Aktiv gegen Stuttgart 21Aktiv gegen Stuttgart 21

« | Home | »

Spannung in Ostafrika: Attentat in Uganda, Haftbefehl gegen Machthaber im Nord-Sudan

Von petrapez | 12.Juli 2010

Uganda ist Einsatzgebiet westlicher Truppen, die dort die Wirtschaftsinteressen ihrer Staaten vertreten. Gestern kam es dort in der Hauptstadt zu einem scheinbar völlig sinnlosen und willkürlichen Massaker. Ins Spiel gebracht wurde sofort das weit entfernte Somalia, während in der Presse das benachbarte und vom Stellvertreterkrieg der Großmächte bedrohte rohstoffreiche Sudan peinlichst verschwiegen wurde. Heute nun sprach der Internationale Gerichtshof in Den Haag einen Haftbefehl gegen den Machthaber im Nord-Sudan aus.

In Kampala, der Hauptstadt von Uganda, explodierte am Abend des 12.Juli inmitten einer Menschenmenge ein Sprengsatz. Ein weiterer in einem äthiopischen Restaurant im Kabalagala Bezirk, der als äthiopisches Dorf bezeichnet wird.Vor der Gaststätte waren vor einem Bildschirm viele Menschen – darunter mehrere Ausländer – versammelt, um des Endspiel der Fussball-Weltmeisterschaft 2010 zu verfolgen. Mindestens 70 Personen wurden nach ersten Berichten getötet und 60 weitere verletzt.

Der seit 24 Jahren mit westlicher Militärhilfe herrschende Machthaber Ugandas, Yoweri Museveni, erklärte dazu:

“Wir werden sie bekommen, wo immer sie sind. Wir werden nach ihnen suchen wie wir es immer tun.”

Sein Regierungssprecher Fred Opolot sprach umgehend von “Hinweisen”, dass sich zwei “Selbstmordattentäter” selbst in die Luft gesprengt hätten. Ob es sich etwa um einen versteckten Sprengsatz, einen Flug- oder Wurfkörper gehandelt hatte, die Mainstream-Presse fragte weltweit nicht danach; vielmehr druckte begeistert die Einlassungen eines “Sheik Yusuf Sheik Issa” ab, angeblich eines somalischen “Al Schahab”-Kommandeurs. Dieser hatte “associated press” ein ausführliches Interview gegeben, in dem er sich ausdrücklich “happy” über die vielen Toten äußerte, aber sich merkwürdigerweise weigerte zuzugeben, dass seine Organisation hinter dem Attentat stecke. Opfer des Attentats sollen laut den Behörden Ugandas unter anderem Staatsbürger aus Indien, Äthiopien und dem Kongo sein. (1)

Gleich nach dem Attentat war von verschiedenen “Sicherheitsexperten” gemutmasst, das Attentat habe die Miliz “Al Schahab” (“al-Shahab”) begangen, die in Somalia gegen die vom Westen im Sattel gehaltene Übergangsregierung in Mogadischu kämpft. Der Polizeichef von Kampala, Kale Kaihura, wiederum lenkte die Aufmerksamkeit auf “Al Schabab”. Es wäre bekannt, so Kaihura, dass “Al Schabab” Verbindungen zu “al-Qaida” hätte. In der Presse heisst es nun , dass “Al Schabab” habe in der vergangenen Woche zu Anschlägen auf ugandische und burundische diplomatische Einrichtungen aufgerufen.

Etwas verwirrt äußerte dazu der westlich gestützte somalische “Übergangspräsident” Sharif Sheikh Ahmed (der in Kenia residiert), dass die “Al Schahab”-Miliz noch nie ausserhalb Somalias zugecshlagen hätte und das dies das allererste Mal wäre (2). Anzunehmen ist, dass diese interessante Information die Mainstream-Presse weltweit genauso schnell wieder vergessen wird wie “Übergangspräsident” Ahmed. Schliesslich geht es hier um handfeste Interessen.

Somalia wird als Aushängeschild knallhart spekulierender Militärstrategen für die Öffentlichkeit benutzt, um in Ostafrika US-amerikanische und europäische Truppen zusammenzuziehen. Dazu benötigt man einen Bürgerkrieg, da eine zerrüttete Regierung das “Piratenproblem” vor ihrer Küste nicht in den Griff bekommen kann und soll.

