DrĂ€ngen von CIA-Direktor William Casey gegeben hatte, wurde kein Wort ĂŒber die $ 500 Millionen oder mehr verloren, die die Saudis, abermals auf DrĂ€ngen Caseys, im gleichen Zeitraum den afghanischen Mudschaheddin zugefĂŒhrt hatten. (40) In diesem Sinne kann das Iran-Contra-Drama im Kongress als ein Spiel der IrrefĂŒhrung gedacht werden, das die öffentliche Aufmerksamkeit von Amerikas viel intensiverem Engagement in Afghanistan ablenkte – eine verdeckte Politik, die sich seitdem zu Amerikas lĂ€ngstem Krieg entwickelte.

Wir sollten unser Bewusstsein von Iran-Contra erweitern, um darĂŒber als Iran-Afghanistan-Contra zu denken. Und wenn wir das tun, mĂŒssen wir anerkennen, dass die CIA in diesem komplexen und missverstanden Tiefenereignis die paramilitĂ€rische FĂ€higkeit in Afghanistan ausĂŒbte, die Stansfield Turner zu beenden versucht hatte, als er CIA-Direktor unter Jimmy Carter war. Dies war kurzgesagt ein Sieg fĂŒr die Fraktion von MĂ€nnern wie Richard Blee, dem BeschĂŒtzer von al-Mihdhar sowie BefĂŒrworter paramilitĂ€rischer AktivitĂ€ten der CIA in Afghanistan im Jahre 2000. (41)

Personelle Überschneidungen zwischen den aufeinanderfolgenden Tiefenereignissen

Ich werde niemals die Titelgeschichte der New York Times am 18. Juni 1972 vergessen, dem Tag nach dem Watergate-Einbruch. Es gab Fotos von den Watergate-Einbrechern, darunter eines von Frank Sturgis alias Fiorini, ĂŒber den ich schon etwa zwei Jahre zuvor in meinem unveröffentlichten Buchmanuskript The Dallas Conspiracy ĂŒber die Ermordung von JFK geschrieben hatte.

Sturgis war kein Niemand: er war ein ehemaliger Vertragsmitarbeiter der CIA, der auch gut mit den Mob-verbundenen ehemaligen Casino-Besitzern in Havana stand. (42) Meine frĂŒhen Schriften ĂŒber den Kennedy-Fall fokussierten sich auf die Verbindungen zwischen Frank Sturgis und einem kubanischen Anti-Castro-Trainingslager in der NĂ€he von New Orleans, an dem Oswald ein Interesse gezeigt hatte; ebenso auf Sturgis’ Beteiligung an falschen “Phase-Eins”-Geschichten, die Oswald als Teil einer kommunistischen kubanischen Verschwörung darstellten. (43)

Bei der Streuung dieser “Phase-Eins”-Geschichten im Jahre 1963 wurde Sturgis durch eine Reihe von Kubanern unterstĂŒtzt, die Teil der von der CIA unterstĂŒtzten Armee von Manuel Artime in Zentralamerika waren. Artimes Basis in Costa Rica wurde 1965 angeblich wegen seiner Verwicklung im Drogenhandel geschlossen. (44) In den 1980er Jahren waren einige dieser Exilkubaner in durch Drogen finanzierte FörderaktivitĂ€ten fĂŒr die Contras beteiligt. (45)

Der politische Mentor von Artimes MRR-Bewegung war der zukĂŒnftige Watergate-Plotter Howard Hunt; und Artime zahlte 1972 fĂŒr die Kaution der kubanischen Watergate-Einbrecher. Der Drogengeld-WĂ€scher RamĂłn MiliĂĄn RodrĂ­guez hat behauptet, 200.000 Dollar in bar an Artime geliefert zu haben, um einige der kubanischen Watergate-Einbrecher auszuzahlen; spĂ€ter leitete er zur UnterstĂŒtzung der Contras zwei MeeresfrĂŒchte-Unternehmen in Costa Rica, Frigorificos und Ocean Hunter, die Drogengelder wuschen. (46)

Es wird behauptet, dass sowohl Hunt, als auch McCord an Artimes InvasionsplĂ€ne von 1963 beteiligt waren. (47) Es war kein Zufall, glaube ich, dass die Organisation von Hunts SchĂŒtzling Artime im Drogenhandel aktiv wurde. Hunt hatte, wie ich an anderer Stelle argumentierte, Umgang mit einer US-Drogen-Verbindung seit seinem Posten in Mexiko-Stadt als OPC-Chef (Office of Policy Coordination) im Jahre 1950. (48)

