Warum die FDP in die Bundesregierung muss
Politik ist keine Religion. Sie ist nur zu eins nĂŒtze: nĂŒtze zu sein. Ist sie zu nichts nĂŒtze, ist sie nichts.
In ErwÀgung dieses Pragmatismus, und angesichts einer Wirtschaftskrise ungeahnten Aussmasses welche auf uns zukommt, ist dies ein Thesenpapier zum Nutzen eines Wahlergebnisses bei der nÀchsten Bundestagswahl 2009.
Wilder Widerspruch und Kommentare dĂŒrfen in naiver Hoffnung auf RationalitĂ€t neugierig erwartet werden.
DIE FDP MUSS IN DIE BUNDESREGIERUNG
1. Weil das Grundgesetz um jeden Preis erhalten, beschĂŒtzt und in Funktion gehalten werden muss.
2. Weil mir meine Freiheit in Armut lieber ist als eine Diktatur des Proletariats.
3. Weil die FDP die einzige im Bundestag vertretene Partei ist, welche die letzten 10 Jahre nicht an der Bundesregierung war und damit in die ganz normalen kriminellen Seilschaften der Ministerien nicht verwickelt ist.
4. Weil die FDP als einzige Partei einen ernstzunehmenden VerfassungsflĂŒgel aufweist und auch in der Lage ist mit ihm zu schlagen.
5. Weil wir vor einer Wirtschaftskrise ungekannten Aussmasses stehen und diese gnadenlose Wirtschaftspartei gefĂ€lligst selbst die Suppe auslöffeln soll, die sie erst der Bonner und dann der Berliner Republik mit ihrer jahrzehntelang inbrĂŒnstig geschmetterten Hymne „Das Kapital, das Kapital, das hat im-mer Recht“ eingebrockt hat.
6. Weil diese Chunta aus SPD, CDU und CSU seit Beginn dieser Legislaturperiode fast 3200 geheim eingestufte Akten vernichtet hat und weiterhin illegal 30 Jahre alte Akten vor der Ăffentlichkeit zurĂŒckhĂ€lt um, wie sie sagt, „die innere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland“ nicht zu „gefĂ€hrden“ und „die auswĂ€rtigen Beziehungen“ nicht zu „belasten“.
Speziell die BundesfĂŒhrung der SPD hat in ihren 10 Jahren Regierungszeit 332 als Verschlusssache (VS) deklarierte Staatsakten verschwinden lassen, und zwar ohne dass bis jetzt jemand verhaftet worden wĂ€re.
7. Weil wir deswegen, und aus ungezĂ€hlten anderen GrĂŒnden, endlich einen liberalen, einen liberalen Innenminister bzw eine liberale Innenministerin wie Gisela Piltz brauchen, die sĂ€mtliche StaatssekretĂ€re rausschmeisst und jeden in der BMI-Verwaltung der aufmuckt mit einem Tritt gleich hinterher.
Denn mit einer Neuauflage der grossen Koalition kommt auch der schon zu Zeiten der „Asylanten“-Pogrome Anfang der 90er amtierende Bundesinnenminister Wolfgang SchĂ€uble wieder, sowie sein 2005 wegen Journalisten-Bespitzelung als PrĂ€sident des Bundesnachrichtendienstes gefeuerter StaatssekretĂ€r August Hanning. Deren TĂ€tigkeit besteht seit Amtsantritt ausschliesslich daraus zu erklĂ€ren, warum sie bei derzeitiger Verfassungslage der Republik nichts gegen unausweichlich irgendwann kommende Massaker mit Atombomben, HĂŒhnergrippe, Giftgas und FlĂŒssigsprengstoff im Lippenstift unternehmen können, die natĂŒrlich alle ĂŒber das Internet vorbereitet wĂŒrden.
8. Weil die Partei „Die Linke“ gefĂ€hrlich ist und nicht etwa eine Wahlalternative.
Weil die sogenannte „Linke“ eine gĂ€nzlich moralfreie, anti-fortschrittliche und anti-kulturelle Kader-Truppe aus ĂŒberzeugten Monarchisten und Apparatschiks ist, die sozialistisch-demokratische GrundsĂ€tze und Pragmatik nie verbinden, sondern immer als Antagonismus definieren werden.
„Es gibt kein richtiges Leben im falschen“. Dieser ĂŒble Zauberspruch spricht jeden von der Verantwortung fĂŒr das eigene Handeln frei, verstopft jede sozialen, gerechte und republikanische Ader und fĂŒhrt unweigerlich erst zum ideologischen und dann zum politischen Herzstillstand jeder Bewegung, jeder Selbstbestimmung sowie aller Eigeninitiative.
