“Teile und Herrsche”: Attentate auf die Bevölkerungen von Nigeria und Ägypten

In zwei brutalen Diktaturen, die von den USA und ihren alliierten Staaten wie Deutschland gestützt und finanziert werden, ereignen sich am Neujahrstag obskure Attentate. Die Darstellungen der "Sicherheitsbehörden" sind absurd, widersprüchlich und wechseln blitzschnell. Die Presse folgt ohne zu fragen. Aus dem Hut gezogen werden wieder einmal die "Islamisten" und die "Al Kaida". Betrieben wird nach der alten römischen Strategie "Teile und Herrsche" die Spaltung der unterdrückten und ausgebeuteten Bevölkerung in sich bekämpfende Christen und Muslime. In Nigeria geht es zudem um die Transformation Westafrikas zur Eco-Zone.

ÄGYPTEN

Seit den Machtkämpfen nach dem Abzug Napoleons von 1805 bis 1952 unter der Herrschaft der gleichen Monarchen-Familie (bis Ende des 1.Weltkriegs als Provinz des Osmanischen Reiches), stürzt 1952 der Geheimbund der "Freien Offiziere" die Monarchie und errichtet die erste Republik Ägypten. Mitglied im Geheimbund: der spätere Präsident Gamal Abdel Nasser (1954 - 1970) und dessen späterer Nachfolger Anwar el Sadat (1970 - 1981). Nach dem verlorenen Yom Kippur-Krieg gegen Israel ändert Sadat seine bis dahin panarabische Politik, sowie die lose Bindung an die Sowjetunion und reist in einem bis dahin unvorstellbaren Schritt am 19.November 1977 zu Friedensverhandlungen nach Israel. Tausende Israelis säumen zu seiner Begrüßung die Straßen. Danach schliesssen Ägypten und Israel einen Friedensvertrag, der in beiden Ländern von großer Zustimmung getragen wird.

Ägypten wechselt auf dem Schachbrett des damaligen Kalten Krieges der Militärblöcke Nato und Warschauer Pakt faktisch die Seiten und kommt unter US-Einfluss. 1977 hebt Sadat die im bislang panarabisch-sozialistischen Ägypten herrschende Preisbindung für Grundnahrungsmittel wie Brot auf. Es kommt zu Aufständen, Sadat muss die Brotpreisbindung wieder einführen. In der BBC-Dokumentation "DIE MACHT DER ALBTRÄUME – Der Aufstieg der Politik der Furcht" ("The Power of Nightmares – The Rise of Politics of Fear”) aus dem Jahre 2004 heisst es dazu:

"Die Regierung Präsident Sadats wurde von einer kleinen Gruppe von Millionären kontrolliert, die von westlichen Banken unterstützt wurden. Die Banken wurden hereingelassen durch das, was Sadat seine “Politik der offenen Tür” nannte. Gegenüber westlichen Medien bestritt Sadat jegliche Korruption. Alle Ägypter wußten, daß dies eine unverschämte Lüge war.

Präsident Sadat, 1977: “Wem kam nun die Politik der offenen Tür zugute? Taxifahrern. Den Liberalen. All diesen kam die Politik der offenen Tür zugute. Es ist nicht so, wie sie sagen, daß hier Millionäre wären und so. Nein, ganz und gar nicht. Dies ist pure, äh, äh, ähm, pure, äh, äh, ähm, äh, ähm, schwarze Propaganda von Seiten der Sowjetunion und ihren Agenten hier im Lande.” "

Am 6. Oktober 1981 ermordet dann eine Gruppe ägyptischer Militäroffiziere während eine Parade ihren Präsidenten Sadat. Die vier Soldaten springen von einem Truck, der ohne nachfolgende Fahrzeuge einfach anhält, werfen in aller Ruhe Handgranaten in Richtung der Tribüne (die nicht explodieren), rennen dann ca. 50 Meter über freie Fläche Richtung Zuschauertribüne und feuern auf Sadat und andere anwesende Gäste. Nachher heisst es dann, Sadat sei von 37 Kugeln getroffen worden, doch der tödliche Wunde sei von einem "Querschläger" ("ricochet") verursacht worden. Merkwürdig, denn die in den USA ausgebildeten Leibwächter Sadats geben minutenlang nicht einen einzige Schuss ab - jedenfalls nicht auf die Attentäter.

