Angriffskrieg gegen Libyen beginnt: Ticker
Die MilitĂ€rs der Vereinigten Staaten von Amerika, des Vereinigten Königreiches, Kanada, Italien und Frankreich haben auf Befehl ihrer Regierungen schwere Luftangriffe gegen Libyen unternommen. Dabei schossen allein die MilitĂ€rs der USA und GroĂbritanniens nach Angaben eines ranghohen US-MilitĂ€rs einhundertzehn Tomahawk-Marschflugkörper auf lybisches Territorium. Offizielles Ziel der Angriffe soll der Schutz der Zivilbevölkerung vor Ăbergriffen der StreitkrĂ€fte des libyschen Diktators Muammar el Gaddafi sein.
21.28 Uhr
Der Assistent des Chefs der US-GeneralstĂ€be Admiral Michael Mullen beginnt eine Pressekonferenz. Drei-Sterne-General William E. Gortney gibt den Beginn des Angriffskrieges gegen Libyen bekannt. Die USA wĂŒrden eine Koalition zur DurchfĂŒhrung der MilitĂ€roperationen anfĂŒhren. Diese hĂ€tten das Ziel UN Resolution 1973 durchzusetzen, sowie „Zivilisten und oppositionelle Gruppen, speziell in und um Benghazi“ vor den Angriffen der StreitkrĂ€fte des libyschen Regimes zu beschĂŒtzen.
Resolution 1973 wurde vor zwei Tagen durch die Regierungen der im UNO Sicherheitsrat vertretenen Staaten beschlossen, offiziell zum Schutz der libyschen Zivilbevölkerung, sowie zur Durchsetzung eines Embargos. Die Resolution stellt eine umfassende ErmÀchtigung zum Einsatz jedweder StreitkrÀfte von UNO-Mitgliedsstaaten gegen Libyen dar. (Analyse zur UN-Resolution: Eine umfassende Kriegsvollmacht gegen Libyen, 18.MÀrz)
Rund 110 bis 112 Tomahawk-Marschflugkörper seien im Laufe des Abends fĂŒr den Angriff eingesetzt worden. Die US-KrĂ€fte hĂ€tten rund 20 Ziele angegriffen. Bei den Zielen handele es sich um libysche Luftabwehr-Stellungen, sowie Infrastrukturen fĂŒr Raketensysteme. US-Kampfflugzeuge wĂŒrden zur Zeit nicht eingesetzt, so General Gortney. Nach seinen Angaben werden die MilitĂ€rschlĂ€ge an Bord der USS Mount Whitney geleitet.
Weitere Operationen hingen von der Wirkung der Luftangriffe durch die eingesetzten Marschflugkörper ab. Um die Wirkung zu verifizieren, wĂŒrden nun zunĂ€chst Drohnen zur AufklĂ€rung eingesetzt. Dies werde rund 6 bis 12 Stunden dauern, so der US-MilitĂ€r.
22.30 Uhr
Nach Live-Berichten auf Al Jazeera haben Reporter in Tripolis und Benghazi noch keinen Einschlag von Raketen, Bomben oder Marschflugkörpern wahrgenommen.
Am Nachmittag hatten die AufstĂ€ndischen in Libyen das vor zwei Tagen durch die Regierungen der Mitgliedsstaaten im UNO-Sicherheitsrat erlassene Flugverbot gebrochen. Ein Mirage-Kampfbomber der Rebellen war in Benghazi ĂŒber bewohntem Gebiet abgestĂŒrzt (Kriegsrat in Paris: Rebellen brechen Flugverbot, Kampfflugzeug abgestĂŒrzt).
Auf Al Jazeera zu Gast ist wieder einmal der Analyst Shadi Hamid vom Brookings Doha Center, ein Ableger des Saban Center von MilliardĂ€r Haim Saban, einem der einflussreichsten Medienmogule des Planeten. Die âBrookings Institutionâ ist einer der fĂŒhrenden neokonservativen, bellizistischen und imperialen Denkfabriken der USA. Sie steht formell der US-Regierungspartei âDemokratenâ von Barack Obama und Hillary Clinton nahe. Shadi Hamid war wĂ€hrend der erfolgreichen Ă€gyptischen Revolution immer wieder Live-Gast bei Al Jazeera und lag mit seinen Analysen stets daneben (wir berichteten).
22.45 Uhr
Im libyschen Staatsfernsehen wird eine Rede Diktator Gaddafi angekĂŒndigt.
