„Die Linke“ fordert Sturz des Grundgesetzes und neue Verfassung

Die 2007 aus der PDS hervorgegangene Partei „Die Linke“ bezeichnet in einer von Gregor Gysi vorgestellten „Potsdamer ErklĂ€rung“ das Grundgesetz als „Provisorium fĂŒr die BRD“ das „zahlreiche Fragen unberĂŒcksichtigt“ lasse und verlangt dessen Sturz. Stattdessen solle, so „Die Linke“, nach Artikel 146 Grundgesetz eine neue Verfassung geschaffen werden.

Damit outet sich, wie von mir seit 2007 vielfach beschrieben, „Die Linke“ als Fantompartei eines Tiefen Staates in der Republik, der an ihrem Sturz arbeitet.

Dieser Angriff der Partei-„Linken“ auf das Grundgesetz ist im Kontext des laufenden Finanzputsches der Banken, des Internationalen WĂ€hrungsfonds, der Organe des Staatenbundes „EuropĂ€ische Union“ und etablierten Parteien in Deutschland gegen die europĂ€ischen Demokratien zu sehen, speziell die im WĂ€hrungsgebiet „Euro“.

KONTEXT

Im Sommer 2011 rannten die im internationalen Kartell „Institute of International Finance“ IIF organisierten Banken, mit ihrer durch IIF-Vorsitzenden Josef Ackermann auf der am 16.November 2009 auf der Euro Finance Week im Frankfurter Bankenviertel aufgestellten Forderung nach einem „Fonds“ auf „europĂ€ischer Ebene“ zur „Rekapitalisierung“ der Banken durch den „Staat als „AktionĂ€r der letzten Instanz“ in „systemischen Bankenkrisen“, gegen die Wand.

Konkret: sie rannten gegen das Grundgesetz, genauso wie ihre kleinen LaufbĂŒrschchen. (DER VERFALL DER “EUROPÄISCHEN UNION” (I) : Aufprall am Grundgesetz und radikaler Strategiewechsel)

Am 21. Mai 2010 hatte der Bundestag in von allen Fraktionen ermöglichter Sondergesetzgebung nach nur fĂŒnf Tagen einer zu diesem Zeitpunkt nicht einmal existierenden Zweckgesellschaft (der spĂ€tere EFSF-Fonds) einen Blankoscheck ĂŒber 123 Milliarden Euro deutsche Staatsgarantien erteilt, plus ggf. 25 Milliarden zusĂ€tzlich. Über diese Zweckgesellschaft lag zu diesem Zeitpunkt nicht einmal ein Vertragsentwurf vor – zumindest nicht dem Bundestag. Anschließend schloss die Bundesregierung mit der in Luxemburg gegrĂŒndeten Aktiengesellschaft EFSF einen Vertrag und weigerte sich, den Bundestag darĂŒber entscheiden zu lassen.

Das ausfĂŒhrende Gesetz, was am 21. Mai 2010 den Fonds EFSF schuf und die Installation der internationalen Staatsfinanzkontrollorganisation „EuropĂ€ischer Stabilisierungsmechanismus“ ESM vorbereitete: das „Stabilisierungsmechanismusgesetz“.

Das Bundesverfassungsgericht nahm sich ein Jahr Zeit, darĂŒber zu beraten. Am 7. September entschied es. Es entschied, grob gesagt, die Aufrechterhaltung der rudimentĂ€rsten Fundamente von parlamentarischer Demokratie, den Schutz vom Kernbereich des Grundgesetzes.

Dies löste in der Nomenklatura eine Schockwelle aus, schon bevor das Urteil am 7. September offiziell verkĂŒndet wurde.

Am 4. September verkĂŒndete der „Spiegel“ als Flaggschiff der Antidemokraten in Deutschland eine neue Agenda. Kanzlerin Angela Merkel und ex-Kanzler Gerhard Schröder gaben die Transformation des EU-Staatenbundes zu einem Einheitsstaat auf und propagierten stattdessen die Strategie eines „Kern-Europa“, mit „einer Art eigener Vertrag“, “eine Art doppelter EU”, “ein Europa der zwei Geschwindigkeiten”. Danach spricht Finanzminister Wolfgang SchĂ€uble am 6. September im Bundestag von „einer Weiterentwicklung durch institutionelle Reformen“ und in einem Gastartikel fĂŒr die „Financial Times“ von einer „StĂ€rkung der Architektur der Eurozone“ durch „tiefgreifende VertragsĂ€nderungen“.

