• Radio Utopie live:

  • Paypal

  • Feed

  • Flattr


  • Wichtige Artikel

  • Archiv

  • Radio Utopie auf Myspace

    Schickt uns Eure Anfragen und tragt uns in Eure Freundesliste ein.

  • Öffentlicher Chat auf Infokrieger News

  • Meta

  • « | Home | »

    Bericht: Aussenministerium direkt in Kunduz-Bombardement verwickelt

    Von Daniel Neun | 11.Dezember 2009

    Afghanistan: Nach Informationen der “BZ” war am frühen 4.September nicht nur ein Vertreter des BND, sondern auch ein Vertreter des Berliner Auswärtigen Amtes (AA) unter Frank-Walter Steinmeier im deutschen Isaf-Hauptquartier in Kunduz anwesend.

    Die Kunduz-Affäre wird zur Staatsaffäre und Bewährungsprobe der jungen Berliner Republik, die seit 8 Jahren in einem von den Parteien “SPD” und “Bündnis 90/Die Grünen” begonnenen Krieg im zentralasiatischen Afghanistan verstrickt ist.

    Wie die “BZ” (1) berichtet, war nach ihren Informationen am frühen Morgen des 4.Septembers, dem Tag des Bombardements einer Menschenmenge 5 Kilometer entfernt vom deutschen Militärstützpunkt in Kunduz, neben einem Vertreter der deutschen Auslandsspionage “Bundesnachrichtendienst” (BND), auch ein Vertreter des Auswärtigen Amtes in der Operationszentrale der “Task Force 47″ (“TF 47″)  anwesend. Aus dieser Operationszentrale heraus wurde am frühen 4.September der Befehl zum Luftangriff auf eine Menschenmenge gegeben, die sich um zwei, nach Militärangaben “entführte”, Tanklaster der Isaf versammelt hatte. Leitender Minister des Auswärtigen Amtes, also Bundesaussenminister, war zu diesem Zeitpunkt Frank-Walter Steinmeier (SPD).

    Gestern hatte die “Bild”-Zeitung berichtet (2), dass in der Operationszentrale der TF 47 in der Nacht des Bombardements auch Mitglieder des “Kommandos Spezialkräfte” (KSK) anwesend waren. Die “Faz” schrieb am 4.Dezember zu diesem Thema einen Bericht. In diesem Bericht wird der noch am Abend des 4.Septembers im deutschen Militäroberkommando (“Einsatzführungskommando”) in Potsdam eingetroffene Feldjägerbericht aus Afghanistan zitiert. Heute ist unter der entsprechenden Url zu lesen (3):

    “„Es liegen hier keinerlei Erkenntnisse vor, inwieweit nachrichtendienstliche Quellen in die Entwicklung des Lagebilds und in die Entscheidung eingebunden waren,“ heißt es da. „Es liegen auch keine Erkenntnisse vor, ob die Entscheidungen durch den Kommandeur des PRT Kundus und weitere Personen im PRT Kundus oder an anderer Stelle vorbereitet beziehungsweise getroffen wurden.“ Auch sei unbekannt, wo sich der Feuerleitoffizier (JTAC) mit dem Codenamen „Red Baron 20“ damals befunden habe. Hingewiesen wird nur auf den JTAC-Bediener, einen Oberfeldwebel.”

    Ursprünglich ging der Artikel noch ein kleines bisschen weiter. Er fiel beim ehrenwerten Blatt der Frankfurter Hohen Häuser wohl irgendwie unter den Salontisch. “Telepolis” (4) schnitt mit:

    “Hingewiesen wird nur auf den JTAC-Bediener, einen Oberfeldwebel. Der war kein Angehöriger der Spezialkräfte (KSK). Das Rover-Empfangsgerät, auf dem in Kundus die Luftbilder mitverfolgt werden konnten, befand sich jedoch in der Operationszentrale der sogenannten Task Force 47 – dem KSK-Hauptquartier.”

    Wie gestern nun die “Leipziger Volkszeitung” aus ihr vorliegenden Unterlagen und Aussagen eines Bundesparlaments-Abgeordneten zitierte (5), änderte das deutsche Militär (“Bundeswehr”) mittlerweile fundamental die Darstellung der Ereignisse. Nun hiess es, die TF 47 – mit ihrem Kommandeur, dem lokalen Isaf-Befehlshaber Oberst Georg Klein – habe am Abend des späten 3.September die Luftunterstützung von den US-Streitkräften gar nicht wegen den zwei “entführten” Isaf-Tanklastern angefordert, sondern wegen eines

    “liegengebliebenen geschützten Bundeswehrfahrzeuges vom Typ Dingo”

    Und weiter:

    “Zu diesem Zweck war Luftunterstützung von den US-Truppen angefordert worden. Das defekte Bundeswehrfahrzeug sollte nicht in die Hände der Taliban fallen. Diese Aufklärungsflüge führten im späteren Verlauf zur Entdeckung der beiden von Taliban entführten festsitzenden Tanklastzüge.”

