US-Kongress: Republikaner und Demokrat reichten Gesetzentwurf ein: Abzug US-Armee aus Pakistan

„Es ist unsere verfassungsmĂ€ssige Verantwortung als Mitglieder des Kongresses, zu handeln.“

Zwei US-Politiker – ein Republikaner und ein Demokrat – haben einen Gesetzentwurf in dieser Woche, am spĂ€ten Donnerstagabend, vorgeschlagen, in dem der Abzug aller US-Truppen aus Pakistan beschlossen werden soll. Als Grund werden die durchgefĂŒhrten verdeckte Operationen gegen Militante genannt.

Gerade heute erst wieder wurden mindestens achtzehn pakistanische BĂŒrger auf ihrem Territorium von zwei unbemannten US-Drohnen mit vier Raketen in den nordwestlichen Stammesgebieten getötet, von denen es wie immer hiess, dass es sich bei allen um „Militante“ gehandelt hĂ€tte. Der Überfall aus der Luft ereignete sich bei dem Dorf Dwasarak etwa 40 Kilometer westlich von Wana, der wichtigsten Stadt in SĂŒd-Waziristan nahe der afghanischen Grenze. Zwei Geheimdienstmitarbeiter, einer in Wana und einer in Peshawar, hĂ€tten den Angriff und die Zahl der Todesopfer bestĂ€tigt. Es sei nicht sofort klar gewesen, ob es irgendwelche hochwertigen Ziele unter den Toten gegeben hatte – was fĂŒr eine unverschĂ€mte zynische Ausdrucksweise. (1)

Der demokratische Kongressabgeordnete Dennis Kucinich sagte am Freitag, den 23.Juli unter dem Hinweis auf Berichte, dass die Vereinigten Staaten ihre PrÀsenz dort verstÀrkt haben:

„Wir haben gewusst, dass die US-StreitkrĂ€fte in den Gebieten von Pakistan ohne Zustimmung des Kongresses im Verborgenen tĂ€tig sind.“

Kucinich meinte, dass das ReprÀsentantenhaus die Resolution in der nÀchsten Woche aufnehmen wird und dass die verdeckten Operationen eine Verletzung der War Powers Resolution aus dem Jahr 1973 sind. Diese Resolution wurde nach dem Vietnamkrieg verabschiedet und nach diesem Gesetz ist es dem PrÀsidenten, US-StreitkrÀfte zu militÀrischen Operationen ins Ausland zu schicken, nur erlaubt, wenn zuvor der Kongress diese Entscheidung gebilligt hatte oder wenn die Vereinigten Staaten unter einer ernsthaften Bedrohung und einem Angriff stehen.

Dennis Kucinich reichte unter Bezugnahme auf die War Powers Resolution am 4.MĂ€rz 2010 einen Gesetzentwurf ein, den Afghanistan-Krieg zu beenden, der bis heute nicht vom US-Kongress legitimiert worden ist. Radio Utopie berichtete am 3.MĂ€rz: Dringliche Resolution zum Beginn der Debatte zur Beendigung des Afghanistankrieges wird von Dennis Kucinich am 4.MĂ€rz 2010 eingereicht:

BegrĂŒndung der Resolution ist die fehlende KriegserklĂ€rung im Rahmen des War Powers Act vom 6. Oktober 1917, Grundlage der War Powers Resolution von 1973

GemĂ€ĂŸ der gĂŒltigen Verfassung der Vereinigten Staaten hat alleine der Kongress das Recht den Krieg zu erklĂ€ren (Artikel I, Absatz 8 ) und der US-PrĂ€sident ist nach der Verfassung Oberbefehlshaber der StreitkrĂ€fte (Artikel II, Absatz 2).

Der Sinn und Zweck der War Powers Resolution war die Eingrenzung prĂ€sidialer Kompetenzen im Zusammenhang mit kriegerischen EinsĂ€tzen der StreitkrĂ€fte. Die verfassungsgemĂ€ĂŸen Rechte des PrĂ€sidenten und des Kongresses blieben dabei unangetastet.

