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Die Wikileaks-Veröffentlichung und die Afghanistan-Pakistan-Strategie der USA
Von Daniel Neun | 26.Juli 2010
Wikileaks veröffentlichte heute Nacht insg. 91.000 Berichte der Spionagedienste und Militärs der USA, die als geheim klassifiziert sind. Medienpartner sind der “Spiegel”, die “New York Times” und der “Guardian”, welche die Dokumente bereits vorher einsehen konnten, offensichtlich sogar lange vorher. Noch bevor Wikileaks die Veröffentlichung bekannt gab, bliesen der “Spiegel” und die “New York Times” zu noch mehr Krieg in Afghanistan und Pakistan – im vollständigen Einklang mit den Plänen der US-Regierung.
Es sollte offensichtlich eine Sensation werden. Jedenfalls war es so geplant. Der Raum war geschmückt, die Band spielte, die Kellner waren gut gekleidet und mitten im Raume lag ein saftiger, fetter Knochen, mit viel, viel Fleisch dran.
Und herein kamen mürrische Vegetarierer, die keine Lust mehr haben zu tanzen und es satt haben, dass irgendwelche Leute sie ständig verarschen wollen.
Kapitel I: Der Inhalt
Über den Inhalt dieser endlosen Files von Dokumenten, die Wikileaks gestern Nacht veröffentlichte, schrieben im Kleingedruckten auch die Zeitungen, welche sie zuvor sichten und auswerten konnten. Die “New York Times” (1):
“Vieles der Information – rohe Geheimdienstdaten und Bedrohungs-Einschätzungen, gesammelt vom (Schlacht)Feld in Afghanistan – kann nicht verifiziert werden und kommt wahrscheinlich von Quellen, die mit dem afghanischen Geheimdienst zusammen hängen, der Pakistan als Feind betrachtet, sowie von bezahlten Informanten. Manche beschreiben Pläne für Angriffe, die anscheinend nicht stattgefunden haben.”
Wie nahe am offensichtlichen Blödsinn sich die “New York Times” entlang hedderte, machte folgende Passage deutlich:
“Manche der Berichte beschreiben, dass der pakistanische Geheimdienst an der Seite von Al Qaeda arbeitet, um Angriffe zu planen. Experten mahnten, dass obwohl Pakistans militante Gruppen und Al Qaeda zusammenarbeiten, es schwierig sei, eine direkte Verbindung zwischen Pakistans Spionage-Agentur, dem Directorate for Inter-Services Intelligence, oder ISI, und der Al Qaeda herzustellen.”
Der “Guardian” (2) schrieb explizit zu der in den veröffentlichten Dokumenten afghanischer Geheimdienstinformanten behaupteten direkten Komplizenschaft zwischen dem pakistanischen Geheimdienst ISI, den “Taliban”, sowie auch noch der “Al Qaeda” folgendes:
“Aber mit all ihren ins Auge knallenden Details, scheitern die Geheimdienst-Dateien – größtenteils von Unteroffizieren zusammengetragen, die auf Informanten und afghanische Offizielle vertrauen – darin einen überzeugenden Beweis zu liefern für eine Komplizenschaft des ISI. Die meisten der Berichte sind vage, gefüllt mit unzusammenhängenden Details, oder grob fingiert. Die gleichen Charaktere – berühmte Taliban-Kommandeure, altbekannte ISI-Offizielle – und Szenarios tauchen immer wieder auf. Und wenige der Ereignisse, vorhergesagt in den Berichten, ereigneten sich später.”
Kapitel 2: “Taliban ist Pakistan ist im Laden, laden Sie durch, go, go, go!”
All die obskuren geheimen Quellen, irgendwo im afghanischen Bergstaub zusammenverhandelt, hinderten gerade den “Spiegel” – von dem natürlich wieder jeder Trottel abschrieb – wieder einmal überhaupt nicht, die eigentliche Story hinter der Veröffentlichung der Medienmilitärtagebücher in die Welt hinaus zu blasen: Der Führer lebt! Bin Laden in Pakistan! Pakistan und die Taliban! Taliban ist Pakistan ist laden, bin ich sicher!