    Diese Darstellungen des deutschen Militärs, sowie der derzeit amtierenden Regierung, samt der bellizistischen und militärnahen etablierten Presse, sind in höchstem Masse unglaubwürdig – ebenso die Vertreter der “SPD” im Parlament. Ihr vor kurzem gewählter Fraktionsführer: der ehemalige Aussenminister Frank-Walter Steinmeier. Dieser hatte noch vor wenigen Tagen (3), am 6.Dezember, sich selbst laut die Frage gestellt,

    “ob dem Auswärtigen Amt Informationen vorenthalten worden sind”

    Gleichwohl enthielt er, im selben Atemzuge, der deutschen Öffentlichkeit folgende Information nicht vor:

    “Wir alle wussten, dass es viele Opfer gab”

    Und in der im Berliner Regierungsviertel so spontan-geplanten, zivil-militärischen, logisch-unlogischen Begabung zur Zwiedenkerei, war sich Frank-Walter mit innerer und äusserer Sicherheit gewiss, er sei am 8.September im Bundestag

    “weder gegenüber dem Parlament noch in der Öffentlichkeit mit der Gewissheit aufgetreten, dass Zivilisten nicht ums Leben gekommen sind.“

    Nun heisst es für die Staatsbürger entweder, nach der beliebten Kirmes-Parole für geübte Landeier, “Kopp zu und weg”, oder “Auf sie mit dem Grundgesetz”.

    Untertanen bitte hinten anstellen, danke.

    (…)

    vorhergehende Artikel:

    10.12.2009 Bericht: BND-Einsatz bei Kunduz-Bombardement
    Nach dem Bekanntwerden der Beteiligung des KSK an der am 4.September operativ führenden geheimen Task Force 47 (TF 47), wird nun das ganze Ausmass der Staatsaffäre um einen Massenmord an 139 Menschen in Afghanistan deutlich.

    10.12.2009 Gehörte der Fliegerleitoffizier ‘Red Baron 20′ zur KSK?
    Die Bundeswehr-Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK) war unmittelbar an der Aufklärung der LkW-Entführung durch die “Taliban” beteiligt und hatte ihren direkten Anteil bei dem von den Fliegerpiloten mehrfach hinterfragten Befehl zum Bombenabwurf mitten zwischen die Tanklastwagen.

    06.12.2009 Kunduz-Affäre: Wussten WIR nicht alle, dass WIR nichts wussten?
    Ex-Aussenminister und Afghanistan-Kriegsprophet Frank Steinmeier versucht´s auf die ganz blöde Tour. Retten wird ihn das nicht. Auch Kanzlerin Angela Merkel muss sich dem anvisierten zweiten Untersuchungsausschuss erklären.

    04.12.2009 Oberst Klein: Wer war “sein Geheimdienst-Chef”?
    In der Kunduz-Affäre drücken sich Presse, Parteien, Militär und Spionage um die entscheidenden Fragen. Radio Utopie wird diese gern noch einmal erläutern.

    10.09.2009 Samstag Morgen: Entführung eines NYT-Reporters, 5 Kilometer vom deutschen ISAF-Stützpunkt entfernt
    Die Spannungen zwischen Washington und der Regierung Merkel/Steinmeier in Berlin werden immer plausibler. Wie die “New York Times” gestern meldete, wurde am frühen Mittwoch einer ihrer Reporter durch ein Militärkommando der Nato befreit. Entführt wurde Farrell demnach direkt bei den Wracks der am Freitag Morgen zerbombten Tanklaster, nur 5 Kilometer entfernt vom deutschen Isaf-Stützpunkt in Kunduz und noch am Samstag Morgen gegen 9.30 Uhr Ortszeit.

    06.09.2009 Bundeswehr-Oberst befahl offenbar nach BND-Behauptungen Luftangriff auf sichtbare Menschenmenge: 125 Tote
    Afghanistan: Der deutsche ISAF-Kommandeur liess nach Angaben eines Nato/ISAF-Sprechers fast nach eine Stunde nach Eintreffen der ersten Bomber und Vorliegen von Luftaufnahmen bombardieren. Dabei stützte er sich auf Behauptungen eines Geheimdienstvertreters im Operationszentrum.