23.00 Uhr
Al Jazeera sendet die TonĂŒbertragung eines Statements von Gaddafi ungefĂ€hr 20 Minuten zuvor. Bilder des Diktators sind nicht zu sehen, es ist unklar, ob es sich bei der Sendung des libyschen Staatsfernsehens um eine Aufzeichnung gehandelt hat.
Gaddafi beruft sich auf die Charta der Vereinten Nationen, die das Recht jedes Staates auf Selbstverteidigung erlaube. Das Mittelmeer und Nordafrika seien zum Schlachtfeld geworden. Er werde Zivilisten bewaffnen, um sich der „kolonialen Aggression“ zu widersetzen. Die Luftangriffe wĂŒrden einen „Kreuzzug“ auslösen, so Gaddafi.
23.15 Uhr
In Moskau ist im Laufe des Abends eine der erbĂ€rmlichsten ErklĂ€rungen in der russischen Geschichte veröffentlicht worden. Das russische AuĂenministerium von Sergei Lawrow:
„In Moskau bedauern wir diese bewaffnete Intervention im Rahmen der UN Resolution 1973, die hastig beschlossen wurde.“
Die Appeasement-Kriecher der russischen Regierung sollten die nÀchsten Wochen, Monate und vielleicht Jahre, lieber schweigend die Leichen zÀhlen, die sie mit ihrem erbÀrmlichen Versagen in der Arena des UN Sicherheitsrats selbst verursacht haben.
Russland hat jede Statur und jedes Gewicht vor der Weltöffentlichkeit verloren.
01.oo Uhr
Am Dienstag traf sich in BrĂŒssel der „Unterausschuss fĂŒr Sicherheit und Verteidigung“ der „EuropĂ€ischen Union“ (EU) in BrĂŒssel. Anwesend waren des Weiteren Abgeordnete des EU-Parlaments, Experten, ReprĂ€sentanten der Industrie und Vertreter des EuropĂ€ischen AuswĂ€rtigen Dienstes (EAD). Besprochen wurde u.a. auch der Einsatz von Söldnerfirmen wie Blackwater (Xe) in Libyen. (EU sieht sich als Besatzungsmacht in Libyen und will Blackwater in Dienst stellen)
Laut einem anonymen französischem Regierungsbeamten werden die Angriffe auf Libyen – entgegen der Darstellungen des US-MilitĂ€rs – nicht an Bord des Kriegsschiffs USS Mount Whitney geleitet, sondern in einem „US-Hauptquartier“ in Deutschland „koordiniert“. Damit dĂŒrfte die Zentrale des Afrikakommandos (Africom) in Stuttgart gemeint sein.
Kanzlerin Angela Merkel hatte im Laufe des Tages nach dem Treffen eines internationalen Kriegsrates in Paris angekĂŒndigt, den Angriffskrieg gegen Libyen zu unterstĂŒtzen und den USA dafĂŒr die Nutzung ihrer Basen auf deutschem Boden zu gestatten. Das hĂ€tte sie zwar nicht tun mĂŒssen – die USA haben exterritoriales Recht in ihren MilitĂ€rbasen und machen hier sowieso was sie wollen – aber so erklĂ€rte die deutsche Kanzlerin (Partei: „Christlich-Demokratische Union“) wenigstens offen, dass sie als ReprĂ€sentantin dieser Republik einen Angriffskrieg gegen einen souverĂ€nen Staat unterstĂŒtzt. Laut unserer Verfassung ist dies eine strafbare Handlung.
Nach der Tagung des internationalen Kriegsrates in Paris hatten die Angriffe auf Libyen begonnen. Teilgenommen am Treffen hatten:
– Nicolas „Bonaparte“ Sarkozy, PrĂ€sident von Frankreich
– Ban Ki Moon, von Beruf Politleiche. Nebenberuflich: UNO GeneralsekretĂ€r.
– Jose Luis Zapatero, Premierminister von Spanien
– Angela Merkel, Kanzlerin von Deutschland
– Stephen Harper, Premierminister von Kanada
– Scheich Hamad bin Jassim bin Jabr al-Thani, Katar
– Donald Tusk, Premierminister eines Landes dass rein historisch betrachtet sicher schon immer VerstĂ€ndnis dafĂŒr hatte andere LĂ€nder zu ĂŒberfallen.
– Lars Lokke Rasmussen, Premierminister von DĂ€nemark
– Silvio Berlusconi, Premierminister von Italien. Premierminister von Italien. Premierminister von Italien.