Nur – wo war das in entsprechenden Artikel der Onlineausgabe des “Spiegel” (3) zu lesen? Hmm. Nirgendwo. Warum aber konnte man dann in der “Tagesschau” (4) lesen:
“Eine entscheidende Rolle im Krieg spielt laut den Dokumenten Afghanistans Nachbarstaat Pakistan: Obwohl das Land der weltweiten Anti-Terror-Koalition angehört, sei der pakistanische Geheimdienst ISI der wohl wichtigste Helfer der Taliban außerhalb Afghanistans. So hätten sowohl die Taliban um Mullah Omar als auch der Mudschaheddin-Führer Gulbuddin Hekmatjar und der Warlord Haqqanis Stützpunkte in dem Land. Osama bin Laden habe ebenfalls in Pakistan Zuflucht gefunden, schreibt der “Spiegel”.”
So etwas nennt man im weltweiten Showbusiness der Medienmärchen ein Zitatenkarussel. Peinlich ist das.
Immer wieder wurden in Artikelpassagen der “Medienpartner” von Wikileaks der ganze Irrsinn dieses fast neunjährigen Krieges deutlich, dessen mediale Betrugsmanöver für seine Durchführung essentiell waren. Die “New York Times” (1):
“Amerikaner die den Krieg in Afghanistan kämpfen, haben lange den starken Verdacht gehabt, dass Pakistans militärischer Spionagedienst die afghanischen Aufständischen mit verdeckter Hand geführt hat, obwohl Pakistan mehr als eine Milliarde Dollar von Washington für die Bekämpfung der Militanten bekommt.”
Soso.
Gestern Nacht stand der oberste Militär der USA, der Chef der Vereinigten Generalstäbe Michael Mullen, in Pakistans Hauptstadt Islamabad und erzählte etwas völlig anderes. (5)
“Mullen, auf seinem neunzehnten Besuch in Pakistan, sagte, dass Islamabad kritische Entscheidungen getroffen habe um Erfolg im Krieg gegen den Terrorismus zu erreichen und würdigte die Rolle, die Pakistans Armee und der (Geheimdienst)Agentur des Landes ´Inter Services Intelligence` (ISI) bei der Gefangennahme von Terroristen gespielt hat.”
Wie passt das zusammen?
Der Chef der Vereinigten Generalstäbe der US-Militärs behauptete zudem allen Ernstes, dass “keine geheimen US-Truppen” in Pakistan operieren würden und dass alle US-Truppen im Land auf Wunsch Pakistans stationiert worden seien – “zu Trainingszwecken.”
Auch stritt US-Generalstäbe-Leiter Admiral Michael Mullen energisch ab, dass er seinem alten Freund Ashfaq Parvez Kayani, Generalstabschef der Armee Pakistans, zu einer dreijährigen Verlängerung seiner Amtszeit verholfen habe.
“Pakistan ist ein souveränes Land und das ist eine interne Angelegenheit von Pakistan,”
so Mullen großzügig. Wie interessant. Nur Tage vorher hatte US-Aussenministerin Hillary Clinton ebenfalls in Islamabad gestanden und wörtlich gesagt (5):
“Ich vermute, dass jemand in dieser Regierung, angefangen von dessen Spitze bis in die niederen Ränge, sehr wohl weiß, wo Bin Laden ist. Also, ich denke, wir müssen den Druck weiter aufrecht erhalten, was wir auch tun.”