McCord hatte aber nicht nur eine Vergangenheit in den Anti-Castro-AktivitĂ€ten des Jahres 1963, er war auch Teil des Notfallplanungsnetzwerks der Nation, das spĂ€ter so prominent im Hintergrund von Iran-Contra und 9/11 figurierte. McCord war ein Mitglied einer kleinen Air Force-Reserveeinheit in Washington, die dem Office of Emergency Preparedness (OEP) angeschlossen war; es hatte den Auftrag, „Listen von Radikalen zu erstellen und NotfallplĂ€ne fĂŒr die Zensur der Medien und der US-Post in der Zeit des Krieges zu entwickeln.” (49) Seine Einheit war Teil des Wartime Information Security Program (WISP), das die Verantwortung fĂŒr die Aktivierung der „NotfallplĂ€ne fĂŒr die VerhĂ€ngung von Zensurmaßnahmen ĂŒber die Presse, Post und alle Telekommunikation (einschließlich staatlicher Kommunikation) [und] der Sicherungsverwahrung von zivilen ,Sicherheitsrisiken‘, die in militĂ€rischen ,Lagern‘ interniert wĂŒrden.“ (50) Mit anderen Worten, das waren die PlĂ€ne, die in den 1980er Jahren als das Doomsday-Projekt bekannt wurden; jene Planungen zur KontinuitĂ€t der Regierungsarbeit, an denen Dick Cheney und Donald Rumsfeld 20 Jahre lang vor 9/11 zusammen gearbeitet hatten.

Ein gemeinsamer Nenner fĂŒr strukturelle Tiefenereignisse: Projekt Doomsday und COG

Die Teilnahme von McCord an einem Notfallplanungssystem, das mit Telekommunikation zu tun hatte, legt einen gemeinsamen Nenner im Hintergrund von fast allen Tiefenereignissen nahe, die wir erwĂ€gen. Oliver North, der OEP-Mann der Iran-Contra-Planung von Reagan-Bush, wurde auch in diese Planung einbezogen, und er besaß Zugang zum streng geheimen Doomsday-Kommunikationsnetzwerk der Nation. Norths Netzwerk, als Flashboard bekannt, „schloss andere BĂŒrokraten mit abweichenden Sichtweisen aus 
 [und] hatte sein eigenes spezielles, weltweites Anti-Terror-Computernetzwerk, 
 von dem aus die Mitglieder ausschließlich untereinander und mit ihren Mitarbeiter im Ausland kommunizieren konnten.” (51)

Flashboard wurde von North und seinen Vorgesetzten fĂŒr extrem sensible VorgĂ€nge eingesetzt, die vor anderen dubiosen oder feindlichen Teilen der BĂŒrokratie in Washington verborgen werden mussten. Diese Operationen schlossen die illegalen Waffenlieferungen in den Iran mit ein, aber auch andere AktivitĂ€ten, zum Teil noch nicht bekannt, vielleicht sogar gegen Olof Palmes Schweden. (52) Flashboard, Amerikas Notfallnetzwerk in den 1980er Jahren, war 1984-1986 der Name des Continuity of Government-Notfallnetzwerkes, an dem 20 Jahre lang zum Preis von Milliarden Dollar heimlich von einem Team geplant worden war, zu dem Cheney und Rumsfeld gehört hatten. An 9/11 wurde das gleiche Netzwerk durch die beiden MĂ€nner neu aktiviert, die an ihm so viele Jahre geplant hatten. (53)

Diese Doomsday-Planung kann aber bis zurĂŒck zu 1963 verfolgt werden, als Jack Crichton, der Leiter der 488. Army Intelligence Reserveeinheit von Dallas, ein Teil davon in seiner Eigenschaft als Chef des Geheimdienstes fĂŒr die Zivilverteidigung von Dallas war, die aus einem unterirdischen Notfallcenter heraus arbeitete. Wie Russ Baker berichtet: „Weil es fĂŒr die ,KontinuitĂ€t der Regierung‘ wĂ€hrend eines Angriffs bestimmt war, war [das Center] vollstĂ€ndig mit KommunikationsgerĂ€ten ausgestattet.” (54) Eine Rede, die bei der Einweihung des Zentrums im Jahre 1961 gehalten wurde, liefert weitere Details:

