Hofreiter versucht sich als Gabriel-Bremse

Die CO2-Abgabe des Fraktionsvorsitzenden der „GrĂŒnen“ im Bundestag ist im Zusammenhang eines laufenden Machtkampfes und der Spionage-AffĂ€re zu sehen.

In der laufenden Staatskrise um die seit Jahrzehnten unkontrolliert wuchernden und nun endlich aufgeflogenen Metastasen der „Anarchos vom B.N.D.“ versucht die Merkel-Fraktion von „BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen“ ihrem dĂŒnner werdenden „Teflon-Hosenanzug“ im Kanzleramt zu Hilfe zu eilen.

Wie immer geht dies mehr oder weniger tolpatschig vonstatten.

Anton Hofreiter, ewig schwarz-grĂŒner Phantast und atmosphĂ€risch-politisch gelungene Mischung zwischen Paris Hilton und einem ab und zu in der „Welt“ auftauchenden Nippo, sprang der nervös gewordenen „Machtarchitektur“ unter der scheinbar ewigen Kanzlerin bereits mit dem Vorschlag von Neuwahlen bei.

Leider muss auch das heutzutage fast allen erst erklĂ€rt werden: Ein derartiger Schritt, bevor die berĂŒhmte „breite Mehrheit“ bezĂŒglich der tatsĂ€chlichen, verheerenden Lage dieser Demokratie die Banane aus dem Auge bekommen hat, wĂŒrde effektiv den Einzug von mindestens einer, wenn nicht zwei Koalitionsparteien fĂŒr die Kanzlerin zur Folge haben, nĂ€mlich den der sogenannten „Alternative fĂŒr Deutschland“ und zweitens den der sogenannten „Freien Demokratischen Partei“. Damit wĂ€re die derzeitige rechnerische Kanzlermehrheit fĂŒr Sigmar Gabriel dahin.

Dass dieser ernsthaft damit droht es werden zu wollen, hat die derzeitige Krise des Tiefen Staates erst ausgelöst. (3. Mai 2015, Schach dem Neoconopticon)

Der alte Knochen der erzreaktionĂ€ren C.D.U. Hessen, Volker Bouffier – der nur deswegen hessischer MinisterprĂ€sident ist, weil die S.P.D. im MĂ€rz 2008 ihre eigene, bei Wahlen stets siegreiche Kandidatin Andrea Ypsilanti verriet – riet Gabriel denn auch am 9. Mai nach dessen „Krawall“ gegen den geheimdienstlichen Komplex in seiner „Welt“ zu Neuwahlen, ohne den Begriff selbst in den Mund zu nehmen. Dabei baute Bouffier bereits auf seine ParteierbinnEn von „BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen“:

„Die Welt: Bereitet die SPD den Ausstieg vor?

Bouffier: Da wĂŒnsche ich gute Verrichtung. Wenn die SPD die Koalition mit der Union aufkĂŒndigt, kommt sie bei der nĂ€chsten Bundestagswahl auf keinen Fall ĂŒber 25 Prozent. Die Vorstellung, dass Krawall beim BĂŒrger gut ankommt, halte ich fĂŒr töricht.

Die Welt: Wachsen die Argumente fĂŒr Schwarz-GrĂŒn im Bund?

Bouffier: Sagen wir mal so: Jede Koalition grĂŒndet im Vertrauen aufeinander.“

Übrigens: zu wem Bouffier auf jeden Fall Vertrauen haben kann, jedenfalls was dessen Zuarbeit zur Kanzlerin und deren Machtarchitektur angeht, ist im Parlament neben dem „bĂŒndnisgrĂŒnen“ FraktionsfĂŒhrer Hofreiter der „sozialdemokratische“ FraktionsfĂŒhrer Frank-Walter Steinmeier.

Aber nun zur aktuellen Posse von Hofreiter.

Die „Welt“, der die wirkliche Welt immer wieder einen volksgemeinen Streich spielt, ließ Hofreiter heute morgen eine „eine CO2-Bremse“ im Grundgesetz fordern.

Hofreiter verstieg sich dann auch noch zu einem wohlmeinenden Vergleich mit der „Schuldenbremse“, ein im Zuge von zwei „Föderalismusreformen“ – die durch alle Parteien in Bundestag und Bundesrat in 2006 und 2009 exekutierten grĂ¶ĂŸten VerstĂŒmmelungen, die das Grundgesetz je erdulden musste – installiertes Kreditaufnahmeverbot der LĂ€nder, welches sogar SchĂ€uble selbst schon wieder lockern will und muss.

Des geĂŒbten CO2-Emittenten Hofreiters kleiner Witz von der sinnfreien VerfassungsĂ€nderung kann als Anwort auf die nicht verhandelbaren Forderungen an einen Kanzler Gabriel verstanden werden.

