Anti-Atom-Protest an der CDU-Zentrale
Greenpeace-Umfrage: Mehrheit der Unions-WÀhler gegen LaufzeitverlÀngerung
12 Kletterer der unabhĂ€ngigen Umweltorganisation Greenpeace haben heute an der AuĂenfassade der CDU-Parteizentrale ein 10 mal 7,5 Meter groĂes Fotobanner aufgehĂ€ngt. Unter der Ăberschrift „CDU – Politik fĂŒr Atomkonzerne“ prosten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Vorstandsvorsitzende des Atomkonzerns RWE, JĂŒrgen GroĂmann, mit SchnapsglĂ€sern zu. Die Aktivisten protestieren gegen die LaufzeitverlĂ€ngerung von Atomkraftwerken und die Klientelpolitik der CDU fĂŒr die vier Atomkonzerne. Sie fordern jeden einzelnen CDU-Abgeordneten auf, bei der heutigen Bundestagsabstimmung gegen die LaufzeitverlĂ€ngerung zu stimmen.
„Heute werden wir sehen, ob die CDU Politik fĂŒr die Menschen in diesem Land oder fĂŒr die vier Atomkonzerne macht“,
sagt Tobias MĂŒnchmeyer, Energie-Experte bei Greenpeace.
„Mit der heutigen Entscheidung soll sogar den Uralt-Meilern in Biblis, Neckarwestheim, BrunsbĂŒttel und Isar mit
ihren hauchdĂŒnnen SchutzhĂŒllen 14 Jahre lĂ€nger Leben eingehaucht werden. Die Menge des AtommĂŒlls erhöht sich um 5.000 Tonnen oder 500 Castoren. Damit setzt die CDU die Menschen einem unkalkulierbaren Risiko aus.“
Merkel entscheidet gegen ihre eigenen WÀhler. Das Meinungsforschungsinstitut TNS-Emnid hat im Auftrag von Greenpeace im Oktober 2010 eine reprÀsentative Meinungsumfrage zur LaufzeitverlÀngerung bei Atomkraftwerken vorgenommen. Demnach fÀnde es sogar eine Mehrheit von 56 Prozent der CDU-WÀhler
„falsch, wenn die Restlaufzeiten von bestehenden Atomkraftwerken in Deutschland ĂŒber das Jahr 2021 hinaus verlĂ€ngert wĂŒrden“
(bei 72 Prozent von allen Befragten). Nur 30 Prozent sprechen sich fĂŒr eine LaufzeitverlĂ€ngerung aus (bei 21 Prozent von allen Befragten).
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesatomminister Norbert Röttgen (beide CDU) haben mit den Atomkonzernen trotzdem einen langfristigen Betrieb ausgehandelt. Die Details der LaufzeitverlÀngerung wurden in einem Geheimvertrag zwischen der Bundesregierung mit den Energiekonzernen RWE, Eon, EnBW und Vattenfall vereinbart. Der atomkritisch besetzte Bundesrat soll bei dieser Entscheidung bewusst umgangen werden.
„RWE-Chef JĂŒrgen GroĂmann und die anderen Atom-Bosse können sich ĂŒber Geldgeschenke von der Bundeskanzlerin in Milliardenhöhe freuen. Merkel ist die Kanzlerin der Atomkonzerne“,
sagt MĂŒnchmeyer.
„Ausgerechnet die Atomkraft ist das letzte Alleinstellungsmerkmal der CDU. Mit ihrer bĂŒrgerfernen Energiepolitik steht die Bundesregierung fĂŒr TĂ€uschung und Manipulation, Arroganz gegenĂŒber BĂŒrgerinteressen und dem Durchpeitschen von Klientelpolitik mit dem Wasserwerfer“,
so MĂŒnchmeyer.
