Die Chronik des Neoliberalen Irrsinns – September 2010

Das Jahr 2010 neigt sich seinem Ende zu und allmĂ€hlich verklĂ€rt sich der Blick auf das Vergangene. Damit aber das weihnachtliche Vergeben und Vergessen nicht allzu großzĂŒgig ausfĂ€llt, hat der Politologe und Philosoph Egbert Scheunemann auch in diesem Jahr mit seiner „Chronik des neoliberalen Irrsinns“ eine sowohl subjektive wie informative Jahres-Chronik erstellt, die Radio Utopie in monatlichen Kapiteln dokumentiert.  Nicht alle Meinungen und Auffassungen des Autors mĂŒssen dabei mit denen der Redaktion ĂŒbereinstimmen. Die ersten fĂŒnf Jahre der „Chronik des Neoliberalen Irrsinns“ (2003-2008)  sind bereits als Buch erschienen. Die Chronik 2010 ist hier im Original als PDF zu lesen.

Warten auf Godot oder das afghanische Wirtschaftswunder

Solange Milliarden an dem Krieg in Afghanistan von den verschiedensten Gruppierungen zu verdienen sind, wird kein Interesse bestehen, diesen zu beenden – RĂŒstungs- und Söldnerfirmen, Geheimdienste, Drogenkartelle und korrupte Politiker mĂŒssten fĂŒrchterlich darben und werden mit allen Mitteln versuchen, ihren „Existenzkampf zum Überleben“ fortfĂŒhren. Zur Zeit wird viel ĂŒber den Beginn des Abzugs der ISAF-Truppen ab Ende nĂ€chsten Jahres aus Afghanistan debattiert, der sich bis zum Jahr 2014 hinziehen soll, aber gleichzeitig schon von hochrangigen US-MilitĂ€rs wegen der trostlosen Lage in Frage gestellt wurde.

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Neue Todesopfer durch friendly fire der US-Luftwaffe in Helmand

Jagdbomber der US-Luftwaffe schiesst blind wie ein tollwĂŒtiger Hund um sich – wieder VerbĂŒndete auf der Jagd nach AufstĂ€ndigen „erlegt“. Nach Angaben des afghanischen Verteidigungsministeriums kamen in der Nacht des 15.Dezembers 2010 vier Soldaten der Armee des Landes bei einem ĂŒberraschenden Angriff der US-Luftwaffe auf ihren Konvoi ums Leben.

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„Tausche Texte gegen Freiheit“

„S‘ gĂ€b freilich viel Schreibens und Sagens, wenn‘s erlaubt wĂ€re, ĂŒber Sachen, die um uns herum vorgehen, freie Betrachtungen anzustellen.“ So formulierte Christian Friedrich Daniel Schubart (1739-1791) seinen bĂŒrgerlich-revolutionĂ€ren Anspruch, die Wahrheit in die Öffentlichkeit zu tragen. Zehn Jahre verbrachte der Dichter, Musiker, Lehrer und Verfasser der „Deutschen Chronik“ deshalb in Haft auf der Festung Hohenasperg. Seine Schriften und Lieder waren im 18. Jahrhundert weit ĂŒber die Grenzen WĂŒrttembergs bekannt und beliebt, nicht zuletzt bei dem jungen Friedrich Schiller. (Pressemitteilung des ThĂŒringer Justizministeriums vom 14.Dezember 2010 unter Medieninformation 189/2010)

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