Admiral William McRaven: der Letzte der Viererbande
Auf dem U.S.-LuftwaffenstĂŒtzpunkt McDill Air Force Base in Tampa in Florida residiert noch unangefochten der Herrscher ĂŒber die grösste geheime internationale Schattenarmee – mĂ€chtiger als der U.S.-PrĂ€sident als Oberkommandierender der U.S.-StreitkrĂ€fte mitsamt seinem Verteidigungsminister – wo er seine Befugnisse unkontrollierbar immer weiter ausbaut.
Seit dem Ende des Kalten Krieges mit der Wiedervereinigung Deutschlands nahm die weltweite Kriegsmaschinerie um die neu zu erobernden EinflussshÀren immer mehr an Fahrt auf und prallte unverhofft erst in den heutigen Tagen mit der Niederlage in Syrien vor die Wand.
Da vor knapp einem Vierteljahrhundert das klassische Modellbild Ost-West-Konflikt entfallen war, wurden neue Konstrukte und Brennpunkte mit innerstaatlichen Konflikten und Abspaltungen aus ehemaligen Unionen und Staaten geschĂŒrt. Lokale Kriege, Attentate, der Aufstieg der unendlichen Anzahl an ParamilitĂ€rs gehört nun zum aktuellen Bild der Kriegslandschaft, in der demokratische und diktatorische Staaten um die Macht ringen.
Noch gibt es das Völkerrecht und die Organisation der Vereinten Nationen, die spontane ĂberfĂ€lle auf souverĂ€ne Staaten durch einen anderen Staat durch eine allzu offene Okkupation verhindern.
Um GrĂŒnde fĂŒr ein „punktuelles oder chirugisches“ militĂ€risches Eingreifen zu schaffen werden daher von Geheimdiensten „AufstĂ€ndige, Extremisten und Terroristen“ gezĂŒchtet, gegeneinander ausgespielt oder erfunden. Diese können nach Vorgaben gewisser extremistischer MilitĂ€rkaderschmieden angeblich nur mit gleichen Mitteln in ihren RĂŒckzugsgebieten und Schlupflöchern bekĂ€mpft werden. Die offizielle AufstandsbekĂ€mpfung (counterinsurgency) und geheime Jagd mit eingeschleusten geheimen Elite-Killerkommandos ersetzte die klassische bisherige KriegsfĂŒhrung und fand im Balkankonflikt durch den N.A.T.O.-Einsatz ohne U.N.O.-Mandat ihren ersten Höhepunkt und wurde seither systematisch ausgebaut.
In den Vereinigten Staaten von Amerika findet diese Strategie des unkontrollierbaren Tötens ihren vorlĂ€ufigen Höhepunkt mit den Visionen des Chefs des U.S.S.O.C.O.M., Admiral McRaven (Vortrag vom FrĂŒhjahr 2013 am Woodrow Wilson Center „U.S. Special Operations 2020“). Dieser Mann ist, wenn ihm nicht durch die eigene Regierung Einhalt geboten wird, im Prinzip der mĂ€chtigste KriegsfĂŒrst auf diesem Planeten.
Dem mit der C.I.A. eng verbandelten Admiral wird in KĂŒrze alles ohne Rechenschaftspflicht wegen der Geheimhaltung im Rahmen der nationalen Sicherheit zur VerfĂŒgung stehen: Geld ohne Ende, die Elite der Elite der eigenen sowie auslĂ€ndischer Spezialeinsatzkommandos (auch deutscher), ein Strom von Informationen von internationalen detaillierten Daten ĂŒber fast jeden Ort und BĂŒrger dieses Planeten durch befreundete Geheimdienste, die neuesten Errungenschaften militĂ€rischer Techniken, Einbindung des Heimatschutzministeriums, staatlicher und nichtstaatlicher Behörden und vieles mehr. FĂŒr die Bewilligung des dazu benötigten Kapitals sorgen die Profiteure im U.S.-Senat und Kongress.
Eine Kontrolle ist so gut wie unmöglich, da alle AktivitĂ€ten und Informationen als „Top secret“ eingestuft sind. Dem PrĂ€sidenten können zur „legalen“ Absegnung der EinsĂ€tze MĂ€rchen serviert werden oder laufen ohne jegliches Wissen darĂŒber im Geheimen ab. Mit der aktuellen abgeschirmten Konstellation ist eine Einsichtnahme so gut wie ausgeschlossen.
William McRaven (Autor des 1995 erschienenen Buches „Spec Ops: Case Studies in Special Operations Warfare, Theory and Practice“ mit Analysen von acht EinsĂ€tzen von Sonderkommandos seit dem Zweiten Weltkrieg) ist das vorlĂ€ufig letzte Glied in dieser Entwicklung. Zuvor standen dem Admiral drei seiner engsten VerbĂŒndeten, Vertrauten und Freunde zur Seite: General David Petraeus (Ex-C.E.N.T.C.O.M.-Chef), General Stanley McChrystal und Vizeadmiral Robert Harward (Ex-Vize-Kommandeur C.E.N.T.C.O.M.).
Robert Harward wurde am 23. Oktober 2013 von seinem Posten entfernt (militÀrische Laufbahn).
David Petraeus, der nach seiner militĂ€rischen Umsetzung zum C.I.A.-Boss ernannt wurde, trat im vergangenen Jahr wegen einer angeblichen AffĂ€re zurĂŒck.
