Wag the Russki

Internationale Kriegskoalition, mit Regierung von Deutschland: Neuer Anlauf fĂŒr  Umsturzversuch und Angriffskrieg gegen Syrien, offene Intervention von Jordanien aus.

Russland: kein BĂŒndnispakt mit Syrien, werden auch bei neuen U.S.-Luftangriffen nicht verteidigen.

Die Anfang September 2014 auf dem Gipfel des Nordatlantikpakts in Wales geschaffene Internationale Kriegskoalition (Radio Utopie berichtete bereits im Vorfeld), welche unter dem Namen „Internationale Allianz gegen den Islamischen Staat“ oder „Anti-I.S.-Allianz“ firmiert, ist von Jordanien aus quasi offiziell in Syrien einmarschiert.

Das erste diesbezĂŒgliche Statement gab die militĂ€risch vom U.S.-Zentralkommando (Centcom) gefĂŒhrte Kriegskoalition am 9. April heraus, unter der Tarnkappe der Meldung einer Abwehr von Angriffen durch „I.S.“-Milizen, den man zusammen mit den Partnern der „syrischen OppositionskrĂ€ften“ abgewehrt hĂ€tte.

Wohl um zu verwirren, sprach das Zentralkommando in seiner Meldung von der Basis „An Tank“, spĂ€tere Meldungen in der eingebetteten Presse von Tanf oder At-Tanf, auf syrischem Territorium im LĂ€nderdreieck nahe Jordanien und Irak. Die Meldung ĂŒber den angeblichen Angriff wurde zeitnah auch vom „I.S.“ und den U.S.-Partnern von der „syrischen Opposition“ heraus gegeben; letztere taten dies ĂŒber die Nachrichtenagentur „Reuters“ und der „I.S.“ ĂŒber ihre „Nachrichtenagentur“ „Amaq“.

Es konnten also nun alle, zumindestens die Eingebetteten, von der BestÀtigung durch zwei unterschiedliche Quellen ausgehen.

Ebenfalls am 9. April kommt der links stehende Youtube Kanal „Israeli News Live“ zu der EinschĂ€tzung, dass MilitĂ€rs der U.S.A. und des Vereinigten Königreiches aus Jordanien in Syrien einmarschiert sind. Bereits zuvor hatte das Portal „Already Happened“ von Lieferungen schweren U.S.-MilitĂ€rgerĂ€ts aus RumĂ€nien in den Libanon berichtet, welche nach EinschĂ€tzung von „Israeli News Live“ zu einem Angriff auf Damaskus vom Westen her dienen könnten:

„Die U.S.A. und ihre Alliierten haben offensichtlich seit Monaten auf eine sehr klandestine Weise geplant Damaskus zu umzingeln.“

Ein entsprechender Bericht von „RT“ vom 10. April.

Die Kriegskoalition, der bekanntlich auch Deutschland bzw dessen rechtschaffende Vertretung durch die Bundesregierung angehört, hatte sich am 22. MĂ€rz mit rechtschaffenden Vertretern von insg. 68 Staaten in der U.S.-Hauptstadt Washington getroffen. Außenminister Gabriel liess sich, wie nebenbei vermeldet wurde, durch den politischen Direktor im AuswĂ€rtigen Amt vertreten.

Am 29. MĂ€rz gibt die Bundeswehr der hiesigen Parlaments-Simulation namens Bundestag ihre Kollaboration bei Kriegsverbrechen in Syrien bekannt. Konkret benannter Fall: ein Luftangriff beim syrischen Raqqa am 20. MĂ€rz, mit vermeldeten 33 toten Zivilisten. Geschehen tut nichts – jedenfalls nicht im Sinne des Grundgesetzes.

In unserem diesbezĂŒglichen Artikel vom 29. MĂ€rz Ă€ußern wir die kĂŒhne Vermutung:

„Mit dieser Bekanntgabe der Beteiligung an diesem Kriegsverbrechen wollen Bundeswehr und Bundesregierung die entsprechende Dynamik fĂŒr eine Verlegung des regionalen StĂŒtzpunktes der deutschen Luftwaffe vom tĂŒrkischen Incirlik schaffen, damit dieser in Gang gesetzt werden kann – zum Beispiel nach Jordanien.