„Dieses Notfalloperationscenter [in Dallas] ist Teil des nationalen Plans, um Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden in einem Kommunikationsnetz zu verknĂŒpfen, von dem aus Rettungsmaßnahmen in der Zeit des lokalen oder nationalen Notfalls gelenkt werden können. Es ist ein wichtiger Teil des nationalen, bundesstaatlichen und lokalen Operational Survival Plan.“ (55)

Crichton war mit anderen Worten auch Teil von dem, was in den 1980er Jahren als das Doomsday-Projekt bekannt wurde, so wie James McCord, Oliver North, Donald Rumsfeld und Dick Cheney nach ihm. Aber im Jahre 1988 wurde das Ziel deutlich vergrĂ¶ĂŸert: nicht mehr lĂ€nger zur Vorbereitung fĂŒr einen Atomangriff, sondern nun fĂŒr die wirksame Aussetzung der amerikanischen Verfassung angesichts eines jeden Notfalls. (56) Diese Änderung im Jahre 1988 erlaubte es, dass COG im Jahr 2001 umgesetzt wurde. Zu dieser Zeit hatte sich das Doomsday-Projekt zu dem entwickelt, was die Washington Post „eine Schattenregierung“ nannte, „die sich auf der Basis langjĂ€hriger ,OperationskontinuitĂ€tsplĂ€ne‘ herausbildete.”

Es ist klar, dass das Office of Emergency Preparedness (OEP, von 1961-1968 als das Office of Emergency Planning bekannt gewesen) einen gemeinsamen Nenner fĂŒr SchlĂŒsselpersonal in praktisch allen strukturellen Tiefenereignisse, die hier diskutiert werden, bereitstellt. Dies ist weit entfernt davon, dass das OEP selbst (zusĂ€tzlich zu den hier behandelten Personen) bei der Erzeugung einer dieser Ereignisse beteiligt war. Aber ich glaube, dass das alternative Kommunikationsnetzwerk, das zuerst im OEP (spĂ€ter als Teil von Project 908) untergebracht war, eine bedeutende Rolle in mindestens drei von ihnen spielte: das JFK-Attentat, Iran-Contra und 9/11.

Dies ist am einfachsten im Fall von 9/11 zu zeigen, wo eingerĂ€umt wird, dass die COG-PlĂ€ne des Doomsday-Projekts von Cheney an 9/11 umgesetzt wurden, offenbar ehe das letzte der vier entfĂŒhrten Flugzeuge abgestĂŒrzt war. (58) Die 9/11-Kommission konnte keine Aufzeichnungen der wichtigen Entscheidungen von Cheney an diesem Tag sicherstellen, was darauf hindeutet, dass sie am „sicheren Telefon” im Tunnel gegeben wurden, der zum PrĂ€sidentenbunker fĂŒhrte – mit einer so hohen Klassifizierung versehen, dass die 9/11-Kommission die Telefonaufzeichnungen nie erhielt. (59) Vermutlich war dies ein COG-Telefon.

Es ist nicht klar, ob das „sichere Telefon” im Tunnel des Weißen Hauses dem Secret Service gehörte oder ob es (wie man erwarten könnte) Teil des sicheren Netzwerks der White House Communications Agency (WHCA) war. Wenn letzteres zutrĂ€fe, wĂŒrden wir einen auffĂ€lligen Zusammenhang zwischen 9/11 und dem JFK-Attentat haben. Die WHCA rĂŒhmt sich auf ihrer Website, dass die Behörde „ein wichtiger Akteur in der Dokumentation der Ermordung von PrĂ€sident Kennedy” gewesen sei. (60) Allerdings ist nicht klar, fĂŒr wen diese Dokumentation durchgefĂŒhrt worden war, da die WHCA-Protokolle und -Transkripte der Warren-Kommission tatsĂ€chlich verweigert wurden. (61)

