CIA und Special Operations Forces: letzter Gewaltakt der Verzweiflung in Afghanistan

Politik, Diplomatie

US-Regierung will den aussichtslosen Afghanistan-Krieg um jeden Preis - auch um den mit mehr Todesopfern - "siegreich" beenden, um damit ihr Gesicht zu wahren.

Präsident Obama hätte den Krieg ohne Gesichtsverlust als amerikanischer Präsident gleich nach seiner Wahl beenden können und wäre als Friedenspräsident in die Geschichte eingegangen. Schliesslich hat er ihn nicht angeordnet.

Die Herzen der Menschen wären ihm zugeflogen, allerdings höchstwahrscheinlich auch eine Kugel in sein Herz, vermutlich abgeschossen von einem sogenannten Geistesgestörten.

Ob er es mit seinem Wandel ernst gemeint hat oder nicht, er steht einer mächtigen Kriegslobby, bestehend aus Militärs und Politikern gegenüber, die alle vom Krieg profitieren wollen. "Der mächtigste Mann" der Welt, wie ein US-Präsident bis vor kurzem noch genannt wurde - im Jahr 2009 hat er einen der verfluchtesten Jobs auf diesem Planeten.

Der grösste Einsatz in der Geschichte der CIA wird zur Zeit in Afghanistan vorbereitet, um den Krieg dadurch schneller zu beenden. Von einem grossen Stützpunkt aus werden Spione, Analysten und paramilitärische Agenten zu ihrer Arbeit in dem Land starten. Nach Angaben eines anonymen Regierungsbeamten waren bisher siebenhundert Agenten aktiv. Das soll sich nun ändern, es wird massiv mit Personal aufgestockt.

Armee-General Stanley A. McChrystal, seit Juni 2009 Kommandeur der ISAF in Afghanistan, sowie der US Forces Afghanistan übt Druck auf die Geheimdienste aus, denn er will zuverlässigere Informationen über die Lage im Land erhalten.

Die neu hinzukommenden Spione werden verwendet, um in Kooperation mit den Special Forces Einheiten hochwertige Ziele zu verfolgen wie das Erkunden der öffentlichen Meinung in den Provinzen, die sich hin zu den Taliban verlagert haben und das Sammeln von Erkenntnissen über die Korruption in der afghanischen Regierung.

Alle Geheimdienste sollen nach Möglichkeit beteiligt und personell aufgestockt werden wie zum Beispiel die National Security Agency (NSA), die Anrufe und E-Mails überwacht, sowie die Defense Intelligence Agency (DIA), die militärische Drohungen abfangen soll.

Die CIA steht unter Druck, denn Untersuchungen haben ergeben, dass die Unterstützung für die Obama-Administration für den Afghanistankrieg durch die öffentliche Meinung spätestens im nächsten Sommer komplett zusammenbrechen wird!

Die neuesten Erkenntnisse der Spione zeigen eine Zunahme des Aufstandes im Land, was sowohl die Stärke des Widerstandes als auch das Gewinnen von Territorium betrifft.

Ein Pentagon-Beamter sagte unter der Bedingung der Anonymität wegen der Sensibilität des Themas, dass die Aufständigen nie an einem Mangel an starken Männern und Finanzierung leiden werden. Man schätzt zwischen 15.000 und 20.000 Kämpfer stehen bereit, aber die Angaben wären ungenau, da es lose Verbindungen zwischen den einzelnen Gruppen gibt, die aus unterschiedlichen Motiven heraus zur Waffe griffen.

"Sie reden nicht über feste Formationen, die sich ausschliesslich aus Vollzeitkämpfern bilden. Es ist wie Ebbe und Flut, Scharen von Kämpfern erscheinen und verschwinden wieder."

sagte ein US-Anti-Terror-Beamter.

CIA-Sprecher Paul Gimigliano lehnte es ab, sich über den Umfang der zukünftigen Präsenz der Agentur in Afghanistan äussern.

Ein aktueller Bericht des Senats kritisiert die Rolle der CIA in Afghanistan während der letzten acht Jahre, die mit grossen Geldmengen die Warlords unterstützt haben, von denen einige Verbindungen zum Drogenhandel haben und nun in hochrangigen Positionen in der Regierung in Kabul sitzen.

Seit all diesen Jahren waren für die CIA die wichtigsten Prioritäten in Afghanistan, um "Al-Qaida" zu jagen, die Beziehungen zu den Kriegsherren zu verwalten - Anreize für diese zu schaffen einschliesslich Bargeld und in einigen Fällen Viagra - und der Wiederaufbau der afghanischen Geheimdienste.