Dargestellt wird das Ganze später als Verschwörung von "Islamisten" einer Gruppe "Islamischer Jihad" ("Islamic Jihad") mit dem Chef-Strategen Aboud al-Zumar, einem hochrangigen Offizier des Militärgeheimdienstes. Weiteres Mitglied: ein Ägypter aus adligem ägyptisch-saudischem Hause, mittlerweile bekannt als Ayman al Zawahiri. Nach dem Attentat auf Sadat legt sein Geschrei zwischen Gitterstäben hindurch vor einem Kairoer Sondertribunal bis heute vermeintlich unwiderlegbares Zeugnis verrohter Islamisten ab, die versuchen brutale Diktaturen über mehrheitlich muslimische Bevölkerungen im US-Einflußbereich durch brutale Attentate auf diese Bevölkerung zu stürzen und damit "seltsamerweise" immer scheitern. "DIE MACHT DER ALBTRÄUME – Der Aufstieg der Politik der Furcht"

Dann wurden nahezu 300 Islamisten, unter ihnen Zawahiri, in einem Pavillon in Kairos Industrie-Ausstellungsgelände vor Gericht gestellt. Man war damit einverstanden, daß Zawahiri ihr Sprecher sein würde.

Mann im Käfig, rufend: “…für [unverständlich], für die ganze Welt, dies ist unsere Welt…Doktor Ayman Zawahiri!”

Ayman Zawahiri, im Käfig, rufend: “Jetzt wollen wir zur ganzen Welt sprechen! Wer sind wir? Wer sind wir? Warum haben sie uns hierher gebracht? Und was wollen wir sagen? Zur ersten Frage: Wir sind Moslems! Wir sind Moslems, die an ihre Religion geglaubt haben, von ganzem Herzen, sowohl als Ideologie und als Ausübung. Wir glaubten an unsere Religion, sowohl als Ideologie und als Ausübung. Und daher taten wir unser Bestes zur Errichtung des islamischen Staates und der islamischen Gesellschaft!”

Trotz seines schmissigen Vortrags entkommt Zawahiri  der Todesstrafe und ist bereits nach drei Jahren wieder frei. Schon 1985 trifft er zusammen mit Osama Bin Laden in Afghanistan ein, um mit durch die USA und ihren Auslandsgeheimdienst CIA gestützten und finanzierten Milizen unter dem “Emir der arabischen Mujaheddin" Abdullah Azzam gegen die sowjetisch gestützten Machthaber in Kabul zu Felde zu ziehen. Damaliger Finanzbeauftragter Azzams: der saudische Adlige Osama bin Laden. Zawahiri und Bin Laden beginnen Intrigen unter den Mujaheddin-Milizen um Azzam zu entmachten, dem sie eine zu milde Auslegung des Koran und eine zu politisch ausgerichtete Linie vorwerfen. Ende 1989, als die Sowjets aus Afghanistan abgezogen sind, in Berlin die Mauer fällt und das Ende der Sowjetunion bereits absehbar ist, wird Azzam im pakistanischen Peshawar durch eine Autobombe umgebracht. (DIE MACHT DER ALBTRÄUME – Episode II: Der Fantomsieg)
Die ehemals aus den USA gestützten und finanzierten Milizen werden fallen gelassen, da sie jetzt ihren geostrategischen Nutzen verloren haben - jedenfalls vorläufig.

1993 ist Zawahiri in den USA. Danach wird er, heisst es später, ein "Phantom". Mit gefälschten Passpapieren sei er nach Bosnien, Tschetschenien, Malaysien, Singapur, die Schweiz und Hongkong gereist. Doch Ende der 90er ist der Ägypter Sawahiri wieder in Afghanistan und gibt in aller Ruhe CNN ein Exklusiv-Video. (DIE MACHT DER ALBTRÄUME – Episode III: Die Schatten in der Höhle)

Interviewer: “Für einige Zeit haben wir keinerlei Information über Ihre Aufenthaltsorte gehabt. Wo waren Sie?”