Der Secret Service hatte einen tragbaren WHCA-Funk im ersten Auto des PrĂ€sidentenkorsos installiert. (62) Dieser wiederum stand in Kontakt mit dem Polizeifunk des Pilotenautos davor, in dem DPD-Deputy Chief Lumpkin von der 488. Army Intelligence-Reserveeinheit saß. (63) Die Aufzeichnungen der WHCA-Kommunikation gelangten nie zur Warren-Kommission, dem House Committee on Assassinations oder Assassination Records Review Board. (64) Somit können wir nicht sagen, ob sie einige der Anomalien auf den beiden KanĂ€len des Dallas Police Department erklĂ€ren wĂŒrden. Sie könnten zum Beispiel Licht auf den Anruf auf den BĂ€ndern der Dallas-Polizei bezĂŒglich eines VerdĂ€chtigen werfen, der genau die falsche GrĂ¶ĂŸe und das falsche Gewicht fĂŒr Oswald in seinen FBI- und CIA-Akten hatte. (65)

Noch heute leben wir unter dem Ausnahmezustand, der nach 9/11 durch PrĂ€sident Bush verkĂŒndet wurde. Zumindest einige der COG-Bestimmungen sind noch immer in Kraft und wurden sogar von Bush durch die Presidential Directive 51 im Mai 2007 ergĂ€nzt. Die PD-51 kommentierend, berichtete die Washington Post zu dieser Zeit:

„Nach den 2001-Angriffen beauftragte Bush etwa 100 hochrangigen zivile Manager [einschließlich Cheney], sich heimlich auf [COG-] Standorte außerhalb von Washington fĂŒr Wochen oder Monate zu bewegen, um das Überleben der Nation zu sichern; eine Schattenregierung, die sich auf der Basis langjĂ€hriger ,OperationskontinuitĂ€tsplĂ€ne‘ herausbildete.” (66)

Vermutlich brachte diese „Schattenregierung” solche langjĂ€hrigen COG-Projekte wie die Überwachung ohne richterlichen Beschluss zum Abschluss, zum Teil durch den Patriot Act, dessen umstrittene Bestimmungen bereits von Cheney und anderen implementiert wurden, ehe das Gesetz den Kongress am 12. Oktober 2001 erreichte. (67) Andere COG-Projekte, die umgesetzt wurden, beinhalteten die Militarisierung der heimischen Überwachung unter NORTHCOM und das Projekt Endgame des Department of Homeland Security – ein Zehn-Jahres-Plan zur Erweiterung von Gefangenenlager zu einem Preis von 400 Millionen US-Dollar allein im GeschĂ€ftsjahr 2007. (68)

Ich habe daher eine Empfehlung fĂŒr die Occupy-Bewegung, die zu Recht empört ist ĂŒber die plutonomischen Exzesse der Wall Street in den letzten drei Jahrzehnten. Es ist ein Aufruf zur Beendigung des Ausnahmezustands, der seit 2001 in Kraft ist und unter dem seit 2008 ein U.S. Army Brigade Combat Team permanent in den Vereinigten Staaten stationiert wurde, zum Teil um bereit zu sein, „um bei Unruhen und der Massenkontrolle zu helfen.” (69)

Demokratie-AnhĂ€nger mĂŒssen daran arbeiten, dass verhindert wird, dass die politische Krise, die sich jetzt in Amerika entwickelt, durch eine militĂ€rische Intervention gelöst wird.

Lassen Sie mich zum Schluss sagen, dass die amerikanische Politik seit einem halben Jahrhundert durch die ungelöste Frage der Kennedy-Ermordung eingeengt und verformt wurde. Laut einem Memo vom 25. November 1963 vom stellvertretenden Justizminister Nicholas Katzenbach war es wichtig, die Öffentlichkeit davon zu ĂŒberzeugen, dass „Oswald der Mörder war”, und dass „er keine VerbĂŒndeten hatte.” (70) Offensichtlich wurde diese PrioritĂ€t noch wichtiger, nachdem diese fragwĂŒrdigen Aussagen vom Warren-Bericht, dem US-Establishment und der Mainstream-Presse unterstĂŒtzt worden waren. Es ist seither eine peinliche PrioritĂ€t fĂŒr alle nachfolgenden Regierungen geblieben. Es gibt zum Beispiel einen Beamten in Obamas State Department (Todd Leventhal), dessen offizielle Aufgabe es war, die Theorie vom einzelnen VerrĂŒckten gegen sogenannte „Verschwörungstheoretiker” zu verteidigen. (71)

Wenn Oswald kein EinzeltĂ€ter war, dann sollte es uns nicht ĂŒberraschen, dass es eine KontinuitĂ€t zwischen denen gibt, die Berichte ĂŒber Oswald 1963 gefĂ€lscht haben, und diejenigen, die die amerikanische Politik durch nachfolgende Tiefenereignisse verzerrten, beginnend mit Watergate. Seit dem Tiefenereignis von 1963 ist die LegitimitĂ€t des politischen Systems der USA abhĂ€ngig von einer LĂŒge – eine LĂŒge, die nachfolgende Tiefenereignisse zu schĂŒtzen halfen. (72)

* Anmerkung des Übersetzers:

Doomsday bedeutet im Englischen so viel wie Weltuntergang, Tag des JĂŒngsten Gerichts.

