Medien-Mem „Israel: Assad soll bleiben“

"Intelligente graue Zellen" (Intelligence sources) sagten, dass ein intaktes, aber geschwächtes Assad-Regime für das Land und die ganze Krisenregion vorzuziehen wäre, nachdem der israelische Ministerpräsident Netanjahu am Dienstag Präsident Wladimir Putin in Russland überfallen hat, der C.I.A.-Direktor John Brennan am Freitag nach Jerusalem zum israelischen Verteidigungsminister Mosche Jaalon eilte und ebenfalls am Freitag am frühen Morgen in Limassol russische Kriegsschiffe (der Zerstörer "Admiral Pantelejew", der Tanker "Petschenga" und das Versorgungsschiff "Fotij Krylow") Anker an der Küste von Zypern warfen.

Ein Aufsatz in der britischen Zeitung The Times of London vom Samstag, den 18. Mai 2013 sorgt für Furore. Das soll er auch, schliesslich wurde dieser dafür gedruckt.

Gibt man bei Suchmaschinen den Beginn der Wörter der wichtigsten Aussage ein, werden sämtliche internationalen Medien aufgelistet, die diese unkritisch übernehmen. Die meisten Zeitungen beschränken sich auf die blosse Wiederholung der kurzen Botschaft. Andere wiederum ranken noch je nach Gustus und Weltanschauung einige Informationen mehr zum "Thema" herum.

Bekannte "wichtige" Nachrichtenblätter aus Israel wie der Haaretz, die Jerusalem Post, Ynet, Times of Israel oder die U.S.-amerikanische Geheimdienstpostille DEBKAfile, die deutsche Welt befinden sich im trauten Verein genauso darunter wie die Ethiopian Review aus Afrika.

Da die anonyme Botschaft eines "Official" aus Geheimdienstkreisen so oft wiederholt wird und in ihrer Form einem Sprichwort nicht unähnlich ist, hat sie das echte Potential eines neugeborenen Mem ("Ein Mem bezeichnet einen einzelnen Bewusstseinsinhalt - zum Beispiel einen Gedanken, der durch Kommunikation weitergegeben und damit vervielfältigt werden kann. Dies trägt zur soziokulturellen Evolution bei.")

"Better the devil we know than the demons we can only imagine if Syria falls into chaos and the extremists from across the Arab world gain a foothold there" (Besser den bekannten Teufel, den wir kennen als die unbekannten Dämonen, von denen wir uns nur ausmalen können, dass, wenn Syrien ins Chaos stürzt, die Extremisten aus der Arabischen Welt dort aufkreuzen und Fuss fassen.)

Endlich eine wirklich gute Botschaft, die die Times of London im Auftrag eines "unbekannten Wesens" ins Netz gestreut hat. Wir verbreiten die Meldung ebenfalls ohne zusätzliche Kommentare über interne Machtkämpfe, denn sie spricht für sich in der Hoffnung, dass es sich nicht um ein Täuschungsmanöver handelt um böse Absichten zu verschleiern. Als Saatkorn, oft genug wiederholt, hat es das Potential sich als Gedanke in den Köpfen festzusetzen - mehr als alle bisherigen verpufften Friedensappelle.

Mögen den Worten Taten folgen und die Waffen (auch deutsche) schweigen.

Quelle: http://www.thetimes.co.uk/tto/news/world/middleeast/article3768370.ece