Die “Bild”-Zeitung (6) hatte offensichtlich beim Fernsehen wieder einmal zuviel “Bild”-Zeitung gelesen und brachte zu schreckenerregenden Fotos von Hillary Clinton und Osama bin Laden folgende Überschrift:
“Pakistan weiß, wo Osama bin Laden ist”
Nun diese Veröffentlichung auf Wikileaks. Sowohl Timing als auch Inhalt passen verdammt gut zu den Plänen der US-Regierung. Im vor der Veröffentlichung von Wikileaks online gegangen Artikel des “Spiegel”, zitierte man dazu bereits ausführlich einen engen Vertrauten von US-Präsident Barack Obama (3):
“Ben Rhodes, Direktor für strategische Kommunikation im Nationalen Sicherheitsrat der USA, sagte: “Seit seinem Amtsantritt äußerte sich Präsident Obama gegenüber Amerikas Bürgern sehr klar und offen über die Herausforderungen, denen wir in Afghanistan und Pakistan begegnen. Der Präsident und Spitzenregierungsbeamte haben immer wieder über Rückzugsorte in Pakistan gesprochen, über die Sicherheits- und Regierungsherausforderungen in Afghanistan und die Schwierigkeiten, die vor uns liegen.” Es sei wichtig, “sich daran zu erinnern, dass die Dokumente vom Januar 2004 bis Dezember 2009 reichen. Der Krieg in Afghanistan wurde viele Jahre mit zu wenig Ressourcen geführt. (…) Am 1. Dezember 2009 hat Präsident Obama eine neue Strategie und neue Ressourcen für Afghanistan und Pakistan verkündet, gerade weil die Lage dort so ernst war.”
Ben Rhodes, den hier der “Spiegel” so ausführlich zu Wikileaks-Veröffentlichungen zitiert, die zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht erfolgt sind, ist vielleicht auch “Direktor für strategische Kommunikation im Nationalen Sicherheitsrat der USA”; aber zuerst einmal ist er ein 31-jähriger Autor, ein Schriftsteller, der die Reden des US-Präsidenten schreibt (7). Vielleicht liest er ihm sogar Geschichten vor. Schliesslich schreibt er sie ihm auch.
Kapitel 3: Krieg durch Geschwätz, mehr Krieg durch noch mehr Geschwätz
Der Chef der Vereinigten Generalstäbe des US-Militärs, Admiral Michael “Mike” Mullen, brachte es gestern in Islamabad schlicht und einfach auf den Punkt (8):
“Mike Mullen stellte fest, dass mehr Nato Truppen sterben werden in Afghanistan und dass der Krieg schlimmer wird bevor es besser wird.”
So denken Militärs. Und so etwas glauben tun Irre.
Zuvor war Mullen in Afghanistan. Dort legte er vor “Diplomaten” in der US-Botschaft (darunter bestimmt ebenfalls viele begnadete Literaten) die Sache einigermaßen deutlich klar: zusammen mit dem neuen Afghanistan-Kommandeur General David Petraeus vertrete er die Position, dass jetzt die Entscheidung herbei geführt werden müsse (9):
“Wo er und ich glauben, dass wir angelangt sind, ist – wir sind in der Ausführung (“execution”). Wir wissen, was wir tun müssen. Wir wissen, wie wir es tun müssen. Nun müssen wir es ausführen und dort stehen wir. Und diese nächsten 12 Monate, aus meiner Perspektive, werden so kritisch dafür sein das hier herumzudrehen, wie alle anderen 12 Monate auch.”
Mullen setzt erklärtermaßen die neue Strategie des Weissen Hauses um. Diese läuft, wie von Mullen selbst umschrieben, auf noch mehr Krieg hinaus.
Nur – wo? Und gegen wen?
