RAF-Rentner im Anflug? Wer dem BKA glaubt, ist selber schuld.

Dem Versuch der bis heute durch das Bundesverfassungsgericht gedeckten Geheimpolizei Bundeskriminalamt und ihrer Presse auch noch eine Auferstehung der „Roten Armee Fraktion“ zu verkĂŒnden, muss Widerspruch oder Unterwerfung folgen. Und Schweigen heisst Unterwerfung.

Das Bundeskriminalamt bekam, trotz aller Warnungen nach BKA-Verhören in Folterkellern von Guantanamo und in Syrien, durch das Ende 2008 mit einer Stimme Mehrheit durch den Bundesrat gepeitschte BKA-Gesetz die Befugnisse einer Geheimpolizei. Seit damals baut das BKA diese MachtfĂŒlle aus, wĂ€hrend das Bundesverfassungsgericht der Geheimpolizei bis heute den RĂŒcken freihĂ€lt, indem es nun schon seit ĂŒber sieben Jahren die Verfassungsklage vom ehemaligen Innenminister Gerhart Baum verschleppt. U.a. sicherte sich das BKA ĂŒber das Internetsperren-Gesetz den Zugang zur Schatztruhe der nach Beginn des weltweiten Terrorkrieges in 2001 aufgebauten Infrastruktur der TotalĂŒberwachung, die per Telekommunikations-Überwachungsverordnung (TKÜV) der Regierung bei allen großen Providern eingebauten Kopiereinrichtungen des geheimdienstlichen Komplexes. Diesen Fuß in der TĂŒr bei den Providern nahm die Geheimpolizei nie mehr heraus, obwohl das Internetsperren-Gesetz spĂ€ter formal „nicht umgesetzt“ wurde und auf Druck der damalige Regierungspartei FDP wieder aufgehoben wurde. Das BKA tat dies mit der BegrĂŒndung von angeblich offen zugĂ€nglich im World Wide Web vorhandenen schwerstkriminellen Inhalten („Kinderpornografie“). Der fĂŒr die BekĂ€mpfung von Kinderpornografie zustĂ€ndige leitende Kriminaldirektor des „Bundeskriminalamtes“ konsumierte diese selbst und befand sich auf der gleichen Kundenliste eines kanadischen Anbieters wie der langjĂ€hrige Vorsitzende von Innenausschuss und NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages, Sebastian Edathy. In Edathys Amtszeit als Vorsitzender des Innenausschusses war von SPD, CDU und CSU das BKA-Gesetz in Bundesrat und Bundestag beschlossen worden.

Bereits 2008 konstatierte ich bezĂŒglich der beginnenden Kampagne fĂŒr Internetsperren den Kontroll-Heuchlern mit der Kinderpornografie in der Tat ein Problem zu haben , nĂ€mlich uns. Dass der Bund Deutscher Kriminalbeamter und das Bundeskriminalamt ein Haufen LĂŒgner und BetrĂŒger sind die ihren Job nicht machen wollen, sollte jeder wissen und konnte hier schon lange jeder lesen.

Als ich spĂ€ter am 19. Februar 2014 der Öffentlichkeit erst laut vorlesen musste, was der BKA-PrĂ€sident Jörg Ziercke gerade gesagt hatte und was der gesamte Innenausschuss nicht in der Lage war vorher zu hören, krochen uns fĂŒnf Tage spĂ€ter die gesamte „politische Klasse“ und ihre „Bild“-Zeitung hinterher und taten natĂŒrlich so, als hĂ€tten sie im Leben noch nie was von uns gelesen. Das BKA und Ziercke gaben ein wĂŒtendes Dementi heraus („Mutmaßungen, Spekulationen und Verschwörungstheorien“) und fand das völlig in Ordnung zwei Jahre lang auf dem höchst seltenen Namen vom gut bekannten ehemaligen Vorsitzenden zweier BundestagsausschĂŒsse gesessen zu haben, um dann angeblich von der Polizeiinspektion in Nienburg die eigenen Daten vorgelesen zu bekommen. SelbstverstĂ€ndlich fand spĂ€ter auch der „Untersuchungsausschuss“ des Deutschen Polizeitages nicht wirklich etwas daran auszusetzen.

