Der große Tag

VOR ZWEI Tagen feierte der Staat Israel seinen 70. Geburtstag. Tagelang war von nichts anderem zu hören. Unzählige Reden voller Plattitüden wurden gehalten. Ein riesiges Kitsch-Fest.

Alle waren derselben Meinung: Es war ein historischer Augenblick, als David Ben-Gurion in einem kleinen Saal in Tel Aviv aufstand und die Gründung des Staates verkündete.

Alle, die damals schon gelebt haben und heute noch leben, wurden in dieser Woche gefragt: Wo waren Sie in diesem Augenblick? Was haben Sie empfunden, als die Geschichte an die Tür klopfte?

ICH HABE also damals schon gelebt und ich habe gar nichts empfunden. weiterlesen

Geblendet in Gaza

NOTIEREN SIE: Ich, Uri Avnery, Soldat Nummer 44410 der israelischen Armee, distanziere mich hiermit von den Scharfschützen der Armee, die unbewaffnete Demonstranten am Gazastreifen ermorden, ebenso von ihren Befehlshaber bis hinauf zum Oberbefehlshaber.

Wir gehören nicht derselben Armee oder demselben Staat an. Wir gehören sogar kaum zur selben Menschenrasse.

BEGEHT MEINE Regierung "Kriegsverbrechen" an der Grenze zum Gazastreifen?

Ich weiß es nicht. Ich bin kein Jurist. weiterlesen

Israelischer Verteidigungsminister: es gibt keine unschuldigen Menschen im Gazastreifen

Sagt, dass humanitäre Helfer, Journalisten an 'terroristischen Aktivitäten' beteiligt sind

Angesichts der wachsenden internationalen Besorgnis über die große Zahl von Zivilisten, die von israelischen Truppen getötet werden, die gegen Proteste im Gazastreifen vorgehen, hat Verteidigungsminister Avigdor Lieberman erklärt, dass die Morde in Ordnung sind, weil im Gazastreifen "keine unschuldigen Menschen" leben.

Sein Argument beschränkt sich darauf, dass die Hamas eine terroristische Organisation ist und die Regierung von Gaza bildet, so dass jeder, der dort lebt, "mit der Hamas verbunden", und somit Terrorist ist. Er fügte hinzu, dass jeder, der an der Grenze protestiert, Mitglied des militärischen Flügels der Hamas ist. weiterlesen

Ein neues Lied

EIN FREUND aus Übersee hat mir die Aufnahme eines Liedes geschickt. Es ist ein arabisches Lied mit einer sanften arabischen Melodie, von einem arabischen Mädchenchor gesungen und von einer Flöte begleitet.

Es geht so:

Ahed

Du bist die Verheißung und der Ruhm,
Du ragst auf wie ein Olivenbaum.
Von der Wiege bis zur Gegenwart
Wird deine Ehre nicht verletzt.
Palästina ist uns eingepflanzt
Wie ein Dock für jedes Schiff.
Wir sind das Land und du bist das Wasser weiterlesen

Likud-Gehirn Lauder: Mea Culpa mit Schwung

Der Präsident des jüdischen Weltkongresses Ronald Lauder warnt in der "New York Times" vor "Israels Kapitulation vor religiösen Extremisten", dessen Transformation zu einem "semi-theokratischen" Staat, dessen Entfremdung mit einem "großen Teil" der jüdischen Gemeinden weltweit und pocht eindringlich auf die Zwei-Staaten-Lösung.

Ach nee. Tatsächlich?

Ein Kommentar dazu, von Chemi Shalev in der "Haaretz":

"Der Alarm, den der jüdische Repräsentant ("leader") und Medien-Magnat in der New York Times geschlagen hat, ist zu wenig und wahrscheinlich zu spät."

Nun ja. Um so mehr muss es nun für die vielen Zurückgebliebenen heißen: Aufschließen! Und zwar hurtig, hurtig!

(...)

Artikel zum Thema:

08.03.2018 Palästina: Abbas, Fatah, P.L.O. weiter auf allen Vieren