Quellenangaben:

1 Tim Weiner, “The Pentagon’s Secret Stash,” Mother Jones Magazine Mar-Apr 1992, 26.

2 J.A. Myerson “War Is a Force That Pays the 1 Percent: Occupying American Foreign Policy,” Truthout, November 14, 2001, link. Cf. Peter Dale Scott, The Road to 9/11 (Berkeley: University of California Press, 2007), 6, etc.

3 Scott, Road to 9/11, 22, 29, 98.

4 Scott, Road to 9/11, 22, 97.

5 Scott, Road to 9/11, 21, 51-52; Kristol as quoted in Lewis H. Lapham, “Tentacles of Rage: The Republican Propaganda Mill, a Brief History,” Harper’s Magazine, September 2004, 36.

6 E.g. Peter Dale Scott, American War Machine, 204-05.

7 Peter Dale Scott, The War Conspiracy, 354.

8 Peter Dale Scott, Deep Politics II, 30-33; Scott, The War Conspiracy, 387; Scott, American War Machine, 152.

9 Clarence M. Kelley, Kelley: The Story of an FBI Director (Kansas City, MO:

Andrews, McMeel, and Parker, 1987), 268, quoted in Scott, The War Conspiracy (2008), 389.

10 Scott, Deep Politics, 275; Scott, Deep Politics II, 80, 129n; HSCA Critics Conference of 17 September 1977, 181, link. Stringfellow worked under Jack Revill in the Vice Squad of the DPD Special Services Bureau. As such he reported regularly to the FBI on such close Jack Ruby associates as James Herbert Dolan, a “known hoodlum and strong-arm man” on the FBI’s Top Criminal list for Dallas (Robert M. Barrett, FBI Report of February 2, 1963, NARA#124-90038-10026, 12 [Stringfellow]; cf. NARA#124-10212-10012, 4 [hoodlum], NARA#124-10195-10305, 9 [Top Criminal]). Cf. 14 WH 601-02 Ruby and Dolan]. Robert Barrett, who received Stringfellow’s reports to the FBI, had Ruby’s friend Dolan under close surveillance; he also took part in Oswald’s arrest at the Texas Theater, and claimed to have seen DPD Officer Westbrook with Oswald’s wallet at the site of the Tippit killing [Dale K. Myers, With Malice: Lee Harvey Oswald and the Murder of Officer J.D. Tippit (Milford, MI: Oak Cliff Press, 1998), 287-90]).

11 It was sent for information to Washington, which received it three days later (Scott, Deep Politics, 275; Scott, Deep Politics II, 80, 129n; Scott, War Conspiracy, 382).

12 Warren Commission Exhibit 1778, 23 WH 383. (Marina’s actual words, before mistranslation, were quite innocuous: “I cannot describe it [the gun] because a rifle to me like all rifles” (Warren Commission Exhibit 1778, 23 WH 383; discussion in Scott, Deep Politics, 168-72).

13 Stringfellow himself was the source of one other piece of false intelligence on November 22: that Oswald had confessed to the murders of both the president and Officer Tippit (Dallas FBI File DL 89-43-2381C; Paul L. Hoch, “The Final Investigation? The HSCA and Army Intelligence,” The Third Decade, 1, 5 [July 1985], 3),

14 9 WH 106; Scott, Deep Politics, 275-76; Russ Baker, Family of Secrets, 119-22.

15 Rodney P. Carlisle and Dominic J. Monetta, Brandy: Our Man in Acapulco (Denton, TX: University of North Texas Press, 1999), 128.

