Nordkorea Situation: Nahkampf

Die Kriegslobby, darunter die Regierung Russlands, versucht schon wieder eine Kraftprobe – und wird sie erneut verlieren.

Eine Analyse und ein Kommentar.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat auf seiner Dringlichkeitssitzung nach dem gestrigen Start einer Rakete Nordkoreas ĂĽber Japan hinweg beschlossen nichts zu tun.

Stattdessen erklärte schon im Vorfeld der Sitzung ausgerechnet die U.S.-Regierung ihr offensichtlich neues Motto „it´s the Krieg, stupid!“, sie habe nicht den Plan ein Ă–l-Embargo gegen Nordkorea fordern.

Die Regierung Trump folgte damit, wieder einmal, der extrem heimtückisch und verlogenen Staatsführung Russlands, die wiederum in die Gegend bluffte, dass die (gerade mal seit dem 5. August) in Kraft befindlichen Wirtschaftssanktionen ja gar nicht wirken würden, also was solle das alles, und das mit dem Öl-Embargo, also das käme ja wirklich überhaupt nicht in Frage (das wäre ja auch sofort wirksam!).

Und ĂĽberhaupt hätten die U.S.A. und SĂĽdkorea mit ihrem (seit Jahrzehnten jährlich stattfindenden und ab 2015 unter dem Namen „Ulchi Freedom Guardian“ durchgefĂĽhrten) Militärmanöver den neuen Raketenabschuss Nordkoreas herbei provoziert (das U.S.-Militär hatte diesmal seine teilnehmenden Kräfte im Manöver erkennbar heruntergefahren).

Wie die sĂĽdkoreanische Zeitung „Chosun Ilbo“ vor einigen Tagen meldete, haben sich im Vergleich zum Vorjahr die Ă–l-Lieferungen aus Russland nach Nordkorea im ersten Halbjahr 2017 verdoppelt.

Diese Nummer der Kriegslobby in Moskau wurde entsprechend gespiegelt in Zeitungen wie der „Washington Post“, in der die unsägliche Laura Rosenberger erkennbar versuchte den (vorsichtig formuliert) auĂźen-, innen-, sowie ĂĽberhaupt politisch unbedarften Präsidenten unter Druck zu setzen und drohte:

„Unsere Allierten schauen auf die Vereinigten Staaten dass diese fĂĽhrt. In Abwesenheit einer klaren U.S.-Herangehensweise nehmen sie vielleicht die Sache selbst in die Hand“

Meiner bescheidenen Meinung nach ein deutliches Indiz dafĂĽr, dass z.B. die kaputte, moralisch-ethisch degenierte Regierung irgendeines dieser vorderasiatischen Kirchenstaaten, die natĂĽrlich auch die transpazifischen Angelegenheit zu ihrer Möchtegern-Chefchen-Sache erklärt und bereits im März trompetete, Nordkorea stehe auf Platz 1 „ihrer Prioritäten-Liste“, derzeit ihre Schwatzdrohnen in Washington mobilisiert, um mit ihren moralisch-ethisch degenierten „Elite“-Einheiten wie der 8200 irgendein Cyberwar-Desaster anrichten zu dĂĽrfen, weil sie ja auf politisch relevanten Webseiten einer abgrundtief beneideten Republik wieder mal was gelesen hätte. Wer ĂĽbrigens wissen will, was dieser TĂĽrsteher aus Moldawien, ein weiterer „AuĂźenminister“ aus der Geisterbahn die sich „Westen“ nennt, in den letzten Monaten alles erzählt hat, sollte dies am Besten ĂĽber die Suchmaschine YaCy in Erfahrung bringen. Die Suchbegriffe „Avigdor Lieberman“ und „North Korea“ reichen völlig aus.