Kapitel 4: Analyse
Die 91.000 Dokumente, die Wikileaks veröffentlicht hat, sind bisher von niemandem analysiert worden ausser den vorab informierten Zeitungen, dem “Guardian”, der “New York Times” und dem “Spiegel”. Wie der “Guardian” in einigermassen distanzierter und kritischer Einschätzung schreibt – und die “New York Times” ebenfalls andeutet – sind sie teilweise reines Hörensagen von bezahlten Informanten des afghanischen Geheimdienstes, des NDS, der wiederum eng mit dem deutschen Bundesnachrichtendienst (BND) verwoben ist. (Oberst Klein: Wer war “sein Geheimdienst-Chef”?, 4.Dezember 2009)
Anzunehmen ist durchaus, dass die Berichte authentisch sind – in dem Sinne, dass sie tatsächlich im Spionage-Milieu geschrieben worden sind – irgendwo in dem Sumpf, der nach achteinhalb Jahren Besatzung in Afghanistan ein unentwirrbares Dickicht der Profiteure und Interessen geschaffen hat, mit viel zu vielen Kriegsfürsten, die sich an ein regelmäßiges, üppiges Salär von Transferleistungen gewöhnt haben. Diese gehen aus vom regulären, uninformierten Steuerzahler in den kriegführenden Ländern, von dort gehen die Milliarden und Abermilliarden in das jeweilige Staatssäckel, von dort über korrupte, unfähige Parlamente in die Militäretats und von den eigenen Militärs dann zu über Hilfstruppen, Milizen, Drogenbaronen und lokale Machthaber in den Kriegsgebieten. Dort hält man nun gern die Hand auf und möchte gar nicht mehr loslassen. (McChrystal raus, Petraeus degradiert: Die “Warlord AG” Afghanistan bekommt einen neuen Geschäftsführer, 23.Juni)
Diese aktuelle Entführungsgeschichte von zwei US-Soldaten, deren Berichte sich auf “lokale Medien” in Bergkäffern, windige “Offizielle” und “Taliban” am Telefon stützen, ist ganz offensichtlich dazu gedacht, uns alle auf dieser großen Schnitzeljagd der Medienmärchen weiter auf Trab zu halten – und eventuell, ganz unauffällig, aus Afghanistan hinaus. Es gibt ja so viel Böses in der Welt. Und es will bekämpft sein, in Iran, in Pakistan, in Usbekistan, in Tadschikistan, usw, usw, usw. “Auch China soll ja..man weiss ja..ich habe Informationen…ich habe gehört…ja wie naiv sind Sie denn?”, blablabla.
Wikileaks hat sich, meiner bescheidenen Meinung nach, mit dieser Veröffentlichung keinen Gefallen getan. Die wichtige, unentbehrliche Bürgerrechtsorganisation ist an der Nase herum geführt worden. Auch bei der Wahl seiner “Medienpartner”, vom “Guardian” einmal abgesehen, sollte Wikileaks demnächst etwas umsichtiger agieren.
Allgemein kann man sagen: alle Anzeichen stehen auf noch mehr Krieg. Begleitendes Informationsrauschen: Lügen und Täuschungsmanöver der Regierungen, Militärs, Spione und Medienerzähler, die diesen Krieg schlicht um jeden Preis fortsetzen wollen.
Nachtrag 18 Uhr:
In Pakistan sind in der Provinz Süd-Waziristan allein dieses Wochenende durch US-geführte Drohnen 35 Menschen getötet worden. Wie die BBC (10) zusammen gezählt hat, sollen seit Anfang 2007 siebenhundert Tote in solchen Drohnen-Angriffen getötet worden sein. Die Region, diese Gegend auf dem Territorium einer Atommacht, dessen Militär seit Jahrzehnten behauptet damit leider überhaupt nichts zu tun zu haben, ist für Journalisten praktisch nicht betretbar. Dafür sterben dann regelmäßig Dutzende, Hunderte, letzlliche jahrelang Tausende von Menschen dort, während sich die Generäle, Spione, Politschauspieler in Kabul, Washington und Islamabad die Hände schütteln, die sie sich vorher in Medien gewaschen haben.
In Afghanistan sind nach Angaben von Dorfbewohnern (11) am Freitag mal eben 52 Zivilisten ermordet worden, durch die ehrenwerten Antiterroristen des Nordatlantikpaktes. Heute bequemte sich auch der Prokonsul der Nato, Hamid Karzai, sowie sein ehrenwerter Stab des “Präsidentenpalastes” zu einer entsprechenden Erklärung.(12)
Die Nato sagt natürlich, sie war es nicht. Aber – es gibt eine Untersuchung.
Ist das nicht ein schöner Krieg..?
