Gouverneur von Kundus: „Deutsche, jetzt tötet doch endlich!“

Gekränkte Soldatenehre soll die deutsche Regierung zur Afghanistan-Konferenz beeinflussen

Die Tagesschau veröffentlichte heute ein Interview der ARD mit dem Gouverneur der Provinz Kundus, Mohammad Omar. Nach dieser Veröffentlichung gibt es nur eine einzige Reaktion für unsere Regierung im Einvernehmen mit der Bevölkerung, die das zu über 70 Prozent laut Umfragen schon lange fordert: die Sachen zusammenpacken, das militärische Gerät und die Soldaten sofort nach Hause schicken.

Mohammad Omar hat es ganz richtig erkannt, noch ist es nicht soweit, es stehen dem zu Recht deutsche Gesetze entgegen, das die Bundeswehrsoldaten als mordlustige Räuber ohne Gesetz und Recht eine Region brandschatzen und zerstören können. Es gibt Kräfte in Deutschland, die das geändert sehen wollen. Sie fordern eigene Gerichtsbarkeit für die Soldaten, Änderungen der Taschenkarte, Mandatserweiterungen und Gesetzesänderungen.

Der Befehl zum Bombenabwurf auf die Tanklastwagen hat schon genau das eingeleitet und hier müssen unter allen Umständen Konsequenzen gezogen werden, um die richtigen Verantwortlichen zu finden. Hier gilt nicht, "die Zeit heilt alle Wunden", es war ein grausamer und brutaler Mord an der afghanischen Bevölkerung durch die Bundeswehr, veranlasst von Hintermännern unter Benutzung der Geheimdienstszene.

Mohammad Omar widerliches berechnendes Geschwätz im Interview

"Das Wiederaufbauteam in Kundus ist vermutlich bereit, die Feinde zu bekämpfen. Aber leider will das die deutsche Regierung nicht. Die will nicht, dass ihre Soldaten hier sterben. Aber wir hier in der Provinz tragen auch Verantwortung unseren Menschen gegenüber. Wir müssen die Aufständischen loswerden und Sicherheit haben. Wir wollen von der deutschen Regierung, dass sie die Realität hier sieht. Dass sie ihren Soldaten ermöglicht, effektiv zu handeln. Denn wir haben viele Terroristen hier.

Am Anfang, als die Deutschen hier ankamen, waren sie sehr effektiv in der Region. Beim Bau von Straßen, von Kliniken, von Brücken und Schulen. Aber heute ist die Situation anders, sie hat sich verschlechtert. Die Deutschen sind schwach, was die Änderung der Sicherheitslage angeht. Wir haben einen Feind, der will uns töten. Wir haben auch Freunde - aber wenn der eine Freund uns nicht rettet, müssen wir uns an den nächsten wenden. Das heißt im Klartext: Wenn die Deutschen uns nicht helfen, müssen das die US-Amerikaner tun."

Mohammad Omar versucht mit seinen Worten die deutsche Soldatenehre zu packen, indem er sie als Memmen hinstellt, die lieber zu Mami gehen sollen. Die Bundeswehr und alle vernebelten Kriegsbefürworter sollen aufschreien und Druck auf die Regierung ausüben, endlich zu erlauben, zu zeigen was man für eine mannhafte Schlagkraft ist. Es ist zu hoffen, das sich nur noch bei wenigen der Pulsschlag beim Erklingen von zackigen Militärmärschen erhöht und den Deutschen nicht mehr im Blut steckt. Allzu oft wurde die deutsche Bevölkerung in ihrer Geschichte in Kriege hineingezogen. Verlierer sind immer die einfachen Menschen, keiner der Regierungsmitglieder, Generalstabschefs und Patrone der Rüstungsindustrie stirbt auf dem Feld.

Die ganze Welt weiss, dass in den Provinzen von Afghanistan Korruption und Interessenkonflikte herrschen, in denen gerade die Gouverneure ihre Rolle als uneingeschränkte Gebietsfürsten verteidigen. Sie gehen Pakte mit jedem ein, der ihnen augenblicklich vom Nutzen ist. Dazu gehören angeworbene Söldner, einheimische und ausländische Geheimdienstagenten, Militärs der NATO, Einheimische, Hilfsorganisationen und afghanische Behörden. Jeder wird nach Bedarf in ihr Spiel um die Vorherrschaft einbezogen und wieder fallen gelassen. In der afghanischen Regierung tobt ein Kampf um die einflussreichsten Posten.

Das wirft die Frage auf, wer einen Gewinn aus Anschlägen zieht und sie verüben lässt.

Deutschland soll dafür sein hart erkämpftes Grundgesetz ändern?

In einigen Tagen findet die Afghanistan-Konferenz statt und die Tagesschau veröffentlicht kurz zuvor dieses Interview, warum? Um sich nun als kernige Deutsche zu beweisen und den Ruf nach mehr Einsatz und Soldaten zu rechtfertigen um nicht als Versager dazustehen? Sind die noch zu retten?

Das einzige Ziel kann nur sein: Truppenabzug der Bundeswehr aus Afghanistan!

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Quelle: http://www.tagesschau.de/ausland/afghanistan1538.html

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