Eigentliche Ziele des miltärstrategischen Komplexes liegen im Sudan, Uganda, Kongo, Nigeria – alles Länder mit reichen Rohstoffvorkommen und die es auszeichnet, durch von aussen geschürte ethnische Konflikte in ihrer inneren Stabilität zerrissen zu werden. Der Kampf um die Verteilung wird zwischen den USA, der Europäischen Union, China und Russland und ihren jeweiligen Bündnispartnern um die Weltherrschaft über die Rohstoffe ausgetragen.

Dabei werden je nach Lage diese Partner einbezogen, benutzt oder fallengelassen – Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Einzige Verlierer in diesem Spiel sind die Bevölkerungen der betroffenen Staaten.

Im Jahr 2011 wird es im Sudan zu einem Referendum über die mögliche Abspaltung des Südsudan mit seinen reichen Erdölvorkommen kommen. Diese gilt es für die jeweiligen Interessengruppen zu verteidigen. Der Kriegslogik des zurückgetretenen Präsidenten Horst Köhlers vom Krieg für “wirtschaftliche Interessen” entsprechend (unter der Hand längst Militärdoktrin im Regierungsviertel) könnten also Deutschlands “wirtschaftliche Interessen” in Zukunft nicht mehr nur am Hindukusch sondern auch am Oberen Nil verteidigt werden. Die Bundeswehr ist schon seit längerem in Uganda und Dschibouti (Dschibuti) stationiert, offiziell als Freund, Ausbildungshelfer und Bewahrer der selbstdefinierten Ordnung örtlicher Diktatoren.

Heute nun sprach der Internationale Gerichtshof in Den Haag einen Haftbefehl gegen den Machthaber im Nord-Sudan aus, Omar al-Bashir. Ihm wird Genozid im Landesteil Darfur vorgeworfen (3). In dem Landesteil war 2003 nach Funden umfangreicher Vorkommen von Erdöl und Uran durch westlich gestützte Milizen ein Guerillakrieg gegen das Regime in Khartum begonnen worden. Dieses unterhält u.a. umfangreiche Wirtschaftsbeziehungen mit China. Der ganze geostrategische Konflikt hat sich seit Jahren angebahnt. (22.Januar 2007, Der kommmende Ostafrika-Krieg Kapitel II: Darfur, das Konsortium, die Atommächte, das Uran und das Öl…)

China muss seine Rohstofftransporte über das Rote Meer und den Golf von Aden abwickeln. Dort sind seit Ende 2008 Flotten der Großmächte USA, Indien, Großbritannien, Frankreich und Deutschland stationiert, zur Bekämpfung von “Piraten”, wie es heisst. Neuerdings wurde dafür sogar offiziell vom “Nordatlantikpakt” (Nato) ein U-Boot entsandt. (4)

Die blutige Spur der Attentate – unter dem unablässigen Gedröhne der “Al-Qaida”-Werbetrommel zur Hauptsendezeit der westlichen Medien – und den unmittelbar darauf folgenden Feldzügen der westlichen Militärs, zieht sich bereits kreuz und quer über den gesamten Planeten.

Gewinner dieser Zerstörung ganzer Völker und Regionen sind die Großmächte, im Verein mit eingesetzten regionalen Schattenregierungen, Militärs, Milizen, profitorientierten Interessengruppen und Rohstoff-Konzernen.

(…)

Artikel zum Thema:

