NATO-Staaten fĂŒhren verdeckten Krieg in Mali

Neben den USA und Frankreich sind auch die beiden anderen Mitglieder der NATO-Quad, Deutschland und das Vereinigte Königreich, in den Krieg in Mali und im benachbarten Niger involviert. Berlin hat kĂŒrzlich angekĂŒndigt, seine militĂ€rische Ausbildungsmission in Mali zu erweitern, seine TruppenstĂ€rke dort zu erhöhen und ein MilitĂ€rkrankenhaus einzurichten. Außerdem hat Berlin den nigrischen StreitkrĂ€ften fĂŒnfzehn gepanzerte Fahrzeuge zur VerfĂŒgung gestellt und wird 100 Ausbilder in das Land schicken, um minenresistente, hinterhaltgeschĂŒtzte Mannschaften auszubilden. Deutsche Marinekommandos bilden Nigers SpezialkrĂ€fte aus und die Luftwaffe hat im Rahmen der MINUSMA-Operation in Mali einen LuftwaffenstĂŒtzpunkt im Land.

Mosambik: EU-Einsatz und FlĂŒssiggas

Im Jahr 2010 stieg ein Konsortium unter heutiger FĂŒhrung des französischen Total-Konzerns mit dem „Mosambik-FlĂŒssiggasprojekt“ groß in das dortige Land ein. Es geht dabei um die anvisierte Ausbeutung von 65 Billionen Kubikfuß Gas, wofĂŒr 2019 entschieden wurde, bis 2024 insgesamt 20 Mrd. Dollar zu investieren. Im Juli vergangenen Jahres wurde bekanntgegeben, eine Vereinbarung fĂŒr Investitionen im Umfang von 15 Mrd. Dollar sei unterzeichnet worden. Kein Pappenstiel also, was man im Hinterkopf behalten sollte, wenn man nun Nachrichten wie Ende MĂ€rz im Deutschlandfunk liest, die ehemalige Kolonialmacht Portugal plane die Entsendung von 60 SoldatInnen, um „die StreitkrĂ€fte in Mosambik mit Trainingsmaßnahmen dabei [zu] unterstĂŒtzen, Dschihadisten im nördlich gelegenen Palma zu bekĂ€mpfen.“

Wahlen in Westafrika – Probleme vorprogrammiert

In vier LĂ€ndern Westafrikas finden in den kommenden drei Monaten wichtige Wahlen statt. Die Medien hierzulande schenken dem wenig Aufmerksamkeit, obwohl in drei dieser LĂ€nder auch europĂ€ische Soldaten aktiv sind. Nur auf Guinea trifft dies nicht zu. Dort wird mit den PrĂ€sidentschaftswahlen am kommenden Sonntag, dem 18. Oktober, die Wahlsaison eröffnet. Zwei Wochen spĂ€ter, am 31. Oktober, folgt die ElfenbeinkĂŒste, Burkina Faso am 22. November und am 27. Dezember dann der Niger, je mit sowohl Parlaments- wie auch PrĂ€sidentschaftswahlen.