Verfassungsschutz-Legende geplatzt: „Keine Hinweise auf Terrorzelle“ in Hannover

Die Absage des LĂ€nderspiels am 17.11. in Hannover basierte auf Behauptungen des Verfassungsschutzes ĂŒber einen angeblichen „Hinweis“ eines V-Manns eines „französischen Geheimdienstes“. Unklar ist, wer wann wo wie diese Behauptungen des Inlandsgeheimdienstes – die sich nun als unzutreffend herausstellen – ĂŒberprĂŒfte.

„heute.de“ erlöste mich heute von meinen Fantomschmerzen und gab mir, statt einer Republik in Funktion, immerhin wieder einmal das Gesicht von Genius Elmar Theveßen auf einen Bildschirm. Seit 14 Jahren Krieg kann ich ja nicht mehr ohne.

Doch holla, was war das denn? Unruhe in der Gemeinde der „intelligence community“…

„FĂŒnf Tage nach dem abgesagten LĂ€nderspiel haben die Sicherheitsbehörden keine Hinweise, dass die Terrorzelle mit den AnschlagsplĂ€nen fĂŒr Hannover tatsĂ€chlich existiert. Das erfuhr das ZDF aus Sicherheitskreisen, in denen es unterschiedliche Bewertungen zur GlaubwĂŒrdigkeit der Terrorwarnung des französischen Geheimdienstes gibt.“

So wie ich das beim ĂŒblichen Überfliegen der ganzen Terrorgrimms MĂ€rchen bezĂŒglich der Absage des LĂ€nderspiels in Hannover am 17. November sehe, ist noch nicht einmal sicher dass es sich bei dem ganzen Jobprogramm – was die Windbeutel der S.P.D. immerhin dazu brachte ein abermaliges „Sicherheitspaket“ mit Millionen Euro und Tausender neuer Stellen im Apparat doch noch durchzuwinken – ĂŒberhaupt um den „Hinweis“ eines V-Manns eines französischen Geheimdienstes in englischer Sprache gehandelt hat. Das behauptet nĂ€mlich lediglich der Verfassungsschutz, ĂŒber seine ĂŒblichen Schwatzdrohnen im „Tagesspiegel“ und der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Nun stellt sich die Frage: hat das irgendjemand ĂŒberhaupt ĂŒberprĂŒft, was dieser Nazi- und Denunzianten-Haufen da wieder mal daher schwatzt um sich dann nachher mit dem ĂŒblichen DienstlĂ€cheln die Taschen vollzustopfen?

Und komme jetzt keiner mit dieser Witzfigur von Generalbundesanwalt in Karlsruhe. Der vorhergehende Harald Range wurde zwar kĂŒrzlich (mit Ansage) vom Hof gejagt, weil er sich auf die Verfassungsschutz-LĂŒgen ĂŒber Netzpolitik.org eingelassen hatte und ausgerechnet diese BĂŒrgerrechtler wegen Landesverrats verurteilen lassen wollte. Nichtsdestotrotz „prĂŒft“ diese ganze Behörde (Kosename: Bundesanwaltschaft) weiter seit zweieinhalb Jahren, ob sie denn mal wegen mutmaßlicher MassenĂŒberwachung gegen die gesamte Bevölkerung ĂŒber die Infrastruktur der TotalĂŒberwachung im Schweizer KĂ€se von Telekommunikations- und Daten-Infrastruktur der Republik ermitteln will.

Nach der Absage des LĂ€nderspiels in Hannover bleibt also die Frage, ob die Myraden von Nichtsnutzen in Behörden, LĂ€nderparlament und Bundestag diesmal die „Ursprungsfassung“ der angeblichen Meldung auslĂ€ndischer Spione ĂŒber angeblich drohende Attentate sehen wollen. Oder sich ggf. mit irgendeiner Kopie von einer Kopie abspeisen lassen.

Im Falle der Außerkraftsetzung des Grundgesetzes fĂŒr den 19. Januar 2015 in Dresden waren die „Informationen“ die Schwatztreppe damals wie folgt heruntergefallen:

1. Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz (angeblich nach „Hinweis eines auslĂ€ndischen Dienstes“)
2. „Gemeinsames Terrorismusabwehrzentrum“ G.T.A.Z. (in Berlin Treptow)
3. Bundeskriminalamt
4. Landeskriminalamt Sachsen
5. Polizeidirektion Dresden

Diese erließ dann fĂŒr ein Versammlungsverbot in Dresden, in Form einer „AllgemeinverfĂŒgung anlĂ€sslich der aktuellen Bedrohungslage internationaler Terrorismus fĂŒr Versammlungen im Gebiet der Landeshauptstadt Dresden am 19. Januar 2015“.

Und am Ende hieß es nicht etwa „ja, öh, das Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz hat da halt was gehört“, sondern „Berliner Regierungskreise“ schoben alles den Landesbehörden in Sachsen in die Schuhe. Diese hĂ€tten ja alles „hochgejazzt“, was ihnen aus dem Bundesamt und dem G.T.A.Z da vorgeschwatzt wurde. Bezeichnenderweise sagten das damals die „Berliner Regierungskreise“ nicht wĂ€hrend der hochnotpeinlichen Telefonkonferenz der 16 Landesinnenminister mit seiner Exzellenz Thomas de Maiziere ihren sĂ€chsischen Kollegen ins Telefongesicht, sondern erst hinterher der Presse.

Und was vereinbarten die Innenminister von Bund und LĂ€ndern nun in ihrer Telefonkonferenz am 19. Januar? N-tv.de:

„Die Innenminister vereinbarten, sich den Auslöser der Sicherheitsbedenken nĂ€her anzusehen. Die Ursprungsfassung der Gefahrenmeldung soll besorgt werden, um sie auf ihre Stichhaltigkeit zu prĂŒfen. Bisher hieß es, aus SicherheitsgrĂŒnden könnten Details nicht veröffentlicht werden.“

Und natĂŒrlich hörte man seitdem nie wieder etwas davon. Einer von vielen Belegen, dass hier keine einzige Partei und kein einziger Abgeordneter irgendetwas taugt, geschweige denn die mit diesen Flitzpiepen vollgesogenen parlamentarischen AussschĂŒsse, „Kontrollgremien“, etc, pp.

Was sich meiner EinschĂ€tzung nach im Falle des Hannover Jobprogramms um die Absage des LĂ€nderspiels Deutschland – Niederlande am 17. November vielmehr abgespielt hat, ist Folgendes: nicht jeder im Apparat der „Sicherheitsbehörden“ ist mehr bereit dieses sadistische Spiel einer extrem rechts stehenden und mit Kollaborateuren an SchlĂŒsselpositionen effektiv vernetzten Minderheit weiter mitzumachen, welches Schrecken (lat.: terror) der Öffentlichkeit zu Geld macht und gleichzeitig mit der anderen Hand die Republik abbaut die diesen seit Jahren wuchernden Tiefen Staat und schleichenden Staatsstreich auch noch finanziert.