Ayman Zawahiri: “Ich bin einfach so herum gelaufen” (lacht)

Interviewer: “Nicht in Afghanistan? Irgendwo anders?”

Zawahiri: “Überall, überall.”

Interviewer: “Überall?”

Zawahiri: “Ich bin Moslem. Wenn man Moslem ist, wird man überall gesucht. Weil, wenn Du – einfach wenn Du Nein zu den Supermächten sagst, ist dies sofort ein Verbrechen an sich, für das Du gesucht wirst.”

Interviewer: Ja, aber ist es nicht so, dass Sie das was sie tun, mit Waffen tun?”

Zawahiri: “Es ist aggressiv, aber fragen sie Allah, und der ist größer als Supermächte.”

Am 11.September 2001 ereignen sich die Attentate in New York und Washington, nach denen die USA einen weltweiten "War on Terror" beginnen und in Afghanistan einmarschieren. Zawahiri wird nie gefasst. Auch heute noch reist er durch unerhörte Videowelten von "Al Kaida" auf den US-Geheimdienstportalen Site und Intelcenter.

Die Geschichte der Verschwörer-Gruppe "Islamischer Jihad", die der Öffentlichkeit als Verantwortlicher für die Ermordung des ägyptischen Präsidenten Anwar el Sadat im Jahre 1981 präsentiert wurde, basiert vor allem auf, nun ja, Recherchen des US-Journalisten Lawrence Wright. Wright ist nicht nur Autor solcher Klassiker wie "Remembering Satan: A Tragic Case of Recovered Memory" und "The Looming Tower: Al-Qaeda and the Road to 9/11", sondern auch des Drehbuchs von "Ausnahmezustand" ("The Siege") mit Schauspielern wie Denzel Washington. Story des Kinofilms aus dem Jahre 1998: Attentate von CIA-trainierten Islamisten in New York führen zur Ausrufung des Ausnahmezustands, dem Einsatz des Militärs im Inneren und der Errichtung von Militär-Gefangenenlagern für Muslime und Araber in Brooklyn.

Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen, etwa 1 Million Muslime im Irak, sind rein zufällig, frei erfunden oder einfach Drehbuch-Wirklichkeits-Theorie.

Nach dem Attentat der ägyptischen Militärs auf Sadat in 1981 wird der ehemalige Generalstabschef der Luftwaffe Husni Mubarak als Vizepräsident automatisch Präsident und ruft den Ausnahmezustand aus. Diese Ausnahme und sein Zustand gelten mittlerweile seit fast 30 Jahren. Husni Mubarak ist ein brutaler, primitiver und skrupelloser Militärdiktator, der die Ehre hat die Co-Präsidentschaft über die 2008 blitzartig geschaffenene Mittelmeerunion innezuhaben. In der Mittelmeerunion sind neben Deutschland auch alle anderen nominell noch souveränen Staaten im Machtbereich der "Europäischen Union" Mitglied. (Ägyptens Diktator soll Co-Präsident der Mittelmeerunion werden, 2.Mai 2008)

Diktator Mubarak, mittlerweile 82 Jahre alt, wich nun vor kurzem der Frage aus, ob er noch einmal sechs Jahre "Präsidentschaft" anstrebe.(1)

Heute morgen hiess es nun zunächst, im ägyptischen Alexandria sei eine Autobombe vor einer Kirche explodiert. Die "Zeit" (2) zeigt ein von vielen Zeitungen gekauftes Foto mit der Unterschrift:

"Mit diesem Auto verübten Terroristen einen Bombenanschlag kurz nach Mitternacht vor einer Kirche in Alexandria"

Auffällig ist nicht nur, dass weder die naheliegende Wand des Gebäudes auch nur zerkratzt ist, noch die Blätter naheliegender Bäume von den Ästen gefegt sind.

In diesem Video von Sky News ist zudem zu sehen, dass mehrere (grünfarbige) Autos gelöscht werden und mindestens eines auf der anderen Straßenseite zur Kirche liegt.

