Vox Taxi – Vox Dei

AM SAMSTAGABEND vor zwei Wochen kehrten wir mit einem Taxi von der jĂ€hrlichen Gedenk-Demo fĂŒr Yitzhak Rabin nach Hause zurĂŒck und, wie ĂŒblich, kamen wir mit dem Taxifahrer in ein GesprĂ€ch. Im allgemeinen verlaufen diese GesprĂ€che freundlich mit viel GelĂ€chter. Rachel mag sie, weil sie uns direkt mit Menschen zusammenbringen, denen wir sonst nicht begegnen. Die GesprĂ€che sind notwendigerweise kurz, die Leute drĂŒcken ihre Ansichten genau aus, ohne ihre Worte besonders zu wĂ€hlen. Sie sind recht verschieden, und im Hintergrund hört man die Radionachrichten, Talkshows oder Musik, die vom Taxifahrer ausgewĂ€hlt wurde. Und natĂŒrlich hört man vom Sohn, der Soldat ist, und der Tochter, die studiert.

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Der Edelmann und das Pferd

„HALB UND HALB,“ habe der verstorbene MinisterprĂ€sident Levi Eshkol geantwortet, als er gefragt worden sei, ob er Tee oder Kaffee wĂŒnschte. Dieser Scherz sollte seine zögerliche Haltung am Vorabend des Sechs-Tage-Krieges parodieren. (Übrigens: geheime Dokumente, die in dieser Woche veröffentlicht wurden, zeigen Eshkol in einem ganz anderen Licht.)

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Gandhis Weisheit

WÄHREND ICH zwischen FernsehkanĂ€len surfe, komme ich zufĂ€llig in einem amerikanischen Sender ( Fox – ist kaum zu glauben) zu einem Interview mit dem Enkel von Mahatma Gandhi. „Mein Großvater sagte uns, wir sollen den Feind lieben, selbst dann, wenn wir gegen ihn kĂ€mpfen“ sagte er, „er kĂ€mpfte entschlossen gegen die Briten, aber liebte sie.“ ( Ich zitiere aus dem GedĂ€chtnis.)

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Rot und grĂŒn

KANAL 10, einer von Israels drei FernsehkanĂ€len, strahlte in dieser Woche einen Bericht aus, der sicherlich viele Leute in Schrecken versetzte. Sein Titel war „Wer organisiert den weltweiten Hass gegen die Israel-Bewegung?“ und sein Inhalt war: Dutzende von Gruppen verschiedener LĂ€nder, die eine rigorose Propagandakampagne fĂŒr die PalĂ€stinenser und gegen Israel ausfĂŒhren.

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Kurswechsel der SPD: Gabriel verlangt „unabhĂ€ngige ÜberprĂŒfung“ von nĂ€chstem Afghanistan-Mandat

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hielt heute im Parlament die Gegenrede zu Kanzlerin Merkels RegierungserklĂ€rung ĂŒber die seit achteinhalb Jahren andauernde Besatzung des zentralasiatischen Afghanistan. Er liess dabei eine Bombe platzen, die im Kontext mit anderen Äußerungen auf einen strategischen Schwenk der gesamten, eng mit einander assoziierten Partei- und Gewerkschafts-Nomenklatura im ehemals sozialdemokratischen und nun nur noch schrumpfenden Spektrum in der Republik hindeutet. Bereits im Vorfeld war die Rede Sigmar Gabriels mit erkennbar viel NervositĂ€t erwartet worden. Denn gehaltene Reden im Bundestag werden vorher von anderen geschrieben. Und sie werden nach politischen ErwĂ€gungen geschrieben, die vorher entsprechend machtpolitisch abgeklopft und verhandelt werden mĂŒssen. Sowas spricht sich natĂŒrlich herum. Bestenfalls haben diejenigen, welche die Rede spĂ€ter als Abgeordnete halten, Einfluß darauf oder sogar eine genaue Vorstellung davon, was dort hinein geschrieben wird. Im Regelfall wissen die Abgeordneten nĂ€mlich nicht oder nicht ganz, was sie ĂŒberhaupt vorlesen und geraten deshalb stĂ€ndig ins Stocken.