SpĂ€ter stellt sich heraus: bereits eine Woche zuvor hatte am 22. MĂ€rz der Verteidigungsausschuss beschlossen erneut eine Delegation nach Incirlik zu entsenden, nach Tayyip Erdogans „Verfassungsreferendum“ am 16. April. Auf Anfrage von „Die Linke“ erklĂ€rt die Bundesregierung in einer unĂŒblich schnell gegebenen Antwort:

„Die PrĂŒfung alternativer Standorte zum tĂŒrkischen LuftwaffenstĂŒtzpunkt Inçirlik hat ergeben, dass aus militĂ€rischer Sicht grundsĂ€tzlich in Jordanien, in Kuwait und auf Zypern geeignete Standorte vorhanden sind.“

Als in Frage kommende StĂŒtzpunkte des deutschen MilitĂ€rs in Jordanien fĂŒr KriegseinsĂ€tze in Syrien im Rahmen der Internationalen Kriegskoalition nennt die Bundesregierung folgende LuftwaffenstĂŒtzpunkte: Al Azraq Air Base (AB), Al Jafr AB und Prince Hassan AB.

Noch am 30. MĂ€rz gibt die U.S.-Regierung von Donald Trump, wegen interner MachtkĂ€mpfe in Washinton im Zuge einer Spionage-AffĂ€re und Ermittlungen des F.B.I. gegen den amtierenden PrĂ€sidenten wegen vermeintlicher Beeinflussung der PrĂ€sidenschaftswahl durch Russland schwer unter Druck, nach sechs Jahren Krieg und Hunderttausenden von Toten den Umsturzversuch in Syrien auf. Entsprechende ErklĂ€rungen erfolgen durch U.S.-Außenminister Rex Tillerson und die U.S.-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley.

Dann, am 4. April, nur einen Tag nach einem Attentat in St. Petersburg (nach welchem der russische Geheimdienst F.S.B. den zuvor beobachteten Kopf eines zentralasiatischen EinzelgĂ€ngers aus der Tasche des „Selbstmordattentats“ zieht) und zeitgleich zum Beginn einer von „EuropĂ€ischer Union“ und „Vereinte Nationen“ in BrĂŒssel organisierten Syrien-Konferenz der InvasionsmĂ€chte mit rechtschaffenden Vertretern von insg. 70 Staaten, auf der die Bundesregierung nach 2,3 Milliarden Euro weitere 1,169 Milliarden Euro zur VerfĂŒgung stellt – „fĂŒr die Opfer des syrischen BĂŒrgerkriegs“ – tut jemand, wieder einmal, den Invasoren den denkbar grĂ¶ĂŸten Gefallen zu derem denkbar gĂŒnstigsten Zeitpunkt.

Aus der syrischen Stadt Khan Sheikhoun (ážȘān Ć ayឫƫn, Chan Schaichun) vermelden Propaganda-Stellen der Invasoren einen Angriff mit Giftgas bzw Chemiewaffen. 24 Stunden lang schweigen Regierung und MilitĂ€r der Russischen Föderation und sondern dann unglaubwĂŒrdige, ausweichende ErklĂ€rungen und fĂŒr die Propaganda der Invasoren leicht zu wiederlegende LĂŒgen ab.

Belege fĂŒr den tatsĂ€chlichen Ablauf der Geschehnisse mĂŒssen die Invasoren nicht vorlegen, da die russische Seite keine Gegenbeweise zu den entsprechenden VorwĂŒrfen vorlegt, trotz aller vorhandenen KapazitĂ€ten der MilitĂ€raufklĂ€rung. Stattdessen spielen MilitĂ€r und Regierung der Föderation „dummer Russki, böser Russki!“, stellen sich als Sandsack zur VerfĂŒgung und spielen so den Kriegstreibern und einer weiteren Eskalation der Geschehnisse direkt in die HĂ€nde.

Einen Tag nach dem vermeintlichen oder tatsĂ€chlichen Massaker in Khan Sheikhoun stellt sich am 5. April der aus Russland mit so viel Hoffnung erwartete neue PrĂ€sident der Vereinigten Staaten, ex-Showmaster und MilliardĂ€r Donald Trump, zusammen mit dem König von Jordanien vor die Presse und dreht sich um 180 Grad wieder auf Kriegskurs – nicht nur gegen Syrien, sondern auch gegen den Iran, den er gleich mehrfach erwĂ€hnt. Gleichzeitig wird der Nationale Sicherheitsrat entsprechend umgebaut, der Machtkampf zwischen widerstrebenden KrĂ€ften in der U.S.-Administration zugunsten des geheimdienstlich-militĂ€rischen Komplexes entschieden und die Spionage-AffĂ€re faktisch niedergeschlagen.