Quellen:
(1) http://www.nytimes.com/2010/07/26/world/asia/26isi.html
(2) http://www.guardian.co.uk/world/2010/jul/25/pakistan-isi-accused-taliban-afghanistan
(3) http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,708311,00.html
(4) http://www.tagesschau.de/ausland/wikileaks106.html
(5) http://www.rttnews.com/ArticleView.aspx?Id=1369244
(6) http://www.bild.de/BILD/politik/2010/07/21/us-aussenministerin-hillary-clinton-behauptet/pakistans-regierung-weiss-wo-osama-bin-laden-ist.html
(7) http://www.bild.de/BILD/politik/2009/06/04/ben-rhodes-er-schriebt-obamas/grundstzrede-an-die-islamische-welt.html
(8) http://www.examiner.com/x-57066-SF-Headlines-Examiner~y2010m7d25-Top-military-brass-drops-bombshell-regarding-Afghanistan
(9) http://www1.voanews.com/english/news/Top-US-Military-Official-in-Afghanistan-99189719.html?refresh=1
(10) http://www.bbc.co.uk/news/world-south-asia-10758876
(11) http://english.cri.cn/6966/2010/07/26/1781s585086.htm
(12) http://www.tagesschau.de/ausland/afghanistan2068.html
Topics: Allgemein, Militär und Krieg, Spionage und Attentate | 19 Kommentare »
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26.Juli 2010 at 16:08
Das der ISI mit den Taliban und sonst wen zusammenarbeitet wird Pakistan doch seit Jahren vorgeworfen – von den USA, Indien. Dabei mauschelt jeder mit jedem quer durch die Bank weg, wie es grad nützlich ist.
Nur ein kleiner Auszug aus dem sehr umfangreichen RU-Archiv
http://www.radio-utopie.de/2009/11/25/folterbericht-cruel-britannia-britische-mitschuld-an-der-folter-und-misshandlung-von-terrorverdachtigen-in-pakistan/
http://www.radio-utopie.de/2009/11/24/cia-im-auftrag-der-us-regierung-in-geheimverhandlungen-mit-ihren-grossten-todfeinden/
http://www.radio-utopie.de/2008/06/09/geheimdienste-von-israel-und-indien-infiltrierten-vor-2001-pakistan-fuer-attentate/
http://www.radio-utopie.de/2010/01/23/us-verteidigungsminister-gates-bestatigt-offentlich-operationen-der-soldnertruppen-blackwater-und-dyncorp-in-pakistan/
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26.Juli 2010 at 16:24
[...] von radio utopieDie Wikileaks-Veröffentlichung und die Afghanistan-Pakistan-Strategie der USAvon Daniel [...]
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26.Juli 2010 at 16:36
Denke hier stimmt die Reihung nicht. Denn im Tenor wird hier kein neuer Grund für mehr Soldaten geliefert sondern für weniger. Also raus und auch das Eingestehen von Hilflosigkeit kommt zum tragen. Ich halte diese Aktion eher für den Anfang vom Ende der Aktion Afghanistan und man hat hier geheimdienstlich eine Brücke zum Ausstieg gefunden. Klingt erst mal kühn, aber wird so kommen.
Die Mission ist gescheitert. Das weiss nun jeder.
Bevor man Kritik übt sollte man auch mal Geduld haben können.
Und sollte man wirklich den letzten Schlag planen, so braucht es kein wikileaks! So denken Militärs nicht! Sie schweigen und ahndeln.
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26.Juli 2010 at 17:10
Lieber Daniel, ich muss Frank H. recht geben. Die Richtung stimmt nicht.
Das die gleichgeschalteten Medien das Lied ihrer Herren singen, ist doch klar.
Was passiert hier: Whistleblower bringen Geheimdokumente zu einem laufenden Krieg in die Öffentlichkeit, sie riskieren dabei Kopf und Kragen, Bradley Manning geht für 52 Jahren in Gefängnis, während die Killer vom Bagdadvideo frei rum laufen. Entscheidend ist nicht, was Spiegel, Bild u.a. daraus machen, sondern was wir, jeder von uns, daraus macht.
Manning und Assange von Wikileaks sind wahre Helden, hoffentlich enden sie nicht als einsame Helden, weil wir unseren Arsch nicht hoch kriegen.
Dennis Kucinich (Demokrat) und Ron Paul (Republikaner) haben Gesetzentwurf zum Abzug der USA aus Pakistan in den Kongress eingebracht.