16 Joint Chiefs of Staff, “Courses of Action Related to Cuba (Case II),” Report of the J-5 to the Joint Chiefs of Staff, 1 May 1963, NARA #202-10002-10018, 12. Cf. pp. 15-16: “The United States should intervene militarily in Cuba and could (a) engineer provocative incidents ostensibly perpetrated by the Castro regime to serve as the cause of invasion
”

17 Robert Dallek, An Unfinished Life, 568; James A. Nathan, The Cuban missile crisis revisited, 283; Waldron and Hartmann, Legacy of Secrecy, 9.

[18 Joint Chiefs of Staff, “Courses of Action Related to Cuba (Case II),” Report of the J-5 to the Joint Chiefs of Staff, 1 May 1963, NARA #202-10002-10018, 12.

19 “Courses of Action Related to Cuba (Case II),” NARA #202-10002-10018, 20. I see nothing in this document indicating that the President should be notified that these “fabricated provocations” were false. On the contrary, the document called for “compartmentation of participants” to insure that the true facts were not leaked (“Courses of Action Related to Cuba (Case II),” NARA #202-10002-10018, 19).

20 Quoted in Baker, Family of Secrets, 122. One of these, DPD Detective John Adamcik, was a member of the party which retrieved a blanket said to have contained Oswald’s rifle; and which the Warren Commission used to link Oswald to the famous Mannlicher Carcano. Adamcik was later present at Mamantov’s interview of Marina about the rifle, and corroborated Mamantov’s account of it to the Warren Commission. There is reason to believe that Mamantov’s translation of Marina’s testimony was inaccurate (Scott, Deep Politics, 268-70, 276).

21 See James Douglass, JFK and the Unspeakable (Maryknoll, NY: Orbis Books, 2008).

22 9/11 Commission Report, 259, 271; Lawrence Wright, The Looming Tower:

Al-Qaeda and the Road to 9/11 (New York: Knopf, 2006), 352–54 (FBI agent).

23 James Bamford, A Pretext for War: 9/11, Iraq, and the Abuse of America’s Intelligence Agencies (New York: Doubleday, 2004, 224. For a fuller account of the CIA’s withholding before 9/11, see Kevin Fenton, Disconnecting the Dots; Rory O’Connor and Ray Nowosielski, “Insiders Voice Doubts about CIA’s 9/11 Story,” Salon, October 14, 2011, link.

24 Fenton, Disconnecting the Dots, 7-12, 142-47, etc.

25 Scott, American War Machine, 203.

26 Fenton, Disconnecting the Dots, 371, cf. 95. Quite independently, Richard Clarke, the former White House Counterterrorism Chief on 9/11, has charged that „There was a high-level decision in the CIA ordering people not to share information“ (Rory O’Connor and Ray Nowosielski, “Insiders Voice Doubts about CIA’s 9/11 Story,” Salon, October 14, 2011).

27 Coll, 467-69.

28 Fenton, Disconnecting the Dots, 107-08.

29 James Bamford, Body of Secrets, 201. Cf. Fredrik Logevall, Choosing War: The Lost Chance for Peace and the Escalation of War in Vietnam (Berkeley: University of California Press, 1999), 200, citing John Prados, The Hidden History of the Vietnam War (Chicago: Ivan R. Dee, 1995), 51.

30 “Courses of Action Related to Cuba (Case II),” Report of the J-5 to the Joint Chiefs of Staff, May 1, 1963, JCS 2304/189, NARA #202-10002-10018, link.

31 Peter Dale Scott, Deep Politics and the Death of JFK, 280.

32 Public Law 90-331 (18 U.S.C. 3056); discussion in Peter Dale Scott, Paul L.

Hoch, and Russell Stetler, The Assassinations: Dallas and Beyond (New York: Random

House, 1976), 443–46.

33 Army intelligence agents were seconded to the Secret Service, and at this time there was a great increase in their number. The Washington Star later explained that “the big build-up in [Army] information gathering
did not come until after the shooting of the Rev. Martin Luther King” (Washington Star, December 6, 1970; reprinted in Federal Data Banks Hearings, p. 1728).

34 George O’Toole, The Private Sector (New York: Norton, 1978), 145, quoted in

Scott, Deep Politics and the Death of JFK, 278–79.

35 Scott, Road to 9/11, 52-53.

36 Scott, Road to 9/11, 53-54.

37 Scott, Road to 9/11, 50-64.

38 Peter Dale Scott, “Northwards without North,” Social Justice (Summer 1989). Revised as “North, Iran-Contra, and the Doomsday Project: The Original Congressional Cover Up of Continuity-of-Government Planning,” Asia-Pacific Journal: Japan Focus, February 21, 2011.