Wenn man glaubt, erst mĂŒssten sich die VerhĂ€ltnisse Ă€ndern bevor sich der Mensch (also man selbst) Ă€ndern könne, der ist ein Feigling, ein Versager, ein Heuchler vor sich selbst, wider den emanzipatorischen und aufgeklĂ€rten Geist jeder Revolution, jedes Fortschritts und jedes gesellschaftlichen Aufbruchs.
Wer nicht in der Lage ist, auf eine Weltwirtschaftskrise auch nur einen Funken Reaktion zu zeigen, der ist nichts. Einfach nichts.
Wer meint, erst mĂŒssten die VerhĂ€ltnisse so schlimm werden dass es zu spĂ€t ist um irgendetwas an einer Katastrophe fĂŒr den grössten Teil der Bevölkerung zu Ă€ndern, um dann wenn die arbeitende und verarmte Bevölkerung sich selbst organisiert hat angewackelt zu kommen, sich fett auf den Thron zu setzen und den Menschen dann erklĂ€ren zu wollen was sie jetzt zu tun hĂ€tten, wer meint so etwas „sozialistische Taktik“ nennen zu wollen der ist ein Nichtstuer, ein Profiteur, ein Kollaborateur des Kapitals und nutzloses PolitgepĂ€ck des Proletariats.
Die sogenannte „Linke“ hat einen Vorsitzenden Oskar Lafontaine, der 1998 bis 1999 ehemaliger SPD-Vorsitzender und Bundesfinanzminister gewesen ist, sowie einen Fraktionsvorsitzenden Gregor Gysi der 2002 Wirtschaftssenator unter Klaus Wowereit im Berliner Senat wurde und ein halbes Jahr spĂ€ter vor seiner eigenen Verwaltung flĂŒchtete, weil die sich jede Massnahme von ihm gegenzeichnen liess.
Dieser Berliner Senat ist unter Beteiligung der designierten Nachfolger und Zöglinge Gysis aus der Berliner „Linken“ der antisozialste und gemeinste Regierungsapparat, den die Republik auf kommunaler Ebene zu bieten hat.
Er zeigt exemplarisch wie man durch ein plumpes taktisches Manöver, kombiniert mit einem gigantischen historischen Namensraub, vermeintlich linke, ausserparlamentarische, sozialistische, emanzipatorische und kommunistische Gruppen dazu bringen kann jeden Sozialraub, jede Ausbeutungspolitik, jede kaltherzige Verarmungsstrategien sowie den Ausverkauf einer ganzen Stadt devot mitzumachen.
Dann schon lieber Wirtschaftsparteien an der Regierung als eine „Linke“, die der Bevölkerung exemplarisch zeigt dass Linke, Sozialisten, Demokraten und Aktivisten in Deutschland weder links, sozial, demokratisch noch aktiv sind.
9. Weil dann das Volkswirtschaftsgenie Dirk Niebel Abdelmajid Hadjeri erklĂ€ren darf, wieviel „mehr Netto vom Brutto“ von 2.71 Euro Stundenlohn sind.
10. Weil dann die FDP erklĂ€ren darf, warum im Kapitalismus zwar das Kapital die ArbeitsplĂ€tze schafft („ArbeitsplĂ€tze enstehen in der Wirtschaft“) aber der Staat Hartz IV bezahlen muss wenn das nicht passiert.
11. Weil dann die Ă€lteste Lobby der Konzerne erklĂ€ren darf, warum fĂŒr jeden das Gewinn-Verlust-Prinzip gilt, nur nicht fĂŒr die Konzerne, deren Schlipsdrohnen hier jahrzehntelang Schwatzorgien ĂŒber die „Freie Wirtschaft“ in die Talkshows abliessen um jetzt beim Staat angewackelt zu kommen und die Hand aufzuhalten.
12. Weil wir alle gespannt sein dĂŒrfen, wie dann Guido Westerwelle den Banken erklĂ€ren muss dass eine halbe Billion zum Fenster rausgeschmissene Euros einfach genug sind und dass sie zur Beruhigung einfach das Wort „pleite“ sich selbst bedĂ€chtig langsam selber vorlesen mögen, um sich nach 60 Jahren Bimbes- und BĂ€nkerrepublik endlich daran zu gewöhnen.