Und was passiert im Bundestag?
Die Sommerpause ist bald vorbei, dann sollten wir unsere Angestellten an ihre Pflichten erinnern.
http://finkenwarderbote.blogspot.com/2010/07/wahre-helden-die-mauern-des.html
Trotzdem Danke für deine Arbeit, Daniel, wir sind ja alle nicht perfekt.
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26.Juli 2010 at 17:49
Hallo Frank H. und armin,
gern werde ich auf Eure Argumente eingehen.
Erstens: wenn man sich solche “Medienpartner” wie den “Spiegel” sucht, muss man wissen, was das zur Folge hat: mehr Geschwätz für mehr Krieg. Es ist wird jetzt quer durch die gesamte Informationsindustrie hindurch (und die NYT übernimmt den englischsprachigen Teil) behauptet, das die achteinhalb Jahre Massaker, Todesschwadronen und Ereignisse in der Nato-Besatzungszone Afghanistan von der Atommacht Pakistan ausgehen. Der Schluss liegt nahe – da müssen wir ran, rrrrrrrrran an den Feind und das Problem endlich lösen. Sorry, guys, but now for real. Lasst uns noch einen Krieg führen, dann wird´s besser.
Leute – das ist Bullshit.
Zweiter Punkt: Ihr unterschätzt die Psychologie in diesem Krieg – in jedem Krieg. Kein Krieg kann geführt werden, ohne die Schwachköpfe die für ihn arbeiten, ihn finanzieren, ihn unterstützen, weil sie ihn irgendwie für gut / richtig / ehrenvoll / total geil oder einfach nur für eine willkommene Ablenkung am Bildschirm halten.
“So denken Militärs nicht!”
Frank, ich versichere Dir – sie tun es.
Dass Whistleblower viel oder alles riskieren, das stimmt. Gerade deswegen sollte man nachdenken, ob man ihnen gerecht wird mit dem was man tut.
Ich denke nach und komme zu dem Schluss, dass das alles Scheisse ist, was da veröffentlicht wurde und nur dazu da ist, uns von einer anderen Flanke zu packen. Wenn wir diese SpOn-Elfmeter-Vorlagen auch noch unterstützen, behaupten wir mittelbar, dass der große Bart Bin Laden immer noch lädt, dass der ISI an allem schuld ist (an den unser Innenminmisterium einen mutmasslichen deutschen Doppelagenten und Attentäter namens Rami M. unter der Burka verpfiffen hat, weil er einen neuen Pass in der Botschaft in Islamabad haben und offenbar auspacken wollte) und dass es leider, leiiider immer noch weiter gehen muß mit dem Krieg, weil – sagt ja selbst Wikileaks. Die haben das ja bestätigt. Ist somit glaubwürdig. Höhöhö.
Also, Leute – habt mal ein wenig Vertrauen. Ich weiss schon, was ich hier mache.
26.Juli 2010 at 20:21
Ich denke auch: Deine Geschichte klingt sehr plausibel.
Und wenn ich wikileaks auch zugutehalten könnte, sie wissen nichts vom neuen SPIEGEL und säßen der übeholten Meinung auf, es handle sich hier um ein Nachrichten-Magazin – wenn es ihnen ums Bekanntwerden ihrer Informationen wäre – warum gehen dies nicht an noch mehr (deutschsprachraumbedienende) Medien? Denn auch im Medialem gilt: Je größer die Konkurrenz, desto besser das Produkt!
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26.Juli 2010 at 20:27
Was spricht denn gegen die Überlegung, mit wikileaks ein (Ein-) Sammelbecken für Berichte von reuigen, beichtfreudigen Kriegern zu haben (und eine Spur zu deren Kopf vielleicht auch?)
Wäre ich NWO, hätte ich es längst!!!
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26.Juli 2010 at 20:35
Ich bin nicht grundsätzlich gegen die Veröffentlichung solcher Dokumente.
Nur dürfen sie vorher nicht in die Hände der Zensur fallen.
In diesem Fall hätte alles ohne Vorankündigung und für alle komplett einsehbar, zur Verfügung gestellt werden müssen.
