U.S. und E.U. teilen Kriegskoalition gegen Iran formal auf um den Bundestag zu passieren
„Operation Sentinel“ und „Force Generation“: MilitĂ€rs sprechen sich im U.S.-Zentralkommando ab.
Wie sich aus öffentlich zugĂ€nglichen Quellen zusammen fĂŒgt, trafen sich am Donnerstag (25.) im Hauptquartier des U.S.-Zentralkommandos in Tampa, Florida, MilitĂ€rs der designierten „MilitĂ€rkoalition“ fĂŒr den Einsatz im Persischen Golf bzw an der StraĂe von Hormuz. Etablierte Presse und Staat(sparteien) ĂŒben sich dazu wieder im ĂŒblichen „Omerta“.
Verlautbartes Ziel der „MilitĂ€rkoalition“ : die Sicherheit der Binnenschifffahrt bzw der Ăl-Exporte und der entsprechenden Tanker durch die Passage von Hormuz zu sichern, ausdrĂŒcklich gegen den Iran. Dessen Regierung hatte zuvor der Formierung dieser faktischen internationalen Kriegskoalition durch die Kaperung des unter britischer Flagge fahrenden „Stena Impero“ am 19. Juli zuvor direkt in die HĂ€nde gespielt.
Die nun angeblich nur zum Schutz von Ăl-Tankern im Golf gegrĂŒndete Kriegskoalition, die keineswegs nur MarinestreitkrĂ€fte umfassen wird, entspricht haarscharf der von der extrem rechten Trump-Administration bereits nach den Tanker-Explosionen am 13. Juni und der Drohnen-Abschuss am 20. Juni geforderten „globalen Koalition“ gegen den Iran.
Einen Tag vor dem MilitÀrtreffen beim U.S.-Zentralkommando der Kriegskoalition hatte der AuswÀrtige Ausschuss bei einer am 24. von der Regierung in Berlin anberaumten Sondersitzung aktiv oder passiv durch Schweigen kollektiv zugestimmt
Bei ihrem Treffen im U.S.-Zentralkommando, an dem offensichtlich auch Vertreter des Bundeswehr-Generalstabs („EinsatzfĂŒhrungskommando“) teilnahmen, wurde nun die Kommandostruktur in der Kriegskoalition taktisch aufgeteilt, in die bereits laufende, vom U.S.-Zentralkommando (Centcom) gefĂŒhrte „Operation Sentinel“ und eine von der E.U.-gefĂŒhrte „Force Generation“.
Dies ist fĂŒr Bundesregierung, Bundesverfassungsgericht und Bundestag insofern bedeutsam, als so das Verfassungsverbot zur Vorbereitung eines Angriffskrieges (Artikel 26 Grundgesetz) durch eine vermeintliche Legitimation „zur Wahrung des Friedens (in) einem System gegenseitiger kollektiver Sicherheit“ (Artikel 24 Grundgesetz) heuchlerisch und zum Schein umgangen werden kann.
Die E.U. als „System gegenseitiger kollektiver Sicherheit“ fĂŒr KriegseinsĂ€tze umzuinterpretieren, ist Bestandteil des Ende 2015 erteilten ersten Bundestagsmandats fĂŒr die bereits bestehende internationale Kriegskoalition gegen den „Islamischen Staat“ („I.S.“).
Aktuell lĂ€uft die Kriegspropaganda auf Hochtouren. Sogar der Leiter der „MĂŒnchner Sicherheitskonferenz“, Wolfgang Ischinger, fĂŒhlte sich genötigt in die Bresche zu springen und redete, natĂŒrlich, von „Europa“ und „Exportweltmeister“. Wie dieser Bericht vom rechten britischen „Daily Express“ besagt, sollen die Regierungen von Frankreich, DĂ€nemark, den Niederlanden und Deutschland nach dem Treffen beim Zentralkommando bereits ihre Beteiligung am MilitĂ€reinsatz „Force Generation“ zugesagt haben, also dem Kriegseinsatz unter formaler E.U.-FĂŒhrung.
Der Kommandeur der Vereinigten U.S. GeneralstĂ€be („Joint Chiefs of Staffs“), U.S.-Generalstabschef Joseph Dunford, verlautbarte höchstselbst auf einer Meldung des Pentagon, dass er den E.U.-gefĂŒhrten Flotteneinsatz als „ergĂ€nzend, wenn nicht sogar integriert“ in den U.S.-gefĂŒhrten Einsatz „Operation Sentinel“ ansehe.
Wie es heiĂt, sollen die MilitĂ€rtreffen der KriegskoalitionĂ€re im U.S.-Zentralkommando nĂ€chste Woche weitergehen, wohl mit Beteiligung des EinsatzfĂŒhrungskommandos der Bundeswehr.
Wie wir bereits mehrfach analysierten, lĂ€uft alles auf die bereits seit 2014 bestehende internationale Kriegskoalition hinaus („Allianz gegen den Islamischen Staat“, „Anti-IS-Allianz“). Deren vom Bundestag zuerst Ende 2015 erteiltes (und seitdem jĂ€hrlich verlĂ€ngertes) Kriegsmandat erlauben Bundeswehr, SpezialkrĂ€ften und Bundesnachrichtendienst praktisch den weltweiten Einsatz, konkret in Syrien, im Irak,
„sowie auf dem Territorialgebiet von Staaten, von denen eine Genehmigung der jeweiligen Regierung vorliegt, sowie im Seegebiet östliches Mittelmeer, Persischer Golf, Rotes Meer und angrenzende(n) Seegebiete(n).“
Das heiĂt: die Bundeswehr ist lĂ€ngst vor Ort.
Es geht nur noch um die entsprechende juristische Ausrede fĂŒr den konkreten Einsatz von deutscher Kriegsmarine, Luftwaffe und SpezialkrĂ€ften im Persischen Golf gegen iranische StreitkrĂ€fte. Alle Parteien sind involviert, eine Opposition gibt es nicht, weder innerhalb noch auĂerhalb des Parlaments.
(…)
25.07.2019 Wie beschrieben: Deutschland kriecht in den nÀchsten Krieg, ohne jede Opposition
Die Beteiligung an der Kriegskoalition im Persischen Golf „scheint gefallen“. Bundestag, Bundesregierung und Bundesverfassungsgericht sind offensichtlich zur ausfĂŒhrenden Dienerschaft auslĂ€ndischer MĂ€chte verschmolzen. Etablierte Linke, Pazifismus oder Sozialdemokratie von Bedeutung existieren in Deutschland nicht.