Dass natĂĽrlich auch die Spitzenhößchenspanner ihrer Majestät vom GCHQ mit den Hufen scharren, dĂĽrfte auf der Hand liegen; nach dem Motto „Wir sagen jetzt mal, dass wir nichts sagen wĂĽrden wenn wir es schon machen dĂĽrften“ oder so ähnlich (dieser Telegraph immer mit seinen Selbstgesprächen und den „Quellen“ aus Whitehall, unfassbar!).

Theresa May ist also gerade zu einem dreitätigen Besuch bei der Regierung des japanischen Kaiserreiches eingetroffen. Deren Vize-Premier glänzt derzeit mit der aktuellen Einsicht, Hitler hätte zwar Millionen von Menschen auf dem Gewissen gehabt, aber seine Absichten wären „richtig“ gewesen.

Man sieht: in der konkreten Situation um Nordkorea klopfen sich schon mal die ĂĽblichen Befähigten auf der kalten Schulter warm, nach dem Motto „Deren guter Wille zählt“.

Übrigens: Falls einer dieses neue Geblödel aus dem um die Bombardierung bettelnden Pjöngjang über einen Angriff auf die rund 3600 Kilometer entfernte U.S.-Basis auf Guam (mit Raketen die sie nicht hat) Ernst nimmt, wie natürlich Moskau, nur zur Erinnerung:

die StaatsfĂĽhrung Chinas hat bereits am 10. August durch regierungsnahe Medien gleichlautend erklärt, dass sie im Falle eines Erstschlags (und damit Angriffskrieges) durch Nordkorea neutral bleiben, also z.B. einen U.S.-Gegenschlag tolerieren wĂĽrde. Gleichzeitig gab die StaatsfĂĽhrung Chinas dem Regime Nordkoreas eine Garantieerklärung und erklärte, einen Umsturzversuch und eine Invasion der Vereinigten Staaten in Nordkorea zu „verhindern“.

D.h.: Pjöngjang wird sich hüten, irgendeinen Angriff auf U.S.-Kräfte zu unternehmen, weil es sich dann der schier endlosen Demütigung eines Gegenangriffs aussetzen müsste, ohne in die Opferrolle und unter den Schutzschirm Chinas flüchten zu können.

Bezeichnenderweise hat die Staatsführung Russlands eine solche Erklärung nicht abgegeben. Sie gab diese auch vor Beginn der Syrien-Invasion nicht ab. Dabei hätte eine solche Erklärung den ganzen Krieg verhindert, mit seinen Hundertausenden von Opfern.

Erneut kann man konstatieren: Russlands StaatsfĂĽhrung spielt extrem falsch und legt es geradezu auf eine militärische Eskalation an. Das sinnfreie Herumnörgeln an Wirtschaftssanktionen, deren erster Version sie am 5. August im Weltsicherheitsrat nur äuĂźerst widerwillig zustimmte (hier mehr), hat offensichlich eben diesen Hintergrund – einen weiteren neuen Krieg anzuzetteln, um dann von diesem zu profitieren.

Es bleibt die Erwartung an das U.S. State Department und Rex Tillerson, einen der wenigen AuĂźenminister die ĂĽberhaupt noch irgendeine Rolle spielen, sich im internen Gerangel in der volatilen Regierung Trump durchzusetzen, auf seinem Kurs des „friedlichen Drucks“ zu verbleiben und verschärfte Sanktionen, explizit ein sofort wirksames Ă–l-Embargo in den Weltsicherheitsrat einzubringen. DafĂĽr kann die U.S.-Regierung, seit Jahrzehnten zum erstem Mal wieder auf moralischem „high ground“, die StaatsfĂĽhrungen von China und Russland genĂĽsslich am Nasenring durch die Manege der Weltöffentlichkeit zu zerren.

Von irgendwelchen Cyber-Sperenzien, die natĂĽrlich wieder einmal völlig auĂźer Kontrolle geraten wĂĽrden, ganz zufällig – oops, da ist ja ein Knöppsche, ja wo ist denn der Ekschperde? – ist dagegen dringend abzuraten.

letzte Aktualisierung um 15.57 Uhr