Jean-Claude Trichet, zu diesem Zeitpunkt noch amtierender PrĂ€sident des unabhĂ€ngigen Frankfurter Euro-WĂ€hrungsdiktators EZB, spricht von einer “neuartigen Konföderation souverĂ€ner Staaten” und einer “föderaler Regierung mit einem föderalen Finanzminister”, der eine Gesamtsteuerung garantieren und Entscheidungen “vom Zentrum der Euro-Zone” treffen könne.

In den Tagen danach treten dann Verfassungsrichter Peter Michael Huber, der ehemalige PrĂ€sident von Republik und Verfassungsgericht Roman Herzog, der derzeitige PrĂ€sident des Bundesverfassungsgerichts Andreas Vosskuhle und der SPD-Bundesvorsitzende der SPD Sigmar Gabriel im GĂ€nsemarsch vor die Öffentlichkeit und konstatieren, daß vor einem neuen EU-Vertrag und der Abgabe der SouverĂ€nitĂ€t erst das Grundgesetz gestĂŒrzt und eine neue Verfassung beschlossen werden mĂŒsse. Das wiederum ginge nur durch eine Volksabstimmung. (25. September 2011, Nomenklatura akzeptiert Verfassung: Volksabstimmung vor neuem EU-Vertrag)

Der PrĂ€sident des Bundesverfassungsgerichts Andreas Vosskuhle in einem am 25.September erschienenen Interview mit der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”:

Frage: Könnte man die Budgethoheit des Bundestags teilweise europĂ€ischen Institutionen ĂŒbertragen?

Vosskuhle: FĂŒr eine Abgabe weiterer Kernkompetenzen an die EuropĂ€ische Union dĂŒrfte nicht mehr viel Spielraum bestehen. Wollte man diese Grenze ĂŒberschreiten, was politisch ja durchaus richtig und gewollt sein kann, mĂŒsste Deutschland sich eine neue Verfassung geben. DafĂŒr wĂ€re ein Volksentscheid nötig.“

Kurz zuvor hatte, offensichtlich in einem mit den Berliner Großparteien abgesprochenen Schritt, die mit der SPD in der „Party of European Socialists“ organisierte Pasok-Regierung Griechenlands am 20. September eine Volksabstimmung â€œĂŒber eine grundlegende Änderung der Verfassung” Griechenlands angekĂŒndigt.

Am 31. Oktober beginnt dann, peinlicherweise mit Ansage, ein wahrer GĂ€nsemarsch der Tontauben.

In Griechenland stellt sich Pasok-Premierminister Giorgos Papandreou vor die Öffentlichkeit (die ĂŒberrascht ist, weil sie sich weitgehend aus Personen zusammensetzt die nicht lesen können) und fordert eine Volksabstimmung in Griechenland fĂŒr eine neue Verfassung zugunsten des Euro-Finanzsystems und der damit einhergehenden Finanzdiktate der Berliner Regierung, „Opposition“, des IWF, der EU-Organe und der Frankfurter Zentralbank EZB.

Ein Tag spĂ€ter, 1. November: Ex-Außenminister Joschka Fischer in der „SĂŒddeutschen“ folgendes:

– Transformation der Staaten im Euro-WĂ€hrungsgebiet als “als Avantgarde der EU” zu einer “echten politischen Föderation.., den Vereinigten Staaten von Europa”
– Umgehung von EU-Kommission und EU-Parlament
– Schaffung einer “Eurokammer”, “proportional aus den FĂŒhrungen der nationalen Parlamente zusammengesetzt”, das (in typischer Salamitaktik) erst “beratende” Funktion und nachher auf “Grundlage eines zwischenstaatlichen Vertrages” als “echtes parlamentarisches Kontroll- und Entscheidungsorgan” fungieren soll
–  “weitgehende SouverĂ€nitĂ€tsĂŒbertragung auf europĂ€isch-zwischenstaatliche Institutionen”, die dafĂŒr “einer direkten Legitimation durch die Völker, durch Volksentscheide in allen Mitgliedsstaaten, auch und gerade in Deutschland” bedĂŒrften.

4. November: Kanzlerin Angela Merkel, Finanzminister Wolfgang SchÀuble und Bundesbank-PrÀsident Jens Weidmann unterschreiben auf dem G-20-Gipfel folgende ErklÀrung:

“Wir begrĂŒĂŸen den umfassenden Plan des Euro-Gebietes und mahnen rasche Ausarbeitung und Umsetzung an, eingeschlossen LĂ€nder-Reformen. Wir begrĂŒĂŸen die Entschlossenheit des Euro-Gebietes, seine vollen Ressourcen und gesamte institutionelle KapazitĂ€t zu bringen, um die Wiederherstellung von Vertrauen und finanzieller StabilitĂ€t zu tragen und das angemessene Funktionieren von Geld- und FinanzmĂ€rkten sicherzustellen.