Es ergibt sich der Eindruck: Trump ist schlicht erpresst worden und hat einen Deal mit den ihm gegenĂŒberstehenden Interessengruppen gemacht: namentlich die C.I.A., das F.B.I und das Pentagon.

Am Abend des 6. April streut die U.S.-Regierung höchstselbst GerĂŒchte ĂŒber mögliche Luftangriffe gegen die syrische Regierung und ihr MilitĂ€r.

Offensichtlich fĂŒr diese ein Grund von den nun kommenden Ereignissen total ĂŒberrascht zu werden, genauso wie die Russische Föderation.

Noch in der Nacht zum 7. April starten U.S.-Luftangriffe von Kriegsschiffen im Mittelmeer aus gegen den syrischen LuftwaffenstĂŒtzpunkt Al-Shayrat. (Luftangriff: U.S.-Imperium nimmt Einladung Russlands und Syriens dankend an)

Von den vom Pentagon vermeldeten 59 Marschflugkörpern treffen bemerkenswerterweise angeblich nur 23 das Ziel und haben bei ihrem Einschlag nach Angaben vom russischen Verteidigungsministerium eine „extrem niedrige“ EffektivitĂ€t, was Landebahnen, Zubringer und StellplĂ€tze des syrischen LuftwaffenstĂŒtzpunktes in Takt lassen.

Vor dem Angriff informierte das Pentagon den russischen Generalstab. Nach Angaben des syrischen Generalstabes, der nichts darĂŒber sagt ob auch er vom Angriff vorab informiert wurde, sterben bei dem U.S.-Angriff sechs syrische Soldaten.

Anschließend sondern die Propagandaschleudern „Sputnik“ und „RT“ allerlei ErklĂ€rungen fĂŒr ihre offensichtlich irritierte Kundschaft ab, was es denn mit der Vorabinformation vom „massiven“ Angriff der vermeintlichen Gegner im U.S.-MilitĂ€r so auf sich hatte, warum keine russischen Soldaten getötet wurden, warum auf dem syrischen LuftwaffenstĂŒtzpunkt nichts von Bedeutung zerstört wurde, warum von 59 Marschflukörpern nur 23 ihr Ziel getroffen haben sollen, etc, etc.

Nach viel Gewimmer und Gebrumm rĂŒckt die russische Staatspresse endlich damit heraus:

Es gibt schlicht keine Vereinbarungen ĂŒber eine Verteidigung syrischer „MilitĂ€robjekte“ durch die russischen StreitkrĂ€fte – also weder so etwas wie einen Verteidigungs-, noch einen BĂŒndnispakt zwischen Syrien und Russland.

Und noch viel „besser“:

Russland weigert sich auch zukĂŒnftig einen syrischen StĂŒtzpunkt oder gar Syrien insgesamt zu verteidigen, ausdrĂŒcklich auch im Falle von neuen U.S.-Luftangriffen. Das bestĂ€tigte gestern der Vize vom AuswĂ€rtigen Ausschuss des Föderationsrates.

Nur die eigenen StĂŒtzpunkte in Syrien, die werde man natĂŒrlich verteidigen.

Damit gibt die Russische Föderation Syrien faktisch zum Abschuss frei. Alle aktuellen Warnungen seitens des russischen Generalstabs vor weiteren Angriffen der U.S.A., oder des russischen PrÀsidenten Wladimir Putin vor (vorhergehenden) neuen Angriffen mit Chemiewaffen, die abermals der syrischen Seite untergejubelt werden könnten, werden so zur Farce.

Putins entsprechendes heutiges Statement nach einem Treffen mit dem italienischen PrÀsidenten Sergio Matarella, nach der sicherlich zufÀlligen Nachfrage eines russischen Journalisten am Ende der Pressekonferenz (ab 12.52 min in der untenstehenden Aufzeichnung), kam einerseits gerade noch rechtzeitig um dem offensichtlichen Blitzkrieg-Konzept der U.S.-Strategen und ihrer Kriegskoalition entgegenzuwirken.

Ohne ein verbindliches MilitĂ€rbĂŒndnis mit dem angegriffenen und seit sechs Jahren einem entsetzlichen Angriffskrieg ausgesetzten Syrien reicht das aber nicht aus. Das Abschießen von Angreifern im Luftraum Syriens ist lange ĂŒberfĂ€llig.