13. Weil vielleicht diese Partei als einzige Willens und fĂ€hig ist Kleinunternehmern und Selbstausbeutern die BĂŒrokratieextremisten und Verwaltungsmonarchie vom Hals zu halten und endlich, endlich, oh Gott verdammt, endlich diese Steuerreform durchzieht von der seit ca 20 Jahren jeder dahersabbelt ohne dass irgendjemand sie mal machen, machen wĂŒrde.
ERLĂUTERUNGEN IMÂ ZEITEN DES POLITNEBELS
Die Politik im Parlamentarismus, der eh schon selbst gewÀhltes Auslaufmodell zu werden droht, braucht jetzt endlich eine Regierung ohne die Spezialdemokraten.
Die SPD von Franz MĂŒntefering, Frank Steinmeier und Peter Struck versucht zur Zeit nichts anderes ausser die Republik zu vernichten. Der MilitĂ€reinsatz im Innern, das BKA-Gesetz, einfach jede Polizeistaatsmassnahme wurde durch diese ehemals sozialdemokratische Partei forciert.
Im Saarland wird die „Linke“ noch vor der SPD landen. Es wird dieser Witzpartei nichts anderes ĂŒbrig bleiben als (natĂŒrlich) zur CDU zu kriechen und eine „grosse“ Koalition zu implementieren.
Es ist nach der Demontage von Andrea Ypsilanti durch die eigene Partei kein HoffnungstrĂ€ger bis 2013 mehr in Sicht. Das ist das Ende, 133 Jahre nach GrĂŒndung der „Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP)“
Eine bĂŒrgerliche Mehrheit von CDU und FDP bei der Bundestagswahl wĂ€re zwar gefĂ€hrlich, ist aber seit 10 Jahren auf Bundesebene nicht mehr existent und nichts spricht dafĂŒr dass sie im 5-Parteien-Spektrum (bei CDU und CSU als „Union“) je wiederkommt.
DafĂŒr wĂ€re durch eine zusĂ€tzliche Regierungsbeteilung der GrĂŒnen klar, dass zumindest Bundesverteidigungsminister Franz Jung sowie Bundesinnenminister Wolfgang SchĂ€uble aus ihren Ămtern fliegen. Kanzlerin Merkel zeichnet sich sowieso durch das gewisse Nichts aus und ist irrelevant. Wichtig ist einzig und allein, dass das Grundgesetz nicht mehr weiter durch eine willenlose und gesteuerte Zwei-Drittel-Mehrheit in Bundestag und Bundesrat weiter verstĂŒmmelt oder ganz gestĂŒrzt wird.
Genau das versucht weiterhin die derzeitige Merkel-Steinmeier-Regierung mit einer 32-köpfigen Kommission fĂŒr eine „Föderalismusreform II“.
Dieses Gremium, u.a. mit der allseits anerkannten Bundesjustizministerin ohne Ahnung, Brigitte Zypries, und Bundesinnenminister SchÀuble, ist faktisch eine Putschgruppe.
SpĂ€testens seit der Verfassungs“Ă€nderung“ von 1994 (nach den Pogromen in Rostock und blutigen AnschlĂ€gen in Mölln und Solingen wurde im Zuge der „Asyldebatte“ eine Welle von VerfassungsĂ€nderungen losgetreten) existiert in Bundestag und Bundesrat eine verfassungsgegnerische, im Wesen verfassungsfeindliche Mehrheit, die mit allen Mitteln versucht die Grundrechte in ihrer GĂŒltigkeit einzuschrĂ€nken und letztlich zu zersetzen.
Zu dieser Mehrheit gehörte bis zum Ende ihrer Regierungsbeteiligung 1998 auch die FDP.
Mit dem SPD-Vorsitzenden Oskar Lafontaine begann dann noch unter Kanzler Helmut Kohl (CDU) 1998 der gemeinsam beschlossene „grosse Lauschangriff“, mit eine wahren VerstĂŒmmelung des Artikels 13 Grundgesetz.
Entgegen der simpeltesten juristischen Geltungsregeln tauchten im neuen Artikeltext sogar Begrifflichkeiten auf, die bis zu diesem Artikel nicht einmal definiert sind, also „Bundesregierung“, „Bundestag“, usw.
Diese MentalitĂ€t setzte sich bei allen weiteren Verfassungs“Ă€nderung“ seitdem fort.
Bis heute.