17.06.2010 Pakistan: Ausländer verantwortlich für neue Terrorwelle in Karachi
08.06.2010 Istanbul: Bombenanschlag und Abschlusserklärung der CICA-Asien-Konferenzteilnehmer zu Israel
15.05.2010 Neues ostafrikanisches Abkommen ohne Ägypten über Nil-Wasserrechte
15.02.2010 Deutsche Anti-Terror-Expertenausbildung für Indien kurz vor Vertragsabschluss
28.04.2010 Sahara wird multinational mit westlicher Anleitung militarisiert
14.04.2010 Deutsche Spezialeinheiten agieren offiziell ab 1.Mai in Uganda und Somalia
08.04.2010 Vertrag mit China zum Bau eines grossen Staudamms am Schwarzen Nil im Sudan
09.02.2010 Präsidententreffen in Karthoum: Idriss Deby bei Omar Hassan al-Baschir
12.01.2010 Geplatzte Jemen-Intervention: Strategischer Flop der USA
11.01.2010 Die USA können nur eines, ständig weltweit mit Terrorwarnungen bei zivilen Flügen rumstänkern
07.01.2010 Süd-Sudan: Kampf um Rinder und Grenzen
06.01.2010 Imperialistisches Hazard in Ostafrika
02.11.2009 Pakistan: Laut Polizei-Inspekteur US-Söldner, Indien, Israel und Afghanistan hinter Attentat von Peshawar
14.12.2008 Luftzwischenfall: Deutschland und Grossbritannien versuchen Spezialeinheiten in Pakistan und Indien zu stationieren
07.12.2008 Die Iran-Situation: Bundesregierung will Parlamentsvollmacht für “Kampfeinsatz vor Somalia”
06.12.2008 Mumbai: Undercover-Polizist als mutmasslicher Attentäter verhaftet
03.12.2008 Werden sich Bundeswehr und BKA am Krieg gegen Pakistan beteiligen?
21.11.2008 BND mutmasslich in False-Flag-Bombenanschlag im Kosovo verwickeltBND mutmasslich in False-Flag-Bombenanschlag im Kosovo verwickelt
16.02.2008 Tschad: Chronologie der French Connection
09.08.2009 Die neue NATO: Deutschland kehrt auf die militärische Weltbühne zurück (Teil 1)
15.06.2009 Sudan und Äthiopien unterzeichnen Militärpakt zur gemeinsamen Grenzsicherung
17.08.2007 NATO gegen SCO: die gewollte, neue Block-Konfrontation
12.01.2007 Der kommende Ostafrika-Krieg

Quellen:
(1) http://www.huffingtonpost.com/2010/07/11/uganda-bomb-world-cup_n_642336.html
(2) http://www.focus.de/panorama/vermischtes/uganda-ueber-60-menschen-bei-anschlag-waehrend-fussball-wm-finale-getoetet_aid_529570.html
(3) http://www.google.com/hostednews/canadianpress/article/ALeqM5gG7rg6TrTPoq9b0TeNnVCf0U5_DA
(4) http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5iueoZipGOUmZn6MbNcJYaMnwx8rw

Diesen Artikel empfehlen und weiterverbreiten:
  • Twitter
  • Google Bookmarks
  • Google Buzz
  • del.icio.us
  • Digg
  • Yigg
  • MisterWong.DE
  • LinkArena
  • Blogosphere
  • Add to favorites
  • LinkedIn
  • FriendFeed
  • MySpace
  • RSS
  • PDF
  • Print

Topics: Hintergrund und Analyse, Militär und Krieg, Politik | 4 Kommentare »

* * */

4 Kommentare to “Spannung in Ostafrika: Attentat in Uganda, Haftbefehl gegen Machthaber im Nord-Sudan”

  1. assassin meint:
    12.Juli 2010 at 21:53

    Köhler wusste ganz genau was er gesagt hat! Als jedoch das Medieninteresse über seine Aussage zu groß wurde, drückte er den Knopf des Rücktritts, was ein größeres Medieninteresse hervorrief und seine Aussagen über den wahren Grund vom Deutschen Engagement in “Krisenherden” überdeckte!!!

    Wir werden von Banditen beherrscht, die sich ein Dreck um Menschenrechte kümmern!

    PS: (…)
    Länder wie Iran, Venezuela, Kuba und Organisationen wie Hezballah und Hamas werden von den mainstream Medien als unzurechnungsfähig und isoliert dargestellt, weil sie sich nicht versklaven lassen!!!

    Ich bin Moslem und jeder der das Spiel erkannt hat und sich nicht versklaven lässt ist mein Bruder! Egal ob er an Gott glaubt oder nicht!

