Trumps Regierung schickte kompletten C.I.A.-Folterbericht an ziviles Gericht – Kreml will wieder versagen?

Die gleichen Kontrolleure der U.S.-Geheimdienste im U.S.-Senat und U.S.-Kongress, die eine Veröffentlichung des Folterberichts verhinderten, leiten die derzeitigen Untersuchungen zu den VorwĂŒrfen der Einmischung Russlands in die internen Angelegenheiten der U.S.A.

Am 10.2.2017 sandte das U.S.-Justizministerium das ihm ĂŒbergebene Exemplar des 6778 Seiten umfassenden Folterberichts in vollstĂ€ndiger und nicht bearbeiteter AusfĂŒhrung an das United States District Court for the District of Columbia. Dieser Gerichtshof ist zustĂ€ndig fĂŒr Klagen gegen die Bundesregierung. Damit folgte die Regierung in Washington den GerichtsbeschlĂŒssen vom 28.12.2016 und vom 23.1.2017. Geklagt hatten die AnwĂ€lte auf Herausgabe des Beweismaterials im Namen von Abd al-Rahim Al-Nashiri, der in Guantanamo inhaftiert ist und wĂ€hrend seiner Gefangenschaft in C.I.A.-GefĂ€ngnissen mit Waterboarding gefoltert wurde. Bisher zustĂ€ndig waren Geheimgerichte unter der ZustĂ€ndigkeit des U.S.-Verteidigungsministeriums. Mit dem versuchten Anstrich einer Rechtsstaatlichkeit gab es eine Aufsicht eines BevollmĂ€chtigten aus der Legislative, der ĂŒber jeden stattgefundenen Vorgang zum Schweigen verpflichtet ist. Der Bericht ist noch immer klassifiziert.

Offiziell wurden nach Aussage des Geheimdienstausschusses des Senats unter Leitung von Diana Feinstein (Demokraten) in 2014 je ein redaktionell nicht bearbeitetes Exemplar des vollstĂ€ndigen Berichts an das U.S.-Verteidigungsministerium, an das U.S.-Justizministerium, an die Regierung im Weißen Haus und an die C.I.A. geschickt. Nur etwa sechshundert Seiten sind stark geschwĂ€rzt der Öffentlichkeit auf Anfrage zugĂ€nglich. Bei der C.I.A. wurde der Bericht „aus Versehen“ geschreddert, was erst im Jahr 2015 publik wurde. Barack Obama ĂŒbergab sein Exemplar kurz vor der AmtsĂŒbergabe an sein persönliches Obama-PrĂ€sidentenarchiv um es vor der Vernichtung durch seine Nachfolgeregierung zu „retten“ und wo es jetzt dort fĂŒr mehr als zehn Jahre aufbewahrt wird ohne Möglichkeit auf einen Zugriff.

Im Januar 2015 wurde Senator Richard Burr zum Chef des Senats-Geheimdienstausschusses der Republikaner ernannt. Burr hat sich mit Aussagen ausgezeichnet, dafĂŒr zu sorgen, dass sĂ€mtliche existierenden vollstĂ€ndigen Unterlagen des Folterberichts vernichtet werden. In seinem ersten Monat als Vorsitzender forderte Burr die Kopien offiziell zurĂŒck. Die BĂŒrgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (A.C.L.U.), die die Regierung zur Offenlegung des Dokuments verklagt hatte, stellte eine Eilantrag um Burr zu blockieren. Als Reaktion darauf verpflichtete sich die Regierung unter Obama, „den Status quo zu bewahren“, was bedeutete, dass sie den klassifizierten Bericht nicht zurĂŒckgeben wĂŒrde. Barack Obama hat seit seinem Amtsantritt in 2009 stets die C.I.A. gedeckt und spĂ€ter eine Veröffentlichung des Folterberichts abgelehnt.

