Labour: Die E.U.-Ratten verlassen das Luftschiff
Sieben Abgeordnete des britischen House of Commons, in Deutschland „Unterhaus“ genannt, verlassen die Labour Party. Mit diesem Schritt wird deutlich – die zur ĂberfĂŒhrung der jeweils eigenen Demokratie in die vorprogrammierten „Vereinigten Staaten von Europa“ in allen E.U.-Mitgliedsstaaten, explizit in der etablierten politischen parlamentarischen und relevanten auĂerparlamentarischen Linken, ĂŒber entristische Taktiken eingesickerten paneuropĂ€ischen, bellizistischen und imperialistischen Uboote und Contras geben die britische Labour als ihren „Wirt“ auf. Damit ist ein nicht nur fĂŒr GroĂbritannien bedeutsamer Machtkampf entschieden.
Das paneuropĂ€ische ideologische Dogma innerhalb der etablierten, real existierenden Linken bzw Contralinken wurde gebrochen. Das dĂŒrfte signifikante Auswirkungen auf deren noch existierenden Parteien auf dem gesamten Kontinent Europa haben, vorneweg die „S.P.D.“ in Deutschland, gefolgt von ihren ewigen AnhĂ€ngsel namens „die Linke“.
Labour jedenfalls hat sich mit diesem Schritt der Gegenseite von derem Schicksal, wie dem der Pasok in Griechenland, der Partito Democratico in Italien und der „Sozialistischen Partei“ in Frankreich, befreit.
Eine zweite Volksabstimmung, zur Aufhebung der ersten und dem Verbleib in der „EuropĂ€ischen Union“, ist nun auf unabsehbare Zeit vom Tisch. UnterstĂŒtzt hatte Labour-Vorsitzender Jeremy Corbyn die entsprechenden Versuche noch im Dezember sehr wohl, bezeichnenderweise nach einem Besuch bei seinen paneuropĂ€ischen Kollegen in der „Sozialdemokratischen Partei Europas“ / „Party of European Sozialists“, der (noch)-Ăberpartei auch von Labour. Doch scheute Corbyn, der am 29. Januar noch eine „Verschiebung“ des E.U.-Austritts durch Labour-Abgeordnete unterstĂŒtzte (und verlor), immer davor zurĂŒck, im Parlament die Entscheidung ĂŒber eine Contra-Volksabstimmung anzusetzen, wohl weil deren Ausgang immer unsicherer wurde und es offenbar selbst im House of Commons keine Mehrheit dafĂŒr gab.
Dass Labour insgesamt nun nach Verlassen der E.U.-Uboote im House of Commons doch noch ein Contra-Referendum unterstĂŒtzt, ist mehr als unwahrscheinlich.
In der letzten Umfrage stieg Labour wieder und zog mit den konservativen Tories gleich. Zuvor waren Labour und Corbyn persönlich zumindest auch wegen ihres Flirts mit einem Verbleib in der E.U. und einem zweitem Referendum von den WÀhlerinnen und WÀhlern abgestraft worden.
Die nĂ€chsten Umfragen kann Labour gelassen abwarten. Sobald die Briten wieder Luft holen und merken, dass sie das ohne diesen Moloch von Möchtegern-„Vereinigte Staaten“ ĂŒber Europa auf ihrem Buckel besser können, steht Labours Vorsprung bei der nĂ€chsten Parlamentswahl vor den Tories nichts mehr im Wege.
Die „unabhĂ€ngige Gruppe“, die sich da heute abgespalten hat, wird sich dagegen noch umgucken. Fröhlichen Ausstieg, kann man ihnen noch hinterrufen.
Wohlgemerkt: die Bezeichnung „Ratten“ gilt nur hinsichtlich der oft und gern zitierten Redewendung vom sinkenden Schiff. NatĂŒrlich sind auch in der Politik nur Menschen. Und alle haben auch das Recht eine Partei wieder zu verlassen, Gott sei Dank. Mehr davon!
Die wahrnehmbare internationale RĂŒckbesinnung zu tatsĂ€chlich sozialdemokratischer, sozialistischer, progressiver Politik betrifft zwar einerseits Parteien und Abgeordnete die das seit Jahren von von sich behaupten und das Gegenteil taten. Andererseits kam dies nur durch Druck von den WĂ€hler/innen zustande, durch verlorene Wahlen, Umfragen im Sinkflug, neue Parteien, leider fast ausschlieĂlich im rechten Spektrum, sowie durch neue Abgeordnete nach gewonnenen parteiinternen MachtkĂ€mpfen.
Im Falle von Labour kann man genauso von einer RĂŒckeroberung sprechen, die viel zu lange dauerte und erst Jahrzehnte nach dem berĂŒhmten „Schröder-Blair Papier“ und der Irak-Invasion stattfand, wie im Falle der „Demokratischen Partei“ in den U.S.A.. Dort haben sich bei den Vorwahlen und anschlieĂend bei den Kongresswahlen eine ganze Reihe von progressiven KandidatInnen durchgesetzt, die explizit rechtsextremen VerrĂŒckten mit Atomwaffen von Washington bis Vorderasien jede Menge Schrecken einflöĂen. Ein einfaches Telefonat von der eben noch an der Bar in der Bronx und nun im Kongress stehenden Alexandria Ocasio-Cortez mit Windbeutel Jeremy Corbyn versetzte denn auch gleich die ganze Kriegslobby in Schockzustand. Nichts fĂŒrchtet gerade die international rund um die Uhr miteinander schnatternde Bande von Massenmördern, Spitzeln und Heuchlern in Kriegslobby und geheimdienstlichem Komplex, mehr als Linke in verschiedenen Staaten die miteinander reden und verstehen was der / die Andere sagt.
Man könnte jetzt mutmaĂen, dass das auch in Liliputaner-Land demnĂ€chst der Fall ist. Aber mal ehrlich – ein Telefonat von irgendeinem StĂŒmper aus virtueller Sozialdemokratie, Linken, Friedensbewegung, BĂŒrgerrechtsbewegung in Deutschland mit tatsĂ€chlichen Genossinnen und Genossen in den Vereinigten Staaten, in GroĂbritannien, in Israel, in Frankreich, in Italien, etc, etc, etc? Mit Leuten, die die eigene Demokratie nicht verraten und verkaufen, sondern hegen und pflegen wollen, anstatt einen Krieg nach dem anderen anzuzetteln, halbe Kontinente unter Hurra-Geschrei zu plĂŒndern und – wenn ihnen auch dafĂŒr die normalen Menschen, die WĂ€hlerinnen und WĂ€hler nicht mit allem Schwung in die Eier treten – elektronische Polizeistaaten als chinesische Lösung fĂŒr die noch existierenden Verfassungen und deren Grundrechte installieren? Unvorstellbar! AuĂerdem mĂŒsste man sich fragen – was fĂŒr ein GesprĂ€ch wĂ€re das? Die Einen mĂŒssten minutenlang nur brĂŒllen ohne Luft zu holen und die Anderen, namentlich die in Deutschland, mĂŒssten erst ausschlieĂlich nur die Schnauze halten und zuhören und anschlieĂend mit dem Einmaleins anfangen.
Also heisst es bezĂŒglich Deutschland, diesem Hinterhof der Hinterhöfe, mit seinen dĂŒmmsten Linken der Welt, immer noch abwarten.
Aber man hört schon mal ein Knacken in der „Machtarchitektur“, von ferne. Und es kommt nĂ€her.
(…)
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