Dass es BKA und ihre Pressemeute nach dieser StaatsaffĂ€re (und einer endlosen Reihe anderer) ĂŒberhaupt wagen mit so einem Schwachsinn wie dem gestrigen angewackelt zu kommen, ist zuallererst mal Gradmesser dafĂŒr, fĂŒr wie dumm der Apparat mittlerweile die Bevölkerung hĂ€lt und sie auch als solche verkaufen kann. BKA, „NDR“, „Focus“, „Bild“, „Welt“, „Spiegel“, usw, sie fĂŒhlen sich offenbar sicher und wĂ€hnen sich unangreifbar. Sonst wĂŒrden sie es nicht wagen hier auch noch mit der Auferstehung der „Rote Armee Fraktion“ anzukommen.

Kurz zum Hintergrund, meine EinschĂ€tzung: Das BKA will irgendwas vom Generalbundesanwalt. Der soll wegen irgendwas ermitteln. Das bedeutet dann wieder freie Hand fĂŒr die Geheimpolizei gegen ihre Gegner vorzugehen. Es dĂŒrfte hinreichend bewiesen sein, dass ich zu diesen Gegnern gehöre. Jeder sollte Gegner der Geheimpolizei sein, denn jeder der dieser nicht gehorcht, zuarbeitet, deren Interessen / Ressourcen gefĂ€hrdet und / oder sich nicht kontrollieren lĂ€sst, und zudem ĂŒber Einfluss in der Gesellschaft verfĂŒgt, ist automatisch Zielobjekt und Gegner nicht nur des Bundeskriminalamtes, sondern des gesamten Apparats eines Tiefen Staates, der unsere Republik außer Funktion gesetzt hat.

Kurz zu der ganzen RAF-Rentner-Farce: entsprechend der Logik des Terrorkrieges basiert alles auf den Behauptungen der Geheimpolizei, von A bis Z. Das BKA behauptet, DNA Spuren von drei im Zusammenhang mit der RAF gesuchten Personen, Daniela Klette, Ernst-Volker Wilhelm Staub und Burkhard Garweg, in zwei Autos bei einem Überfall im Jahre 2015 gefunden zu haben. In zwei Autos. Nach einem Überfall. Eine ZĂŒndung habe nicht gezĂŒndet, deshalb seien die Fluchtautos unversehrt gebleiben. Also selbst wenn das stimmen sollte, nennt man das im Fachjargon eine „Beweisorgie“. Dann wird gesagt, das BKA habe schon 1993 DNA Spuren der drei Personen im Zusammenhang mit dem Sprengstoffattentat in Weiterstadt gefunden. Dazu sollte sich jeder fragen, seit wann es ĂŒberhaupt entsprechende Technologien zur DNA-Spurensicherung gibt und wie die Geheimpolizei an entsprechende Vergleichs-DNA-Proben gelangt sein will. Wie kommt man denn an DNA von RAF-Terroristen, oder solche, die man als solche annimmt? Wer diese Farce um das Heilbronner Fantom mit seinen 40 Tatorten nicht vergessen hat, mit dem das BKA die gesamten „Sicherheitsbehörden“ nach dem bis heute ungeklĂ€rten Mord an der Polizistin Michele Kiesewetter erstmal jahrelang beschĂ€ftigte, um dann – simsalabim – eine jahrzehntelang unentdeckte Truppe von drei Nazis im Campingmobil namens „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) aus einem Rucksack mit „Bekenner-DVDs“ (seit wann gibt es ĂŒberhaupt DVDs?) zu ziehen, die ganze sechs Wochen, nachdem Ermittler diesen Rucksack aus dem ausgebrannten Campingmobil mit den Leichen von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos geholt haben wollen, „zufĂ€llig entdeckt“ werden, nachdem sie vorher die ganze Zeit ĂŒbersehen wurden, muss die Behauptungen des BKA, sowie aller anderen „Sicherheitsbehörden“, mit Ă€ußerster Skepsis sehen.

