SPD bietet Merkel Zustimmung fĂŒr weiteren 88 Milliarden Euro-Transfer an EFSF an

AbgeordnetenfĂŒhrer Steinmeier schweigt ĂŒber Versuch den Bundestag zu entmachten.

Der Fraktionsvorsitzende der Abgeordneten des deutschen Ablegers der „Sozialdemokratischen Partei Europas“ SPE im Bundestag, Frank-Walter Steinmeier (SPD), hat laut „Spiegel“ der amtierenen CDU-Kanzlerin von Deutschland die Zustimmung der SPD-Parlamentarier fĂŒr den Transfer von weiteren 88 Milliarden Euro deutscher Steuergelder an die luxemburgische Aktiengesellschaft EFSF angeboten. Kanzlerin Angela Merkel hatte auf dem Euro-Sondergipfel am 21.Juli mit den sechzehn anderen Regierungsleitern innerhalb der Euro-Zone u.a. vereinbart, daß die im Mai 2010 vom Bundestag erteilte FinanzermĂ€chtigung in Höhe von 123 Milliarden Euro deutscher Steuergelder auf 211 Milliarden Euro erhöht werden soll (nicht eingerechnet die 25 Milliarden Euro, die der EFSF-„Rettungsfonds“ bei Zustimmung des Haushaltsausschusses noch obendrauf bekommt).

Gleichzeitig will die Merkel-Regierung, mit ihrem Finanzminister Wolfgang SchĂ€uble (CDU) und ihrem FinanzstaatssekretĂ€r Jörg Asmussen (SPD), den Rahmenvertrag Ă€ndern, den sie mit der Aktiengesellschaft EFSF abgeschlossen hat. Die Merkel-SchĂ€uble-Regierung weigert sich dafĂŒr die Zustimmung des Bundestages einzuholen und beruft sich auf eine hanebĂŒchende Rechtskonstruktion. Ein Vertrag mit dem Finanzkonzern EFSF, einem „Privaten“, habe keinen Einfluss auf die „politischen Beziehungen“ der Bundesrepublik Deutschland und beinhalte somit nach dem Grundgesetz keine Gesetzespflicht bzw Zustimmungspflicht durch Bundestag und Bundesrat, so die Regierung.  Aus der „Opposition“ kam von BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen bereits der nĂŒtzliche Hinweis an die Merkel-SchĂ€uble-Regierung ihr offensichtlicher Verfassungsbruch könne „verfassungsrechtliche AngriffsflĂ€che fĂŒr ewiggestrige Eurogegner“, also ganz normale Demokraten bieten.

Ein spĂ€ter Tipp. Bereits beim ersten Regierungsvertrag mit dem EFSF im Sommer 2010 hatten die GrĂŒnen diese Rechtskonstruktion kritisiert. Unternommen dagegen hatten sie nichts. (Statusbericht und Überblick zum laufenden Staatsstreich, 18.August).

Nochmal: Dem EFSF-Fonds waren am 21.Mai 2010 durch den Bundestag eine FinanzermĂ€chtigung ĂŒber insg. 148 Milliarden Euro Steuergelder erteilt worden, ohne daß der Finanzkonzern ĂŒberhaupt gegrĂŒndet war. Nicht einmal ein Vertragsentwurf hatte dem Parlament vorgelegen. Trotzdem stimmte der Bundestag mit den Stimmen aller Parteien einer irregulĂ€ren verkĂŒrzten Gesetzgebung zu, winkte so die gigantische FinanzermĂ€chtigung binnen einer Woche durch und gab dem nicht mal existierenden EFSF prĂ€ventiv alle Vollmachten. Mit dem Finanzkonzern schloss dann die Bundesregierung einen Vertrag ĂŒber die Verwendung von 148 Milliarden Euro deutscher Steuergelder, ohne Bundestag und Bundesrat zu beteiligen. Bereits das eine Aushebelung der Verfassung und der Gewaltenteilung. Keine der etablierten Parteien im Bundestag, kein einziger Abgeordneter verlor dazu ein lautes Wort, mit Ausnahme derjenigen die in Karlsruhe beim Verfassungsgericht dagegen klagten. Der Zweite Senat unter Andreas Vosskuhle lehnte nur Stunden nach dem Bundestagsbeschluss vom 21.Mai 2010 einen Eilantrag gegen die EFSF-ErmĂ€chtigung ab und verschleppt das Verfahren bis heute.

Nun sollen Bundestag und Bundesrat quasi offiziell die Kontrolle ĂŒber RegierungsvertrĂ€ge mit Konzernen verlieren, die bevollmĂ€chtigt zur Verwendung von Hunderten Milliarden Steuergelder der Republik sind. Ein fortgesetzter, schleichender Staatsstreich.

„OppositionsfĂŒhrer“ Steinmeier bot heute der Regierung die Zustimmung seiner Abgeordneten zur EFSF-Erhöhung um 88 Milliarden an und erwĂ€hnte gleichzeitig mit keinem Wort den auch von seinem StaatssekretĂ€r Asmussen getragenen Versuch den Bundestag zu entmachten.

Aber gleichzeitig schloss Steinmeier eine „große Koalition“ mit CDU und CSU aus. Und redete von einer Finanztransaktionssteuer. Das ist die kleine Schule der Heuchelei fĂŒr Leute, die sich immer noch groß wĂ€hnen.

Es bleibt abzuwarten, ob die SPD ihrer alten Kanzlerin Merkel nochmal die Stange hĂ€lt, um dann mit ihrer Hilfe Neuwahlen ausrufen zu lassen, die die SPD dann gewinnen will, um dann vermeintlich rot-grĂŒn an die Regierung zu bringen. Wer das glaubt, ist endgĂŒltig und unrettbar in der (zumindest geistigen) Diktatur angekommen.

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Artikel zum Thema:
20.08.2011 Finnland erhĂ€lt fĂŒr 2. Zahlung an Griechenland-GlĂ€ubiger Garantien aus Barmitteln der 1. Zahlung aus Mai 2010
Aus der 1. “Griechenland-Hilfe” wird jetzt die 2.”Griechenland-Hilfe” bezahlt.

Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,781447,00.html

letzte ErgÀnzung: 11.42 Uhr