– George Papandreou, „sozialistischer“ Seelen- und Insel-VerkĂ€ufer seines Staates mit immer noch genĂŒgend Schwachsinnigen die solche Leute auch noch selber wĂ€hlen.
– Jens Stoltenberg, Premierminister von Norwegen
– Yves Leterme, Premierminister von Ost-Belgien und West-Belgien
– David Cameron, fleisch gewordenes Exemplar inseltypischen Humors
– Mark Rutte, Premierminister einer bekannten und beliebten Nachbarmonarchie
– Amr Moussa, einer der schmierigsten, schleimigsten und ĂŒbelsten Verbrecher der Welt. GeneralsekretĂ€r der Arabischen Liga und langjĂ€hriger Minister des Ă€gyptischen Diktators Husni Mubarak.
– Herman Van Rompuy, politische Knetmasse auf dem Throne der EU-RatsprĂ€sidentschaft
– Catherine Ashton.
– Der irakische Aussenminister.
– Scheich Abdullah bin Zayed al-Nahayan, aus den Vereinigten Arabischen Emiraten
– Hillary Clinton, ex-Frau eines US-PrĂ€sidenten und in der Thronfolge herabgerutscht.
– Nasser Judeh, jordanischer Aussenminister seiner MajestĂ€t
und Marrokos Aussenminister Taieb Fassi Fihri.
Genau diese ReprĂ€sentanten der Feineren Welt als wir alle beschlossen heute den Angriff auf einen souverĂ€nen Staat mit einem Diktator, den sie ausnahmslos vorher selbst gestĂŒtzt, finanziert und diplomatisch protegiert haben.
Ende des Tickers. FĂŒr heute.
(…)
Artikel zum Thema:
18.03.2011 Analyse zur UN-Resolution: Eine umfassende Kriegsvollmacht gegen Libyen
Um zu verstehen, was da gestern im Angst-Nebel der AtomaffĂ€re von Fukushima und der humanitĂ€ren Katastrophe in Japan nun tatsĂ€chlich in New York ĂŒber die WeltbĂŒhne ging, ist es zunĂ€chst einmal wichtig sich zu erinnern, was die âUnited Nations Organisationâ (UNO) ĂŒberhaupt ist.
17.03.3011 Merkel-Westerwelle-Regierung unterstĂŒtzt UN-Resolution fĂŒr Angriffskrieg auf Libyen
23.40 Uhr: Resolution 1973 ist angenommen. Kein Veto. Russland, China, Indien, Brasilien und Deutschland haben sich enthalten. Resolutionstext wurde in letzter Sekunde massiv verschĂ€rft. Umfassende ErmĂ€chtigung zum Angriff auf Libyen. Britische Regierung: könnten innerhalb von Tagen in Libyen einmarschieren. Erste Luftangriffe bereits fĂŒr Freitag erwartet.
15.03.2011 Ein psychologischer Krieg gegen Japan und die Welt
Gestern wunderte sich der Reporter der âSĂŒddeutschenâ in Fukushima, Henrik Bork, dass trotz der vermeintlichen Atomkatastrophe der Flugverkehr auf dem Flughafen von Fukushima recht entspannt weiter ging. Ihm fiel dabei auf, dass dort nicht nur MilitĂ€rflugzeuge der japanischen âSelbstverteidigungskrĂ€fteâ herumstanden (die Tokio selbst am Hindukusch verteidigen), sondern auch die Black Hawks der lieben Kollegen aus den Sondereinheiten des US-MilitĂ€rs.
Der von Selbstverteidigungsmanövern der Vereinigten Staaten von Amerika vor China und Nordkorea abgezogene US-FlugzeugtrĂ€ger USS Ronald Reagan lag offenbar einige Tage in der NĂ€he des Atomkraftwerks Fukushima. Jedenfalls wurde er dort nun abgezogen, meldete das US-MilitĂ€r. 17 Soldaten hĂ€tte âleichte RadioaktivitĂ€tâ abbekommen. Wobei denn? Und ja, man darf fragen. Manche sehen das sogar als Pflicht, wenn man nicht gleich den Kopf zu machen und sich nach Hause fĂŒrchten will.