Zum zweiten Punkt den Whistleblowern: Ich denke, wenn ich davon überzeugt bin, dann hat die Wahrheit immer Vorrang vorm eigenen Leben.
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26.Juli 2010 at 21:07
@Daniel. Gut dann übe ich mich mal in Geduld. Und das Gute im Menschen geb ich nicht verloren. Nach der Sommerpause sehen wir weiter. Unter Merkel wird ein Ausstieg ohnehin tabu bleiben. Während der Bürger die Nase voll hat. Ohnehin haben wir noch den IRAN an der BAcke und der überschattet sowieso das ganze nachhaltig. Dann bliebe noch BP in Lauerstellung im Golf. In Summe das gewünschte Chaos für die Eliten um die Leute in eine Diktatur zu pressen. Zu viele Baustellen. Freeman siehts allerdings als Erfolg, aber er kann sich irren. Daniel scheint die bessere Quellen zu haben. Respekt. Und danke für dein Statement.
Die Dikatatur beginnt in den Köpfen und in den Herzen. Mein Nachteil, als Wessie kennt man die DDR nicht live. Die Ossies haben da Vorteile bei!
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26.Juli 2010 at 22:26
@Frank h. und armin
erstens
Das was Ihr behauptet ist logisch und wünschenswert. Doch versucht mal wie U.S Militärs unlogisch zu denken. Für normale Menschen wie du und ich es bin ist es sehr schwer, es funktioniert folgendermaßen;
Man muss 99 % des Gehirns abschalten damit man nur noch ein paar Gehirnzellen zur Verfügung. hat. Vorsicht nicht mehr als 99% abschalten, dann wird man zum Baum.
Als nächstes wird man höchstwahrscheinlich zum Bauhaus laufen und Beil und Spitzhacke kaufen. Diese Lynchjustiz Werkzeuge benutzt man nach dem man ein paar Nachbarn gegenseitig aufgehetzt hat. Die Gefahr dabei ist, man vergisst wieder im alten Zustand zurück zu kehren und macht munter weiter. Das ist das Verhaltensmuster der US Army.
zweitens
Wenn der Subunternehmer BND in einem Gebiet tätig ist, dann ist anzunehmen das der Bauherr (ein kleines Land) Interesse an diesem Bauplatz hat, der gibt nicht ruhe bis er bekommt was er will.
Drittens
Die Wertschafsystem der USA zwingt USA noch mehr Kriege zu produzieren. Man braucht keine geheimen Quellen. Man muss einfach deren Wirtschafts- und Soziales – System über lange Zeit beobachtet haben. Die haben im Irak, in Afghanistan und wo anders nicht anders gehandelt wie sie in Iran handeln wollen.
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26.Juli 2010 at 22:28
Lautsprecher an, volle Pulle!
http://www.youtube.com/watch?v=rG9Q_wH4TBk
aus dem bekannten Musical:
http://www.youtube.com/watch?v=8CvBXIvdQsk
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26.Juli 2010 at 22:31
Bedenket: Die Wahreit ist mehrfach verpackt. Warum nicht Wikileaks instrumentalisieren?
Aber wenn der Bekannheitsgrad von Wikileaks steigt, finden wir ggf. auch mal was über 9/11
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26.Juli 2010 at 22:59
Eine ganz einfach Sache:
Die US-Strategen wollen wikileaks schon lange
beseitigen. Was liegt da näher, als sie mit
Infos zuzumüllen – und nacher entweder zu sagen
“sorry Jungs, das war alles falsch” oder – und
das wäre noch schlimmer – wikileaks für die
eigene Sache einzuspannen…
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27.Juli 2010 at 02:18
egal, die karawane ziht weiter. aufsitzen!
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27.Juli 2010 at 12:04
Daniel, kurz zu deiner Antwort an mich und Frank:
Wikileaks oder andere können veröffentlichen, was sie wollen, die Spiegel usw. werden immer versuchen,
ihren Herren zu dienen. Leider gehst du nicht darauf ein, dass ich gesagt habe, es kommt ausschließlich darauf an, was wir daraus machen. Es gibt in unserem Lande zwei Öffentlichkeiten, die eine, die uns die gleichgerichteten Medien weismachen wollen und wonach das Volk sowieso zu doof ist und belogen werden kann (Spiegelonline glaubt halt, uns alles unter jubeln zu können; würden sie das nicht glauben, gäbe den Spiegel nicht mehr) und die Öffentlichkeit des Volkes.