(Video mittlerweile verschwunden)

In diesem Video von "Reuters" heisst es zudem, bei "spontan" ausbrechenden Auseinandersetzungen zwischen christlichen und muslimischen Ägyptern seien "mehrere Autos angezündet worden".

(Video mittlerweile verschwunden)

Ägyptens Innenminister Habib Ibrahim El Adly behauptet später, es sei "wahrscheinlich", dass dem für das Attentat Verantwortliche einen "Selbstmordbomber" / Selbstmordattentäter auf dem Fuße gefolgt sei. Dies würde auf "Al Qaida" hindeuten. Auch bringt der für die Verhinderungen solcher Attentate zuständige Minister galant "ausländische Elemente" in Spiel (3).

Die Nichtregierungsorganisation "We Refugees" hatte vor wenigen Tagen an das Innenministerium in Kairo einen Protestbrief geschrieben, weil el Adly rund 250 Flüchtlinge aus Eritrea auf der Halbinsel Sinai in Lagern gefangen hält, foltern und vergewaltigen läßt. (4)

NIGERIA

Ein Fantom-Staat, direktes Ergebnis der jahrhundertelangen Kolonialisierung durch die europäischen Großmächte Großbritannien, Frankreich und nach der Errichtung des Kaiserreiches 1871 auch durch Deutschland. Seit der formalen Unabhängigkeit 1960 eine tribalistische Militärdiktatur, deren Rohstoff-Reichtum und Bevölkerung von globalen Konzernen und Konglomeraten ausgeplündert werden, die zu diesem Zweck wechselnde Machthaber bestechen. Die größte Metropole Lagos ist ein Moloch, der durch regionale Gangs und deren Anführer beherrscht wird, deren Übergang zu Polizei, Militär und Regierung fließend ist.

Der Pharmakonzern Pfizer mit Sitz in New York ist in Nigeria gegen den Ölmulti Royal Dutch Shell ein relativ kleines Licht. Seit den 50er Jahren plündert Shell skrupellos die Ölverkommen des Landes und ist seitdem für den Tod Tausender Menschen verantwortlich. Temporäre Machthaber, wie Militärdiktator Sani Abacha (1993-1998), ließen zur Sicherung des Profits vom Öl-Imperium Shell Tausende von Menschen hinrichten und Zehntausende vertreiben. Besonders betroffen: das Volk der Ogoni. Bereits 1993 tauchten die ersten Berichte auf, nach denen "Regierung und Ölgesellschaften" Massenmörder aus anderen Bevölkerungsgruppen anheuerten, um zu diesem Zweck ethnische Konflikte vorzutäuschen.

Wie ein im Zuge der Wikileaks-Enthüllungen bekannt gewordenes Cable des US-Aussenministerium besagt, hat Shell die gesamte Regierung Nigerias infiltriert und ist über "alles was in diesen Ministerien getan wird" voll informiert. (5)

Der derzeitige Machthaber Nigerias, mit dem für Massenmörder, Milizenchefs und Diktatoren in Schwarzafrika typischen englischsprachigen Künstlernamen "Goodluck Jonathan", kam kurz vor der berühmten Unterhosen-Bomber-Nummer auf Flug 253 nach Detroit an Weihnachten 2009 an die Macht (Flug 253: Chronologie einer Inszenierung, 3.Januar 2010).

Bereits über einen Monat vor dem inszenierten Attentatsversuch an Bord der American Airlines Machine - welcher angeblich durch den Sohn des Chefs der First Bank of Nigeria verübt wurde, dazu diente im gesamten EU-Machtbereich die Nacktscanner / Körperscanner durchzupeitschen und in dessen Fahrwasser die USA nach Afghanistan und Irak fasst einen neuen "dritten Krieg" im Jemen begannen - war der Präsident Nigerias Musa Yar'Adua bereits verschwunden.

