Göttingen und die „Salafisten“: Gewaltensammler testen Justiz aus

Nachdem sich die Polizeidirektion Göttingen gestern mit ihrem am 9. Februar gemeldeten „möglicherweise konkret bevorstehenden terroristischen Anschlag“ akkurat blamierte und die Generalstaatsanwaltschaft Celle weder Anklage gegen die Festgenommen erhob, noch Untersuchungshaft anordnete, zieht die Polizeidirektion Göttingen heute einen neuen „Salafisten“ aus der Tasche – einen „gebĂŒrtigen Deutschen ohne bekannten Migrationshintergrund“.

Dessen plötzliche Festnahme (war der gestern, vorgestern oder am 9. Februar noch nicht gefÀhrlich?) habe einen Bombenanschlag auf Soldaten und Polizeibeamte verhindert.

Das ist keine Ermittlungstaktik. Das ist Polizeitaktik, die sich gegen die ordentliche Justiz und die Grundbausteine jeder Demokratie richtet. Ein Kommentar.

„ISIS, Salafisten, FlĂŒchtlinge“: aktuelle gefĂ€lschte Fotos um Aufzumischen und Hass zu erzeugen

Im Internet kursieren bildbearbeitete und aus dem Zusammenhang gerissene Fotos, die der rechten Szene und Geheimdiensten dienlich sind. Hinzu kommt, dass sie die Politik der Abschottung der Grenzen, GesetzesĂ€nderung zur strikteren Kontrolle und die militĂ€rischen EinsĂ€tze im westlichen Asien und Afrika bedienen. Unvoreingenommen wurden die Fotos von einigen internationalen Zeitungen fĂŒr ihre Berichterstattung ĂŒbernommen. Die Bilder werden rund um den Globus als „Beweismaterial“ fĂŒr Hetzkampagnen im Internet auf Blogs und in den sozialen Medien mit den entsprechenden neofaschistischen Kommentaren versehen herumgereicht.

Ehemaliger DIA-Chef warnte das Weiße Haus vor dem Aufstieg von ISIS

Dieser Beamte, der den grĂ¶ĂŸten Teil seiner Laufbahn mit öffentlichen Angelegenheiten der CIA beschĂ€ftigt war, ersuchte mich persönlich, meine Argumente fallen zu lassen, mit denen ich John Schindlers GlaubwĂŒrdigkeit in Frage stellte, nachdem ich bemerkt hatte, dass Schindler ein höchst ideologischer und skandalbeladener Kommentator ist, der sich zur UnterstĂŒtzung seiner Argumente stĂ€ndig auf spezielles Insiderwissen beruft. Dieser CIA-Beamte versuchte außerdem, mich von Schindlers GlaubwĂŒrdigkeit als Insider und Experte zu ĂŒberzeugen, indem er mir versicherte, dass „er aufschlussreich geschrieben hat.“

Flug 253 Chronologie: Akt II – von London nach Houston

Nach dem vermeintlichen Flugzeug-Attentat von Detroit am 25.Dezember wird durch US-Fernsehanstalten und „Republikaner“ sofort die „al Qaida“ ins Spiel gebracht. Gleichzeitig werden insgesamt vier verschiedene Namen als der des VerdĂ€chtigen ausgegeben. Letztlich gerĂ€t die Familie Mutallab ins Licht der Öffentlichkeit, eine der reichsten und mĂ€chtigsten von Nigeria. Der Sohn der Familie, Farouk Mutallab, lebt in Central London, in einem 4 Millionen Pfund teurem Appartment, ist „unter dem Radar“ des Geheimdienstes seiner MajestĂ€t und hat Verbindungen zu einem radikalem salafistisch/wahhabitischem Netzwerk, finanziert durch die Saudis. Dieses Netzwerk hat seinen Sitz in den USA und Grossbritannien und kooperiert eng mit deren Regierungen und Spionagediensten. Im August 2008 absolviert Mutallab, oder jemand unter seinem Namen, bei diesem Netzwerk eine 16-tĂ€gige Ausbildung in Houston, Texas. Sein Ausbilder: ein Prediger des Netzwerkes namens Yasir Qadhi. Dieser ist ebenfalls „fĂŒhrender Teilnehmer“ einer Counter-Terror Strategiekonferenz in den USA im Sommer 2008. Veranstalter: das US-Counterterrorismus-Zentrum NCTC.