Ich spreche mit vielen Leuten und mir fällt immer wieder auf, was die Leute bereits wissen. Natürlich gibt es auch Dumpfbacken wie überall.
Auf unseren Stammtischen sind wir mit ein paar Leuten im Mai 2010 angefangen, mittlerweile sind wir über 14. Mit Infoblättern tragen wir die Infos unter die Leute. Was meinst du woher die 2/3 Mehrheit für den Abzug aus Afghanistan kommt?
Im übrigen wäre doch deine unermüdliche Arbeit und was ich mache völlig daneben, würden wir die Mehrheit des Volkes für Dumpfbacken halten wie es der Spiegel tut. Die Auflagen der MSM gehen zurück, der Einfluß der Blogger wächst stetig.
Nur Kritik allerdings bringt uns nicht voran, was wir brauchen sind neue Ansätze, wie ich sie auf meinem Blog und auf Stammtischen aufzeige:
Man schafft niemals Veränderung, indem man das Bestehende bekämpft. Um etwas zu verändern, baut man neue Modelle, die das Alte überflüssig machen -Buckminster Fuller-
http://finkenwarderbote.blogspot.com/
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27.Juli 2010 at 15:19
Mein Kommentar verschwand hoffentlich ungewollt.
Also zweiter Versuch.
In deiner antwort gehst du, daniel leider nicht darauf ein, was ich als wichtigstes geschrieben habe:
Was machen wir mit dem Material? Die MSM werden ihren Herren dienen, die MSM glauben, die Bevölkerung besteht aus Volltrotteln und Dumpfbacken, dass versuchen sie uns weiszumachen.
Tatsächlich gibt es noch eine zweite Öffentlichkeit jenseits der gleichgeschlteten veröffentlichten Öffentlichkeit. Ich habe viele Gespräche, wo ich immer wieder feststelle, die Leute wissen mehr, als einige ihnen zu trauen. Natürlich gibt es auch Dumpfbacken.
Nach 9 Jahren Afghanistan sind 2/3 der Bevölkerung zu der Meinung gekommen, und das bestimmt nicht wegen des Spiegels, dass wir raus aus Afghanistan sollen. Ich wiederhole gerne noch einmal, wir müssen schauen, jeder von uns, was wir tun können außer im Internet zu recherchieren.
Stammtische sind u.a. eine Möglichkeit, die Info ins Volk zu tragen. Wir haben mit ein paar Leuten im Mai im Raum Hamburg einfach angefangen, jetzt sind wir über 14 und haben einen Emailverteiler mit über 25 kontakten. Wer Interesse hat, Kontakt über
http://finkenwarderbote.blogspot.com/p/termine.html
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27.Juli 2010 at 16:00
Sorry, hier haben unsere unerlässlichen, aber übermotivierten digitalen Türwächter mal wieder gesagt, “ey, Du kommst hier net rein.”
Also, Spamfilter-Verspätungen möge man uns nachsehen.
Vielen Dank für jeden normalen Kommentar. Alles andere hängt im Filter und ist gar schröcklich anzusehen.
27.Juli 2010 at 17:00
Danke Daniel, konnte ja nur die Heimtücke von Bananensoftware gewesen, dass mein Kommentar verschwand.
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27.Juli 2010 at 20:49
Man kann sich auch mal fragen wie glaubwürdig Wikileaks ist, vor allen Dingen in der Führungsspitze. An ihrem Tun und den Folgen sollt ihr sie erkennen.
Mein Lob an Daniel Neun, wachsam sein ist das Motto.
Getreu dem Logenmotto: Du willst die Opposition kontrollieren? Führ sie an.
Und wie kann man so einer “Opposition” glaubwürdigkeit verschaffen? Klingelts?
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