Russland wurde als neues Alibi-Feindbild aufgebaut, nachdem zahlreiche Stimmen den bisherigen „Krieg gegen den Terror“ als Mittel zur weiteren KriegsfĂŒhrung der U.S.A. infrage stellten.

Als Boss des Geheimdienstausschusses des Senats rĂŒckt nun auch Senator Burr wieder ins Rampenlicht bei den aktuellen „Anhörungen“ ĂŒber Kontakte zu Russland und der Beeinflussung der PrĂ€sidentschaftswahl vergangenen Jahres durch den Kreml sowie andere plötzlich auftauchende Verfehlungen diverser nominierter Kandidaten der Trump-Regierung. Wenn diese berechtigt und rechtswidrig waren, wird sich gegebenenfalls ein KlĂ€ger finden um Anzeige bei der Staatsanwaltschaft zu erstatten. Burr wird mit Gleichgesinnten versuchen, Gegner kaltzustellen und VerbĂŒndete unauffĂ€llig schonen.

Die russische Regierung scheint sich in der Rolle des zu Unrecht gedroschenen Buckels zu gefallen. Klartext reden wĂ€re angebracht anstatt auf lukrative GeschĂ€ftsabschlĂŒsse zu schielen. Was sollen all diese sinnlosen ScheingeplĂ€nkel im gegenwĂ€rtigen Schlagabtausch um „Diplomaten“ und „Beeinflussung von Wahlen“ zwischen Washington und Kreml? Beide Regierungen profitieren davon, indem sie restriktivere Gesetze verabschieden und ihre RĂŒstungsindustrie fördern.

Wenn die russische Regierung sofort und energischer sich gegen all die gegen sie erhobenen VorwĂŒrfe der letzten Jahre mit deutlichen ErklĂ€rungen geĂ€ussert, stichhaltige Beweise prĂ€sentiert und vor allem die aus legalen Quellen gewonnenen VorgĂ€nge im Weissen Haus zur militĂ€rischen Aussenpolitik analysiert und veröffentlicht hĂ€tte, wĂ€re das Land in der Lage gewesen, der Weltöffentlichkeit besser die wahre Natur der Republikaner und Demokraten in den U.S.A. zu vermitteln. Sei es in den Generalversammlungen der Organisation der Vereinten Nationen, im U.N.-Sicherheitsrat, auf internationalen Kongressen oder mit fundierten Publikationen.

Es wÀre nicht soweit gekommen, dass Russland von den Kriegstreibern in den Vereinigten Staaten als erklÀrtes, zu bekÀmpfendes Feindbild so leicht genutzt wird. Der Krieg in Syrien und andere KriegsschauplÀtze hÀtten einen anderen Verlauf nehmen können, nÀmlich gar nicht erst begonnen oder schon lÀngst gestoppt sein können.

Hinter den Kulissen spielen sich in dem parallelen Schattenstaat der Vereinigten Staaten von Amerika weit wichtigere Dinge ab, die fĂŒr die weitere Zukunft der Welt entscheidend sind, wie die Abstimmung zu dem Foreign Intelligence Surveillance Act (F.I.S.A.). Dazu spĂ€ter mehr.

(Artikel aktualisiert um 22.24 Uhr)

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Quellen:
https://www.merryjane.com/news/trump-administration-delivers-cia-torture-report-to-federal-court
https://www.techdirt.com/articles/20170214/08354936708/trump-tops-obama-hands-over-full-torture-report-to-court-previous-administration-refused-to.shtml#comments
http://www.larouchepub.com/pr/2017/170220_trump_cia_rpt.html
http://www.reuters.com/article/us-usa-trump-russia-burr-idUSKBN1692D5
https://www.theguardian.com/us-news/2016/sep/11/cia-torture-report-aftermath-daniel-jones-senate-investigation
https://www.washingtonpost.com/powerpost/top-senate-republican-blunt-says-congress-should-probe-flynn-situation/2017/02/14/8abbcad4-f2d5-11e6-a9b0-ecee7ce475fc_story.html