Ich erinnnere zudem an mal an die Vorkriegsworte „Beweis“, nicht Hinweis, und „Gerichtsverfahren“. „ÜberprĂŒfen“ fiele mir da noch ein. Und das journalistische Prinzip der Watergate-Regel („mindestens zwei gleichlautende, von einander unabhĂ€ngige Quellen“).

Ich warne diese ganzen Flitzpiepen, die sich heutzutage links, grĂŒn, BĂŒrgerrechtler oder gar Parlamentarier nennen, sich jetzt wieder und weiter feige wegzuducken. Durch deren ganze surreale DuckmĂ€userei und UnterwĂŒrfigkeit vor den Umtrieben und Behauptungen des geheimdienstlichen Komplexes droht bereits ein „Totalschaden der Demokratie“ (ich wĂŒrde diese Formulierung nicht verwenden, da ich mich dazu zĂ€hle und mir gehtÂŽs bestens). Eine weitere unbedingte Akzeptanz und quasi-religiöse GlĂ€ubigkeit gegenĂŒber den Behörden, die immer damit einhergeht alle NichtglĂ€ubigen als Ketzer aka „Verschwörungstheoretiker“ zu denunzieren, wĂŒrde die bereits in vollem Gang befindliche psychologische KriegfĂŒhrung gegen unsere Republik und Gesellschaft im Zuge der Verwicklung in Angriffskriege gegen Syrien und Irak nur begĂŒnstigen und den damit einhergehenden moralisch-politischen Zusammenbruch von (etablierten) Liberalen, Demokraten, Pazifisten, Sozialdemokraten und politischen Linken beschleunigen und vertiefen.

Ganz ehrlich: mir kann das nur recht sein. Dann ist nĂ€mlich fĂŒr mich und alle diejenigen, die diesen Werten und Begriffen treu geblieben sind, mehr Platz. So gesehen tun mir Geheimpolizei und Apparat mit ihrer neuen Nummer noch einen Gefallen.

(…)

Artikel zum Thema:
07.07.2012 Analyse und Anleitung zur Neutralisierung des psychologischen Kriegsbegriffs „Verschwörungstheorie“
Gesamtgesellschaftliche Zielwirkung des Begriffs:
Stigmatisierung, Isolierung und Neutralisierung von Gegenmeinungen zu Darstellungen, Thesen oder Behauptungen, die durch vermeintliche oder tatsĂ€chliche institutionelle oder gesellschaftliche AutoritĂ€ten und Mehrheiten aufgestellt bzw akzeptiert werden. Stigmatisierung, Ächtung oder Ausgrenzung derjenigen Personen, die solche vermeintlichen oder tatsĂ€chlichen AutoritĂ€ten und Mehrheiten und / oder ihre Darstellungen, Thesen oder Behauptungen in Frage stellen. Niederschlagung von geistigen Strömungen, juristischen, parlamentarischen, journalistischen, polizeilichen, nachrichtendienstlichen oder militĂ€rischen Untersuchungen oder Ermittlungsergebnissen, die von diesen AutoritĂ€ten und Mehrheiten nicht erwĂŒnscht sind und deren Position gefĂ€hrden könnten. Dienlich zur Kontrolle, FĂŒhrung und / oder Neutralisierung jedweder gesellschaftlichen, politischen, parlamentarischen, informellen, militĂ€rischen, polizeilichen, nachrichtendienstlichen Opposition sowie von deren ReprĂ€sentanten und „LeuchttĂŒrmen“.

Hinweis: in diesem Artikel wurden AbkĂŒrzungen wie “RAF” oder “BKA” nicht als solche durch Punkte gekennzeichnet.

Artikel zuletzt aktualisiert um 08.30 Uhr