Tribute von Berlin

Die Regierung schließt ein neues Spionage-Abkommen mit den U.S.A.. Die „Opposition“ hĂ€lt sich und ihre Ableger still.

Bericht aus einer Republik außer Funktion.

Der Innenminister des Staates, Thomas de Maiziere, organisiert in Washington den Transfer der Raubkopierer von immateriellen GĂŒtern in die U.S.A. neu, der durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum B.K.A.-Gesetz wohl kurzfristig in Teilen ins Stocken geraten war. Dabei schwant der U.S.-Nomenklatura, dass trotz ihrer Heerscharen von Spitzeln, DatenrĂ€ubern, Manipulatoren, „Atlantikern“ und „proeuropĂ€ischen Föderalisten“ diese Herrschaft einer extremen und extrem kleinen Nomenklatura ĂŒber die Vereinigten Staaten von Amerika einerseits und ihren designierten Klon „EuropĂ€ische Union“ und dessen Mitgliedsstaaten auf dem Kontinent andererseits, nicht mehr lĂ€nger haltbar ist.

Gerade angesichts dieser ErwĂ€gung eines drohenden Kontrollverlustes ĂŒber ihre Hegemonie und Tributzone auf dem Kontinent, konzentrieren sich derzeit die BemĂŒhungen der U.S.-Nomenklatura vor allem darauf, weiter irgendwie die Berliner Republik im Griff zu halten. In diesem Kontext ist erklĂ€rbar, warum diese außer Funktion gesetzt wurde, bei Zuarbeit der vermeintlichen „Opposition“ und aller anderen als faktisches Prokonsulat wirkenden staatlichen Behörden und Strukturen in der Republik.

Die Kontrolle ĂŒber Deutschland wiederum ermöglicht es U.S.-Regierung, -MilitĂ€r, -Konsortien und dem internationalen Banken-Kartell ĂŒber die E.U.-Organe weiterhin (mindestens) diejenigen europĂ€ischen Demokratien zu kontrollieren, auszuplĂŒndern und zu zersetzen, die durch das Euro-System ĂŒber jahrelang wirtschaftlich und finanziell geschwĂ€cht wurden. Hinzu kommt der Transfer der einzelstaatlichen „Überwachungs“-Apparate in den E.U.-Mitgliedsstaaten in handliche „Super“-Behörden wie Europol.

Zupass kommt der U.S.-Nomenklatura und ihren E.U.-Ablegern, dass es im verfassungstreuen und fortschrittlichen Spektrum in der Berliner Republik nur noch wenige abweichende Stimmen und keine relevante etablierte Opposition gibt.

Die Kritik, die da jetzt aus der etablierten linken Presse am Hofbesuch des Untertanen Thomas de Maiziere in Washington erklingt, und an dessen vielen Geschenken und Tributen die er mitgebracht hat, ist zwar deutlicher als in den letzten fast 15 Jahren Krieg. Die Kriegslogik aber – geheimdienstlicher Komplex und klandestine Gruppen legen RealitĂ€t und Hergang von Attentaten fest, mit allen politischen und geostrategischen Konsequenzen (Beispiel: Kriegseintritt von Frankreich in Syrien, Ausnahmezustand, etc) – stellt diese Kritik immer noch nicht in Frage.

Beispiel „Junge Welt“:

„Die Wahrheit ist, dass vor den AnschlĂ€gen in Europa genĂŒgend Informationen zugĂ€nglich waren, um die spĂ€teren AttentĂ€ter dingfest zu machen. Als die belgische Koordinierungsstelle fĂŒr Bedrohungsanalyse (Ocam) drei Wochen vor den Attacken Polizei und Geheimdienst darĂŒber in Kenntnis setzte, dass der in BrĂŒssel aufgewachsene Salah Abdeslam bei Facebook mit der Fahne der Miliz »Islamischer Staat« posierte, reagierten die Behörden aber schlicht nicht.“

Die Möglichkeit, dass der gesamte Hergang und die nachher vom Apparat an die Presse herausgegebenen Tatversionen ĂŒber die mutmaßlichen AttentĂ€ter (FlĂŒchtlinge, Syrer, Muslime, die Üblichen eben), dass das alles erstunken und erlogen war, kommt auch dieser sozialistischen Zeitung scheinbar ĂŒberhaupt nicht in den Sinn. So aber erĂŒbrigt sich alles Andere. Innerhalb dieser Kriegslogik der KriegfĂŒhrenden ist zwar Widerspruch möglich, sogar erwĂŒnscht, aber eben nur in einer RealitĂ€t, die der Apparat selbst geschaffen hat. So wird Widerstand bereits im Ansatz neutralisiert. Und wer fragt noch nach Gerichtsverfahren?

Beispiel „Neues Deutschland“:

„US-Heimatschutzminister Johnson muss sich vor Lachen auf die Schenkel geschlagen haben, als der deutsche Innenminister zusagte, den Datentransfer zu terroristischen GefĂ€hrdern – darunter auch vermeintliche FlĂŒchtlinge, die AnschlĂ€ge planten – zu verbessern. „

In Zweifel wird gezogen, ob die TĂ€ter FlĂŒchtlinge waren. Aber waren es ĂŒberhaupt die TĂ€ter? Und wann wagt es ein linker Journalist, der davon leben kann, die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass Spione und MilitĂ€rs selbst Attentate begehen können, wenn es ihnen ungeheuren Gewinn bringt, wie es in den letzten bald 15 Jahren weltweitem Terrorkrieg mit ĂŒber zwei Millionen Toten unzweifelhaft der Fall war? In ErwĂ€gung, dass es zumindest in der Vorkriegsgeschichte darĂŒber EintrĂ€ge in GeschichtsbĂŒchern gab, die allerdings mehr und mehr verblassen, sollte es fĂŒr sich als sozialistisch, sozialdemokratisch und im politischen Sinne links verstehende Personen möglich sein, einen einfachen Satz zu formulieren: Ich glaub das nicht, was uns die Geheimdienste da erzĂ€hlen.

Und wo ist die Frage der etablierten linken Presse nach der völlig abgetauchten „Opposition“ der Organisationen „Die Linke“ und „BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen“? Wo ist die Frage, warum keine Verfassungsklage gegen den Einsatz deutschen MilitĂ€rs in den Kriegen in der TĂŒrkei, in Syrien und Irak eingereicht wurde? Wo ist die Verfassungsklage der Parlamentsfraktionen „Die Linke“ und „BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen“ zwecks Akteneinsicht und Vernehmung von Zeugen wie Edward Snowden vor dem „Untersuchungsausschuss“ in Berlin geblieben?  Radio Utopie hat darĂŒber berichtet. Warum nicht alle anderen?

Es drĂ€ngt sich der Eindruck auf, dass die „Opposition“ im Bundestag – mithin zwei FunktionĂ€rs-Apparate und Profitmaschinen, ĂŒbersetzt: „Parteien“, namentlich „Die Linke“ und „BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen“ – die außerparlamentarische und publizistische Opposition geradezu panisch bewachen, jedweden Ansatz von grundsĂ€tzlichem Widerspruch gegen Krieg, Kriegslogik und Informationsraub versucht zu ersticken und alle in Friedhofsruhe zu halten. Damit wĂŒrden die Kader von „Die Linke“ und „BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen“ genau den Job machen, den bereits Regierung und Staat insgesamt fĂŒr Washington erledigen.

Ein Untertan, der das fĂŒr Zufall hĂ€lt.