39 Scott, Road to 9/11, 132.

40 Jonathan Marshall, Peter Dale Scott, and Jane Hunter, The Iran-Contra Connection, 13 (Contras); Richard Coll, Ghost Wars, 93-102 (mujahedin).

41 Richard Coll, Ghost Wars, 457-59, 534-36,

42 According to testimony from CIA Deputy Director Vernon Walters, only “Hunt and McCord had ever been CIA full-time employees. The others [including Sturgis] were contract employees for a short duration or a longer duration” (Watergate Hearings, 3427). Cf. Marshall, Scott, and Hunter, The Iran-Contra Connection, 45 (casino owners).

43 Peter Dale Scott, “From Dallas to Watergate,” Ramparts, December 1973; reprinted in Peter Dale Scott, Paul L. Hoch, and Russell Stetler, The Assassinations: Dallas and Beyond, 356, 363.

44 Peter Dale Scott, Crime and Cover-Up, 20.

45 Peter Dale Scott and Jonathan Marshall, Cocaine Politics, 25-32, etc.

46 Alexander Cockburn and Jeffrey St. Clair, Whiteout: The CIA, Drugs, and the Press (London: Verso, 1998), 308-09; Martha Honey, Hostile Acts: U.S. Policy in Costa Rica in the 1980s (Gainesville, FL: University Press of Florida, 1994), 368 (Frigorificos).

47 Tad Szulc, Compulsive Spy: The Strange Career of E. Howard Hunt (New York: Viking, 1974), 96-97.

48 Scott, American War Machine, 51-54. Hunt helped put together what became the drug-linked World Anti-Communist League. Artime’s Costa Rica base was on land whose owners were part of the local WACL chapter (Scott and Marshall, Cocaine Politics, 87, 220).

49 Woodward and Bernstein, All the President’s Men (New York: Simon and Schuster, 1974), 23

50 Jim Hougan, Secret Agenda (New York: Random House, 1984), 16, citing Department of Defense Directive 5230.7, June 25, 1965, amended May 21, 1971.

51 Peter Dale Scott, “North, Iran-Contra, and the Doomsday Project: The Original Congressional Cover Up of Continuity-of-Government Planning,” Asia-Pacific Journal: Japan Focus, February 21, 2011. Cf. Peter Dale Scott, “Northwards Without North: Bush, Counterterrorism, and the Continuation of Secret Power.” Social Justice (San Francisco), XVI, 2 (Summer 1989), 1-30; Peter Dale Scott, “The Terrorism Task Force.” Covert Action Information Bulletin, 33 (Winter 1990), 12-15.

52 Peter Dale Scott and Jonathan Marshall, Cocaine Politics: Drugs, Armies, and the CIA in Central America (Berkeley: University of California Press, 1998), 140-41, 242 (Iran, etc.); Ola Tunander, The secret war against Sweden: US and British submarine deception in the 1980s, 309 (Sweden).

53 Scott, Road to 9/11, 183-87.

54 Russ Baker, Family of Secrets, 121.

55 “Statement by Col. John W. Mayo, Chairman of City-County Civil Defense and Disaster Commission at the Dedication of the Emergency Operating Center at Fair Park,” May 24, 1961, link.

Six linear inches of Civil Defense Administrative Files are preserved in the Dallas Municipal Archives; a Finding Guide is viewable online here. I hope an interested researcher may wish to consult them.

56 Scott, Road to 9/11, 183-87.

57 Washington Post, May 10, 2007.

58 9/11 Report, 38, 326, 555n9; Peter Dale Scott, The Road to 9/11: Wealth, Empire, and the Future of America, 224.

59 Scott, Road to 9/11, 226-30. A footnote in the 9/11 Report (555n9) says:

“The 9/11 crisis tested the U.S. government’s plans and capabilities to ensure the continuity of constitutional government and the continuity of government operations. We did not investigate this topic, except as needed to understand the activities and communications of key officials on 9/11. The Chair, Vice Chair, and senior staff were briefed on the general nature and implementation of these continuity plans.”

The other footnotes confirm that no information from COG files was used to document the 9/11 report. At a minimum these files might resolve the mystery of the missing phone call which simultaneously authorized COG, and (in consequence) determined that Bush should continue to stay out of Washington. I suspect that they might tell us a great deal more.

