„Hauptausschuss“ des Bundestages: Institutionalisierung des abrufbaren Ausnahmezustands

Am Donnerstag, dem 28. November, kommt nach einem Antrag von BĂźndnis 90/Die GrĂźnen der Bundestag zu einer weiteren Sondersitzung zusammen. Das Parlament, dessen letzte reguläre Sitzung auf Juni datiert, plant – angeblich fĂźr eine „Übergangsphase“ – die Installation eines präzedenzlosen und von der Verfassung nicht vorgesehenen „Hauptaussschusses“ aus jeweils 40 Mitgliedern und Stellvertretern aus allen Parteien. Als faktisches Notstandsparlament in einem vom Parlament selbst erklärten Ausnahmezustand, da nur mit geschäftsfĂźhrender Regierung, soll es u.a. mindestens zwei Militäreinsätze der Bundeswehr in Afrika beschließen, sowie „BeschlĂźsse des Euro-Rettungsmechanismus ESM“ vorbereiten. Dabei ist unklar, ob der Einsatz der deutschen Marinestreitkräfte im Rahmen einer „Präsenz- und Überwachungsoperation“ im gesamten Mittelmeerraum (und damit auch vor der KĂźste Syriens) bereits wie geplant am gestrigen Mittwoch durch die geschäftsfĂźhrende Merkel-Regierung verfassungswidrig ohne Parlamentsbeschluss verlängert wurde.

Eine Chronologie und Einschätzung der Ereignisse.

Zypern: Souveränist Giorgos Lillikas kÜnnte Präsidentschaftswahl entscheiden

Viele sprachen am Sonntag ßber die Präsidentschaftswahl in der Republik Zypern. Keiner sprach ßber Giorgos Lillikas, der 24,9 Prozent der Stimmen bekam. Dabei verfehlte Lillikas den zweiten Platz und damit den Einzug in die Stichwahl nächsten Sonntag nur um zwei Prozent. Der Planwahlverlierer Stavros Malas von den Kommunisten der A.K.E.L., ex-Berater des E.U.-Kommissars fßr Gesundheit, war auf gerade mal 26,9 Prozent gekommen.

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Über das schmutzige Spiel der Spieltheoretiker am Beispiel Zypern

Der Präsident der „Europäischen Zentralbank“ E.Z.B., Mario Draghi, und der Finanzminister von Deutschland streiten Ăźber die „Systemrelevanz“ der Republik Zypern fĂźr das Euro-Finanzsystem. Hintergrund ist die vorläufig gescheiterte Intervention in die inneren Angelegenheiten eines souveränen europäischen Staates durch die Regierung Deutschlands, sowie der gescheiterte Versuch den mit Staatsgeldern prall gefĂźllten „Europäischen Stabilisierungsmechanismus“ E.S.M. Ăźber den Umweg involvierter Regierungen fĂźr die direkte Finanzierung von Geschäftsbanken zu benutzen.

Spielstand in einem schmutzigen Spiel der Spieltheoretiker.