Eine absehbare Eskalation

Die Verlegung des Stützpunktes der deutschen Luftwaffe im Syrien- und Irak-Krieg vom türkischen Incirlik nach Jordanien hat Radio Utopie bereits vor einem Jahr prognostiziert. Diese Militärbewegung ist im Zusammenhang zu sehen mit der von Jordanien aus laufenden U.S.-Intervention im Syrien-Krieg, sowie mit einem transkontinentalen Datentauschring von deutscher Polizei bis zu in Jordanien basierten U.S.-Todesschwadronen.

Die Regierung lässt über den "Spiegel" verkünden, dass die Einheiten der deutschen Luftwaffe im Syrien- und Irak-Krieg von der Türkei und dem dortigen Stützpunkt Incirlik nach Jordanien verlegt werden sollen. Bereits vor einem Jahr hatte Radio Utopie diesbezüglich erläutert, dass das Theater um ein Besuchsverbot in Incirlik nur einen Vorwand repräsentiert, um diese Verlegung nach Jordanien zu legitimieren. Das seit einem Jahr ununterbrochen andauernde Geheuchel hatte nur das Ziel bis 2017 Zeit zu schinden.

Nach dem Einmarsch der Internationalen Kriegskoalition in Syrien von der Türkei aus im August 2015, begann das U.S.-Militär m 9. April 2017 auch von Jordanien aus offiziell eine Intervention mit Bodentruppen im Angriffskrieg gegen Syrien. Dabei handelte die U.S.-Regierung offensichtlich in Absprache mit der Russischen Föderation, wie bei den U.S. Luftangriffen auf den syrischen Militärstützpunkt Khan Sheikhoun (Ḫān Šayḫūn, Chan Schaichun) fünf Tage zuvor. Als mögliche neue Standorte bzw Stützpunkte für das deutsche Militär hatte die Bundesregierung bereits zu diesem Zeitpunk die Luftwaffenbasen Al Azraq, Al Jafr und Prince Hassan genannt. (11.4.2017, Wag the Russki)

Dabei bleibt festzuhalten: natürlich bleiben deutsche Militärs weiter in der Türkei stationiert, etwa auf dem von A.W.A.C.S. Luftaufklärungseinheiten genutzten Stützpunkt in Konya. Die Verlegung des deutschen Militärs nach Jordanien repräsentiert also lediglich eine weitere Ausweitung der Kollaboration der Bundesregierung mit dem Angriffskrieg gegen Syrien, sowie möglicherweise mit weiteren kommenden Kriegseinsätzen in der Region, z.B. im Libanon.

Es ist wahrscheinlich, dass spätestens im Zuge dieses so "überraschenden" Umzuges der Bundeswehr über Europol der Datentausch deutscher Polizeidienststellen mit den Todesschwadronen des Joint Special Operations Command und deren in Jordanien basierter Operation "Gallant Phoenix" beginnt, von der die Bundesregierung im Mai noch sagte, sie würde sie "prüfen" bzw gar nichts sagte. Der Datentauschring würde in Deutschland alle Landeskriminalämter, das Bundeskriminalamt, und damit über weitere Datentauschpraktiken praktisch alle Polizeibehörden und Regierungsbehörden in Deutschland umfassen, natürlich auch den Bundesnachrichtendienst, und sich über die weiteren Hierarchien wie Europol und das Pentagon mindestens über den Einflussbereich von U.S.-Europakommando (bzw "Europäischer Union") und U.S.-Zentralkommando erstrecken.

Bereits im Frühjahr 2016 hatte die U.S.-Regierung das deutsche Militär zum Vorsprechen bei der Merkel-Gabriel-Regierung geschickt, um dieser anzubieten die Bundeswehr an „einer kleinen militärischen Einheit“ zu beteiligen“, zur „Beobachtung ausländischer Dschihadisten“.

Im November 2016 hatte die U.S.-Regierung unter Barack Obama über die "Washington Post" verkündet, die "Eliteeinheit" J.S.O.C. agiere nun offiziell global und werde vom Schlaginstrument regionaler Militärkommandos gegen "hochrangige Ziele" dahingehend aufgewertet eine

"eine neue multibehördliche Geheimdienst- und Handlungsstreitmacht zu führen".

Wie die Öffentlichkeit spätestens seit den Veröffentlichungen von Seymour Hersh ("Preparing the Battlefield") im Juli 2008 weiß, agiert das J.S.O.C. seit langem explizit an den Regionalkommandos vorbei, als Teil einer direkt aus dem Weißen Haus geführten Hierarchie (Die Hersh-Bombe). Der Dokumentarfilm "Dirty Wars" von Jeremy Scahill aus 2013 beleuchtete die Truppe im Zusammenhang mit Kriegsverbrechen u.a. in Afghanistan und Jemen.

Das traditionelle Tauziehen zwischen dem Pentagon und seiner "Eliteeinheit" J.S.O.C. und der C.I.A. über die Oberhoheit im internationalen geheimdienstlichen Komplex im Zuge des Terrorkrieges, dürfte damit zugunsten des Pentagon ausgehen, jedenfalls nach den strategischen Vorgaben der Obama-Regierung. Inwieweit sich die Machtkämpfe in Washington in und um die Regierung Trump, sowie zwischen den Monarchien Katar und Saudi-Arabien, auf die weitere Entwicklung auswirken, bleibt abzuwarten.

Radio Utopie analysierte im April, dass die Internationale Kriegskoalition eine weitere Offensive im Terrorkrieg plant.

Laut Regierung bzw "der Spiegel" soll die deutsche Luftwaffe auf den jordanischen Stützpunkten im August einsatzbereit sein, also im berüchtigten "Sommerloch" der parlamentarischen Demokratien des "Westens", so diese noch als solche bezeichnet werden können.

Die Wahl der neuen Kriegskoalition an die Macht in Deutschland im September ist zwar bereits eine Formsache. Eine ggf kurz vor der Bundestagswahl im Sommerloch "zufällig" eintretende neue Eskalation im dann sechzehnjährigen Terrorkrieg, würde allerdings die neue Regierung Merkel und ihre Machtarchitektur zusätzlich stabilisieren.