Andere werfen da Steinchen ins Wasser, Hofreiter lĂ€sst blubbern. Wen kĂŒmmertÂŽs.

Was auch fast keiner begreift, weil sie in diesem Lande einfach zu blöde sind: die „GrĂŒnen“ wollen doch gar nicht „an die Macht“. Sie sind es bereits, als Teil der Machtarchitektur des Tiefen Staates. Und zu viele Stimmen bringt da nur durcheinander, sprich: die Macht aller MĂ€chte – die Gewohnheit.

Am 27. MĂ€rz 2011 wurde in der Landtagswahl von Baden-WĂŒrttemberg Winfried Kretschmann faktisch zum ersten grĂŒnen MinisterprĂ€sidenten gewĂ€hlt, weil seine Partei mehr Stimmen bekam als die eigentlich designierte Ersatz-C.D.U., die S.P.D. Keiner hatte sich dagegen mehr gestrĂ€ubt als Kretschmann, vielleicht mit Ausnahme aller anderen GrĂŒnen.

Schon bei allen gemeinsamen Wahlveranstaltungen mit dem völlig ĂŒberforderten S.P.D.-Spitzenkandidaten Nils Schmid hatte der fĂŒhrende Kretschmann dessen Arm so hoch gerissen,

„dass man um die Gelenke des SPD-Wendehalses regelrecht Angst bekam. Fast hörte man es flehentlich aus Kretschmanns Kehle krĂ€chzen: “WĂ€hlt Julia, nicht mich”, als ob der WĂ€hler ihn regelrecht zum Amt des MinisterprĂ€sidenten foltern mĂŒsse.“

Im April 2011 waren die „GrĂŒnen“ in den Umfragen stabil bei 24 Prozent – vor der S.P.D. In der Parteizentrale brach nackte Panik aus – wohlgemerkt, in der grĂŒnen. Es war völlig klar, dass sich bei der im September 2011 folgenden Abgeordnetenhauswahl in Berlin fĂŒr „BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen“ eine derartige Katastrophe – ein Wahlerfolg, noch dazu ein Vorbeiziehen an der S.P.D., Gott bewahre! – unter keinen UmstĂ€nden wiederholen durfte. (17. April 2011, Das Bibbern der SchĂ€fer im grĂŒnen Schafspelz):

„Derweil winken, ebenfalls in nackter Panik, die alten Kader in der Berliner Parteizentrale von BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen wild armrudernd aus dem Fenster. Überholen, Sozens, bitte wieder ĂŒberholen. Sonst mĂŒssen wir uns der CDU anbiedern, um unseren Laden wieder runter zu quatschen.“

Genau das passierte (12.August 2011, Was gerade in Berlin passiert und warum: KEIN Wahlkampf, weil diese Demokratie manipuliert wird):

Renate KĂŒnast hat bewusst die Wahlchancen ihres eigenen Landesverbandes durch seit Monaten immer wieder vorgetragenes Gerede von “schwarz-grĂŒn”, bei eigenen Umfragewerten von zeitweise nahe 30 Prozent und denen der CDU unter 20, systematisch sabotiert. Kollaboriert bei dieser Sabotage haben Dirk Behrend, rechtspolitischer Sprecher von BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen Berlin im Abgeordnetenhaus und Rechtsanwalt Volker Ratzmann, einer der beiden Fraktionsvorsitzenden. Der Rest war entweder zu dumm oder hat ebenfalls bei der eigenen Selbstzerstörung mitgemacht. Es war im Vorfeld völlig klar, was da passiert, alle politischen Beobachter wissen das. Artikel dazu: hier, hier, hier und hier.

Nach diesem Artikel, und flankierenden Werbemaßnahmen, stieg nun die Piratenpartei in den Umfragen und erreichte bei der Landtagswahl im September 2011 neun Prozent, um dann aber auch sofort das Grundgesetz zu verraten und dann wieder abzusaufen.

Und so weiter.

Fazit:

Nur wenn ein Gackern ĂŒber die Farm der Tiere schallt, und man weiß, jetzt rennen die HĂŒhner-HĂ€hnchen durcheinander und suchen den neuen Bauer dem sie ihre Eier verkaufen können, kommt hier Bewegung in diesen Saftladen von Republik, fĂŒr dessen superbreite Mehrheit offenkundig alles andere als die Königskrone bedeutungslos geworden ist.

Insofern ist die CO2-Abgabe Hofreiters in der „Welt“ fĂŒr Gestörte a.k.a. PopulĂ€re erstens ein gutes Zeichen und zweitens nicht weiter von Belang.

Von Belang ist, ob der Neue Alte Dicke jetzt durch-, oder in Rente zieht.