    Wie bewerten Sie den Kommentar? Daumen hoch 0 Daumen runter 0

  2. christel meint:
    13.Juli 2010 at 08:43

    Hallo,
    ich behaupte immer, in afrikanischen und arabischen Ländern, wo westliche Interessen verfolgt werden, braucht man diese Unruhen, um sie für sich zu nutzen.
    Es geht nie um den Schutz der Bevölkerung. Ich kann mich nur “assassin” anschliessen: “Wir werden von Banditen beherrscht, denen Menschenrechte nichts bedeuten!”
    Wie krampfhaft man sich eine Stimmung gegen den Iran zurechtlegt, wie immer und immer wieder die gleichen Lügen auftauchen. Es erinnert mich ständig an den “Irak mit seinen angeblichen Massenvernichtungswaffen.” Selbst als die Kontrolleure verkündeten, dass der Irak so etwas nicht besitzt, wurde weiter gepredigt.
    Meine Güte, was sind das für verkommene Menschen!
    Man sieht das schon alleine daran, dass sie 3000 Menschen am 11. 9. 2001 in die Luft sprengten, nur um der Welt “Täter” servieren zu können.
    Wenn es auch nur etwas Gerechtigkeit gibt, dann lasst dieses nicht lebenswerte Gesindel nicht so ohne weiteres davon kommen.
    Mitwisser und Täter sind gleich schuldig! Und davon gibt es massig viele.
    Ich kann mich dem Autor des Artikels völlig anschliessen. Seit Jahren beobachte ich diese Vorgehen. Es sind immer die gleichen Vorgehensweisen zu erkennen. Die Unruhen werden gebraucht, sie werden jahrelang gezüchtet, um dort eigene Interessen einzubringen. Dabei ist es den Agierenden völlig egal, wie viele Menschen dabei sterben müssen, welches Elend sie dadurch verursachen. – Es handelt sich um die durchtriebenste Gattung Mörder, die ich mir vorstellen kann.
    Mich überkommt ein Ekel, wenn ich darüber lese.

    Wie bewerten Sie den Kommentar? Daumen hoch 0 Daumen runter 0

  3. tur-kay meint:
    13.Juli 2010 at 17:05

    Schon in den 70 er Jahren beschäftigten sich Geheimdienste mit Afrika
    Uganda
    Idi Amin galt als Sinnbild eines brutalen Gewaltherrschers. Zwischen 300.000 und 400.000 Menschen fielen nach Schätzungen seiner achtjährigen Gewaltherrschaft zum Opfer.
    Die Medien zeigten Ihn als Islamischen Herrscher, jemand der gegen Zionismus war. In Wirklichkeit bildete der Israelischer Kommandant Baruch Burlev Idi Amin`s brutale Armee aus.(The Secret War in Sudan, Edgar O’Ballance, ff.127-128)

    Mossad hat den brutalen Putsch gegen Milton Obote organisiert, so kam Idi Amin an die Macht (Israel’s Most Secret Service Mossad, Ronald Payne, ff.245)

    Zaire

    Seit 1969 wird die faschistische Regime Mobutos und seine Sicherheitskräfte von Mossad ausgebildete (Benjamin Beit-Hallahmi, The Israeli Connection: Who Israel Arms and
    Why? )

    Angola und Mosambik:

    Die Gerilliatruppen FNLA, UNITA und MNR die sich gegenseitig bekämpft haben, wurden von der AMAN (Militärische Teil Mossad) ausgebildet und bewaffnet. Israel wollte nicht verdächtigt werden, deshalb wurde russische Kalaschnikow verteilt. (Benjamin Beit-Hallahmi, The Israeli Connection: Who Israel Arms and Why? )

    Am 26. Dezember 1980 wurde der Ehemalige Präsident der Zentralafrikanischen Republik Bokassa in Abwesenheit wegen Mordes, Folter, Korruption und
    KANNIBALISMUS
    zum Tode verurteilt. Im Exil in Frankreich wurde er im Schloss Hardricourt westlich von Paris mit zehn seiner Dutzenden Kinder und einer Freundin statt der 18 Ehefrauen untergebracht. Wikipedia

    Seine kaiserliche Armee wurde von Israelischen Experten ausgebildet, sein engster Berater war der frühere Israelische General Shmuel Gonen. (Benjamin Beit-Hallahmi, The Israeli Connection: Who Israel Arms and Why? )

    General Shmuel Gonen wurde offiziell von der Israelischen Armee pensioniert. Nach seinen Angaben hielt er sich 13 Jahre alleine in Afrikanischen Wäldern um seinen Hobby Diamanten-suche nachzugehen.

    Das Suchen von Rohdiamanten sollte man sicherheitshalber nicht auf eigene Faust und allein unternehmen – der Edelstein ist begehrt und die Gefahren sind groß. http://www.rohdiamant.info/Rohdiamanten.htm

    Wie bewerten Sie den Kommentar? Daumen hoch 0 Daumen runter 0

  4. mimmko meint:
    13.Juli 2010 at 17:58

    Deshalb versteht sichRTFE die Merkel-Banditenbande auch so gut mit den ” Weltpolitischen – Brandstiftern ” in Tel Aviv und Washington.

    Wann merkt das deutsche Volk eigentlich, wie es von diesen Verbrechern verkauft wird.

    Wie bewerten Sie den Kommentar? Daumen hoch 0 Daumen runter 0