60 “White House Communications Agency,” Signal Corps Regimental History, link.

61 The Warren Commission staff knew of the WHCA presence in Dallas from the Secret Service (17 WH 598, 619, 630, etc.).

62 Statement of Secret Service official Winston Lawson, 17 WH 630 (WHCA radio).

63 Pamela McElwain-Brown, “The Presidential Lincoln Continental SS-100-X,” Dealey Plaza Echo, Volume 3, Issue 2, 23, link (police radio); Scott, Deep Politics and the Death of JFK, 272-75 (Lumpkin).

64 In the 1990s the WHCA supplied statements to the ARRB concerning communications between Dallas and Washington on November 22 (NARA #172-10001-10002 to NARA #172-10000-10008). The Assassination Records Review Board also attempted to obtain from the WHCA the unedited original tapes of conversations from Air Force One on the return trip from Dallas, November 22, 1963. (Edited and condensed versions of these tapes had been available since the 1970s from the Lyndon Baines Johnson Library in Austin, Texas.) The attempt was unsuccessful: “The Review Board’s repeated written and oral inquiries of the White House Communications Agency did not bear fruit. The WHCA could not produce any records that illuminated the provenance of the edited tapes.” See Assassinations Records Review Board: Final Report, chapter 6, Part 1, 116, link. In November 2011 AP reported that Gen. Chester Clifton’s personal copy of the Air Force One recordings was being put up for sale, with an asking price of $500,000 (AP, November 15, 2011, link).

65 See Scott, War Conspiracy (2008), 347-48, 385-87.

66 Washington Post, May 10, 2007.

67 Dick Cheney, In My Time: A Personal and Political Memoir (New York: Threshold Editions, 2011), 348: “One of the first efforts we undertook after 9/11 to strengthen the country’s defenses was securing passage of the Patriot Act, which the president signed into law on [sic] October 2001.” Cf. “The Patriot Act, which the president signed into law on October 2001,″ link; “Questions and Answers about Beginning of Domestic Spying Program; link.

68 Scott, Road to 9/11, 236-45; Peter Dale Scott, “Is the State of Emergency Superseding our Constitution? Continuity of Government Planning, War and American Society,” November 28, 2010,

69 “Brigade homeland tours start Oct. 1,” Army Times, September 30, 2008, link. As part of the Army’s emergency plan GARDEN PLOT in the 1960s, there were until 1971 two brigades (4,800 troops) on permanent standby to quell unrest.

70 “Memorandum for Mr. Moyers” of November 25, 1963, FBI 62-109060, Section 18, p. 29, link. Cf. Nicholas Katzenbach, Some of It Was Fun (New York: W.W. Norton, 2008), 131-36.

71 Leventhal’s official title is (or was) “Chief of the Counter-Misinformation Team, U.S. Department of State” (link). In 2010 the U.S. State Department “launched an official bid to shoot down conspiracy theories
.The “Conspiracy Theories and Misinformation” page
 insists that Lee Harvey Oswald killed John F Kennedy alone, and that the Pentagon was not hit by a cruise missile on 9/11” Daily Record [Scotland], August 2, 2010, (link). The site still exists here, (“Conspiracy theories exist in the realm of myth, where imaginations run wild, fears trump facts, and evidence is ignored.”) The site still attacks 9/11 theories, but a page on the Kennedy assassination has been suspended (link). Cf. Robin Ramsay, “Government vs Conspiracy Theorists: The official war on “sick think,” Fortean Times, April 2010, link; “The State Department vs ‘Sick Think’

The JFK assassination, 9/11, and the Tory MP spiked with LSD,” Fortean Times, July 2010, link; William Kelly, “Todd Leventhal: The Minister of Diz at Dealey Plaza,” CTKA, 2010, link.

72 For Nixon’s sensitivity concerning the Kennedy assassination, and the way this induced him into some of the intrigues known collectively as Watergate, see e.g. Scott, Hoch, and Stetler, The Assassinations, 374-78; Peter Dale Scott, Crime and Cover-up (Santa Barbara, CA: Open Archive Press, 1993), 33, 64-66.

Dieser Artikel erschien bereits auf LarsSchall.com. Die Veröffentlichung erfolgte mit ausdrĂŒcklicher Genehmigung von Lars Schall.