11.03.2011 Kennen Sie eigentlich die ENMOD-Konvention gegen Wetterwaffen aus dem Jahre 1976?
Zur Zeit beraten die staatlichen WeltmĂ€chte des Planeten ĂŒber einen neuen Krieg. Der MilitĂ€rpakt des Nordatlantiks (Nato) sprach sich vorerst gegen die Errichtung einer Flugverbotszone, also gegen Luftangriffe auf Libyen aus. Die Oberste Regierungsrat der âEuropĂ€ischen Unionâ, 1992 geschaffenes Auffangbecken und Nachfolger der 1991 aufgelösten Sowjetunion, berĂ€t heute in der âHauptstadtâ der staatenlosen / âĂŒbernationalenâ (supranationalen) Union ĂŒber eine Intervention im Libyen-Krieg.
Doch ist das kein Grund daraus eine Schlagzeile zu machen.
04.03.2011 Deutsche Kriegsschiffe vor Libyen: Staatsparteien, MilitÀr und Informationsindustrie decken Vorbereitung zum Angriffskrieg
Der Staat Deutschland begeht, 69 Jahre nach dem RĂŒckzug seiner faschistischen Truppen aus Libyen, wieder einen kriegerischen Akt in Nordafrika. Bereits seit Wochen sind deutsche Luftlande-Einheiten in Libyen aktiv. Deutsche Kriegsschiffe liefen bereits vor Ausbruch des Aufstands in Libyen aus. Alle Staatsparteien â CDU, CSU, SPD, FDP, BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen, Die Linke, lĂŒgen, kollaborieren oder verschweigen die Wahrheit vor der Ăffentlichkeit. Aus Staatsmedien und Informationsindustrie strömt MilitĂ€r-Propaganda.
03.03.2011 Ein kleines bisschen Schweinebucht
Die Nato plant (mit) Libyen-Krieg / Gaddafi-Truppen auf dem Vormarsch / Deutsche Kriegsschiffe dringen morgen in libysche HoheitsgewĂ€sser ein/ Arabische Liga, Frankreich und GroĂbritannien fordern Flugverbotszone / UNO-Resolution auslegbar bis zur militĂ€rischen Intervention / US-Verteidigungsminister Robert Gates: Eine Flugverbotszone bedeutet einen Angriff auf Libyen / EU-Aussenminister-Treffen nĂ€chsten Donnerstag / Oberster EU-Regierungsrat tagt nĂ€chsten Freitag /
25.02.2011 Der GroĂe Diktator ĂŒber Libyen
Italien will Truppen nach Libyen entsenden. Der UNO Sicherheitsrat tagt heute in einer Dringlichkeitssitzung. Der Nato-GeneralsekretĂ€r Ă€uĂert gestern, dass eine Nato-Intervention âmit einem UNO-Mandat erfolgen sollteâ. In Budapest tagen die MilitĂ€rminister bzw. Oberbefehlshaber der EU-MitgliedslĂ€nder, darunter Ehrendoktor Karl-Theodor zu Guttenberg. Libyens Diktator Muammar El Gaddafi, der seit 42 Jahren ĂŒber das Land herrscht, ist der Meinung, âAl Kaidaâ und Osama Bin Laden stecke hinter dem Aufstand. Etablierte Journalisten, Politiker, Spione, MilitĂ€rs und Analysten reden den ganzen Tag nur Dreck.
Zeit fĂŒr eine Analyse von Radio Utopie zur Situation in Libyen.
24.02.2011 RINGEN UM LIBYEN (I): EU aktiviert Interventions-Mechanismus
Der Aufstand in Libyen ist aber auch ein Putsch. Ein Putsch, der offensichtlich von Teilen des MilitĂ€rs mitgetragen wurde. Ein Putsch, der durch Exilgruppen mitiniitiert worden ist, die von britischen und amerikanischen Geheimdiensten schon vor Jahrzehnten als Attentats-Armeen und Proxy-Milizen finanziert und aufgebaut wurden. Und es ist ein Putsch, dessen Ablauf in groĂen Teilen mit einem Plan des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 fĂŒr einen MilitĂ€rputsch im MĂ€rz 1996 ĂŒbereinstimmt, der im Zuge eines Angriffs auf MilitĂ€ranlagen in Tarhuna, von orchestrierten Protesten in den StĂ€dten Benghazi, Misratah und Tripolis, einem durch MilitĂ€rs unter der Flagge von âIslamistenâ durchgefĂŒhrten Attentat auf Gaddafi und der Installation einer Ăbergangsregierung vor Verhandlungen mit den StammesfĂŒhrern erfolgen sollte. (dazu in Teil II)
