Verfassungsschutz zum 65. Jahrestag in Rente geschickt
Pressemitteilung der Humanistischen Union zu ihrer Aktion in MĂĽnchen.
Ihre Forderung zur Auflösung des Inlandsgeheimdiensts hat die Humanistische Union (HU) mit einer Aktion am Samstag, 31.10.2015 in MĂĽnchen erneut öffentlich gemacht. Unter dem Motto „Wir schicken den Verfassungsschutz in Rente“ wurde einem „Schlapphut“ im Trenchcoat ein symbolischer Rentenbescheid ĂĽbergeben.
In einer satirischen Rede wĂĽrdigte der HU-Bundesvorsitzende Werner Koep-Kerstin zudem die fragwĂĽrdigen Verdienste des sogenannten „Verfassungsschutzes“ bei der Wahrung des Grundgesetzes. Das Bundesamt fĂĽr Verfassungsschutz (BfV) in Köln feiert am 7. November seinen 65. Geburtstag. Angesichts zahlreicher Skandale nicht nur in Zusammenhang mit dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) hält die HU eine Auflösung des offenbar nicht demokratisch kontrollierbaren Geheimdiensts fĂĽr eine notwendige MaĂźnahme zum Schutz der Demokratie und des Grundgesetzes.
„Gerade in MĂĽnchen liegen die jĂĽngsten Anlässe fĂĽr eine Verrentung des Inlandsgeheimdienstes direkt vor uns“, sagt Werner Koep-Kerstin, Bundesvorsitzender der Humanistischen Union. „Der NSU-Prozess am Oberlandesgericht MĂĽnchen bringt Verstrickungen von Verfassungsschutzbeamten und V-Leuten in das Umfeld des NSU ans Licht. Die im letzten Jahr neu aufgenommenen Ermittlungen zum Oktoberfestattentat fĂĽhrten zu einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht, weil die Bundesregierung bis heute AuskĂĽnfte darĂĽber verweigert, was der Verfassungsschutz von dem Attentat wusste.“
„Der Verfassungsschutz schĂĽtzt nicht die Verfassung, sondern gefährdet sie“, meint der nord- und mittelhessische HU-Regionalvorsitzende Franz-Josef Hanke. „Der Inlandsgeheimdienst betreibt GesinnungsschnĂĽffelei und verletzt dabei Grundrechte von BĂĽrgern. Dabei ist die Meinungsvielfalt eine wichtige Säule demokratischer Gesellschaften. Ăśberschreiten BĂĽrger die Grenze der Meinungsfreiheit und werden straffällig, dann sind die Polizei und die Gerichte zuständig. Eine geheimdienstliche Behörde fĂĽr GesinnungsschnĂĽffelei ist einfach ĂĽberflĂĽssig.“