Der russische PrĂ€sident sprach heute ausdrĂŒcklich von ihm vorliegenden Geheimdienstinformationen ĂŒber mögliche „Provokationen“ unter falscher Flagge im „Territorium sĂŒdlich von Damaskus“, also relativ nahe der Grenze zu Jordanien und den von dort eingerĂŒckten StreitkrĂ€ften der Internationalen Kriegskoalition.

Die militĂ€rischen AktivitĂ€ten der Kriegskoalition in Syrien weiten sich derzeit aus. U.a. meldete diesbezĂŒglich am 11. April die weit rechts stehende israelische Zeitung „Arutz Sheva 7“ unter Bezug auf die in London von Osama Suleiman betriebene „syrische Beobachtungsstelle fĂŒr Menschenrechte“ eine Operation von Luftlandeeinheiten der Kriegskoalition im ostsyrischen Al Tabni am Euphrat in der Region Deir Ez-Zor.

Die Bundesregierung, die Regierung von Deutschland, partizipiert derzeit offen an einem Angriffskrieg. Gestern hieß es dazu in der ortsĂŒblichen Presse:

„Die Bundesregierung wolle alles tun, damit ein Prozess des politischen Übergangs in Syrien eingeleitet werde, versicherte Seibert. Assad könne dabei mittelfristig „nicht an der Spitze des Staates bleiben“. Diese Haltung vertrĂ€ten Merkel und die Bundesregierung seit langem.“

Wie lange mittelfristig ist, dĂŒrfte damit klar geworden sein. Die Vorbereitung eines Angriffskrieges ist laut Artikel 26 Grundgesetz unter Strafe zu stellen. (6. Dezember 2012, „Die Linke“ stimmt Vorbereitung zum offenen Angriffskrieg gegen Syrien ĂŒber Einwilligung in Eilverfahren zu)

Außenminister Sigmar Gabriel („Sozialdemokratische Partei Deutschlands“) stimmte im Vorfeld des am Montag (9. April) im italienischen Lucca begonnenen Treffens der G7-Außenminister seine Position – konkret: Fortsetzung des Umsturzversuchs gegen Bashir Assad und damit der sechsjĂ€hrigen Invasion – offensichtlich mit der Position des u.s.-amerikanischen Außenminister Rex Tillerson ab. Gabriel sonderte dazu lediglich die ĂŒblichen TĂ€uschkörper ab.

Nach dem offiziellen G7-Termin der Außenminister der U.S.A., von Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan und Kanada trafen sich am Dienstag (10. April) in Lucca eine unklare Zahl dieser G7-Außenminister mit ihren rechtschaffenen Kollegen aus der TĂŒrkei, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und Jordanien als faktischer Kriegsrat der Internationalen Kriegskoalition. Neben U.S.-Außenminister Tillerson sollen es „gleichgesinnte“ („like-minded“) gewesen sein. Unklar ist, ob auch Gabriel daran teilnahm oder schlicht davor zurĂŒckscheute sich die HĂ€nde schmutzig zu machen.

Die von der Regierung Frankreichs vorgetragene Haltung der G7-Staaten zur Fortsetzung von Umsturzversuch (und damit Invasion) in Syrien trug Gabriel als Vertreter der Bundesregierung mit.

Heute wird U.S.-Außenminister Tillerson in Moskau erwartet, mit den ĂŒblichen Drohungen im GepĂ€ck. Russlands PrĂ€sident Putin lehnte es, immerhin, ab ihn zu treffen.

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Artikel zum Thema:
25.08.2016 Internationale Kriegskoalition marschiert von TĂŒrkei in Syrien ein
WĂ€hrend die seit 2011 vom U.S.-Imperium und seiner Hegemonie betriebene Invasion und Zerschlagung Syriens weiter voranschreitet, herrschen weit und breit Verrat, Verwirrung und Heuchelei. Außer in der seit Beginn des Terrorkrieges in 2001 expandierenden „Supermacht“ verstecken und verkriechen sich die Verantwortlichen.

Anm.: der Titel dieses Artikels ist eine Anlehnung an den Film „Wag the Dog“ aus 1997.

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ein Rechtschreibfehler korrigiert am 28.10.2017

ein Rechtschreibfehler korrigiert am 08.04.2018