Am 24.November bewilligte der nigerianische Senat einen milliardenschweren "Ergänzungshaushalt". Sinn und Zweck, so ein Brief des bereits aus der Öffentlichkeit verschwundenen Präsidenten Musa Yar'Adua, seien "strategische Interventionen" im Ölfördergebiet des Niger-Deltas (6). Am gleichen Tag der Bewilligung dieses neuen Milliardenbudgets, hieß es, sei der Präsident wegen einer dringenden ärztlichen Behandlung nach Saudi-Arabien abgeflogen. Später hiess es von dort, Musa Yar'Adua habe den Haushalt am Krankenbett im saudischen Jeddah unterschrieben. Es war nicht einmal klar, wer ihm wann das Gesetz zur Unterschrift übermittelt haben soll. (7)

Am 9.Februar 2010 ernannte dann das nigerianische Parlament Vizepräsidente "Goodluck Jonathan" zum "amtierenden Staatspräsidenten". Am 24.Februar hieß es dann, Präsident Musa Yar'Adua sei nach Nigeria zurückgekehrt. Am 5. Mai wurde er offiziell für tot erklärt. Zu diesem Zeitpunkt war der Präsident seit über einem halben Jahr in der Öffentlichkeit nicht mehr lebend gesehen worden.

Die Macht hat seit dem Verschwinden Yar'Aduas der sogenannte "Goodluck Jonathan" - ein tumber, verblödeter Handlanger, der keine zwei Sätze heraus bringt. Ein Schelm, wer da an den ex-Vize Husni der Große von Ägypten denkt.

Ganz Nigeria spricht seit Monaten von dieser Verschwörung ("cabal") (7). Nur in Deutschland hat nobody etwas davon gehört.

Im September 2008 war Kritik aus dem nigerianischen Parlament laut geworden, weil die Regierung in Lagos einen “geheimen Sicherheitspakt” mit einem Staat in Asien abgeschlossen hatte. Dem Auslandsgeheimdienst dieses asiatischen Staates war die Vollmacht übertragen worden, die Spione Nigerias zu “trainieren” und für “Sicherheitsoperationen”  auszubilden. Welcher asiatische Geheimdienst war das? Es war der israelische Mossad. (Flug 253 Chronologie: Akt III – von Detroit nach Jemen, 05.01.2010)

Am 7.März kam es in der Nähe der Ortschaft Jos, der Hauptstadt des Plateau State, einem Bundesland Nigerias, in den Dörfern Dogo Na Hauwa, Ratsat and Jeji zu einem blutigen Massaker. Am 10.März behauptete die nigerianische Zeitung “Daily Trust”, das Massaker sei “eine Rache” für das Massaker in Kurujenta am 17.Januar; damals seien Angehörige des Stammes der Fulani ermordet worden und diese hätten jetzt angeblich die Berom in den drei Dörfern bei Jos ermordet.

Dem widersprach der Gouverneur des Plateau State, Jonah Jang, energisch und beschuldigte vielmehr die Armee Nigerias der Komplizenschaft mit den Tätern. Eine “Rache”-Aktion zwischen verfeindeten Stämmen schloss er dagegen aus. Beim Massaker in Jos-Stadtteil Kurujenta am 17.Januar seien überhaupt keine Fulani getötet worden. Vielmehr sei das ganze Camp restlos zerstört wurden. Aber nach dem Massaker sei wie aus dem Nichts ein Kamerateam von “Al Jazeera” aufgetaucht, “einige Leute” hätten die Leichen seien dann bedeckt und gekennzeichnet (“labeled”). Gouverneur Jang dazu am 10.März zur Presse:

"Wenn Sie Leichen bedecken und kennzeichnen, wer weiss dann, wer da bedeckt wir? Und heute berichtet Daily Trust, dass dies (das Massaker am 7.März) stattfand, weil Fulani in Kurujenta getötet worden seien. Fulani leben nicht in Kurujenta. Also zu sagen, das sei eine Rache für das was in Kurujenta geschah, ist eine Verfälschung der Tatsachen. Irgendwelche Leute kamen über die Grenzen in den Plateau State und haben die Dörfer angegriffen.” (8)

Diese Weihnachten ereigneten sich nun in Jos vier Explosionen. Durch die Attentate wurden mindestens 32 Menschen getötet. "Goodluck Jonathans" Sprecher "Gregory Yenlong" dazu (9):

"Was an Heiligabend passiert ist, ist bedauernswert. Vor allem jetzt, da wir Frieden und Sicherheit im Staat gewährleisten wollen."

