Internationales Banken-Kartell IIF will seine Finanzierung durch den ESM

Der Sitz vom „Bankenverband“ IIF, vom Internationalen WĂ€hrungsfonds IWF und der Weltbank ist Washington.

Die im Kartell „Institute of International Finance“ (IIF) organisierten 400 grĂ¶ĂŸten Banken und Finanzorganisationen des Planeten fordern ihre Finanzierung durch den geplanten „EuropĂ€ischen Stabilisierungsmechanismus“ (ESM). IIF Managing Direktor Charles Dallara begrĂŒndete dies im niederlĂ€ndischen „Het Financieele Dagblad“ mit der maximal zynischen BegrĂŒndung, daß die „problematische Verbindung zwischen Staaten und Banken“ beendet werden mĂŒsse.

Genau fĂŒr diesen finanziellen Systemwechsel, die staatliche Finanzierung von kommerziellen Banken, hatten die Banken im September 2008 / 2009 mittels einer initiierten „Krise“ selbst gesorgt.

Die geplante internationale Staatsfinanzkontrollorganisation ESM soll diesen damals u.a. durch das (temporĂ€re) Tarp-Programm in den USA und die Soffin-Behörde in Deutschland vollzogenen Systemwechsel (der das Wort „Systemrelevanz“ fĂŒr Banken erschuf) fortsetzen und auf internationaler Ebene institutionalisieren. Der ESM wĂŒrde, wenn er wie geplant von den Parlamenten von ĂŒber einem Dutzend Staaten unterschrieben wird, sich nicht nur vollstĂ€ndig von den Staaten finanzieren lassen, sondern auch noch die finanzielle Kontrolle ĂŒber die Unterzeichnerstaaten ĂŒbernehmen und deren Gewaltenteilung außer Kraft setzen. Dies war allen Beteiligten, die lesen konnten, von Anfang an klar.

„Chef“ vom internationalen Banken-Kartell bzw. Bankenverband IIF ist nicht Managing Direktor Charles Dallara, sondern der gestern als Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank AG ausgeschiedene Josef Ackermann. Er ist leitender Direktor des IIF. Mitglied im Vorstand des Banken-Kartells sind u.a. ex-Bundesbank-PrĂ€sident Axel Weber (heute UBS AG), sowie Martin Blessing (Commerzbank). Von Ackermann und Blessing ist bekannt, daß sie in Geheimverhandlungen mit der Regierung Angela Merkel im September / Oktober 2008 das „Finanzmarktstabilisierungsgesetz“ selbst mit entwarfen, welches der Bundestag nur fĂŒnf Tage nach dessen VerkĂŒndung am 17. Oktober 2008 durchwinkte und dafĂŒr „im Einvernehmen aller Fraktionen“ sogar seine eigene GeschĂ€ftsordnung brach.

Das Banken-Kartell IIF ist, ebenso wie IWF und Weltbank, derzeit hochnervös. Bereits am 16. Mai zuckte der IIF, der fĂŒr die FinanzglĂ€ubiger Griechenlands die „Verhandlungen“ mit der Athener Regierung gefĂŒhrt hatte, angesichts vom Wahlergebnis der griechischen Parlamentswahl und den Umfrageergebnissen fĂŒr die Koalition der Radikalen Linken SYRIZA zurĂŒck und schlug eine temporĂ€re Lockerung des Finanzdiktats ĂŒber Griechenland vor. Ebenso war man im Kartell voll Sorge, Griechenland könne das Euro-System verlassen und dadurch ihrer Kontrolle entgleiten. Es werde in diesem Falle ein „Armageddon“ geben, so Kartell-Manager Dallara bei einem Besuch in Irland.

Am 25. forderte der IIF dann bizarrerweise die GarantieĂŒbernahme der „EuropĂ€ischen Union“ fĂŒr sĂ€mtliche Bankeinlagen in Mitgliedsstaaten. Und wo er schon mal am ErzĂ€hlen war, behauptete Kartell-Manager Charles Dallara dann zwei Tage spĂ€ter, ein Austritt Griechenlands aus dem Euro-Finanzsystem könne eine „Insolvenz“ der Frankfurter Zentralbank EZB auslösen, die selbst so viel Geld drucken kann wie sie möchte (und dies in Höhe von 1 Billion Euro fĂŒr die Banken allein in den letzten Monaten auch ausgiebig tat).

Wieder versuchte Dallara fĂŒr die Banken durch irrationale ErzĂ€hlungen maximalen Profit zu schlagen. Der Manager des IIF-Kartells behauptete nun plötzlich, Seit an Seit mit dem Finanzminister Deutschlands, es gĂ€be gar keine akute Gefahr eines Staatsbankrotts von Griechenland. Man brĂ€uchte nur schnell noch einmal 10 Milliarden Euro staatliche Subvention der GlĂ€ubiger, dann werde schon alles gut.

Daß sich in diesen sich hĂ€ufenden Auftritten von Finanzkomikern auch noch der ausscheidende PrĂ€sident der 1945 gegrĂŒndeten Weltbank Robert Zoellick zu Wort meldete, der vorher u.a. zwei Bush-Regierungen und Goldman Sachs zu Diensten war, kann schon fast vernachlĂ€ssigt werden. Auch Zoellick forderte, natĂŒrlich, die „Rekapitalisisierung“ der Banken durch die geplante Staatsfinanzkontrollorganisation ESM. Sein Gastartikel in der Haus- und Hofpostille „Financial Times“ samt deutschem Ableger war wie immer voll gediegenem Humor:

„Es ist aber bei weitem noch nicht klar, ob sich die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone mental auf diesen Schritt eingestellt haben“

Die mentale Verfassung der Staats- und Regierungschefs des Euro-WĂ€hrungsgebietes ist bekanntermaßen schlecht. Sie entspricht damit der ihrer WĂ€hlerinnen und WĂ€hler.

Sollte sich diese mentale Verfassung der WĂ€hlerinnen und WĂ€hler in den europĂ€ischen Demokratien jedoch einmal bessern – und sie tut es zur Zeit – werden sich die weltweiten innerkomischen Beziehungen, zwischen den Finanzorganen einerseits und den Lautsprechern der wirklichen Welt andererseits, mit innerer Sicherheit schnell von MißverstĂ€ndnissen bereinigen lassen.

Eines dieser grundlegenden MißverstĂ€ndnisse ist es, die Republik Deutschland, genauso wie alle anderen souverĂ€nen Staaten in Europa, immer noch mit einer (Finanz)Kolonie zu verwechseln.