Russland zu Syrien-Krieg: „Wir sind nicht dabei im Regime-Wechsel-Spiel“

Von Saudi-Arabien finanzierte Waffenlieferungen aus Kroatien über die Türkei zu den Invasoren Syriens, unter Koordination der U.S.A. und Beteiligung von E.U.-Staaten, fliegen auf. Der russische Außenminister Sergej Lawrow lehnt die Intervention in Syrien weiter ab.

Der Außenminister der Russischen Föderation, Sergej Lawrow, äußerte sich gestern im britischen Fernsehsender BBC zum Syrien-Krieg. In diesem stellte Lawrow, nach der Eroberung Afghanistans (2001), des Irak (2003) und Libyens (2011), die Haltung Russlands zur vierten umfassenden Invasion in Asien und Afrika durch Truppen oder Proxy-Armeen der Vereinigten Staaten von Amerika, von Staaten der "Europäischen Union" bzw. des Nordatlantikpakts N.A.T.O. seit Ausbruch des weltweiten Krieges in 2001 klar.

Jetzt schon.

Bereits am 25. Februar hatte die "New York Times" nach einer Analyse von Videos aus den syrischen Kriegsgebieten vermeldet, dass Waffen aus den Staaten ex-Yugoslawiens seitens der Invasoren im Syrien-Krieg eingesetzt werden und unter Berufung auf U.S.-Regierungsbeamte gemeldet, dass seit November 2012 die Monarchie Saudi-Arabien entsprechende Waffenlieferungen aus Kroatien über die Türkei in die Kriegszone finanzierte und organisierte. Gestern legte eine kroatische Tageszeitung nach und meldete, dass die Waffenlieferungen aus der U.S.-Regierung koordiniert worden und natürlich auch ein paar der unbedeutenden europäische Finanzmonarchien involviert gewesen waren.

Von irgendwelchen Jammereien a la "Ja was sollen wir denn machen? Wir sitzen doch bloß im Parlament / in der Presse / an der Regierung" aus dem einen oder auch supereinen Deppenreservoir Mitteleuropas wird noch zu berichten sein.

Auszug aus dem Interview von Sergej Lawrow, dokumentiert auf der (nach einer langen, tristen Dekade des Krieges) so ungewöhnlich inhaltsreichen und aussagekräftigen Webseite des Außenministeriums der Russischen Föderation:

BBC: Also, es gibt immer noch keine Chance, in dieser Phase, dass Russland sagt, `Präsident Assad, schauen Sie. Wenn Sie Frieden in Syrien bekommen wollen, dann müssen Sie sich aus der Gleichung nehmen´. Das kommt immer noch nicht in Frage, dass das passiert.

Sergej Lawrow: Absolut nicht. Sie wissen, dass wir nicht dabei sind im Regime-Wechsel-Spiel. Wir sind gegen die Einmischung in innere Konflikte. Und das ist unsere Position, was keine Überraschung für irgendjemand darstellen sollte. Das ist ein Punkt von Prinzip, wenn Sie so wollen. Ein pragmatischer Punkt ist, dass er (Assad) nicht gehen wird. Also müssen wir das als gegeben hinnehmen. Und anstatt uns selbst einige hypothetische Fragen zu stellen - ob er könnte, oder ob er nicht könnte, ich denke, wenn wir Leben retten wollen, und ich erinnere einmal mehr daran dass dies die Priorität Nr. 1 ist für Russland, dann sollten wir sämtliche Vorbedingungen fallen lassen und all denen die kämpfen sagen:

´Leute, wir wollen dass Ihr Euch hinsetzt und redet´". 

(...)

Artikel zum Thema:
22.03.2011 Libyen-Krieg: Neue Sitzung der Schwachmächte im UNO-Sicherheitsrat
Am 19.März, dem Tag des Angriffs von Frankreich, Großbritannien, Kanada, Italien und den USA auf Libyen, wurde in Moskau eine der erbärmlichsten Erklärungen in der russischen Geschichte veröffentlicht. Das russische Außenministerium von Sergei Lawrow: “In Moskau bedauern wir diese bewaffnete Intervention im Rahmen der UN Resolution 1973, die hastig beschlossen wurde.”
Die Weltöffentlichkeit konstatiert: Russlands Staatsführung ist ein Haufen Tölpel, dem – wenn er schon nicht lesen kann und deshalb nicht weiss was vor sich geht – selbst das Wort “Veto” mit einem einfachen Armhochhalten schon zu viel ist.

Comments are closed.