5. November: Ex-Kanzler Gerhard Schröder im „Handelsblatt“:

“Eine wirklich wirksame Wirtschaftsregierung in Europa erfordert den Verzicht von SouverĂ€nitĂ€t und deshalb eine VerfassungsĂ€nderung. DafĂŒr braucht man in Deutschland kein Referendum, sondern die Zusammenarbeit der Bundestagsfraktionen von Regierung und Opposition. Eine Volksabstimmung will ich aber nicht ausschließen, weil sie eine ganz andere Form der Legitimation brĂ€chte.”

Gleicher Tag: der BundesverfassungsgerichtsprĂ€sident Andreas Vosskuhle im „Focus“:

“Wenn wir einen europĂ€ischen Bundesstaat schaffen, dann brauchen wir eine neue Verfassung und dann muss das Volk beteiligt werden. Das kann ĂŒber eine direkte Abstimmung ĂŒber einen vorher erarbeiteten Verfassungsentwurf geschehen oder ĂŒber einen Konvent, der speziell dafĂŒr gewĂ€hlt wird.“

Eine Nationalversammlung nach dem Vorbild der Paulskirche wÀre das, sagt Vosskuhle,

“und dann das Modell des Verfassungskonvents, der stellvertretend fĂŒr das Volk ein neues Grundgesetz erarbeitet.“

Einen Tag spĂ€ter: Nun spricht der Vorgesetzte. Am 6. November gibt der Chef des internationalen Banken-Kartells IIF, Josef Ackermann, ebenfalls Berater der Regierung und Vorstandsvorsitzender der „Deutschen Bank“, im Deppendorf Berlin der ARD eine Audienz. Ab 9.40 min sagt er:

Wir mĂŒssen alles tun, daß die Zentralbanken ihre originĂ€re Aufgabe wahrnehmen, aber dafĂŒr brauchen wir in Europa eben gewisse VerĂ€nderungen. Wir brauchen wahrscheinlich eine neue Idee fĂŒr Europa, die auch die jungen Menschen begeistert, damit alle wieder mitziehen. Und wie brauchen eine StĂ€rkung der institutionellen Rahmenbedingungen, sonst werden wir dieses Europa der Zukunft nicht schaffen.”

26. November: BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen bezeichnen auf ihrer Bundesdelegiertenkonferenz in einem offenbar in letzter Minute noch verschĂ€rften Beschluss das Grundgesetz als “offene Frage” und “plĂ€dieren” dafĂŒr “anlĂ€sslich der EU-Vertragsreform eine verfassungsgebende Versammlung in Deutschland einzuberufen”. Einziger Sinn und Zweck der angepeilten “neuen Verfassung” soll die “stĂ€rkere Integration Deutschlands in der EuropĂ€ischen Union” sein.

5. Dezember: Die Piratenpartei stellt auf ihrem Bundesparteitag das Grundgesetz und den Bestand der Bundesrepublik Deutschland in Frage. Auszug aus dem durchgewinkten „Piratenappell pro Europa“:

„Vor diesem Hintergrund sehen wir die Krise des Euro, die Überschuldung der öffentlichen Haushalte und die Probleme der europĂ€ischen Institutionen, politische und wirtschaftliche StabilitĂ€t und soziale Sicherheit zu gewĂ€hrleisten, mit großer Sorge, denn sie erschĂŒttern das Fundament der europĂ€ischen Idee. ..

Daher appellieren wir an alle europĂ€ischen Piratenparteien und Piraten, an alle europĂ€ischen Parteien und mit besonderem Nachdruck an alle EuropĂ€er, sich intensiv mit der institutionellen Zukunft Europas auseinanderzusetzen und insbesondere die Möglichkeit eines durch eine gemeinsame Verfassung konstituierten, demokratischen europĂ€ischen Rechtsstaates zu erwĂ€gen, der den BĂŒrger in den Mittelpunkt seines Handelns stellt – ein Europa der BĂŒrger und Regionen.

(ErgĂ€nzung) 29. Februar: Ackermann wird deutlich. In der „Bild“-Zeitung fordert der Banken-Kartellchef fĂŒr „die StabilitĂ€t des Euro und das Wohlergehen Europas“ folgendes:

“Nötig sind automatische, harte Sanktionen sowie eine enge supranationale Überwachung. Dazu ist es erforderlich, zusĂ€tzliche nationale SouverĂ€nitĂ€tsrechte auf die europĂ€ische Ebene zu ĂŒbertragen und auch die Verfassungen der Mitgliedstaaten anzupassen.”