    Quellen:
    (1) http://www.bz-berlin.de/archiv/auch-vertreter-des-auswaertigen-amtes-in-kunduz-article670381.html
    (2) http://www.radio-utopie.de/2009/12/10/gehorte-der-fliegerleitoffizier-red-baron-20-zur-ksk/
    (3) http://www.faz.net/s/Rub0CCA23BC3D3C4C78914F85BED3B53F3C/Doc~EDCE411F1C42B4D33A3C2D1B35AA70901~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    (4) http://www.heise.de/tp/blogs/8/146683
    (5) http://www.radio-utopie.de/2009/12/10/bericht-bnd-einsatz-bei-kunduz-bombardement/
    (6) http://www.radio-utopie.de/2009/12/06/kunduz-affare-wussten-wir-nicht-alle-dass-wir-nichts-wussten/

    Sorgen Sie für die Verbreitung dieses Artikels und speichern Sie diesen unter folgenden Lesezeichen:
    • Print
    • Digg
    • del.icio.us
    • Facebook
    • Google Bookmarks
    • Add to favorites
    • LinkArena
    • MisterWong.DE
    • PDF
    • Twitter
    • Yigg
    • LinkedIn




    Topics: Militär und Krieg, Spionage und Attentate | 7 Kommentare »

    7 Kommentare to “Bericht: Aussenministerium direkt in Kunduz-Bombardement verwickelt”

    1. Bericht: Aussenministerium direkt in Kunduz-Bombardement verwickelt | CONTRACOMA meint:
      11.Dezember 2009 at 6:10 pm

      [...] Radio Utopie von Daniel [...]

    2. thinktwice meint:
      11.Dezember 2009 at 6:13 pm

      Gibt es jetzt einen UNTERSUCHUNGSAUSSCHUSS, oder was?

      Heyyyyyyyy, Bundestagsschnarchnasen, macht endlich Euren Jobbbbb!!

      Waren sich “alle” (Staatsganoven) einig, daß ein medienwirksam “VERHINDERTES” Attentat doch ganz passend vor den Bundestagswahlen käme?

      Wurde da für fast 150 UNSCHULDIGE MENSCHEN eine Falle gestellt?

      Volksvertreter, Ihr sollt jetzt endlich die Rechte auf Aufklärung des bundesrepublikanischen Volkes wahrnehmen.

      Die WAHRHEIT!
      Und nicht als die WAHRHEIT!

      Ihr sollt NICHT die jämmerliche Existenz Euer unwichtigen Parteien beschützen.

      Wenn ihr nicht selbst schnellstens Euren eigenen Augiasstall ausmistet, wird das die INVESTIGATIVE KRAFT der Bürger dieser Republik tun.

      Ihr habt die Wahl.
      Noch.

    3. Tweets die Bericht: Aussenministerium direkt in Kunduz-Bombardement verwickelt | Radio Utopie erwähnt -- Topsy.com meint:
      11.Dezember 2009 at 6:13 pm

      [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von CONTRACOMA, CONTRACOMA erwähnt. CONTRACOMA sagte: Radio Utopie Bericht: Aussenministerium direkt in Kunduz-Bombardement verwickelt: Krieg in Afghanistan: Nach Inform… http://bit.ly/4NPPPf [...]

    4. Daniel Neun meint:
      11.Dezember 2009 at 7:36 pm

      Hallo Think Twice, beste Grüsse.
      Der Verteidigungsausschuss konstituiert sich bei seiner regulären Sitzung am 16.Dezember als Untersuchungsausschuss. Allerdings wird er geheim tagen und die Öffentlichkeit nicht informieren. Darüber hinaus setzt er sich aus genau den Figuren zusammen, welche als parlamentarisches Kontrollgremium der Legislative über die Exekutive in acht Jahren Krieg jämmerlich versagt haben.
      Ausgerechnet SPD, Bündnis 90/Die Grünen fordern nun daher, zusammen mit der Linksfraktion, einen eigenen, öffentlich tagenden, Parlamentsausschuss.

    5. thinktwice meint:
      11.Dezember 2009 at 8:32 pm

      Beste Grüsse zurück nach Berlin, Daniel.

      “Öffentlich” hört sich schon mal nicht sooo schlecht an.

      Ist mir persönlich scheissegal, wer das fordert.
      Hauptsache sie bekommen das endlich hin.
      Schaun mer mal….

    6. kleriker meint:
      11.Dezember 2009 at 8:33 pm

      moin thinktwice ;-)

      dein zitat: “Volksvertreter, Ihr sollt jetzt endlich die Rechte auf Aufklärung des bundesrepublikanischen Volkes wahrnehmen.”

      wenn die volksverräter deinen aufruf folgen würden, dann wäre das ja ne selbstanklage :shock: :lol:
      das wäre aber ein wenig viel verlangt oder?

      auch von mir beste Grüße :-)

    7. lupo meint:
      11.Dezember 2009 at 9:48 pm

      Die Lügen- Betrugs- und Versager Lobbyisten des Herrn STeinmeier waren da auch dabei und wieder ein Meer von Lügen von dieser Ganoven Bande des Herrn Steinmeier