Asmussen fordert Banken-Fonds „nach Vorbild des deutschen Soffin“
Der angebliche „Widerstand“ von Kanzlerin Merkel und Finanzminister Schäuble gegen ESM-Gelder fĂĽr Banken ist Schwachsinn. Wir leben in einem Land voller Schwachsinniger, die nur „rauben“ verstehen und sich diebisch freuen, wenn sie selbst ausgeraubt werden.
Vor ĂĽber zwei Jahren schrieb ich den Artikel „DIE GRIECHENLAND-KRISE (VI): Der Plan der Banken von einer europäischen Soffin“. Heute nun forderte EZB-Direktor Jörg Asmussen die Umsetzung dieser alten Forderung des weltweiten Banken-Kartells.
Der heute erschienene Artikel der „SĂĽddeutschen“ fĂĽhrte zu allerlei Schlagzeilen in der Informationsindustrie. Eine Ă„nderung des Vertragsentwurfs bezĂĽglich der internationalen Finanzkontrollorganisation „Europäischer Stabilitätsmechanismus“ ESM sei durch die ĂĽblichen „SchuldensĂĽnder“ des 21. Jahrhunderts geplant, Spanien, Irland, etc. In den Gremien des Frankfurter Euro-Diktators EZB werde derzeit – surprise, surprise – an entsprechenden Plänen gearbeitet. Ach und weh ĂĽber die arme Regierung Deutschlands, die das natĂĽrlich alles ablehne.
Ein Albtraum der Falschheit. Mieser geht es nicht.
Der entscheidende Passus im SZ-Artikel, der einer Presseerklärung des SPD-Mitglieds Jörg Asmussen gleichkommt, dem heutigen EZB-Direktor und langjährigen Staatssekretär von SPD-Finanzminister Peer Steinbrück, sowie von dessen CDU-Nachfolger Wolfgang Schäuble:
„EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen sagte der SZ, aus seiner Sicht mĂĽsse diskutiert werden, ob Ländern bei der Abwicklung solcher Banken geholfen werden kann, die keine Zukunftschance mehr haben. Dazu sei in der Europäischen Union, zumindest aber in der Euro-Zone, ein Fonds zur Bankenrestrukturierung nach dem Vorbild des deutschen Soffin sinnvoll.“
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank und Vorsitzende des weltweiten Banken-Kartells „Institute of International Finance“, Josef Ackermann, am 16.November 2009 auf der Euro Finance Week im Frankfurter Bankenviertel:
„Möglicherweise werden wir am Ende akzeptieren mĂĽssen, daĂź der Staat in systemischen Bankenkrisen der Aktionär der letzten Instanz bleibt. Vor dem Hintergrund dieser Ăśberlegungen lohnt es m.E., ĂĽber einen Fonds nachzudenken, aus dem Banken im Notfall rekapitalisiert bzw. fĂĽr eine geordnete Abwicklung gestĂĽtzt werden können. Dies hätte mehrere Vorteile: Erstens, wir könnten mitternächtliche Rettungsaktionen mit all ihren Problemen vermeiden. Zweitens, die Zugangsbedingungen wären ex ante (Anm.: im Voraus) festgelegt, so daĂź Unsicherheit und moral hazard begrenzt wĂĽrden.
Drittens lieĂźe sich eine Lastenteilung zwischen Finanzindustrie und der öffentlichen Hand besser erreichen, wenn und insoweit der Fonds von beiden gespeist wĂĽrde. Und nicht zuletzt könnte solch ein Fonds, wenn man ihn auf europäischer Ebene errichtete, ein wesentlicher Baustein zur Lösung des `ewigen` Problems der innereuropäischen Lastenteilung sein – und uns somit dem Ziel einer wahrhaft europäischen Aufsichtsstruktur näherbringen.“
Dieser Vorgabe rannten seit diesem Zeitpunkt alle hinterher.
Alle? Nein, nicht alle. Nur ein Bande von Räubern mit ihren „pro-europäischen“ Schwachköpfen im Schlepptau, die durch 20 Jahre weltweiten Kapitalismus fĂĽr diesen versaut genug geworden sind.
Ergänzung 11.40 Uhr
Nur mal zur Erläuterung, wo der Hase bei Merkel und Schäuble im Pfeffer liegt: bisher wurden die Staatsgelder ĂĽber die Durchreiche der EU-Mitgliedsstaaten an die Banken weitergeleitet. Das war auch das Prinzip im vorgesehenen ESM-Konstrukt und wurde stets von Merkel und Schäuble massiv befördert. Was jetzt aus einzelnen Staaten – und dem nicht mehr unter Kontrolle der deutschen Regierung a.k.a Josef Ackermann stehenden EZB-Direktorium gefordert wird, ist Staatsgelder direkt an die Banken durchzureichen. Das aber hätte zur Folge, daĂź der Erpressungsmechanismus fĂĽr den Staatsraub (wir „sparen“ uns Griechenland, Spanien, Portugal, usw) und die Schaffung eines Zentralstaats auf den TrĂĽmmern der alten Gesellschaften nicht mehr funktioniert. Auf Industrie-Deutsch ĂĽbersetzt heisst das, Zitat „FAZ“:
„Die bisher vereinbarten Regeln sehen vor, dass nur Länder die Mittel abrufen und dann an notleidende Banken weiterreichen können. Sollte ein Land Geld abrufen, muss die Regierung im Gegenzug ein Spar- und Reformprogramm auflegen. Dies war eine wichtige Voraussetzung fĂĽr die deutsche Zustimmung zu dem EU-Rettungsfonds. Sollte die Kreditvergabe direkt an Banken erfolgen, wäre dieses Prinzip ausgehöhlt.“
DaĂź das Geld und das (staatliche) Eigentum der BĂĽrger in ihren Staaten innerhalb des Währungsgebietes Euro so oder so bei den Banken landet, daĂź war nie das Thema, sondern im Gegenteil genau das Ziel von Merkel und Schäuble. Nun aber wird der ESM-Vertragsentwurf (der bislang nicht unterzeichnet wurde) und damit der ganze Erpressungsmechanismus der Agenda „Europäische Föderation“ als Nachfolger der bereits im Sommer 2011 aufgegebenen „Europäischen Union“ in Frage gestellt.
(…)
Artikel zum Thema:
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Die Prozedur um einen Staat im Währungsgebiet “Euro” zur “Eurozone” zu machen.
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12.10.2011 Globale Finanz-Nomaden an Deutschland: “Dringend Schwachköpfe für 2 Billionen Euro Banken-Bakschisch gesucht!”
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27.09.2011 Zehn arme Bankerlein: “Wirtschaftsweise” fordern “Rekapitalisierung” der Banken durch EFSF
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20.09.2011 Der IWF bettelt uns schon wieder nach EFSF-Milliarden fĂĽr die Banken an
Die Banken sollen verdammt noch mal alle dicht machen und pleite gehen.