Strategen der Spannung versuchen wieder einmal Deutschland zum Krieg zu erpressen
In Luxemburg tagen die Aussenminister der EU-Mitgliedsstaaten zum Libyen-Krieg. Gast ist der „Aussenminister“ des Rebellen-Rates in Benghazi, Mahmud Jibril, ehemals fĂŒhrender Wirtschaftsberater von Diktator Muammar el Gaddafi. In Katar trifft sich die internationale „Kontaktgruppe“ zum Libyen-Krieg, die auf der gescheiterten Londoner Kriegskonferenz am 30.MĂ€rz gebildet wurde. Und am Donnerstag tagen in Berlin die Aussenminister der Mitgliedsstaaten des Nordatlantikpaktes (Nato).
Alle, alle Treffen haben nur einen einzigen Sinn und Zweck: die Deutschen in den Krieg zu pressen. Denn ohne sie geht es nicht.
Der dritte ganz normale Krieg nach den Attentaten des 11.Septembers in Washington und New York, dem Einmarsch in Afghanistan 2001 und im Irak 2003, kann nur mit UnterstĂŒtzung der Berliner Republik ĂŒber die BĂŒhne gehen. Die Nato, die sich kurz vor ihrem Debut als eigenstĂ€ndige imperiale MilitĂ€rmacht wĂ€hnende „EuropĂ€ische Union“, die US-Regierung, die „Arabische Liga“ (ein Fantomkonstrukt mit ihrem Alleinunterhalter Amr Moussa), die ex-Minister Gaddafis, die sich durch einen schnellen Putsch an die Freiheits- und Demokratiebewegungen im arabischen Raum dranhĂ€ngen und mit tatkrĂ€ftiger Hilfe aus dem Ausland die Macht ĂŒbernehmen wollten, sie alle sind sich einig:
Die ex-Minister Gaddafis, die sich durch einen schnellen Putsch an die Freiheits- und Demokratiebewegungen im arabischen Raum dranhĂ€ngen und mit tatkrĂ€ftiger Hilfe aus dem Ausland die Macht ĂŒbernehmen wollten, sollen die Macht ĂŒbernehmen. Das wĂŒrde eine umfassende Invasion bedeuten. Nichts anderes.
Die ex-Minister von Diktator Muammar el Gaddafi im „Nationalen Ăbergangsrat“ in Benghazi – den bisher niemand gefragt hat, wer ihm eigentlich das Mandat gegeben hat fĂŒr den gesamten Aufstand und alle Libyer zu sprechen – sind das Witzfigurenkabinett einer Potemkinschen Kriegsfassade. Dessen vorsitzende Wandmalerei Mustafa Jalil, ex-Justizminister Gaddafis, formulierte am 13.MĂ€rz seine plumpe Auftragsdrohung gegen Deutschland wie folgt: wenn er, sein Ăbergangs-Rat, ach, allgemein die westliche Demokratie des Abendlandes in Libyen die Macht ĂŒbernehmen sollte, dann wĂŒrde es natĂŒrlich nur Ăllieferungen an die LĂ€nder geben, die den Sturz Gaddafis und seine MachtĂŒbernahme „in diesen schwierigen Zeiten“ aktiv möglich gemacht hĂ€tten. (1)
Man kann es Jalil nicht einmal ĂŒbel nehmen. So lĂ€uft das seit den Tagen des Römischen Imperiums. Gibst Du mir, nehm ich Dir. Und wenn Du schwĂ€cher bist, gibst Du mir alles, Amen.
Was jetzt nötig ist um Deutschland aus diesem ganz normalen Angriffskrieg, dieser Invasion eines konkurrierenden Regimes, heraus zu halten, wird keine Friedensbewegung lethargischer Akademiker bewirken. Auch keine „linken“ Apparatschiks, keine VortrĂ€gehalter oder Angsthaber. Es ist das Volk selbst, was diesen Krieg nicht will und dementsprechend auch die deutschen Soldaten nicht. Und deshalb wird er auch nicht passieren, jedenfalls nicht mit deutschen Soldaten. Da können die GenerĂ€le, „Verteidigungsexperten“ und sonstige DummschwĂ€tzer erzĂ€hlen was sie wollen.
Die Strategie der Spannung ist zwar uralt; dennnoch scheint sie sich noch nicht bis in jedes Tal der Ahnungslosen herum gesprochen zu haben. Es sollte jeder fĂŒr sich einmal, in aller Ruhe (die man sich heutzutage mit aller Gewalt, nein, Entschlossenheit nehmen muss) ĂŒberlegen, was sich in dem Augenblick kreischend und armrudernd auf den Bildschirm drĂ€ngt und seine Aufmerksamkeit haben will-will-will, wo es fĂŒr unser Land um Krieg oder Frieden geht.