Denn nun ist in der Bundesregierung aus SPD, CDU und CSU nackte Panik ausgebrochen. Der nach der RĂŒckkehr Franz MĂŒnteferings an die SPD-Spitze am 8.Oktober blitzartig unternommene Versuch durch eine Zweidrittelmehrheit in Bundestag und Bundesrat das MilitĂ€r unter dem Oberbefehl des Innenministeriums auf den Strassen von Berlin, Hamburg, Leipzig, MĂŒnchen und Köln marschieren zu lassen – bei der ausdrĂŒcklichen Option fĂŒr Innen- und Verteidigungsminister dies durch selbsterklĂ€rte „Gefahr im Verzuge“ auch noch persönlich anordnen zu können – ging selbst der SPD-Bundestagsfraktion zu weit.
Und sogar das BKA-Gesetz (durch absolute Mehrheit beschliessbar) scheiterte zunÀchst am Widerstand der Jungsozialisten Sachsens im Bundesrat.
Doch obwohl das nur ein letztes Aufflackern vor dem politischen Tod der SPD Ășnd der kommenden Zustimmung im Bundesrat am 19.Dezember war – nach dem Wahlsieg der FDP in Hessen im Januar 2009 wird nicht nur die verfassungsĂ€ndernde 2-Drittelmehrheit im Bundesrat fĂŒr die „Grosse Koalition“ endgĂŒltig dahin sein, sondern auch die absolute Mehrheit.
Eingedenk dessen reagierte die Berliner Bundesregierung nach gewohntem Reflex: wie eine Chunta. Mit von der Partie: auch der BundesprÀsident.
Nun solle eben im Bundesrat flux die absolute Mehrheit zur einfachen Mehrheit werden, so die PlÀne von SPD, CDU und CSU.
Dumm nur, dass man dafĂŒr noch einmal 2 Drittel in Bundesparlament und LĂ€nderkammer brĂ€uchte um das Grundgesetz zu „Ă€ndern“. Das wird nicht also glĂŒcklicherweise nicht passieren.
(Fast) niemand mehr versteht dieses glasige LĂ€cheln, diese seltsame EntrĂŒcktheit, diese brĂ€sige Hektik von Kanzlerin Merkel, Aussenminister Steinmeier, Verteidigungsminister Jung und Innenminister SchĂ€uble wenn es um MilitĂ€reinsĂ€tze und Ăberwachungsstaat geht.
Und (fast) niemand mehr im politischen Berlin kann sich einen Reim auf die absolute Tatenlosigkeit der Bundesregierung (bei gleichzeitig nicht enden wollendem GeschwÀtz) hinsichtlich der dringensten Probleme einen Reim machen.
Es ist fast so, als ob die Merkel-Regierung auf den grossen Knall wartet. Als ob sie sich fragt, „ja wo bleibt er denn endlich?“ …
Es ist bitter: aber fĂŒr diese Republik wĂ€re im Augenblick eine Jamaika-Koalition das Beste.
Unwahrscheinlich, aber letzten Endes egal, ob ihr wieder Angela Merkel vorsitzt. Ohne SchÀuble, ohne die Bush-Regierung im Hintergrund von Washington, wÀren dieser Kanzlerin sowieso alle ZÀhne gezogen.
Rein theoretisch wÀre auch eine Ampelkoalition unter einem Kanzler Steinmeier denkbar. Aber nur theoretisch.
Steinmeier und MĂŒntefering versuchen nichts anderes mehr, ausser weiter um jeden Preis an der Bundesregierung zu bleiben, den Daumen auf den Akten zu halten und das Grundgesetz ĂŒber die „Föderalismusreform II“ endgĂŒltig auszuhebeln. Dazu brauchen sie geradezu die Niederlage bei der nĂ€chsten Bundestagswahl, dazu brauchen sie die CDU-Kanzlerschaft, dazu brauchen sie die Regierungsbeteiligung. Darauf arbeiten sie hin, genau wie Merkel sich lĂ€ngst genau auf diese Situation des „Weiter so mit nichts ausser Destruktion“ 2009 vorbereitet.
Da der Verfall der SPD aber unaufhaltsam voranschreitet, dĂŒrfte selbst eine Ampelkoalition aus SPD, FDP und GrĂŒnen zur nĂ€chsten Bundestagswahl keine absolute Mehrheit mehr erhalten.
So wĂŒrde schon der Wahlkampf angesichts der Umfragen zu einer unertrĂ€glichen Farce werden. Das Ergebnis lĂ€ge schon vorher fest.
Nur ein massiver Einbruch der Stimmen fĂŒr SPD und CDU könnte endlich diesen Alptraum beenden, der uns – wenn er nochmal 4 Jahre Zeit bekommt – die Republik kostet.
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