Stanley McChyristal reichte seinen RĂŒcktritt wegen unflĂ€tiger AusdrĂŒcke ĂŒber Beamte und den U.S.-PrĂ€sidenten anstandshalber von allein ein, um nicht unehrenhaft aus dem Dienst entlassen zu werden. Vorbereitet wurde dieser Deal anscheinend mit der Reportage im „Rolling Stone“ von Michael Hastings. Der Autor kam in diesem Jahr am 18. Juni ums Leben: ein Autounfall, bei dem der Wagen völlig ausbrannte.
Im Herbst 2009 ĂŒbte das ĂŒber mehrere gemeinsame Kriege zusammengeschweisste Quartett massiven Druck auf den neu gewĂ€hlten U.S.-PrĂ€sidenten aus, die AufstandsbekĂ€mpfungstaktik und „Jagd auf Terroristen“ in Afghanistan als Strategie sowie Aufstockung der Anzahl der Truppen zu erweitern. Barack Obama liess sich wochenlang Zeit, um eine Entscheidung zu treffen, (Kriegsmaschinerie drĂŒckt gegen Obamas Afghanistan-Pakistan-Strategie).
Die GenerĂ€le des J.S.O.C. – zum damaligen Zeitpunkt war William H. McRaven noch Vizeadmiral und Kommandeur des J.S.O.C. in Fort Bragg und Robert S. Harward stellvertretender Kommander des J.F.C. in Norfolk, Ă€usserten sich laut Augenzeuge wĂ€hrend der Meetings so: „Wir werden dies trotzdem tun.“ (Spezialkommandos im gesamten afghanischen Territorium einsetzen)
General Raymond T. Odierno, der seit 2003 im Irakkrieg jahrelang mehrere operative KommandoeinsÀtze leitete, ist dem intimsten Kreis dieses Quartetts zuzuordnen. Heute ist Odierno der Chef der U.S.-LandstreitkrÀfte und hat stets die Aufstandsstrategie und EinsÀtze von asymmetrischen Todesschwadronen bei zahlreichen Auftritten in der Vergangenheit verteidigt.
Möglicherweise sind Meldungen vom 8. Juli 2013 ĂŒber ein skandalöses Vorgehen von McRaven erste Vorboten, ihm in seiner MachtfĂŒlle zu beschneiden.
So soll auf persönlicher Anordnung von McRaven brisante sensible Daten komplett ohne Kenntnisse der Beamten des Pentagons heimlich und entgegen der gesetzlichen Vorschriften gelöscht und angeblich zur sicheren Aufbewahrung vor unbefugten Zugriffen auf Server der C.I.A. transferiert worden sein. Diese sind dort nicht mehr zur Sichtung im Rahmen einer Anfrage mit dem Freedom of Information Act gerichtlich einklagbar im Gegensatz zu Daten des U.S.-Verteidigungsministeriums, auch wenn diese aus GrĂŒnden der nationalen Sicherheit teilweise Details mit schwarzen Balken versehen.
Der Chef des National Security Archive an der George Washington University spricht von einer ungeheuerlichen Vorgehensweise, die gegen die Verfassung verstösst. Bei diesen Daten handelt es sich um den Einsatz der Navy SEALs-Aktion im Verantwortungsbereich des S.O.C. vom 11. September 2011, ein Plan, der von McRaven und dem damaligen C.I.A.-Direktor und spĂ€teren U.S.-Verteidigungsminister Leon Panetta erarbeitet und dem PrĂ€sidenten zur BestĂ€tigung eingeredet wurde. Ein Theater ganz im Stil von „Wag the Dog“, bei dem aber in der RealitĂ€t mysteriöserweise die meisten der Beteiligten Navy SEALs anschliessend starben durch Selbstmord oder HubschrauberabstĂŒrze – bei einem kam spĂ€ter in Afghanistan das Navy SEAL Six-Team ums Leben.
Laut Bundesgesetz mĂŒssen alle Aufzeichnungen der Regierung – in diesem Fall des Verteidigungsministeriums – im National Archives und der Records Administration aufbewahrt werden. Nichts lĂ€sst sich auf allen zustĂ€ndigen Computern des Verteidigungsministeriums finden: keine Daten ĂŒber den Einsatz des FlugzeugtrĂ€gers „USS Carl Vinson“ im Verantwortungsbereich des Navy-Kommando in San Diego, keine Autopsie- oder DNA-Analyse, keine Fotos, keine Informationen zu den abgestĂŒrzten Helikopter in Abbottabad in Pakistan. Alles LĂŒgen?
Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika hat sich im Prinzip als verwundbar, schlimmer noch, als erpressbar gemacht fĂŒr den Fall, dass sie genauestens um die UmstĂ€nde dieser vorgetĂ€uschten Story wusste und mitspielte. Unter derartigen Voraussetzungen sind die C.I.A. unter Leitung von John Brennan und Admiral William McRaven diejenigen, die den zu Marionetten degradierten Insassen des Weissen Hauses unter voller Deckung der Behörden die Marschrichtung vorgeben – es sei denn, alle bei der C.I.A. gelandeten Akten kommen sofort aus GrĂŒnden eines echten nationalen Notstandes auf den Tisch und McRavens unerhörte KompetenzĂŒberschreitung wegen Einbruch und Diebstahls hochbrisanten Materials von Rechnern des Verteidigungsministeriums (ohne Psyops-Ausreden auf anonyme Hacker so wie „rein zufĂ€llig“ hier vorsorglich gemeldet) auf die Anklagebank.
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