Es bekannte sich zunächst niemand zu den Attentaten. Doch in den Nachrichtenagenturen hieß es unisono "religiöse Gewalt".

Am heutigen Neujahrstag des Jahres 2011 explodierte nun ein Sprengsatz auf dem Marktplatz eines Militärgeländes in der Hauptstadt Abuja. Eine Zeitung namens "Vanguard" (übersetzt so viel wie "Pionier" oder "Avantgarde") behauptete, es sei auch eine Bombe in einer (christlichen) Kirche explodiert. Dies stellte sich bald darauf als falsch heraus.

Doch wer ward es nun gewesen? Der "Präsident" hatte da schon etwas parat (2):

"Zu den Tätern gibt es noch keine gesicherten Informationen. Präsident Goodluck Jonathan macht radikale Islamisten der Gruppe Boko Haram für die Tat verantwortlich. Die Gruppe hatte bei einer Serie von Anschlägen am 24. Dezember mindestens 80 Menschen getötet."

Vor drei Tagen scheiterte um Haaresbreite ein Einmarsch der "Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft" (Ecowas) in die Elfenbeinküste. Wer hat den Vorsitz der Ecowas, die in der deutschen Presse in EWG-EU-Manier etwas voreilig bereits zur "Westafrikanischen Staatengemeinschaft" erklärt wurde? Natürlich "Goodluck Jonathan". In Nigerias Hauptstadt Abuja hatten sich vom 26. bis zum 29.Dezember die Generalstabschef der Ecowas-Staaten mit einer Delegation des Pentagon zu Plänen über eine Militärintervention in der Elfenbeinküste versammelt. Letztlich weigerten sich aber die Staatschefs von Sierra Leone, Benin und Kap Verde einer Invasion der Ecowas in der Elfenbeinküste zuzustimmen. (10)

Die Währungen der westafrikanischen Staaten sollen nach glänzendem Vorbild des Euro zum "Eco" verschmolzen werden. Der schon 1993 durch die Ecowas gefällte Beschluss - ein Jahr nach der Gründung der EU in Europa - wurde 2004 auf unbestimmte Zeit verschoben. Nigeria ist allerdings bereit Mitglied im Vorläufer der geplanten Eco-Zone Westafrika: der "Westafrikanischen Währungszone" (WAMZ).

EPILOG

Eintrag 1.Januar 2011, neun Jahre, drei Monate und zwanzig Tage nach Ausbruch des Krieges:

Keine besonderen Vorkommnisse. Im Westen nichts Neues.

Quellen:
(1) http://www.focus.de/politik/schlagzeilen/nid_60641.html
(2) http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-01/anschlaege-nigeria-aegypten
(3) http://news.sky.com/skynews/Home/World-News/Egypt-More-Than-20-Die-In-Bomb-Attack-On-Church-In-Alexandria-Egypt/Article/201101115875968
(4) http://www.jpost.com/Headlines/Article.aspx?id=201442
(5) http://www.guardian.co.uk/business/2010/dec/08/wikileaks-cables-shell-nigeria-spying?DCMP=EMC-thewrap08
(6) http://www.nigerianbestforum.com/blog/?p=28394
(7) http://allafrica.com/stories/200912290719.html
(8) http://www.radio-utopie.de/2010/03/10/kabale-in-nigeria-massenmord-unter-falscher-flagge/
(9) http://www.swissinfo.ch/ger/news/newsticker/international/Mindestens_38_Tote_bei_Gewalt_in_Nigeria_-_Kirchen_ueberfallen.html?cid=29111682
(10) http://www.rp-online.de/politik/ausland/Vorerst-keine-auslaendische-Militaerintervention_aid_947193.html

Quellen aktualisiert am 02.07.2015. Der Inhalte wurde nicht verändert.

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