22. April 2012: Wie zuvor GrĂŒne und Piraten stellt nun die FDP auf ihrem Bundesparteitag das Grundgesetz und den Bestand der Bundesrepublik Deutschland in Frage. Die beschlossenen „Freiheitsthesen“ (!) beinhalten das ausdrĂŒckliche Ziel, nicht nur aus der Republik Deutschland, sondern allen Staaten im EU-Staatenbund einen „durch Volksabstimmungen in den Mitgliedstaaten legitimierten europĂ€ischer Bundesstaat“ zu machen, „auf dem Weg hin zu einer politischen Union mit einer europĂ€ischen Verfassung„.

Die Liste mit entsprechenden Belegen fĂŒr einen Kontext der nun am 23. Mai von der Partei Die Linke beschlossenen „Potsdamer ErklĂ€rung“ ließe sich beliebig fortsetzen.

RESUMEE

Ziel des nach Inkrafttreten des Lissabon-Vertrages begonnenen finanziellen Angriffskrieges, mit Griechenland als „historischem PrĂ€zedenzfall“, war von Anfang das Grundgesetz zu kippen. So umschrieb ich es bereits am 27. MĂ€rz 2010.

Wer nun dies nun alles immer noch fĂŒr Zufall halten will, ist mit innerer Sicherheit vieles, aber nicht politisch links anzusiedeln.

Wie die Kader von „Die Linke“ agieren, um ihren Apparat unter Kontrolle zu halten, mĂŒsste sich eigentlich mittlerweile herumgesprochen haben: es sind die alten Methoden der Operativen Psychologie, als deren Ehrendoktor ich explizit Gregor Gysi und Dietmar Bartsch umschreiben möchte. Zentraler Satz des Anfang des Jahres bekannt gewordenen Geheimpapiers mit der Einweisung fĂŒr innerparteiliche Zersetzer und Kontrolleure ist fĂŒr mich der folgende:

„UnfĂ€hige gewĂ€hren lassen, FĂ€hige kompromittieren“

Ganz egal, was diese Partei sich nun fĂŒr leitende FunktionĂ€re an die Spitze stellt, sie werden Ergebnis genau dieser Leitlinkenkultur sein. Dabei ist der Aufruf der „Potsdamer ErklĂ€rung“ zum Sturz des Grundgesetzes letzten Endes sogar als Selbstsabotage einzustufen, angesichts eines innerparteilichen Kontrollverlusts der alten Kader.

In jedem Falle hat die Partei „Die Linke“ nun klar gemacht hat, wo sie steht: in einer bizarren und historisch prĂ€zedenzlosen Querfront von Antidemokraten gegen die deutsche Verfassung und Republik.

Berlin ist nicht Weimar, in mehrfacher Hinsicht. Gibt es in der Berliner Republik auch keine einzige etablierte Partei mehr, die sich zur Verfassung bekennt, so hat sich doch bereits heraus gestellt, daß die Deutschen fĂŒr den Aufbau einer effektiven, verfassungstreuen und außerparlamentarischen Demokratie gar keine Partei-Organisationen mehr brauchen.

Diese (noch) außerparlamentarische Demokratie, diese Berliner Republik mit Zukunft, wird nun alle Feinde der Grundrechte von 82 Millionen Menschen, auch „Die Linke“, zusammen mit allen anderen institutionellen, (finanz- und geld)politischen, sowie ideologischen Antidemokraten dorthin werfen, wo sie hingehören:

Auf den MĂŒllhaufen der Geschichte.

(…)

Artikel zum Thema:

28.02.2012 Die Euro-Parteien und ihre Kanzlerin: “Wir mĂŒssen Europa zerstören, um es zu retten”
SPD, BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen und ihre Kanzlerin Angela Merkel, sowie deren kleine Bundestagsangestellte in CDU, CSU und FDP, haben gestern im Bundestag wieder einmal versucht von den Republiken Deutschland und Griechenland soviel zu zerstören, wie sie nur können. Sie folgen damit einem psychologischen Automatismus, einem inneren Autopiloten, der immer weiter und weiter und weiter laufen wird, bis das ganze innere und Ă€ußere System zerfĂ€llt, das diesen Kontrollmechanismus in Gang hĂ€lt.

11.08.2011 Die wahren Parteien des Bundestages
Die meisten StaatsbĂŒrger der Republik Deutschland werden denken, daß sie Angehörige der partei-politischen Organisationen mit Namen “SPD”, “CDU”, “BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen”, “FDP”, “Die Linke” (bis 2005 “PDS”) und “CSU” als Abgeordnete in den Bundestag gewĂ€hlt haben.
Das ist so nicht ganz richtig.