Das Ergebnis dieser wohl berechneten "Bemühungen" sieht man nun, es wurde dadurch noch mehr Zwietracht in das Land gebracht und die Stammesfürsten gestärkt, um nun aufeinander um die Verteilung der Machtverhältnisse loszugehen.

Der CIA-Stützpunkt befindet sich in der US-Botschaft in Kabul, aber das Gros der CIA-Mitarbeiter gehört zu einer Konstellation von geheimen Basen und militärischen Aussenposten, die über das Land verteilt sind.

Vor kurzem hat die CIA Vorbereitungen mit der Bereitstellung von "Crisis Operations Liaison Teams", kleinen Einheiten, begonnen, die in regionale militärische Kommandos eingebettet sind, so dass die Offiziere Zugang zu Informationen, die durch die CIA gesammelt sowie von Satelliten und anderen Quellen stammen, erhalten.

Eine der grössten Konzentrationen von CIA-Personal ist auf dem Luftwaffenstützpunkt Bagram nördlich von Kabul, das jahrelang ein geheimes Gefängnis der CIA und die Zentrale für das US-Militär für spezielle Kampfeinsätze war - die Special Operations Forces.

McChrystal erwartet, dass der Einsatz von Teams, die CIA-Agenten mit Soldaten aus der US Special Operations Forces verbinden, erweitert wird. Damit ist noch mehr Gewalt vorprogrammiert, die Eskalation kann weitergehen.

Im Irak, wo er die Leitung der Special Operations Forces zwischen 2003 und 2008 übernommen hatte, verwendete McChrystal solche Teams, um den Zeitabstand zwischen der Sammlung von Informationen und der Durchführung von Angriffen auf Aufständische - um diese zu töten oder gefangen zu nehmen - zu beschleunigen.

Die Getöteten sind Menschen: meist unschuldige Zivilisten, die zufällig zwischen die Fronten gerieten; aufrichtige Männer, deren Ehre es gebietet, ihr Land gegen die Eindringlinge zu verteidigen; Familien- oder Stammesmitglieder, die einen Ermordeten rächen müssen; Söldner im Dienst fremder oder eigener Herren - nur wohl kaum wird eine Erfindung der CIA, ein Al-Quaida-Mitglied dabei sein.

Derzeitige und ehemalige CIA-Beamte sagten, dass Mitarbeiter und Analysten bisher nur etwa in einem Drittel von Afghanistan Stützpunkte haben.

Neben den Operationen in Afghanistan ist die CIA an der Zunahme der Angriffe der unbemannten Predator-Raketengeschosse auf die Hochburgen der Aufständischen in Pakistan beteiligt. Die Zahl dieser Übergriffe in diesem Jahr mit 37 übersteigt bereits die im gesamten Jahr 2008, nach Angaben der Long War Journal Website. Die CIA hat vor kurzem einen Antrag auf zusätzliche Predators aus der Air Force, die die US-Drohnen-Flotte verwaltet, gestellt, sagte ein Beamter.

Seit Jahren wurden von der CIA die Drohnen in Pakistan betrieben, einige sind aber auch von einem Luftwaffenstützpunkt an der afghanischen Grenze in der Nähe von Jalalabad abgeflogen.

McChrystal legt ein grösseres Gewicht auf den Schutz der afghanischen Bevölkerung und die Ausrottung der Bestechlichkeit der Kabuler Regierung. Unter dieser Forderung soll die CIA ihre weiteren Aufgaben in Afghanistan wahrnehmen. US-Geheimdienste haben bereits ihre Kontrollen zu der Korruption in Kabul verstärkt, zu der sie zuvor oder immer noch tatkräftig beigetragen haben. Der jüngste Bericht des Senats beschrieb ein im vergangenen Jahr aktiviertes Abhörsystem, dass für die Ermittlungen der Beziehungen zwischen Regierungsvertretern und Drogenbossen des Landes ausgerichtet ist.

Damit hat man wieder ein schönes Erpressungsmittel in der Hand, um den Betroffenen die eigenen Vorstellungen diktieren zu können.

McChrystal sollte die Truppen jetzt abziehen lassen, den er kann machen was er will, es wird immer die falsche Entscheidung sein, denn die Anzahl der Toten in Afghanistan in diesem Krieg wird noch weiter ansteigen.

Quelle: http://www.latimes.com/news/nationworld/world/la-fg-afghan-intel20-2009sep20,0,1183243.story

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