DER 11. SEPTEMBER: Langer Marsch eines Molochs

Entgegen der heutigen Wahrnehmung rauschte die Regierung der USA Anfang des 21. Jahrhunderts keineswegs unvorbereitet in die Attentate des 11. Septembers. Im Gegenteil waren ĂŒber Jahrzehnte umfangreichste, weit verzweigte „Sicherheits“-Strukturen aufgebaut worden, bereits damals in enger Symbiose mit dem „privaten“, also internationalen kommerziellen Sektor. Sie dienten primĂ€r der Informationsgewinnung, innerstaatlich wie international. Legitimation und teils geheime, durch abermals geheime Interpretationen bzw „Rechtsmeinungen“ („legal opinions“) zusĂ€tzlich ausgelegte „Executive Orders“ der PrĂ€sidenten, bildeten die Rechtfertigung fĂŒr den Aufbau eines Molochs, eines „lebenden, atmenden Organismus“, der, „jeder Kontrolle entwachsen“, von genau denjenigen finanziert wurde, gegen die er einmal marschieren sollte.

DER 11. SEPTEMBER: Nachspiel

DER 11. SEPTEMBER: Die MilitĂ€rmanöver Nach einem fast 13 Jahre andauernden weltweiten Terrorkrieg und der damit einhergehenden, sukzessive installierten TotalĂŒberwachung explizit in den kriegfĂŒhrenden Staaten selbst, sind in diesen Staaten und durch deren Institutionen elementare RechtsgrundsĂ€tze und zivilisatorische Errungenschaften außer Funktion, gelĂ€hmt oder zerstört. Wo es Verfassungen gibt, werden sie durch faktisch verschmolzene staatlich-kommerzielle KrĂ€fte systemisch ignoriert, nach eigenem Ermessen „uminterpretiert“, faktisch gebrochen.

DER 11. SEPTEMBER: Die MilitÀrmanöver

Am 11. September 2001 laufen mehrere Manöver („wargames“) des Nordamerikanischen Luftraum-Verteidigungskommandos NORAD („North American Aerospace Defense Command“), einer unter dem Kommando des Pentagon stehenden gemeinsamen Einrichtung der kanadischen und us-amerikanischen LuftstreitkrĂ€fte mit Operationszentrum (CMOC) im Atombunker von Cheyenne Mountain. Eines der Manöver: das regelmĂ€ĂŸig stattfindende „Vigilant Guardian“.

Bereits im Rahmen des „Vigilant Guardian“ Manövers simulierte zwei Tage zuvor am 9. September 2001 NORADs Abteilung fĂŒr die Verteidigung des nordöstlichen Luftraums NEADS („Northeast Air Defense Sector“) – stationiert auf dem LuftwaffenstĂŒtzpunkt Griffiss und im gleichen Ort wie die u.a. auf (Radiowellen-)Kommunikation spezialisierte Forschungsabteilung der US Air Force im Bundesstaat New York –
die EntfĂŒhrung ziviler Flugzeuge Richtung New York durch „Terroristen“, die Umlenkung des Flugzeugs durch „blaue StreitkrĂ€fte“ („blue forces“) und die Detonation der entfĂŒhrten Zivilflugzeuge im Luftraum durch mitgefĂŒhrten Sprengstoff.

JFK und 9/11 – Gewonnene Einsichten aus dem Studium beider VorgĂ€nge

Peter Dale Scott widmet sich in zwei VortrĂ€gen gewissen Parallelen zwischen der Ermordung von John F. Kennedy 1963 und den TerroranschlĂ€gen vom 11. September 2001. Es ist seine Überzeugung, dass beide Ereignisse dem zulasten gelegt werden können, was er die amerikanische Kriegsmaschine nennt.

Von Peter Dale Scott, Übersetzung Lars Schall

Der Tiefenstaat und 9/11

Peter Dale Scott interpretiert 9/11 in diesem Essay als keinen beispiellosen Staatsstreich, sondern als einen Vorfall in einer Reihe von Ă€hnlichen unerklĂ€rlichen Ereignissen, die alle Ă€hnliche Ergebnisse zeitigten, bis hin zurĂŒck zum zweiten Golf von Tonkin-Zwischenfall, der Kennedy-Ermordung, ja selbst bis hin zum falsch erinnerten Beginn des Korea-Krieges. Allein, von all diesen Tiefenereignissen kann 9/11 als das erste gesehen werden, das nicht nur strukturelle, sondern auch verfassungsmĂ€ĂŸige Auswirkungen gehabt hat. Bis heute befinden sich die USA in einem permanenten Ausnahmezustand.

Von Peter Dale Scott, Übersetzung Lars Schall