In Abschnitt 2 des Gesetzes ist jedoch definiert, dass der PrĂ€sident und der Kongress gemeinsam fĂŒr den Eintritt in eine bewaffnete Handlung der StreitkrĂ€fte verantwortlich sind. Der PrĂ€sident darf das Recht der Entsendung von Soldaten in einen Krieg nur gemĂ€ĂŸ einer KriegserklĂ€rung, auf Grund eines Gesetzes oder eines nationalen Notfalles, der einen Angriff auf die Vereinigten Staaten, ihrer Territorien oder BesitztĂŒmern oder ihrer StreitkrĂ€fte, befehlen. Jedoch muss er innerhalb von 48 Stunden in jedem Fall den Kongress konsultieren (Abschnitt 3). Auch hat er im Fall der Aufstockung von Truppen und AusrĂŒstung zur Vorbereitung einer Kampfhandlung in einem auslĂ€ndischen Staat, binnen 48 Stunden den Sprecher des ReprĂ€sentantenhauses und den PrĂ€sidenten pro tempore des Senates ĂŒber die Notwendigkeit, die verfassungsgemĂ€sse oder gesetzliche Vollmacht auf die er sich beruft und ĂŒber den geplanten Umfang und die Dauer schriftlich zu informieren (Abschnitt 4). ZusĂ€tzlich hat der Kongress das Recht, stĂ€ndig ĂŒber den Verlauf durch den PrĂ€sidenten informiert zu werden.

60 Tage, nachdem der PrĂ€sident den Kongress schriftlich informiert hat, muss er den Einsatz der StreitkrĂ€fte beenden, außer der Kongress hat den Krieg erklĂ€rt oder eine spezielle ErmĂ€chtigung verabschiedet, ein Gesetz verlangt den Einsatz ĂŒber die 60-Tage-Grenze hinaus oder der Kongress kann wegen eines Angriffs auf die Vereinigten Staaten nicht zusammentreten (2)

„Es ist unsere verfassungsmĂ€ssige Verantwortung als Mitglieder des Kongresses, zu handeln.“, sagte Kucinich.

Der zweite Abgeordneten, der diesen Gesetzentwurf mitinitiiert hat, ist der beliebte Republikaner Ron Paul, der allen politisch Interessierten und Kriegsgegnern in Deutschland kein Unbekannter ist. Paul sagte, dass das US-MilitĂ€r seine Operationen in Pakistan „deutlich erhöht“ hat und wies auf den verstĂ€rkten Einsatz von unbemannten Drohnenangriffen in Pakistan, seit PrĂ€sident Barack Obama sein Amt vor anderthalb Jahren antrat, hin. (3)

„Die AktivitĂ€ten des US-MilitĂ€rs in Pakistan haben wenig mit dem Schutz der Vereinigten Staaten zu tun und in der Tat werden dadurch mehr Feinde geschaffen als besiegt.“

meinte Paul.

„Die Regierung, wie auch ihre VorgĂ€ngerin, missbrauchen die Sprache ihrer ursprĂŒnglichen Gesetzgebung, die infolge des 11.Septembers zu einem breiteren regionalen Krieg in der Strafverfolgung berechtigte und den Kongress ruhig am Spielfeldrand sitzen lĂ€sst.

Das muss aufhören.“

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Der am 2.Juni 2010 veröffentlichte Bericht der Vereinten Nationen prangert die Vereinigten Staaten von Amerika an, weltweit die Nr.1 bei gezielten Tötungen in der Welt zu sein.
Dieser einsame Spitzenplatz verdanken die USA vor allem dem Einsatz unbemannter Drohnen, den sie “nachdrĂŒcklich befĂŒrwortet, der aber eine schlecht definierte Lizenz zum Töten ohne Rechenschaftspflicht” sei, hiess es. Es wurde davor gewarnt, dass dieser Einsatz zu einer Erosion der langjĂ€hrigen internationalen Regeln der KriegsfĂŒhrung fĂŒhrt.

03.03.2010 Dringliche Resolution zum Beginn der Debatte zur Beendigung des Afghanistankrieges wird von Dennis Kucinich am 4.MĂ€rz 2010 eingereicht

Partei Die Guten:
28.12.2009 http://die-guten-partei.de/index.php/seite/Pressemitteilung_28.12.2009_H%C3%A4nde_weg_vom_Iran!_Kein_Krieg_im_Jemen_und_in_Pakistan!_Deutsche_Truppen_nach_Hause!_

14.12.2009 George Stanley McGovern: Obamas neues Vietnam zerstört die Vereinigten Staaten von Amerika
02.12.2009 Seien Sie nicht der neue KriegsprÀsident! Offener Brief an den PrÀsidenten Obama von Michael Moore

Quellen:
(1) http://www.geo.tv/7-24-2010/68876.htm
(2) http://www.radio-utopie.de/2010/03/03/dringliche-resolution-zu-beginn-der-debatte-zur-beendigung-des-afghanistankrieges-wird-von-dennis-kucinich-am-4-marz-2010-eingereicht/
(3) http://www.geo.tv/7-24-2010/68861.htm