FDP-AuĂenminister Guido Westerwelle, der jetzt von drei Dutzend Telefonaten pro Stunde und mindestens doppelt so vielen blöden Versuchen ihm ein GesprĂ€ch aufzuzwingen maltrĂ€tiert werden wird, braucht einfach nur gelassen zu bleiben und eine einzige kluge Frage zu stellen, um diese ganze Farce immer wieder zum Platzen zu bringen. Eine davon wĂ€re: „Wo soll das Ganze hinfĂŒhren?“
So wie es zur Zeit aussieht, schreckt nicht nur die Bundesregierung, nicht nur die EU insgesamt, nicht nur die Washingtoner Regierung (zumindest der PrĂ€sident), sondern ganz nebenbei auch die UNO mit ihrem imperialen Auftragsnehmer Ban Ki Moon davor zurĂŒck, Nicolas Sarkozy nach der ElfenbeinkĂŒste noch eine weitere Vollmacht fĂŒr seine skrupellosen und durchgeknallten PlĂ€ne zu geben und damit und noch eine Gelegenheit die PrĂ€sidentenwahl im eigenen Land 2012 sowieso zu verlieren, aber fĂŒr ein paar (Polit) Leichen mehr.
Die PutschistenfĂŒhrer in Benghazi, die sich hinter dem Aufstand gegen ein Regime verstecken dem sie selbst angehörten, sind eine Gefahr fĂŒr jeden, die sich mit ihnen einlassen. Der Libyen-Krieg – d.h.: die „militĂ€rische Lösung“, die hier die PutschistenfĂŒhrer und ihre HintermĂ€nner immer noch propagieren – ist lĂ€ngst politisch in sich zusammen gebrochen.
Denn ohne die Deutschen – keinen Krieg. Wenn sich das erst einmal unter den Deutschen herum gesprochen hat, wird die Weltpolitik erst richtig in Fahrt kommen und dann Gnade Gott allen imperialen Kriegstreibern.
(…)
Artikel zum Thema:
08.04.2011 EU-Operation âEufor Libyaâ: Nach Afghanistan und Irak noch ein ganz normaler Krieg
Der RatsbeschluĂ zur Schaffung von Eufor Libya bezieht sich ausdrĂŒcklich auf UN Resolution 1973, eine umfassende Kriegsvollmacht, zu der sich Deutschland im UNO Sicherheitsrat am 17. MĂ€rz noch enthalten hatte.
Operation Eufor Libya bezieht sich ebenfalls ausdrĂŒcklich auf UN Resolution 1970, welche durch Resolution 1973 nachtrĂ€glich verĂ€ndert wurde und nun, willkĂŒrlich und einseitig auslegbar, Nato, USA und EU ein Waffen-, Ăl- und Fianzembargo ausschlieĂlich gegen das Regime in Tripolis ermöglicht, aber nicht gegen Libyen insgesamt. Waffen sind laut Aussage der Seperatisten lĂ€ngst an sie geliefert worden. Spezialeinheiten und Spione aus den USA, den EU-Mitgliedsstaaten wie der britischen Monarchie sind lĂ€ngst im Einsatz. Aber nicht nur das: im Eufor Libya-Beschluss spricht der Oberste Regierungsrat ausdrĂŒcklich vom âSchutz der Zivilistenâ, den Eufor Libya âuntermauernâ soll.
31.03.2011 Analyse: Der Libyen-Krieg bricht politisch zusammen
Offensichtlich herrscht nicht nur in der deutschen Ăffentlichkeit einige Verwirrung darĂŒber, was zur Zeit in Libyen eigentlich vor sich geht. Hier eine kurze, subjektive Zusammenfassung.
27.03.2011 Sarkozy ist nicht mehr lange PrÀsident
Bei den Kommunalwahlen in Frankreich letzten Sonntag kam die Partei von PrĂ€sident Nicolas Sarkozy, die âUnion pour un Mouvement Populaireâ (UMP), nur noch auf knapp 17 Prozent. Bei den heutigen Stichwahlen wartet auf den Möchtegern-Bonaparte eine weitere vernichtende Niederlage, die seinen Rauswurf bei den PrĂ€sidentschaftswahlen im April 2012 einlĂ€uten wird.
04.03.2011 Deutsche Kriegsschiffe vor Libyen: Staatsparteien, MilitÀr und Informationsindustrie decken Vorbereitung zum Angriffskrieg
Der Staat Deutschland begeht, 69 Jahre nach dem RĂŒckzug seiner faschistischen Truppen aus Libyen, wieder einen kriegerischen Akt in Nordafrika. Bereits seit Wochen sind deutsche Luftlande-Einheiten in Libyen aktiv. Deutsche Kriegsschiffe liefen bereits vor Ausbruch des Aufstands in Libyen aus.
Quellen:
(1) http://www.ft.com/cms/s/0/cb96acf0-4dc6-11e0-85e4-00144feab49a.html
